Digitalisierung: Welche Form der Weiterbildung ist die richtige?

Digitalisierung: Welche Form der Weiterbildung ist die richtige?

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In der jetzigen Zeit mit den vielen technischen Veränderungen wird heute bei den Erwerbstätigen vorausgesetzt, dass diese über gute technische Kompetenzen verfügen und sich an die stetigen technologischen Veränderungen anpassen können. Damit werden auch diejenigen Berufstätigen konfrontiert, die nur einen niedrigen Bildungsabschluss vorweisen können. Daher gehören Weiterbildungen heute zum Arbeitsalltag. Doch welche Form der Weiterbildung ist die richtige?

Auswirkungen auf die Weiterbildungslandschaft

Bislang liegen nur wenige Studien über die Konsequenzen einer Digitalisierung in der Arbeitswelt vor. Sicher ist nur, dass sich die Berufsbilder und Tätigkeiten mit der Zeit anpassen werden und der Fortschritt der digitalen Technologie hoch ist und sich auch in Zukunft weiterentwickeln wird. Immer mehr automatisierbare Tätigkeiten werden künftig von Computern und Robotern ausgeführt werden.
Experten gehen davon aus, dass vor allem Tätigkeiten im mittleren Lohn- und Qualifikationsbereich künftig wegen der Automatisierung wegfallen werden. Dies macht sich auch in der Weiterbildungslandschaft bemerkbar, denn im Zeitalter der Digitalisierung wird die Teilhabe von Erwachsenen in der Weiterbildung deutlich steigen.

Tempo der menschlichen Anpassung an den technischen Wandel nimmt zu

Das Tempo, in dem sich Menschen dem technologischen Wandel anpassen müssen, ist ungemein hoch. Damit steigen auch die Anforderungen an die Fähigkeiten und es ist erforderlich, sich kontinuierlich weiterzubilden und gut mit wechselnden Aufgabenstellungen umgehen zu können.

Das Lernen außerhalb von Bildungssituationen nimmt zu.

Das Lernen außerhalb von Bildungssituationen nimmt zu.

Das führt dazu, dass auch außerhalb von Bildungsinstitutionen gelernt werden wird. Beispielsweise durch Schulungen im Unternehmen selbst, wie zum Beispiel in einem Kurs über SQL Grundlagen. Der Grund: Die von Bildungsinstitutionen angebotenen Schulungen sind meistens nicht schnell genug verfügbar, trotzdem muss die Kompetenz am Arbeitsplatz in kürzester Zeit abrufbar sein.

Hinzu kommt die Möglichkeit, dass Erwerbstätige das erforderliche Wissen informell erlernen. So zum Beispiel das Lernen von Softwareanwendungen direkt am Arbeitsplatz aufgrund von Datenschutzbestimmungen oder Softwarelizenzen oder einfach auch nur deshalb, weil nur am Arbeitsplatz selbst die kompetente Einweisung durch Kollegen und Vorgesetzte gegeben ist.

Die drei Kategorien der Erwachsenenweiterbildung

Es gibt gemäß der sogenannten Classification of Learning Activities der EU-Kommission drei Kategorien von Erwachsenenweiterbildung – sie unterscheiden sich nach dem Grad der Institutionalisierung:

  1. formal education – die regulären Bildungsgänge, welche abschlussorientiert sind
  2. non-formal education – alle Bildungsaktivitäten, die außerhalb des regulären Ausbildungssystems stattfinden (in Deutschland auch als Weiterbildung bekannt)
  3. informal education – Lernaktivitäten, die außerhalb von organisierten Weiterbildungsangeboten, also ohne Kurse, stattfinden

Die Mehrzahl der in Deutschland stattfindenden Angebote der beruflichen Weiterbildung zählen zu der Kategorie der non-formalen Bildung und starten nach Eintritt in die Erwerbstätigkeit oder dem Abschluss der ersten Bildungsphase. Der Zugang erfolgt auf unterschiedliche Art und Weise und ist abhängig vom Erwerbsstatus. Die Form und der Inhalt unterscheiden sich und dies kann sowohl ein freiwillig besuchter Sprachkurs bei der VHS sein als auch ein Online-Kurs. Aber auch vom Jobcenter werden Kurse zur beruflichen Weiterbildung angeboten, wie auch von den Arbeitgebern.

Eine Befragung ergab, dass diejenigen der Erwerbstätigen, die am intensivsten in ihrem Erwerbsleben eingebunden sind, auch am meisten an einer Weiterbildung partizipieren. Frauen nehmen seltener teil als ihre männlichen Arbeitskollegen und Migranten seltener als Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit. In puncto Alter haben die Jüngeren die Nase vorn.


Bildnachweis: © istock.com – Titelbild Sami Sert, #1 Yuri_Arcurs

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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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