Fernstudium Pflegefachkraft: Kosten, Gehalt, Hochschulen, Voraussetzungen, Curriculum

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Die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland steigt stetig an. Dies verlangt nach gut ausgebildeten Fachkräften. Mit dem Fernstudium Pflegefachkraft werden neue Aufgaben mit guter Bezahlung möglich.

Fernstudium Pflegefachkraft: Vor- und Nachteile der Qualifizierung

Wer bereits eine Ausbildung im Bereich Pflege absolviert hat und einige Zeit der Berufspraxis vorweisen kann, ist für das Fernstudium Pflegefachkraft prädestiniert. Hierbei werden Problemlöser ausgebildet, die die bestmögliche Versorgung für alte und pflegebedürftige Menschen finden, die aber gleichzeitig in gehobenen Positionen Verantwortung übernehmen können. Dabei ist ein Fernstudium als berufsbegleitende Qualifizierung eine sehr gute Idee, wenn ein hohes Maß an Selbstmotivation vorhanden ist.

Vorteile des Fernstudiums zur Pflegefachkraft

Wie bereits erwähnt wurde, ist die berufsbegleitende Möglichkeit der Qualifizierung bei einem Fernstudium zur Pflegefachkraft besonders hervorzuheben. Das Einkommen, das bisher verdient wurde, bleibt weiterhin bestehen, sodass die Ausgaben wie üblich gedeckt sind. Vorteilhaft ist zudem, dass die Lernzeiten frei einzuteilen sind. Egal wo oder wann gelernt werden soll, mit dem Fernstudium ist dies möglich. Studenten können sogar in den Urlaub fahren oder den Lernstoff mit zur Nachtschicht nehmen. Weitere Vorteile des Fernstudiums sind:

  • Erwerb neuer Kompetenzen
  • Lernpensum flexibel einteilbar
  • Lernen von jedem Ort der Welt aus
  • Ansprechpartner bei der Fernhochschule vorhanden
  • je nach Anbieter Kontakt zu anderen aus einer Lerngruppe möglich
  • finanzielle Förderung möglich

Arbeitgeber schätzen die Fähigkeiten der Fernstudenten in Bezug auf Selbstorganisation, Lerndisziplin und Eigenmotivation. Dies gilt freilich nur dann, wenn das Fernstudium Pflegefachkraft auch erfolgreich abgeschlossen wurde. Insofern ist die Zeit des Fernstudiums sicherlich sehr belastend, bietet aber sehr gute Voraussetzungen für die Entscheidung eines Arbeitgebers für diesen Bewerber. Allerdings hat das Fernstudium dennoch Nachteile.

Nachteile des Fernstudiums zur Pflegefachkraft

  • zeitliche Belastung
  • schwierige Work-Life-Balance
  • Lernen auch am Wochenende und an Feiertagen
  • weniger persönlicher Kontakt zu Mitstudenten als bei einem Präsenzstudium
  • hohe psychische Belastung
  • teilweise hohe Kosten

Die Nachteile lassen sich zum Teil durch ein sehr gutes Organisationsvermögen ausgleichen, außerdem stellt die kürzere Dauer des Fernstudiums zur Pflegefachkraft eine geringere Belastung dar als ein akademisches Studium von drei Jahren oder länger. Für die maximal zwei Jahre des Fernlehrgangs müssen Familie, Beruf und Weiterbildung gut organisiert werden, damit der qualifizierende Abschluss sicher erreicht werden kann.

Präsenzstudium vs. Fernstudium Pflegefachkraft: Welcher Typ bin ich?

Wer sich mit dem Gedanken an ein Studium zur beruflichen Qualifizierung trägt, sollte kritisch hinterfragen, ob er/sie eher der „Typ Fernstudium“ oder „Typ Präsenzstudium“ ist. Der größte Unterschied liegt vor allem in der Art des Lernens:

Wer sich zu Hause nicht dazu motivieren kann, sich wirklich neuen Stoff anzueignen, sich Fakten durchzulesen und Daten zu interpretieren, ist für ein Fernstudium mit seiner Forderung an Lerndisziplin und Eigenmotivation nicht geeignet. Manche Menschen brauchen die typische Lernumgebung in der Hochschule, müssen mit anderen Menschen zusammen sein und brauchen den berühmten Schubs in die richtige Richtung.

Andere hingegen lernen besser allein, erlesen sich das Wissen und benötigen nur hin und wieder zusätzliche Erklärungen. Wer sich mit dem Gedanken an das Fernstudium Pflegefachkraft trägt, sollte daher genau wissen, welcher Lerntyp er/sie ist. Für ein Fernstudium kommt infrage, wer die folgenden Fragen mit „ja“ beantworten kann:

  • Kann ich mich selbst zum Lernen motivieren?
  • Kann ich mir Lernstoff in Lerneinheiten einteilen?
  • Bin ich in der Lage, immer dann zu lernen, wenn ich gerade Zeit habe?
  • Lässt mir der Job ausreichend Luft und muss ich nicht zu häufig unterwegs sein?
  • Brauche ich beim Lernen kaum zusätzliche Erklärungen und Lernhilfen?
  • Brauche ich nicht zwingend den Dialog mit meinem Lehrer?
  • Kann ich mich eigenständig auf Prüfungen vorbereiten?

Wer hingegen bei all diesen Fragen mit „nein“ antwortet und weiß, dass er/sie ein „Gemeinschaftslerner“ ist, sollte eher über ein Präsenzstudium nachdenken oder zumindest nach einer Fernhochschule suchen, die häufige Präsenzzeiten anbietet.

Fernstudium Pflegefachkraft: Voraussetzungen und Kosten

Das Fernstudium Pflegefachkraft muss selbst finanziert werden, die Kosten sind jedoch als Weiterbildungskosten steuerlich absetzbar. Angesichts der Kosten gilt es, das Fernstudium in der dafür vorgesehenen Regelstudienzeit zu absolvieren, um unnötig hohe Kosten zu vermeiden.

Fernstudium Pflegefachkraft: Voraussetzungen

Je nach Anbieter können unterschiedliche Voraussetzungen für das Fernstudium Pflegefachkraft gesetzt werden. In der Regel wird eine abgeschlossene Berufsausbildung gefordert, wobei hier die Berufe Kranken-, Alten- oder Heilerziehungspfleger/in infrage kommen.

Außerdem sollte eine wenigstens zweijährige Berufserfahrung vorliegen. Einige Institute lassen auch Bewerber mit einem Hochschulabschluss ohne zweijährige Berufspraxis oder sogar Quereinsteiger zu, wenn diese eine entsprechende aktuelle Tätigkeit ausüben. Viele Institute verlangen überdies einen Nachweis über einen abgeschlossenen Erste-Hilfe-Kurs.

Bauen Kurse aufeinander auf, muss das vorangegangene Seminar erfolgreich abgeschlossen worden sein. Dafür ist der entsprechende Nachweis einzureichen. Teilweise können auch Inhalte anderer Studiengänge angerechnet werden, dies muss im Einzelfall durch den Anbieter des Fernstudiums geprüft werden.

Auch die persönlichen Voraussetzungen müssen gegeben sein, denn wer ein Fernstudium Pflegefachkraft absolviert, sollte auch in dem entsprechenden Beruf arbeiten können und wollen. Jeder Interessent sollte daher gern mit Menschen arbeiten und ein hohes Maß an Empathie mitbringen. Eine besonders wichtige Eigenschaft ist zudem die Kommunikationsfähigkeit, angehende Studenten sollten lösungsorientiert arbeiten können und ein hohes Maß an psychischer und physischer Belastbarkeit mitbringen. Darüber hinaus sind für eine spätere leitende Position Führungsqualitäten erforderlich: Stressresistenz, Organisationstalent, Interesse an betriebswirtschaftlichen Fragen und die Fähigkeit zur Motivation von Mitarbeitern sollten vorhanden sein.

Fernstudium Pflegefachkraft: Kosten der Qualifizierung

Die Kosten für ein Fernstudium Pflegefachkraft sind je nach Anbieter verschieden. Je nach Dauer und Art des Abschlusses werden Kosten zwischen 300 und 4.000 Euro fällig. Enthalten sind dabei meist die Immatrikulations- und Prüfungsgebühren, auch Lehrmaterialien sind teilweise in der Summe inbegriffen.

Hinzu kommen allerdings weitere Kosten wie zum Beispiel Reisekosten. Diese fallen für die Präsenzzeiten an und sind umso höher, je weiter die Fernhochschule vom eigenen Wohnort entfernt ist. Es lohnt sich daher, diesen Aspekt bei der Auswahl des Anbieters zu berücksichtigen. Auch Kosten für weitere Lernmaterialien können anfallen, sofern zusätzliche Fachliteratur oder Unterlagen besorgt werden sollen. Einige Anbieter verlangen überdies die Zahlung von Prüfungsgebühren, die teilweise separat berechnet werden, teilweise bereits in der Kursgebühr enthalten sind.

Kosten für das Fernstudium Pflegefachkraft: So wird es billiger

Natürlich wird nicht das Fernstudium an sich billiger, sondern mit den folgenden Möglichkeiten wird die eigene finanzielle Belastung geringer. Es handelt sich dabei teilweise um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen, teilweise um niedrige Kredite, die dank günstiger Zinsen und tilgungsfreier Zeit dabei helfen, die Zeit bis zum Ende des Fernstudiums finanziell zu überbrücken. Beispiele für Förderungen sind:

  • Angabe bei der Steuererklärung

    Die Kosten, die im Rahmen eines Fernstudiums anfallen, werden als Weiterbildungskosten gezählt. Bei der Steuererklärung sind diese Kosten als Werbungskosten in unbeschränkter Höhe anzugeben. Damit mindert sich das steuerpflichtige Einkommen, die Steuerlast wird geringer.

  • Weiterbildungsstipendium

    Um ein Weiterbildungsstipendium zu bekommen, muss die persönliche Eignung für diese Fortbildung nachgewiesen werden. Möglich ist dies über vorhandene Abschlüsse sowie über eine Empfehlung des Arbeitgebers. Der Antragsteller darf höchstens 24 Jahre alt sein, in Ausnahmefällen sind 27 Jahre die Altersgrenze.

  • Aufstiegsstipendium

    Auch bei dieser Förderung ist die persönliche Eignung nachzuweisen. Außerdem muss eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit in der Pflege oder in einem anderen Gesundheitsberuf absolviert worden sein. Im Rahmen des Aufstiegsstipendiums wird die Qualifizierung über Stipendiengelder gefördert, wobei diese als Zuschuss zu sehen sind und nicht zurückgezahlt werden müssen. Weitere Pauschalen können hinzukommen, so zum Beispiel Anfahrtskosten oder Kosten für die Kinderbetreuung.

  • Aufstiegs-BAföG

    Hierbei werden Zuschüsse gewährt, gleichzeitig wird ein zinsgünstiger Kredit geboten. Dieser startet meist mit einer tilgungsfreien Zeit, sodass keine finanzielle Not durch die Kreditraten entsteht.

  • Bildungsgutschein

    Die Kosten für das Fernstudium Pflegefachkraft werden durch die Arbeitsagentur übernommen. Der Anbieter muss dafür allerdings eine Zertifizierung vorweisen, die ihn zur Annahme der Bildungsgutscheine berechtigt. Der künftige Student muss ALG I oder II beziehen oder von Arbeitslosigkeit bedroht sein. Wer mit der Qualifizierung einer Arbeitslosigkeit entgehen kann und zudem eine abgeschlossene Ausbildung vorweist sowie mindestens drei Jahre in seinem Beruf tätig war, kann mit dem Bildungsgutschein den größten Anteil der Kosten für das Fernstudium sparen. Eventuelles Zusatzmaterial muss teilweise aus eigener Tasche bezahlt werden, wenn es nicht vom Anbieter des Studiums vorgegebenes Lernmaterial ist.

Fernstudium Pflegefachkraft: Curriculum und Studieninhalte

Das Fernstudium Pflegefachkraft schließt in der Regel nicht mit einem akademischen Titel ab, es handelt sich um nicht-akademische Fernlehrgänge. Sie dauern damit auch nur eine kürzere Zeit und reichen meist bis maximal 18 bis 24 Monate. Der Ablauf der Qualifizierung ist bei allen Instituten ähnlich, die Verteilung einzelner Seminare oder die Zeitpunkte, wann genau welche Studieninhalte behandelt werden, kann jedoch variieren.

Ablauf des Fernstudiums zur Pflegefachkraft

Je nach Anbieter und Kursinhalt wird die Dauer des Fernstudiums Pflegefachkraft variieren. In den meisten Fällen wird sich die Qualifizierung auf 24 Monate beschränken. Ein Ansprechpartner, der bei Fragen rund um die Weiterbildung zur Verfügung steht, wird gegeben. Mit ihm können sich die Studenten meist per Chatfunktion, in der Videokonferenz und telefonisch austauschen. Auch der Kontakt zu anderen Teilnehmern aus der Lerngruppe erfolgt auf diesen Wegen.

Während des Fernstudiums sind nur wenige Präsenzphasen vorgesehen. Wer keine weite Anfahrt haben möchte, sollte sich einen Anbieter suchen, der mehrere Standorte unterhält. Dann kann die Präsenzphase in dem nächstgelegenen Standort erfolgen, sofern diese Wahl besteht. Für das Lernen zu Hause gibt es Studienhefte und weiteres Lehrmaterial.

Das Lernen wird nicht nur theoretischer Natur sein, sondern es werden auch Praktika im Pflege- und Gesundheitsbereich absolviert. Hier geht es weniger um die Pflege von Patienten, sondern eher um Aufgaben in der Leitung der Einrichtungen.

Während des Studiums sind überdies einige Prüfungen abzuleisten, die in mündlicher und schriftlicher Form zu erbringen sind. Manche Institute verlangen das Einreichen von Hausarbeiten, die als Zwischen- oder Abschlussarbeit gewertet werden. Für den bestandenen Abschluss gibt es ein Zertifikat, das die Qualifizierung bescheinigt und das zum Beispiel bei Bewerbungen als Nachweis des eigenen Fachwissens verwendet werden kann.

Teilweise wird für den erfolgreichen Abschluss des Fernstudiums zur Pflegefachkraft eine praktische Übung vorausgesetzt, die zu einem festen Termin vorgestellt werden muss. Die einzelnen Anbieter regeln ihre Vorgaben diesbezüglich separat und geben Richtlinien für die einzelnen Fernstudiengänge vor.

Studieninhalte beim Fernstudium Pflegefachkraft

Alle Studieninhalte vertiefen das bereits erworbene Wissen aus dem Bereich der Pflege und des Gesundheitswesens. Damit gilt das Fernstudium Pflegefachkraft nicht als akademischer Studiengang, sondern als berufliche Weiterbildung. Eine solche Fortbildung ist zum Beispiel zur leitenden Pflegefachkraft möglich, wofür rechtliche Grundlagen von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen ein Thema bei der Weiterbildung sein müssen. Außerdem wird das nötige Fachwissen vermittelt, um Arbeitsabläufe zu koordinieren, Personal zu führen und Abläufe in der Einrichtung zu steuern. Im Fernlehrgang erwarten die Teilnehmer folgende Themen:

  • Fachwissen zu Betreuung und Pflege
  • Kommunikation für Betreuer
  • Rechtswissenschaften
  • Wirtschaftswissenschaften und Rechnungswesen
  • Begleitung Demenzkranker
  • Gesundheit im Alter
  • Schmerztherapie
  • Grundsätzliches zur Pflegeleitung

Je nach Anbieter können teilweise einzelne Schwerpunkte definiert werden, die für die spätere Berufsausübung relevant sein werden.

Fernstudium Pflegefachkraft: Ausgewählte Anbieter für Fernlehrgänge

An dieser Stelle folgt eine Auswahl von sieben Instituten, die das Fernstudium Pflegefachkraft anbieten. Sie unterscheiden sich in den Voraussetzungen und in der Dauer der Kurse ebenso wie bezogen auf die Kosten:

  1. Medizinisches Bildungszentrum Deutschland GmbH
    „Verantwortliche Pflegefachkraft“
    Wendenstraße 379, 20537 Hamburg
    Telefon: 040 380729770
    Internet: www.mbd-online.de/
  2. HÖHER Management GmbH & Co. KG – Akademie für Pflegeberufe
    „Verantwortliche Pflegefachkraft“
    „Praxisanleiter und Mentor in der Pflege“
    „Palliativ Care“
    Zörbiger Str. 33-35, 06749 Bitterfeld-Wolfen
    Telefon: 03493 51560
    Internet: www.hoeher-akademie.de/
  3. ILS – Institut für Lernsysteme
    „Fachkraft in der häuslichen Pflege mit Pflegediensthelfer“
    Doberaner Weg 18 – 22, 22143 Hamburg
    Telefon: 0800 1234477
    Internet: www.ils.de
  4. SGD
    „Fachkraft in der häuslichen Pflege“
    Hilpertstraße 31; 64295 Darmstadt
    Telefon: 800 806 60 00
    Internet: www.sgd.de
  5. Fernakademie für Erwachsenenbildung
    „Fachkraft in der häuslichen Pflege“
    Doberaner Weg 22, 22143 Hamburg
    Telefon: 0800 1401140
    Internet: www.fernakademie-klett.de
  6. The Open University
    “Certificate of higher education in Healthcare Practice”
    Walton Hall, Kents Hill, Milton Keynes MK7 6AA, Vereinigtes Königreich
    Telefon: +44 300 303 5303
    Internet: www.open.ac.uk
  7. Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft
    „Kultursensible Pflege“
    Universitätsallee 18, 28359 Bremen
    Telefon: 0800 3427655
    apollon-hochschule.de
Teilnehmer am Fernstudium
  2009 2011 2013 2014
Fernstudium an Präsenzhochschulen 17.428 28.286 32.686 40.280
Fernstudium an Fernhochschulen 85.379 114.966 120.195 114.045
Fernunterricht (ohne ZFU-Zulassung) 25.235 4.257 8.580 15.509
Fernunterricht (ZFU-anerkannt) 253.129 244.817 249.378 253.289
Quelle: Fernunterrichtsstatistik des Verbands „Forum DistancE-Learning“

Fernstudium Pflegekraft: Gehalt und mögliche Tätigkeiten

Das Fernstudium Pflegefachkraft bietet die Möglichkeit, nach dem erfolgreichen Abschluss der Qualifizierung eine Stufe auf der Karriereleiter nach oben zu klettern. Damit ist es möglich, mehr Verantwortung zu übernehmen und eventuell sogar leitende Positionen zu übernehmen. Die Berufsaussichten sind schon allein vor dem Hintergrund sehr gut, dass die Gesellschaft überaltert: Immer mehr alte Menschen stehen immer weniger jungen Leuten gegenüber und müssen versorgt werden. Die Nachfrage nach Fachkräften in der Pflege ist ungebrochen, die Tendenz immer noch steigend.

Gehalt nach dem Fernstudium

Das Gehalt, das nach dem Fernstudium gezahlt wird, ist abhängig von der Qualifikation und von der Berufserfahrung, außerdem spielt die Einrichtung, in der die Beschäftigung erfolgt, eine Rolle. Als leitende Pflegefachkraft ist ein Gehalt zwischen 2.500 und 3.600 Euro brutto im Monat möglich, wobei staatliche Einrichtungen durch die Bindung an geltende Tarifverträge besser zahlen als private.

Durch die Qualifizierung zur Pain Nurse sind Gehälter von durchschnittlich 3.000 Euro brutto möglich, Praxisanleiter beziehen ein Gehalt zwischen 1.700 und 2.200 Euro im Monat. Besser bezahlt sind Fachkräfte im Bereich Palliativ Care, dort sind Gehälter bis 4.100 Euro im Monat möglich.

Top-Gehälter in der Schweiz, Luxemburg

Interessant sind die regionalen und internationalen Unterschiede zwischen den Gehältern. Während hierzulande Pflegefachkräfte eher im unteren bis mittleren Lohnbereich tätig sind, sieht es in Luxemburg oder in der Schweiz ganz anders aus. Dort sind Gehälter von bis zu 82.000 Euro im Jahr (Schweiz) oder sogar bis 96.000 Euro jährlich (Luxemburg) möglich.

Bei diesen Zahlen wird freilich von einer entsprechenden Ausbildung mit mehrjähriger Berufspraxis ausgegangen. Die Steuern sowie die allgemeinen Lebenshaltungskosten sind in der Schweiz allerdings deutlich höher, was einen höheren Verdienst wieder relativiert. Dort gibt es zum Beispiel keine Familienversicherung und wer als Pflegekraft tätig ist und Kinder hat, muss diese selbst mit einem eigenen Beitrag versichern. Damit bleibt von dem eigentlich hohen Gehalt nicht mehr ganz so viel übrig. In Luxemburg sind die Steuern jedoch etwas niedriger, außerdem können Pflegekräfte dort bereits mit 57 Jahren in Rente gehen.

Regionale Gehaltsunterschiede: Bremen liegt vor Mecklenburg-Vorpommern

Auch innerhalb Deutschlands gibt es große Unterschiede, wobei diese vor allem bei einem Vergleich zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Bremen auffällig werden. Letzteres Bundesland zahlt durchschnittlich bis zu 600 Euro mehr für die Gehälter von Pflegekräften.

Top-Gehälter: bei Zeitarbeitsfirmen

Der Verdienst liegt zwischen 4.000 und 6.000 Euro brutto im Monat, nach dem Abschluss einer Fachweiterbildung kann er bis auf 8.000 Euro (je nach Qualifizierung und Berufserfahrung sowie Einsatzgebiet) steigen.

Damit ist das Gehalt über die Zeitarbeitsfirma mit den genannten Gehältern in Luxemburg vergleichbar und sogar höher als das Gehalt in der Schweiz. Angestellte können sich überdies aussuchen, ob sie in Schichtarbeit und am Wochenende tätig sind oder ob sie diese Arbeitszeiten zugunsten der eigenen Familie und Freizeit nicht annehmen.

Mögliche Tätigkeiten nach dem Fernstudium zur Pflegefachkraft

Die Qualifikation zur Pflegefachkraft ermöglicht einen großen Schritt auf der Karriereleiter, denn auch Leitungspositionen können übernommen werden. Wer das Zertifikat in der Tasche hat, kann mehr Verantwortung übernehmen und blickt besseren Berufsaussichten entgegen.

Allerdings unterscheidet sich die Art der Tätigkeit: Wer vorher vor allem mit Patienten und deren Versorgung zu tun hatte, wird nun als verantwortliche Pflegekraft eher mit organisatorischen und leitenden Tätigkeiten betraut werden. Es werden zum Beispiel Dienstpläne geschrieben, Mitarbeiter eingestellt und angeleitet oder Aufgaben aus der Buchhaltung übernommen. Durch die Weiterbildung als Pflegefachkraft mit dem Schwerpunkt Palliativ Care ist die Arbeit mit Menschen stärker in den Mittelpunkt gerückt, alte und kranke Menschen werden hier auf ihrem letzten Weg unterstützt. Die Pflegeperson ist zudem ein wichtiger Ansprechpartner für die Angehörigen der Palliativpatienten.

Für alle, die den Fernlehrgang ohne Berufsausbildung absolviert haben (unter bestimmten Voraussetzungen je nach Anbieter möglich), gilt der Abschluss als Qualifizierung für die Ausübung des Berufs des Altenpflegers oder der Pflegefachkraft in der häuslichen Pflege.

Mögliche Arbeitgeber finden sich durch diese Einrichtungen:

  • Krankenhäuser und Altenheime
  • Pflegedienstleister und Einrichtungen der häuslichen Pflege
  • Tagespflegeeinrichtungen
  • Reha-Kliniken
  • Einrichtungen für Palliativpatienten

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass das Fernstudium zur Pflegefachkraft sowohl einen berufsqualifizierenden als auch einen weiterbildenden Charakter hat. Es erlaubt den Teilnehmern, in verschiedenen Bereichen der Pflege tätig zu werden, allerdings handelt es sich nicht um einen akademischen Abschluss. Damit sind Positionen wie die des Organisationsleiters oder des Pflegedienstleiters zwar möglich, in der Regel werden diese jedoch an Absolventen akademischer Abschlüsse vergeben. Es ist jedoch möglich, auch nach dem Abschluss des Fernlehrgangs eine weitere Fortbildung zu absolvieren und hierbei einen Bachelor oder darauffolgend einen Master zu erwerben.

Durch die Dauer der Berufstätigkeit ist ein Aufstieg in Leitungspositionen dennoch möglich. So steht zum Beispiel nach dem erfolgten Fernstudium zur Pflegefachkraft und der mehrjährigen Tätigkeit in einer entsprechenden Einrichtung der Weg zum Einrichtungsleiter frei. Auch im Bereich der sozialen Versorgung können Positionen übernommen werden, die nicht direkt mit der Pflege von Patienten zu tun haben. Gerade die Krankenkassen und Pflegeversicherungen suchen oft ausgebildete Pflegekräfte, die bei der Beurteilung von Sachlagen und Anträgen helfen bzw. die diese Tätigkeiten eigenverantwortlich übernehmen. Auch weitere Sozialversicherungsträger sind Anlaufstellen für Absolventen von Fernlehrgängen mit der Ausbildung zur Pflegefachkraft.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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