Examinierte Krankenschwester: Ausbildung, Gehalt, Förderung, Weiterbildung

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Eine examinierte Krankenschwester wird heute als Gesundheits- und Krankenpflegerin bezeichnet. Sie hilft in ihrem Beruf eingeschränkten oder kranken Menschen, versorgt und betreut diese in Absprache mit den behandelnden Ärzten.

Examinierte Krankenschwester: Die Ausbildung

Eine examinierte Krankenschwester versorgt und betreut Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Sie ist aber auch in die Beratung von Patienten involviert und führt ärztliche Maßnahmen auf Anordnung des behandelnden Arztes durch.

Die examinierte Krankenschwester oder der examinierte Krankenpfleger kann in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen tätig sein, arbeitet bei niedergelassenen Ärzten oder auch als Freiberufler. Doch für all die Tätigkeiten, die tagtäglich durchgeführt werden müssen, ist eine entsprechende Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger nötig.

Wichtige Inhalte der Ausbildung

Die examinierte Krankenschwester erwirbt im Laufe der Ausbildung Kenntnisse aus dem Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, aus der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie aus den Pflege- und Gesundheitswissenschaften.

Dieser Bereich ist sehr umfangreich und mit 950 Stunden angelegt. Auch die Naturwissenschaften und die Medizin kommen nicht zu kurz, dafür sind 500 Stunden angedacht. Weitere Bereiche sind die Geistes- und Sozialwissenschaften mit 300 Stunden und die pflegerelevanten Kenntnisse aus Wirtschaft, Recht und Politik mit 150 Stunden. Die übrigen Stunden werden nach Bedarf verteilt.

Natürlich erfolgt die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin nicht nur theoretisch, sondern es werden auch umfassende praktische Kenntnisse vermittelt. Dazu gehört zum Beispiel die Gesundheits- und Krankenpflege von Menschen, die in der stationären Versorgung sind, wobei alle medizinischen Fachgebiete in der Ausbildung angesprochen werden.

Reha, Kur und Palliativversorgung sind ebenfalls wichtige Fachbereiche, in denen gearbeitet wird. Die Ausbildung umfasst zudem einen Differenzierungsbereich, der neben dem allgemeinen Bereich mit rund 700 Stunden einen großen Raum einnimmt.

Hierbei geht es um die stationäre Pflege zum einen im Bereich:

  • Innere Medizin,
  • Chirurgie und
  • Psychiatrie

sowie um die Differenzierung im Bereich

  • Pädiatrie,
  • Kinderchirurgie,
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie,
  • Neonatologie und
  • Neuropädiatrie

zum anderen. Die Ausbildung schließt mit einer Prüfung ab, die in einen mündlichen, schriftlichen und praktischen Teil untergliedert ist. Bestanden haben die Prüflinge, die mindestens die Note „4“ erhalten haben. Eine Wiederholung der Prüfung ist möglich, allerdings muss dafür in der Regel die Ausbildung um ein halbes Jahr verlängert werden. Erst dann kann der erneute Prüfungsantrag wieder gestellt werden.

Dauer der Ausbildung zur examinierten Krankenschwester

Die Schulen, in denen die Ausbildung zur examinierten Krankenschwester stattfindet, sind an Lehrkrankenhäuser angebunden, sodass dort die praktische Ausbildung stattfinden kann. Insgesamt sind es 2.500 Stunden, die durch die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger in der Praxis absolviert und nachgewiesen werden müssen. Der theoretische Anteil der Ausbildung liegt bei 2.100 Stunden.

Wer die Ausbildung absolvieren möchte, muss einen mittleren Bildungsabschluss vorweisen können. Möglich ist auch die einjährige Ausbildung zum Pflegehelfer bzw. zur Pflegehelferin. Danach ist eine Bewerbung möglich.

Die staatliche Prüfung, das Examen, findet nach einer dreijährigen Ausbildung statt. Ehemalige Auszubildende berichten darüber, dass die Ausbildung straff organisiert ist. Vor allem seit der Reform der Krankenpflegeausbildung und damit seit der Generalisierung der Ausbildung sind viele theoretische Inhalte aus anderen Berufszweigen hinzugekommen. Waren es früher drei Einzelberufe (Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Altenpfleger), werden seit der Generalisierung alle Berufe in einer Ausbildung vermittelt. Die Spezialisierung auf einen Fachbereich erfolgt erst im dritten Lehrjahr. Dann allerdings muss sich der Auszubildende auf einen umfangreichen theoretischen Anteil für sein Fachgebiet einstellen.

Verkürzung der Ausbildung ist möglich

Auf Antrag ist die Verkürzung der Ausbildung möglich. Dies wird zum Beispiel angeboten, wenn vorab eine Ausbildung zum Pflegehelfer absolviert wurde, sodass grundlegende Kenntnisse in dem Beruf bereits vorhanden sind. Auch Auszubildende mit dem Abitur können teilweise die Verkürzung der Ausbildung erreichen.

Dies ist in der Regel möglich, wenn absehbar ist, dass die noch offenen Lerninhalte zum Teil auch eigenständig erarbeitet werden und wenn die bereits gezeigten Leistungen sehr gut bis hervorragend sind. Die Verkürzung auf zwei oder zweieinhalb Ausbildungsjahre muss rechtzeitig beantragt werden. Genaue Termine sowie die individuelle Vorgehensweise werden seitens der Schule genannt.

Auch eine Verlängerung ist unter Umständen möglich, wenn zum Beispiel persönliche Gründe am Lernen gehindert haben. Eine längere Krankheit kann ein Grund sein, um den Antrag auf Verlängerung zu stellen.

Wie lange dauert die Umschulung zur examinierten Krankenschwester?

Normalerweise ist die Ausbildung auf drei Jahre angelegt, erst dann kann die künftige examinierte Krankenschwester ihre Prüfung ablegen. Eine Umschulung dauert genauso lange, denn auch hier müssen die nötigen Kenntnisse für die Berufsausübung vermittelt werden. Es gibt allerdings Unterschiede zwischen der Teilzeit- und der Vollzeitumschulung sowie bei vorhandenen Vorkenntnissen.

Liegen diese aus einem anderen medizinischen Beruf oder einem Gesundheitsberuf vor, kann die Umschulung auf Antrag auf zwei Jahre verkürzt werden. Dies gilt jedoch nur, wenn die Umschulung als Vollzeitlehrgang durchgeführt wird. Im Rahmen einer Teilzeitmaßnahme hingegen dauert die Umschulung drei Jahre. Liegen besondere Umstände vor, kann die Maßnahme sogar auf vier Jahre in Teilzeit ausgedehnt werden.

Examinierte Krankenschwester werden: Vor- und Nachteile des Berufs

Viele Menschen haben den Wunsch, beruflich mit anderen Menschen zu arbeiten und sich um diese zu kümmern, wenn es ihnen nicht gut geht. Genau das ist als examinierte Krankenschwester in verschiedenen Bereichen in der stationären Versorgung oder auch bei niedergelassenen Ärzten möglich. Allerdings ist der Beruf deutlich schwerer, als gemeinhin angenommen wird. Körperlich und psychisch stellt er sich als überaus belastend dar. Ein Blick auf die Vor- und Nachteile.

Vorteile des Berufs

Wer sich um kranke und schwache Menschen kümmern möchte und gleichzeitig den Anspruch hat, medizinische Anordnungen umzusetzen bzw. durchzuführen, ist als examinierte Krankenschwester oder als examinierter Krankenpfleger genau richtig. Die Arbeit ist wichtig und sinnvoll, keine Krankenschwester wird der Meinung sein, einen verzichtbaren Beruf auszuüben. Gleichzeitig ist der Job sicher, denn Krankenschwestern werden immer gebraucht werden. Dies ist ähnlich wie in den Pflegeberufen, auch sie werden nie vor dem Problem stehen, in der Gesellschaft überflüssig geworden zu sein.

Auch die Weiterbildungsmöglichkeiten sind sehr gut, denn die Ausbildung zur Krankenschwester hat den Grundstein für jede Weiterbildung im medizinischen Bereich gelegt. Auch ein Studium ist zur persönlichen Weiterentwicklung möglich.

Die Vorteile des Jobs auf einen Blick:

  • sinnvoller Job, der Menschen hilft
  • täglicher Umgang mit Menschen
  • Möglichkeit, Situationen für Kranke und eingeschränkte Personen besser zu machen
  • hoher Anspruch an Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • gute Aufstiegschancen bzw. verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Job mit Zukunft

Nachteile des Berufs

Leider gehört zum Beruf der Krankenschwester eine gehörige Portion Idealismus und Menschenliebe, denn der Job ist weder körperlich noch psychisch leicht. Auch die Work-Life-Balance bleibt häufig auf der Strecke, Überstunden und Mehrarbeit sind an der Tagesordnung. Wer Job und Familie unter einen Hut bringen möchte, hat es durch die Schichtarbeit besonders schwer. Häufig muss auch nachts gearbeitet werden, teilweise sind aufgeteilte Schichten (z. B. morgens von 06:00 bis 10:00 Uhr und nachmittags von 18:00 bis 22:00 Uhr) üblich.

Der Job ist zudem nichts für empfindliche Menschen, denn wer auf der Kinderkranken- oder der Palliativstation tätig ist, wird täglich mit großem menschlichen Leid konfrontiert. Gleichzeitig mangelt es aber häufig an Anerkennung: Dass die Krankenschwester ihren Beruf ausübt, scheint selbstverständlich zu sein. Wenn es einem Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt besser geht, wird häufig vor allem den Ärzten gedankt, die Arbeit der Krankenschwestern scheint stets ein wenig unterzugehen.

Die Nachteile des Jobs auf einen Blick:

  • Schichtarbeiten und Überstunden üblich
  • Arbeit auch am Wochenende und Feiertagen
  • schlechte Work-Life-Balance
  • stetige Personalknappheit, damit stärkerer Druck beim Arbeiten
  • nur mittlere Bezahlung
  • psychisch und physisch starke Belastung
  • häufig geringe Anerkennung
Patienten‑Pflegepersonal‑Relation
(Pflegegesamtpersonal umfasst Pflegefachkräfte und geringer qualifiziertes Pflegepersonal)
Land Patienten zu
Pflegefachkräfte
Patienten zu
Pflegegesamtpersonal
Anzahl
Krankenhäuser
Belgien 10,7 7,9 67
England 8,6 4,8 46
Finnland 8,3 5,3 32
Deutschland 13,0 10,5 49
Griechenland 10,2 6,2 24
Irland 6,9 5,0 30
Niederlande 7,0 5,0 28
Norwegen 5,4 3,3 35
Polen 10,5 6,8 33
Spanien 12,6 6,8 33
Schweden 7,7 4,2 79
Schweiz 7,9 5,0 35
USA 5,3 3,6 617
Quelle: Aiken et al., 2012

Tätigkeiten: Was macht eine examinierte Krankenschwester?

Wir alle kennen das Bild aus dem Fernsehen: Eine Krankenschwester tritt an das Bett des Patienten, fühlt dessen Stirn, dreht ein wenig Rad des angeschlossenen Tropfs und bringt ein paar Pillen vorbei. In einer anderen Einstellung geht es turbulent zu und die Ärzte und Krankenschwestern werden zu Notfällen gerufen, stoppen Blutungen und retten das Leben des Filmhelden. Die Wirklichkeit liegt irgendwo dazwischen, wobei es wirklich ruhige Tage wohl selten gibt. Eines ist aber tatsächlich so: Jeder Tag ist anders, fordert andere Handlungsweisen und fordert den Menschen stark.

Tätigkeiten der examinierten Krankenschwester im Einzelnen

Die examinierte Krankenschwester wird gern als das „Bindeglied zwischen Arzt und Patient“ bezeichnet. Genau das ist sie: Sie setzt die Anordnung des Arztes um und versorgt den Patienten entsprechend. Hat dieser Probleme, wird sie sich an den Arzt wenden und um Abhilfe bitten.

Gesundheits- und Krankenpfleger, die ehemaligen examinierten Krankenschwestern und -pfleger, sind in allen Abteilungen eines Krankenhauses oder auch in Facharztpraxen tätig.

Sie sind unter anderem für diese Aufgaben zuständig:

  • Versorgung von Wunden und Verletzungen
  • Verteilung und Verabreichung von Medikamenten
  • Anlegen von Infusionen
  • Blutabnahmen
  • Assistenz des Arztes
  • Vorbereitung des Patienten auf seine Behandlung
  • Dokumentation des Gesundheitsstatus des Patienten
  • Berichterstattung gegenüber dem Arzt
  • Erstellen von Pflegeplänen
  • Anwendung pflegerischer Maßnahmen

Doch nicht nur die praktische Tätigkeit am Patienten gehört zu den Tätigkeiten, die die examinierte Krankenschwester täglich ausführt, sondern auch verwalterische Tätigkeiten sowie die Anleitung der Patienten zu Gesundheitsübungen sowie zur Selbsthilfe gehören in den Fachbereich der Gesundheits- und Krankenpfleger. Zu den genannten administrativen Tätigkeiten zählen zum Beispiel die Erstellung von Abrechnungen, die Organisation des Einsatzdienstes sowie personelle Angelegenheiten in Abhängigkeit von der Position der Krankenschwester. Wichtig ist zudem die Überwachung des Materialbestandes sowie des Arzneimittelvorrats. Bei Bedarf müssen hier Nachbestellungen ausgeführt werden.

Gehalt: Das verdient die examinierte Krankenschwester

Das Gehalt der Krankenschwestern und des Pflegepersonals ist immer wieder ein Streitpunkt, denn die meisten Berufsangehörigen sind der Meinung, das Gehalt ist nicht angemessen. Dies ist auch tatsächlich so zu sehen, wenn betrachtet wird, wie umfangreich das Aufgabengebiet und wie groß die Verantwortung der Krankenschwestern ist. Doch das Gehalt ist durch die Anstellung über die Zeitarbeit durchaus steigerungsfähig.

Gehalt in der Ausbildung

Das Einkommen der Krankenschwestern unterscheidet sich zum Beispiel durch die Größe des Arbeitgebers, durch die Region, in der gearbeitet wird sowie durch die eigene Berufserfahrung. Letztere können Auszubildende noch nicht vorweisen, allerdings gelten die anderen genannten Kriterien für sie ebenso. Wichtig ist zudem, ob der Dienst in einer kirchlichen oder öffentlichen Einrichtung getätigt wird bzw. ob ein privater Arbeitgeber vorhanden ist.

Die Staffelung der Ausbildungsgehälter sieht wie folgt aus:

  • 1. Ausbildungsjahr: zwischen 950 und 1000 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: zwischen 1.000 und 1.100 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: zwischen 1.100 und 1.200 Euro

Die genannten Gehälter sind Bruttogehälter, abgezogen werden müssen noch die persönlichen Einkommenssteuern sowie die Sozialabgaben. Damit ist klar, warum Krankenschwestern in der Ausbildung auf weitere Unterstützung und ggf. staatliche Förderungen angewiesen sind.

Gehalt ausgebildeter Krankenschwestern

Eine examinierte Krankenschwester kann nach der abgeschlossenen Ausbildung mit einem Einstiegsgehalt zwischen 2.100 und 2.300 Euro rechnen. Auch hier ist der Träger relevant. Wer zum Beispiel bei einem öffentlichen Träger angestellt ist und damit in die Gehaltstabellen des öffentlichen Dienstes fällt, wird einer Gehaltsgruppe zugeordnet. Diese errechnet sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit, nach dem Alter und nach dem Ausbildungsstand. Eine examinierte Krankenschwester kann in der Entgeltgruppe P7 in der Stufe 2 2.830 Euro brutto im Monat verdienen. Die höchste ist hier die Stufe 6, in dieser sind 3.539 Euro vorgesehen.

Zuzüglich zum Grundgehalt werden Zuschläge unter anderem für diese Punkte gewährt:

  • Nachtschichten und Überstunden
  • Extraschichten
  • Feiertagsarbeit
  • Wechselschichten
  • Übernahme von Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst

Hinweis: Auch viele private Träger orientieren sich an den Gehältern, die im öffentlichen Dienst gezahlt werden, und entlohnen ihre Gesundheits- und Krankenpfleger entsprechend.

Examinierte Krankenschwester verdient mehr durch Zeitarbeit

Eine examinierte Krankenschwester verdient mehr! Dieser Satz ist durchaus doppeldeutig zu verstehen, soll hier aber nur auf das Gehalt bezogen sein. Möglich wird dieser Mehrverdienst durch die Anstellung über die Zeitarbeit. Hier sind bei manchen Anbietern zwischen 4.000 und 6.000 Euro brutto monatlich möglich. Anders als viele andere Zeitarbeitsfirmen, die Zeiten des Nichteinsatzes nicht vergüten, bekommen die Angestellten oft ihr Gehalt auch dann weiter, wenn sie gerade zwischen zwei Jobs sind. Der Garantielohn kommt immer zur Auszahlung, was die Planung der eigenen finanziellen Verhältnisse und des gesamten Auskommens deutlich vereinfacht. Ebenfalls ein Vorteil für alle, die in Schichtarbeit tätig sind: Oft sind die Mitarbeiter bis 22:00 Uhr erreichbar. Das heißt, dass hier auch abends Probleme gelöst und Fragen gestellt werden können. Übrigens ist es den Mitarbeitsfirmen bei Zeitarbeitsfirmen häufig freigestellt, ob sie Schichtarbeit oder Wochenenddienst übernehmen wollen oder ob sie lieber geregelte Arbeitszeiten unter der Woche nutzen wollen.

Förderungen von staatlicher Seite

Wer sich für die Ausbildung zur examinierten Krankenschwester entschieden hat, kann die folgenden Förderungen beantragen:

  • BAföG
    BAföG muss bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden. Angegeben werden muss hier auch das Einkommen der Eltern: Ist dieses zu hoch, wird BAföG nur anteilig oder sogar überhaupt nicht gewährt. Zuschüsse gibt es aber zum Beispiel, wenn während der Ausbildung eine Betreuung für eigene Kinder nötig wird. BAföG wird meist als zinsloser Kredit gewährt, kann bei besonders guten Ausbildungsleistungen aber auch nicht komplett rückzahlungspflichtig sein. Für eine Umschulung kann BAföG nicht in Anspruch genommen werden, diese Förderung nur für die Erstausbildung.
  • Berufsausbildungsbeihilfe
    Wichtig: Für die Förderung über die Berufsausbildungsbeihilfe muss der Antragsteller eine eigene Wohnung vorweisen können. Außerdem muss nachgewiesen werden, dass die Ausgaben die monatlichen Einnahmen übersteigen. Angerechnet werden zum Beispiel die üblichen Lebenshaltungskosten, auch Mietzahlungen oder Fahrtkosten sind anzusetzen. Die Agentur für Arbeit berät bezüglich der Berufsausbildungsbeihilfe gern. Der Zuschuss, der über diese Förderung gewährt wird, ist nicht rückzahlungspflichtig.
  • Bildungsgutschein
    Wer bereits arbeitslos ist, kann unter Umständen die Ausbildung über den Bildungsgutschein finanziert bekommen. Dafür muss die Ausbildungsstelle allerdings berechtigt sein, solche Gutscheine überhaupt anzuerkennen. Der entsprechende Antrag wird wiederum bei der Agentur für Arbeit gestellt, die Kosten für die Ausbildung kann der Ausbildungsbetrieb über den Bildungsgutschein abrechnen.
  • Weitere Förderungen
    Eventuell steht dem Auszubildenden Wohngeld zu, ein entsprechender Anspruch kann im Rahmen der Beratung bei der Agentur für Arbeit geprüft werden. Möglich ist das aber nur, wenn die Anträge auf Berufsausbildungsbeihilfe und BAföG abgelehnt wurden. Auch Wohngeld ist nicht rückzahlungspflichtig.

    Um finanzielle Engpässe zu überbrücken, kann eventuell noch ein Kredit in Anspruch genommen werden. Der von der KfW offerierte Bildungskredit gilt für Antragsteller zwischen dem 18. und 36. Lebensjahr und bietet günstige Konditionen. Er muss allerdings zurückgezahlt werden.

Mögliche Weiterbildungen für eine examinierte Krankenschwester

Im Rahmen der Weiterbildung sollen die beruflichen Kenntnisse erweitert oder an aktuelle Anforderungen angepasst werden. Damit soll letzten Endes auch ein beruflicher Aufstieg ermöglicht werden. Bei einer Fortbildung bleibt die Bezeichnung „Examinierte Krankenschwester“ erhalten, lediglich bei einer Weiterbildung kann sie sich hingegen ändern. Fortbildungen sind damit ergänzende Bildungsmaßnahmen und werden meistens seitens des Arbeitgebers offeriert.

Wer schon länger als examinierte Krankenschwester tätig ist, wird vielleicht den Wunsch verspüren, in einem bestimmten Bereich tätig zu sein und entsprechende Lehrgänge absolvieren wollen. So ist es möglich, zum Beispiel zur Fachkraft für Hygiene ausgebildet zu werden. Wundmanagement ist ebenfalls ein Fachbereich, der häufig im Rahmen von Fortbildungen gewählt wird.

Fachweiterbildungen nutzt die examinierte Krankenschwester häufig, um sich in einem bestimmten Fachbereich weiterzubilden.

Gern werden diese Bereiche für die Weiterbildung gewählt:

  • Intensivpflege
  • Anästhesie
  • Palliativversorgung
  • Psychiatrie
  • OP-Dienst

Natürlich gibt es neben den genannten Bereichen noch zahlreiche weitere, diese stellen nur die häufigsten von ihnen dar.

Neben der Spezialisierung ist es zudem möglich, eine Aufstiegsweiterbildung zu nutzen, um das Fachwissen zu vertiefen und um eine bessere Position (die auch besser bezahlt ist) zu erreichen. Wer sich zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen ausbilden lässt, kann in der mittleren Führungsebene tätig werden. Erworben werden hierbei betriebswirtschaftliche Kenntnisse ebenso wie Managementkenntnisse, die speziell auf das Gesundheitswesen zugeschnitten sind.

Zuletzt sei noch das Studium erwähnt, mit dem sich eine examinierte Krankenschwester weiterbilden kann. Fakt ist, dass das Gesundheitswesen immer stärker auf Akademiker setzt und so ist es auch für die Gruppe der Krankenschwestern und Krankenpfleger durchaus sinnvoll, eine akademische Weiterbildung zu nutzen. Das Studium ist auch berufsbegleitend möglich und wird seitens der genannten Zeitarbeitsfirma sogar monatlich finanziell gefördert. Zahlreiche Studiengänge stehen dabei zur Auswahl.

Hier einige Beispiele:

  • Pflegemanagement
  • Gesundheitsökonomie
  • Psychologie
  • Gesundheitsmanagement
  • Pflegepädagogik
  • Pflegewissenschaften
  • Public Health

Die Studiengänge schließen mit dem Bachelor, darauf aufbauend kann der Master abgelegt werden. Meist sind sie auf sechs bis sieben Semester angelegt. Der Master wird dann noch einmal in vier Semestern absolviert.

Als Voraussetzung für den Zugang zum Studium muss das Abitur vorhanden sein. Doch auch eine abgeschlossene Ausbildung bringt die examinierte Krankenschwester an den Studienplatz, denn diese in Kombination mit einer mehrjährigen Berufserfahrung stellt ebenfalls eine Möglichkeit dar, den Zugang zum Studium zu erreichen. Die Zulassungsvoraussetzungen werden von den Hochschulen unterschiedlich geregelt, daher lohnt sich eine genaue Nachfrage bei verschiedenen Anbietern, sollte einer davon eine Ablehnung an Bewerber ohne vorhandenes Abitur erteilen.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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