Digitale Transformation in Unternehmen

Die Digitale Transformation gilt als wichtigste Aufgaben für Unternehmen im neuen Jahrtausend. Dabei kommt es nun darauf an, diesen Vorgang so rasch wie möglich abzuschließen. Allerdings stellt sich hier das Problem, dass sich noch längst nicht alle Unternehmen dieser Aufgabe annehmen – was zum einen an fehlenden finanziellen, zum anderen an fehlenden personellen Mitteln liegt. Dabei ist aber festzustellen, dass sich viele Firmen mit diesem Thema befassen. Es scheitert lediglich an der Umsetzung der Aufgaben, bei denen stets die Mitarbeiter im Fokus stehen sollten.

Fehlende Strategien als Hauptproblem

Viele Unternehmen kennen sich zwar mit den Grundzügen der Digitalen Transformation aus, wissen aber nicht, wie sie die Maßnahmen umsetzen sollen. Dabei ist feststellbar, dass in ungefähr 80 Prozent aller deutschen Unternehmen das Kerngeschäft schon digitalisiert wurde. Der komplette Wandel ist aber erst bei knapp der Hälfte der Firmen abgeschlossen. Dabei ist erkennbar, wie stark sich die einzelnen Branchen unterscheiden.

Nicht verwunderlich: Die Internet- und Kommunikationsbranche ist bei der Digitalen Transformation Vorreiter und geht besonders strategisch vor. Hier können die meisten Unternehmen stolz auf den digitalen Wandel sein, den sie bereits abgeschlossen haben. Ein schlechtes Beispiel ist hingegen der Handel, der aufgrund mangelnder Strategien den Anschluss verpassen könnte.

Das größte Problem sind dabei die Entscheider in den Unternehmen, die entweder die Notwendigkeit zur Digitalen Transformation nicht sehen oder die die Verantwortung gern auf die Mitarbeiter abschieben. Wenn sich aber am Ende niemand so recht zuständig fühlt, dürfte es schwer werden, schon die kleinsten Ansätze zum Wandel weiterzuentwickeln. Diese Entscheider haben nicht erkannt, dass es auf eine perfekte IT-Struktur ankommt und dass ohne diese kein Wettbewerbsvorteil zu erhaschen ist. Wer den Anschluss verpasst, wird mit dem Markt nicht mithalten können und über kurz oder lang ins Hintertreffen geraten.

Digitale Transformation: Aufgabe für das Marketing

Besonders wichtig ist es, das Marketing mit einzubeziehen. Marketing und Produktentwicklung müssen dafür sorgen, dass Kunden nicht nur ein perfektes Produkt geboten bekommen, welches die Erwartungen erfüllt oder bestenfalls sogar übertrifft. Kunden von heute wollen ein Produkt schon erleben, noch ehe sie es in den Händen halten. Dafür ist es unter anderem wichtig, dass der gesamte Weg des Produkts verfolgt werden kann und dass Änderungen und Verbesserungen nachvollziehbar sind. Wenn sich etwas an einem favorisierten Produkt ändert, möchte der Kunde dies erfahren – ohne dass er umständliche Wege gehen muss. Die Informationen sollen direkt und ohne Zutun zum Kunden kommen, was nur über eine funktionierende und stets einsatzbereite IT-Infrastruktur möglich ist. Hieran müssen die Marketingabteilungen verstärkt arbeiten und die Aufgabe der Digitalen Transformation nicht nur im Bereich der Internet- und Kommunikationsentwicklung sehen.

Dabei können die Umwandlungen natürlich nicht allein von einer Abteilung im Unternehmen vorgenommen werden. Es braucht erst einmal einen Leiter – die Digitale Transformation ist nun einmal Chefsache. Der CEO sorgt dafür, dass die Digitalisierung den höchsten Rang eingeräumt bekommt und dass die verantwortlichen Mitarbeiter alle an einem Strang ziehen. Veränderungen im Unternehmen müssen nicht nur angeregt, sondern auch durchgeführt werden.

Auf das richtige Personal setzen

Eines der größten Probleme stellt sich durch das mangelnde Fachpersonal. Wenn im Unternehmen niemand eine Ahnung hat, wie neue Anforderungen angegangen oder umgesetzt werden können, werden diese immer weniger berücksichtigt. Das wiederum dürfte zur Folge haben, dass das Unternehmen ins Hintertreffen gerät. Damit das nicht der Fall ist, sind Mitarbeiter gefragt, die sich mit Strukturen und Prozessen im Unternehmen ebenso auskennen wie mit den modernen Anforderungen an ein voll digitalisiertes Unternehmen.

Nur die Firmen, die auf Fachpersonal setzen, werden auf Dauer erfolgreich sein. Dies ist die falsche Stelle für Einsparungen. Wer zum Beispiel nur auf Leiharbeiter setzt, die aufgrund häufiger Wechsel der Unternehmen verständlicherweise eine mangelnde Motivation mitbringen oder wer Personal nur zeitlich befristet einstellt, wird wichtige Dinge kaum umsetzen können. Dabei kann ein Unternehmen durchaus Geld sparen, wenn es auf vermeintlich teure Profis setzt. Die Experten wissen, worauf es in Theorie und Praxis ankommt und können die anstehenden Prozesse auf ihre Funktionalität hin beurteilen. Sie sind in der Lage, Strategien zu entwickeln und umzusetzen. Sie begleiten Veränderungsmaßnahmen und erkennen schon frühzeitig, ob ein Weg in die Irre führt oder doch besser und intensiver verfolgt werden sollte. Experten sind flexibel und doch stur genug, einen richtigen Weg zu verfolgen – selbst wenn sich herausstellt, dass dieser nicht unbedingt der einfachste sein wird. Erst das passende Fachpersonal in Verbindung mit einem konsequenten Handeln macht ein Unternehmen erfolgreich und sorgt dafür, dass die Digitale Transformation keine leere Worthülse bleibt.

Wichtig in dem Zusammenhang ist der Hinweis, dass fachliches Know-how nicht nur von den Mitarbeitern eines Unternehmens verlangt werden sollte. Auch die Manager der betreffenden Firma müssen eine gewisse Fachkenntnis aufweisen und sollten sich mit den Anforderungen an die Digitale Transformation auskennen. Sie sollen flexibel sein, sich an neue Gegebenheiten anpassen und die Firma entsprechend führen können. Außerdem wird durch Experten in der obersten Führungsebene eines Unternehmens erreicht, dass die Skalierbarkeit der Firma erhöht wird und dass On-Demand-Services leichter umgesetzt werden können. Mit dem richtigen Personal ist die Digitale Transformation zwar Herausforderung, jedoch kein unüberwindliches Hindernis mehr.

Investitionen gut planen

Die Digitale Transformation stellt zwar eine Herausforderung für die gesamte Zukunft dar, allerdings darf ihre Umsetzung nicht zu weit herausgeschoben werden. Auch wenn das Budget es derzeit nicht in großem Maße zulässt, sollten erste Strategien unbedingt umgesetzt werden. Viele Unternehmen schieben den digitalen Wandel immer nach vorn, was dazu führt, dass wichtige Investitionen nicht durchgeführt werden. Es wird vielmehr Geld in neue Produktionsanlagen angelegt – doch was nutzen diese, wenn sich der Markt anders entwickelt als gedacht? Die gesamte Budget- und Investitionsplanung sollte sich zwingend mit der Digitalen Transformation befassen. Kein Unternehmen sollte darauf verzichten, in digitalisierte Prozesse und Strukturen zu investieren – besser kann das Geld derzeit nicht angelegt werden.

In dem Zusammenhang sei auf einen der größten Fehler hingewiesen, den Unternehmen machen können: Sie bleiben einfach beim Alten. Wer sich immer nur auf den Dingen ausruht, die bisher schon erreicht wurden, wird damit auf der Strecke bleiben. Die Möglichkeiten des digitalen Wandels sind enorm und müssen nur von jeder Firma erkannt werden. Dazu ist es notwendig, die passenden Strategien zu entwickeln und kontinuierlich zu verfolgen. Auch kleine und mittelständische Betriebe dürfen sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sie sollten die unternehmenseigenen Möglichkeiten dazu nutzen, sich weiterzuentwickeln und in die Digitale Transformation zu investieren.

Nur dann werden sie den Anschluss nicht verpassen und auch in Zukunft eine Chance auf ihren Platz am Markt haben.


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Über Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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