Tragen Link ein „Rücktritt“: SEO-Fachwissen für Online-Redakteure

Rücktritt, Umtausch, Reklamation und Garantie – wie verpacke ich diese Themen mundgerecht für Google & Co.? OnPage-SEO leistet viel, wenn man das ganze Wissen parat hat. Doch wie geht es offpage weiter? In welchen Online-Verzeichnissen tragen wir einen Link ein, der „Rücktritt“ in unserem Artikel als Suchbegriff fördert? Wir geben Basiswissen und SEO-Tipps für Online-Redakteure.

Tragen Link ein: „Rücktritt“, „Umtausch“, SEO & Co.

Die SEO-Methoden wandelten sich im Laufe der Zeit. Was vor Jahren noch ausreichend oder angesagt war, kann heute wirkugslos oder im Extremfall sogar schädlich sein. Was kratzt das den Online-Redakteur? Nun, SEO gehört heute zum festen Bestandteil der Arbeit eines Online-Redakteurs, ist Handwerkszeug geworden. Längst reicht nicht nur die schriftstellerische Qualität für das zufriedene Lächeln im Antlitz des Chefredakteurs oder Marketingleiters. Ranken sollen sie, die Fachartikel, Blogbeiträge und wie sie alle heißen.

Artikelverzeichnisse: nützt ein Link-Add noch?

Oft gehen die SEO-Aufgaben des Redakteurs über das Verfassen eines Artikels hinaus. Es wird erwartet, dass man Opportunities erkundet, die Artikel oder die eigene Webseite zu verlinken. Ja, man hört ja so Vieles. „Man kann die Links auch kaufen!“ – aber das liebt Google gar nicht. „Du musst sie nicht kaufen, mit den Artikelverzeichnissen geht das völlig problemlos und meist sogar kostenfrei.“.

Da sagt sich so mancher Redakteur, dass so ein Link-Add „Rücktritt“ wohl die leichteste Möglichkeit ist, sich der „artfremden Aufgabe“ zu entledigen. Dann trage ich mit einem „Link Add“ eben in zwei, drei Verzeichnisse einen Link ein und gut ist. „Rücktritt“, „Umtausch“, „Reklamation“ – diese Begriffe trage ich dann in den begleitenden Text im Verzeichnis ein. Dann ist er (der Cheffe) zufrieden und ich habe eine Weile meine Ruhe.

Es gibt eine Reihe von Artikelverzeichnissen, die es erlauben, auch zu ausgefallenen Themen wie „Rücktritt“, „Umtausch“ & Co. einen Link zu einem Artikel oder einer Webseite eintragen zu lassen. Es gehört natürlich nicht viel Phanatasie dazu, dass Google um diese Möglichkeiten weiß.

Tragen wir den Link ungeprüft ein, ist das Verzeichnis für Google suspekt und wird mit Sicherheit auf einer „Liste“ geführt. Ein solcher Link ist dann in aller Regel für SEO-Zwecke ziemlich wertlos, da die Umstände des Entstehens offensichtlich sind.

Link eintragen? Beispiele von Verzeichnissen für einen „Link-Add“

Wie sieht ein solches Verzeichnis aus? Hier mehrere Beispiele. Über den Nutzen von Verzeichnissen kann man streiten, denn wer heutzutage Informationen sucht, nutzt eher sofort eine Suchmaschine. In den Gründerjahren des Internets waren sie jedoch eine gute Orientierungshilfe. Damals waren die Verzeichnisse allerdings meist kuratiert und die Eintragungen sämtlich handverlesen.

Besser als Link eintragen: unsere Tipps

Tipp #1: Fakten liefern

Stellen Sie sich vor, Sie finden beim Googeln einen Fachartikel zu einem Thema wie… „Rücktritt“. Was müsste der Artikel enthalten, damit Sie auf Ihrer Webseite in einem Ihrer eigenen Artikel von diesem Fachartikel sprechen und sogar zu diesem Fachartikel verlinken?

Infografik: Definitiv besser als 'tragen link ein'. Überzeugen Sie Ihre Leser mit Qualität, dann finden sich die Links von selbst ein.

Infografik: Definitiv besser als ‚tragen link ein‘. Überzeugen Sie Ihre Leser mit Qualität, dann finden sich die Links von selbst ein.

Typischerweise kommen jetzt Gedanken wie „zusammengefasste Ergebnisse einer Studie“, „wichtige Fakten“, „Charts“ oder ein „Interview mit dem oder der XYZ“. Es sind also Inhalte, die man nicht an jeder Ecke des Internets vorfindet, die man gerne und mit ein wenig Stolz dem eigenen Publikum als Fundstück und zur Untermauerung des eigenen Vortrags präsentiert.

Was würde wohl passieren, wenn Sie Ihre eigenen Artikel so ausstatten, dass Ihre Leser beim Lesen exakt dieses Empfinden haben? Vergessen Sie also den Link-Add „Rücktritt“ schnell wieder. Es gibt besseres.

Tipp #2: Dem Leser mehr geben, als er erwartet

Verfassen Sie gerade eine kurze Information zu einem Ereignis? Sicher ist es wichtig, dass der Leser sehr schnell aufnehmen kann, was es zu wissen gibt. Doch was würde geschehen, wenn der Leser als Zusatzangebot im Anschluss noch Hintergründe und Fakten erhält? Er muss es ja nicht lesen, aber er könnte…

Welchen Eindruck würde der Leser erhalten, wenn er dieses Bonus-Package wahrnimmt?

Sie denken in die richtige Richtung. Ihre kurze Information wird auf einmal verlinkenswert. Nicht mehr „Tragen Link ein“, sondern „Schau mal, was ich hier gefunden habe!“. So beginnt oft Viralität. Wer denkt da noch an einen Link-Add „Rücktritt“?

Tipp #3: Regelmäßig aktualisieren

Online werden Artikel nicht nur am Tag des Erscheinens gelesen. Gute Artikel bietet Google seinen Nutzern ganzjährig an. Warum geben Sie den Lesern, die in drei Monaten hereinkommen und den Artikel lesen möchten nicht einen Fünf- oder Zehnzeiler als Update?

So gewinnt der Leser den Eindruck, dass die Redaktion des Hauses auf Zack ist und Content-Qualität ernst nimmt. Das „Tragen Link ein zu Rücktritt & Co.“ können Sie damit ad acta legen, das machen dann schon Ihre Leser für Sie.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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