Friseur-Ausbildung: Berufsbild, Gehalt & Voraussetzungen

Friseur-Ausbildung: Berufsbild, Gehalt & Voraussetzungen

Pin It

Der Friseurberuf ist oft mit dem Vorurteil behaftet, dass der Verdienst nur sehr gering ist. Dennoch handelt es sich um ein Handwerk, bei dem man mit viel Leidenschaft und Individualität groß rauskommen kann. Dafür braucht es aber erst eine Ausbildung.

Friseur – ein Handwerk mit Leidenschaft

Wenn sich ein Kunde entscheidet, zum Friseur zu gehen, dann wünscht er sich eine Typveränderung, aber auch einen Moment der Ruhe und Entspannung. Das Friseurhandwerk ist daher ein Beruf, bei dem man viele Eigenschaften mitbringen muss. Neben dem Wunsch, mit Menschen zu arbeiten und ihnen etwas Gutes zu tun, braucht es eine ruhige Hand und ein Händchen für den richtigen Look. Meist wissen Friseure schon früh, dass sie gerne in dieses Handwerk gehen möchten und beschäftigen sich viel mit der Pflege und dem Schnitt der Haare. Manchmal ist es aber auch ein Berufswunsch, der sich erst langsam bildet. Auf jeden Fall ist es wichtig, eine grundlegende Ausbildung vorweisen zu können, um in einem Friseurladen angestellt zu werden oder vielleicht sogar selbst einen Friseursalon zu eröffnen. Wer Haare zu seinem Beruf machen möchte, der erkundigt sich daher am Besten erst einmal über die Voraussetzungen für eine Ausbildung und die Möglichkeiten in seiner Nähe.

Die wichtigsten Voraussetzungen für die Ausbildung der Friseure

Als Voraussetzung sollte man für die Ausbildung zum Friseur mindestens einen Hauptschulabschluss, besser noch einen Realschulabschluss (mittlere Reife) mitbringen. (#2)

Als Voraussetzung sollte man für die Ausbildung zum Friseur mindestens einen Hauptschulabschluss, besser noch einen Realschulabschluss (mittlere Reife) mitbringen. (#2)

Die Voraussetzungen für einen Beruf beginnen meist schon bei dem Schulabschluss. Wer darüber nachdenkt, eine Ausbildung zu Friseur zu machen, der sollte mindestens einen Hauptschulabschluss mitbringen, aber auch die Mittlere Reife ist eine sehr gute Basis. Sehr gut ist es, wenn man in den Fächern Kunst, Chemie und auch Deutsch gute Noten aufweisen kann. Neben einer fachgerechten Beratung und einem Händchen für die chemischen Produkte, mit denen gearbeitet wird, braucht es natürlich auch Kreativität. Zudem sollten Auszubildende sehr gute gestalterische Fähigkeiten mitbringen, ein hohes Durchhaltevermögen haben und mit Neugierde an den Beruf herangehen. Friseure haben jeden Tag Kontakt mit Menschen. Hier ist es wichtig, auch unter Druck effektiv arbeiten zu können und immer freundlich zu bleiben.

Hinweis: Theoretisch ist es gar nicht notwendig, überhaupt einen Abschluss zu haben. Ein Abschluss sowie gute Noten sind jedoch meist sehr hilfreich bei der Suche nach einem Arbeitgeber, der als Ausbildungsbetrieb in Frage kommt.

Video zum Ausbildungsberuf Friseur

Die Ausbildung zum Friseur – das ist der Ablauf

Die Ausbildung zum Friseur (ob nun drei Jahre oder mit Ausbildung zwei Jahre) vermittelt viele Grundlagen an die Lehrlinge. Auch Wissen über Geräte, Maschinen, Chemikalien, das Haare färben, Dauerwelle, Haarverlängerung   und Inhaltsstoffe. (#3)

Die Ausbildung zum Friseur (ob nun drei Jahre oder mit Ausbildung zwei Jahre) vermittelt viele Grundlagen an die Lehrlinge. Auch Wissen über Geräte, Maschinen, Chemikalien, das Haare färben, Dauerwelle, Haarverlängerung und Inhaltsstoffe. (#3)

Die normale Ausbildung zum Friseur dauert in der Regel drei Jahre, eine Verkürzung der Ausbildung auf zwei Jahre ist möglich. Im ersten Jahr der Ausbildung geht es darum, Grundlagen zu schaffen. Die Lehrlinge erfahren mehr über die Bedienung und Zusammensetzung der Geräte und Maschinen. Zudem erhalten sie eine fundierte Ausbildung zu den Chemikalien, die eingesetzt werden. Beim Haare färben, der Dauerwelle oder auch bei der Haarverlängerung ist es wichtig, zu den richtigen Inhaltsstoffen zu greifen, die auf den Kunden und seine Wünsche abgestimmt sein müssen.

Dazu kommt das fundierte Wissen über die Kopfhaut und die Haare sowie deren Pflege. Welche Maßnahmen müssen eingesetzt werden, wenn ein Kunde eine sehr trockene oder eine sehr fettige Kopfhaut hat? Ein wichtiger Bereich der Ausbildung im ersten Lehrjahr ist die Schnittführung mit den unterschiedlichen Techniken, die hier zum Einsatz kommen können. Geübt wird dies in aller Ruhe an Haarmodellen, sodass es nicht schlimm ist, wenn die Schnitte nicht von Beginn an sitzen. Im zweiten Lehrjahr geht es dann darum, die ersten Frisuren direkt an Kunden durchzuführen, auch wenn es sich hierbei meist noch um Personen handelt, die sich freiwillig zur Verfügung stellen.

Durch die Beobachtung der Schnittführungen im Salon und die Erklärungen durch den Arbeitgeber, erlernen die Auszubildenden alles Schritt für Schritt. Im zweiten Jahr der Ausbildung steht auch schon die erste Gesellenprüfung auf dem Programm. Das dritte Lehrjahr dient dann zur praktischen Umsetzung. Hier werden Auszubildende schon direkt im Friseursalon eingesetzt und erhalten ihre eigenen Kunden. Natürlich werden die Kunden darüber informiert, dass die Betreuung durch einen Azubi erfolgt. Die Gesellenprüfung im dritten Lehrjahr stellt den Abschluss der Ausbildung dar. Die Ausbildung selbst erfolgt dual. Das heißt, Auszubildende gehen abwechselnd in die Schule und in den Betrieb.

Die typischen Inhalte einer Ausbildung im Detail

Die Ausbildung zum Friseur erfordert viel Durchhaltevermögen. Das vermittelte Fachwissen ist umfangreich. Es geht von Schnittführung bis zum Föhnen. (#4)

Die Ausbildung zum Friseur erfordert viel Durchhaltevermögen. Das vermittelte Fachwissen ist umfangreich. Es geht von Schnittführung bis zum Föhnen. (#4)

Die Ausbildung zum Friseur ist relativ gleich aufgestellt, die Inhalte ähneln sich in den Bundesländern stark. So gehören zu den großen Themen, die in der Berufsschule und direkt im Salon vermittelt werden, die Bereiche:

  • Empfang, Betreuung und Beratung der Kunden
  • Pflege von Haaren und Kopfhaut
  • Empfehlung der passenden Frisuren und Farben
  • Schnittführung
  • Haare tönen, färben sowie blondieren
  • Umformung der Haare
  • Pflege von Händen und Nägeln
  • Make-up

Video von Natascha über die Friseuraubildung

Da der Friseur häufig für seine Kunden auch ein Make-up anbietet, beispielsweise im Rahmen von einer Brautgestaltung, gehört auch dieser Aspekt mit zur Ausbildung. Daher ist es nicht verkehrt, sich schon vor der Ausbildung mit Make-up zu beschäftigen und vielleicht an sich selbst oder an Freunden schlichte und auffällige Varianten zu testen. So bekommt man ein Händchen für den Einsatz von Farben im Gesicht und kann sich schon einen großen Teil selbst beibringen, was natürlich in der Ausbildung eine wichtige Hilfe darstellen kann. Zudem wissen Betriebe den Einsatz von Auszubildenden sowie ein hohes Interesse an der Thematik sehr zu schätzen.

Das Gehalt in der Ausbildung – so wird gezahlt

In der Ausbildung zum Friseur / zur Friseurin (früher "Friseuse") wird ganz unterschiedliches Gehalt gezahlt. Bis zu 600 Euro im driztten Lehrjahr kann das Gehalt gehen. Es beginnt jedoch auch bei 250  Euro im ersten Lehrjahr. (#2)

In der Ausbildung zum Friseur / zur Friseurin (früher „Friseuse“) wird ganz unterschiedliches Gehalt gezahlt. Bis zu 600 Euro im driztten Lehrjahr kann das Gehalt gehen. Es beginnt jedoch auch bei 250 Euro im ersten Lehrjahr. (#2)

Wer einen der Ausbildungsplätze ergattern möchte, der hat Interesse daran zu erfahren, wie viel Geld er dabei verdienen kann. Tatsächlich ist die Bezahlung noch immer recht überschaubar. Es gibt bundesweit keine Festlegungen, an denen sich orientiert werden kann. Allerdings haben sich über die Jahre hinweg durchschnittliche Beträge gezeigt, die meist bezahlt werden. Im ersten Ausbildungsjahr können Auszubildende Beträge zwischen 200 und 450 Euro erwarten. Im zweiten Lehrjahr sind es rund 250 bis 500 Euro und im dritten Lehrjahr steigen die Gehälter an auf eine Spanne zwischen 340 und 600 Euro.

Wie hoch das Gehalt dann tatsächlich ist, hängt in erster Linie stark von dem Betrieb ab. Empfehlenswert ist es, einen Ausbildungsplatz in einem gehobenen Salon anzustreben, da diese meist mehr zahlen. Zudem gibt es bei den Friseuren noch immer eine klare Spanne zwischen Ost und West.


Bildnachweis: © Fotolia – Titelbild + #1 Monkey Business, shutterstock – #2 pathdoc, #3 Inked Pixels, #4 g-stockstudio

Pin It

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Marius BeilhammerFriseur-Ausbildung: Berufsbild, Gehalt & Voraussetzungen