Soziale Berufe: Gute Karrierechancen nicht nur in der Pflege

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Nicht alle Schulabgänger gehen bei der Wahl der Ausbildung oder des Studiums nach ihren Neigungen. Nicht wenige setzen bei der Berufswahl vor allem auf die Karrierechancen. Diese sind aber auch in sozialen Berufen gegeben.

Soziale Berufe: Karrierechancen nicht immer ersichtlich

Viele namhafte Branchen zeigen sich, wenn nach möglichen Karrierewegen gesucht wird. Vor allem sind es die naturwissenschaftlichen Fächer sowie die Ingenieurwissenschaften, die sich mit diversen Aufstiegschancen präsentieren. Und wo sind die sozialen Berufe? Wer in ein Stellenportal für Pflegeberufe, findet dort vor allem Anzeigen für Pflegefachkräfte und weniger Leitungspositionen.

Dennoch ist es ein Fehler, zu glauben, es gäbe keine Karrierechancen in der Branche und wer einmal einen der Pflegeberufe erlernt oder ausgeübt hat, bleibt auch immer in der Altenpflege hängen. Zahlreiche Qualifizierungsangebote belehren eines Besseren.

Es gibt zahlreiche Bereiche mit unterschiedlichen Personengruppen, die für eine Arbeit im Pflegebereich infrage kommen ( Fotolizenz: Adobe Stock-Tyler Olson)

Es gibt zahlreiche Bereiche mit unterschiedlichen Personengruppen, die für eine Arbeit im Pflegebereich infrage kommen ( Fotolizenz: Adobe Stock-Tyler Olson)

Erster Schritt: Festlegung des Arbeitsbereichs

Soziale Berufe sind nicht alle gleich und nicht jeder, der etwas mit Menschen machen möchte, will Altenpfleger werden. Es gibt zahlreiche Bereiche mit unterschiedlichen Personengruppen, die für eine Arbeit im Pflegebereich infrage kommen:

  • Arbeit mit älteren Menschen: Altenpfleger/in
  • Arbeit mit Verletzten und im Notrufbereich: Rettungssanitäter/in oder Krankenpfleger/in
  • Arbeit mit Kindern: Kinderkrankenpfleger/in
  • Arbeit mit Babys und jungen Müttern: Hebamme oder Geburtshelfer, Erzieher/in, Lehrer/in
  • Arbeit im therapeutischen Bereich: Physiotherapeut/Ergotherapeut/in

Die aufgelisteten Pflegeberufe sind nicht vollständig, sondern nur beispielhaft zu verstehen. Wichtig zu wissen: Die Ausbildung für verschiedene Pflegeberufe wurde komplett überarbeitet. Sie gilt jetzt als generalisierte Ausbildung, die für die Berufe Krankenpfleger/in, Kinderkrankenpfleger/in und Altenpflegerin eine gemeinschaftliche Pflegeausbildung während der ersten zwei Jahre vorsieht.

Danach kann eine Spezialisierung gewählt werden oder die generalistische Pflegeausbildung wird bis zum Abschluss fortgeführt. Wichtig ist, sich diesbezüglich rechtzeitig genügend Informationen zur Ausbildung einzuholen, um einen Beruf in genau dem Bereich ergreifen zu können, der für den Betreffenden persönlich am besten geeignet ist.

Video: Pflege ist mehr als ein Beruf

Vielfältige Arbeitsbereiche im Überblick

Soziale Berufe könen mit einer normalen Pflegeausbildung erlernt werden, möglich ist aber auch ein Studium. Dieses ist abhängig von der gewünschten Fachrichtung, in der gearbeitet werden soll. Pflege ist nicht gleich Pflege!

Einige Pflegeberufe gehen tatsächlich mit der Arbeit am Menschen einher, andere hingegen gehen eher in die Richtung der Leitungsebene und des Managements von Pflegeeinrichtungen. Der Bereich der sozialen Berufe ist daher sehr vielfältig und kann nicht nur auf die Pflegeberufe sowie auf pädagogische Berufe reduziert werden.

Übersicht über verschiedene soziale Berufe

Vereinfacht gesagt: Zu den sozialen Berufen gehören alle die Tätigkeiten, in denen mit Menschen gearbeitet und ihnen geholfen wird. Nicht inbegriffen sind dabei natürlich die Berufe, die beispielsweise in der Kundenbetreuung oder in der Verwaltung üblich sind, auch wenn es sich hierbei ebenso um helfende Tätigkeiten handelt.

Diese Berufe eint, dass es hier um die Gesundheit des Menschen geht, dem geholfen werden soll. So können entsprechend Berufstätige in Alten- und Kinderheimen, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, in Schulen und Betreuungseinrichtungen arbeiten.

Die folgenden Fachrichtungen gehören allesamt zu den Berufen, die als sozial eingestuft werden und die aber sehr unterschiedliche Inhalte bieten. Sie sprechen daher Menschen mit verschiedenem Anspruch an die Pflegeberufe an.

Es muss nicht immer die Arbeit am Patienten sein, die täglich ausgeübt wird:

  • Psychologie und Psychiatrie

    Nicht selten wird die Psychotherapie als negativ angesehen, Menschen wird unterstellt, „nicht ganz richtig im Kopf“ zu sein. Das ist natürlich völliger Unsinn, denn die Welt der Psychologie befasst sich mit allen Facetten des menschlichen Geistes, mit emotionalen Ebenen sowie mit angebotenen und erworbenen psychischen Problemen.

    Psychologen und Psychiater bieten als qualifizierte Ansprechpartner eine wichtige Anlaufstelle für alle da, die psychologische Hilfe benötigen. Dabei ist längst klar, wie sehr die Psyche auf den Körper wirkt und dass das Eine das Andere beeinflusst. Wer in diesem Bereich arbeiten möchte, muss ein Studium aufnehmen und Psychologie studieren. Während des Studiums kann dann eine Vertiefungsrichtung gewählt werden, die sich zum Beispiel mit der Klinischen Psychologie befasst.

  • Pädagogik und Erziehung

    Pädagogen und Erzieher sind inzwischen Mangelware, denn diese sozialen Berufe werden mehr und mehr zur Herausforderung. Eine Ausbildung oder ein Studium ist nötig, um in diesem Bereich arbeiten zu können. Wer möchte, kann sich zum Beispiel zum Sonder- oder Heilpädagogen ausbilden lassen und damit Menschen mit besonderen Bedürfnissen helfen. Alle pädagogischen Studiengänge mit den zugehörigen Weiterbildungen und Spezialisierungsfachrichtungen ebnen den Weg für angehende Pädagogen.

    In der Pflege zu arbeiten bedeutet nicht nur mit alten Menschen zu arbeiten ( Lizenzdoku: Adobe Stock-Africa Studio)

    In der Pflege zu arbeiten bedeutet nicht nur mit alten Menschen zu arbeiten ( Lizenzdoku: Adobe Stock-Africa Studio)

  • Sozialwissenschaften und Sozialwirtschaft

    Auch hierbei handelt es sich nicht um klassische Pflegeberufe. Diese Fachrichtungen sind vor allem für Menschen geeignet, die die menschliche Komponente mit dem wirtschaftlichen Bereich koppeln wollen. Entsprechend ausgebildete Personen sind später unter anderem in der Leitung von Kliniken und sozialen Einrichtungen zu finden. Mögliche Studiengänge sind Sozialökonomie, Sozialwirtschaft, Pflegemanagement oder auch Soziologie.

  • Soziale Arbeit

    Verschiedene Studiengänge befassen sich mit dem Thema Sozialarbeit. Wer einen dieser Studiengänge absolviert, kann in verschiedenen Fachrichtungen tätig werden. Wichtig ist, dass Kontaktfreude vorhanden ist sowie der Wille, sich in eine andere Person hineinversetzen zu wollen. Psychologische Aspekte sind bei der Arbeit inbegriffen, allerdings handelt es sich nicht um einen psychologischen Studiengang. Es geht um Hilfsangebote und nicht darum, eine Therapie zu ermöglichen.

  • Gesundheits- und Pflegeberufe

    Längst gibt es nicht mehr nur den Arzt und den Pfleger, wenn es um Gesundheitsberufe geht. Zahlreiche interessante Fachgebiete stehen den Auszubildenden und Studierenden offen. Sehr hilfreich ist hier die generalistische Ausbildung, mit der die Pflegeausbildung deutlich vielseitiger geworden ist.

    Wer sich auf einen Bereich spezialisieren möchte, kann das aber immer noch machen. In der Pflegeausbildung geht es darum, spezielles Wissen zu erlernen, mit dem Menschen geholfen werden kann. Außerdem stehen pflegerische Maßnahmen im Vordergrund, mit denen soll es möglich sein, Patienten zu helfen und diesen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Video: Alltag als Pfleger: Wie ist es, in der Altenpflege zu arbeiten? || PULS Reportage

Den Grundstein für die spätere Karriere legen

Soziale Berufe sind dafür da, anderen Menschen zu helfen. Doch auch die eigene Karriere ist möglich, denn bei aller Liebe zu pflegebedürftigen Menschen will die Pflegekraft auch die eigene berufliche Zukunft sichern.

Mit der Ausbildung wird die Basis für die spätere Karriere gelegt. Früher wurde in die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege unterschieden, heute gibt es die drei Jahre währende generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft. Danach können verschiedene Studiengänge belegt werden, teilweise auch ohne Abitur. Dafür wiederum ist die abgeschlossene Berufsausbildung in Zusammenhang mit einer praktischen Tätigkeit in dem Bereich nötig.

Durch das Studium der Pflegewissenschaft oder des Pflegemanagements qualifiziert sich der Betreffende für eine Führungsposition. Soziale Berufe sind damit nicht per se Berufe, in denen nur ein niedriges Gehalt bei gleichzeitig hoher körperlicher und psychischer Belastung zu erwarten ist.

Der Einstieg in die Pflegeberufe und in andere soziale Berufe ist zudem auch für Quereinsteiger möglich. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels werden viele Stellen mittlerweile mit Ungelernten besetzt. Diese erfahren eine gründliche Einarbeitung, teilweise wird die berufsbegleitende Ausbildung vorausgesetzt. Damit ist der Einstieg in die sozialen Berufe in jedem Alter möglich.

Da es sich aber gerade bei den Pflegeberufen um körperlich sehr anstrengende Tätigkeiten handelt, kommen gerade für ältere Menschen eher solche Tätigkeiten infrage, die nicht direkt mit der Pflege zu tun haben. Eine psychologische Betreuung von Patienten ist hier ebenso denkbar wie die Arbeit in der Kindertagesstätte oder überhaupt im pädagogischen Bereich.

Da zum Beispiel allerorts Lehrer fehlen, ist es sogar möglich, als Quereinsteiger zum Beispiel in der Grundschule einzelne Fächer zu unterrichten. Wer bisher als Physiotherapeut tätig war, kann durchaus den Sportunterricht in der Schule übernehmen. Inwieweit die persönlichen Voraussetzungen für eine derartige Tätigkeit gegeben sind, wird im Rahmen der individuellen Bewerbung entschieden.

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