Fachkaufmann für Einkauf und Logistik: Aufstiegschancen und Gehaltsperspektiven

Wer über einen Abschluss als Fachkaufmann für Einkauf und Logistik verfügt, ist als anerkannter Experte vielseitig in Unternehmen einsetzbar. Gute Verdienstchancen und positive Entwicklungsmöglichkeiten zeichnen diesen Beruf aus.

Fachkaufmann für Einkauf und Logistik: Welche Chancen bietet der Beruf?

Mit einem Abschluss als „Geprüfter Fachkaufmann für Einkauf und Logistik“ qualifizieren sich Absolventen für Aufgaben auf Meisterebene. Vor der Entscheidung, an einer derartigen Weiterbildung teilzunehmen, stellen sich den Mitarbeitern einige Fragen. Mit welchen Verdienstmöglichkeiten und Aufstiegschancen ist dieser staatlich anerkannte Abschluss verbunden?

Wie läuft die Weiterbildung ab und wie wird die Qualifizierungsmaßnahme finanziert? Im Folgenden wird das Berufsbild eines Fachkaufmanns für Einkauf und Logistik genau beschrieben. Das umfasst sowohl die Voraussetzungen für die Ausbildung, die Inhalte der Ausbildung als auch die Einsatzmöglichkeiten, Verdienstchancen und Optionen für den beruflichen Aufstieg.

Mit einem Abschluss als „Geprüfter Fachkaufmann für Einkauf und Logistik“ qualifizieren sich Absolventen für Aufgaben auf Meisterebene. ( Foto: Shutterstock -RossHellen)

Mit einem Abschluss als „Geprüfter Fachkaufmann für Einkauf und Logistik“ qualifizieren sich Absolventen für Aufgaben auf Meisterebene. ( Foto: Shutterstock -RossHellen)

Fachkaufmann für Einkauf und Logistik: Welcher Weg führt zum Ziel?

Wie man den Abschluss als Fachkaufmann für Einkauf und Logistik erlangt, ist detailliert im Berufsbildungsgesetz (BBiG) beschrieben. Um diesen Abschluss zu erwerben, muss man eine kaufmännische Aufstiegsfortbildung absolvieren, die auf den Funktionsbereich Einkauf und Logistik bezogen ist. Nach der Weiterbildungsmaßnahme wird eine Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer abgelegt. Um eine Vergleichbarkeit zu schaffen, sind Inhalte und Ablauf der Prüfung für ganz Deutschland einheitlich in einer speziellen Rechtsverordnung festgelegt.

Mit der Aufstiegsfortbildung wurde für Mitarbeiter im kaufmännischen Bereich eine Möglichkeit etabliert, durch eine Qualifizierungsmaßnahme auf die Meisterebene aufzusteigen. Somit ist die Aufstiegsfortbildung eine Chance, sich ohne Bachelorstudium für Positionen zu qualifizieren, in denen Führungsaufgaben und anspruchsvolle fachliche Tätigkeiten bewältigt werden.

Bedingungen für die Teilnahme an der Weiterbildungsmaßnahme

Die Bundesregierung hat mit dem Qualfizierungschancengesetz die Rahmenbedingungen festgelegt. Ziel ist es, eine Qualifizierung der Angestellten für die Herausforderungen zu erleichtern, die sich aus der Digitalen Transformation ergeben. Unter dem Motto „Fit für die Arbeitswelt 4.0“ wurde eine Qualifizierungsoffensive gestartet, mit der die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt wird.

Vor dem Hintergrund einer sich drastisch ändernden Arbeitswelt sollen Mitarbeiter mit den nötigen Fähigkeiten ausgestattet werden. Experten gehen davon aus, dass ein Viertel aller Berufsbilder durch digitale Technologien substituiert wird. Andererseits werden neue Berufe entstehen. Um diesem tiefgreifenden strukturellen Wandel gerecht zu werden, bedarf es der konsequenten Qualifizierung, denn Mitarbeiter benötigen in Zukunft ganz andere Kompetenzen. Der Umgang mit digitalen Technologien gehört bereits zum Berufsalltag in vielen Bereichen. Firmen, deren Mitarbeiter sich weiterbilden und dem Digitalen Wandel gewachsen sind, haben wesentlich bessere Chancen, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten. Finanzielle Hilfen des Bundes unterstützen Unternehmen, die in die Weiterbildung Ihrer Angestellten investieren.

Darüber hinaus bieten Qualifizierungsmaßnahmen den Unternehmen die Chance, im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter zu punkten. Der demografische Wandel führt zu einem immer stärkeren Fachkräftemangel. In den nächsten zehn bis 15 Jahren geht ein Großteil der geburtenstarken „Baby-Boomer-Generation“ in den Ruhestand und hinterlässt eine Lücke. Firmen, die ihren Mitarbeitern die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen wie der Weiterbildung zum Kaufmann für Einkauf und Logistik bieten, steigen im Ranking begehrter Arbeitnehmer.

Vor dem Hintergrund einer sich drastisch ändernden Arbeitswelt sollen Mitarbeiter mit den nötigen Fähigkeiten ausgestattet werden( Foto: Shutterstock- Africa Studio )

Vor dem Hintergrund einer sich drastisch ändernden Arbeitswelt sollen Mitarbeiter mit den nötigen Fähigkeiten ausgestattet werden( Foto: Shutterstock- Africa Studio )

Voraussetzungen für die Teilnahme an der Weiterbildungsmaßnahme

Um den anerkannten Abschluss als Fachkaufmann für Einkauf und Logistik zu erhalten, muss man an der IHK-Abschlussprüfung teilnehmen und folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. erfolgreicher Berufsabschluss in einem kaufmännischen Beruf
  2. Berufserfahrung im Bereich Einkauf und Logistik von mindestens zwei Jahren

alternativ: eine nachgewiesene vergleichbare Qualifikation

Wer beispielsweise eine Ausbildung zum Industriekaufmann, Groß- und Außenhandelskaufmann oder Kaufmann für Büromanagement absolviert hat, kann sich nach mindestens zweijähriger Tätigkeit im Bereich Einkauf und Logistik zur Prüfung anmelden. Außerdem erhalten Mitarbeiter, die nicht das formale Kriterium einer abgeschlossenen kaufmännischen Berufsausbildung erfüllen, die Chance der Qualifizierung. Dafür ist der Nachweis einer längeren Tätigkeit im Bereich Einkauf und Logistik erforderlich.

Welche Fächer sind für die IHK-Prüfung relevant

Die Inhalte und der Ablauf der IHK-Prüfung sind bundesweit einheitlich gestaltet, um eine vergleichbare Qualifikation zu gewährleisten. Dies ist für die Anerkennung eines Berufsbilds unerlässlich.

Es werden Kenntnisse in drei Bereichen abgefragt:

  1. Handlungsübergreifende Prüfungsfächer
  2. Handlungsspezifische Prüfungsfächer aus dem Bereich Logistik
  3. Handlungsspezifische Prüfungsfächer aus dem Bereich Einkauf
Die Inhalte und der Ablauf der IHK-Prüfung sind bundesweit einheitlich gestaltet, um eine vergleichbare Qualifikation zu gewährleisten.  (Foto: Shutterstock-   Iakov Filimonov _)

Die Inhalte und der Ablauf der IHK-Prüfung sind bundesweit einheitlich gestaltet, um eine vergleichbare Qualifikation zu gewährleisten. (Foto: Shutterstock- Iakov Filimonov _)

Zu den handlungsübergreifenden Prüfungsfächern gehören Fächer, die die grundlegende Basis legen, um den Beruf des Fachkaufmanns für Einkauf und Logistik auszuüben:

  1. Personalführung
  2. Teamleitung
  3. Projektmanagement
  4. Rechtliche Grundlagen
  5. Einkaufsmarketing
  6. Einkaufspolitik
  7. Qualitätsmanagement
  8. Betriebswirtschaftliche Steuerung

Der Prüfungsbereich Logistik umfasst folgende Fächer:

  1. Bedarfsermittlung
  2. Materialplanung
  3. Wareneingang und Qualitätskontrolle
  4. Lagerwirtschaft, -steuerung und -verwaltung
  5. Transportmanagement
  6. Logistikcontrolling
  7. Disponieren

Im Bereich Einkauf wird ebenfalls spezifisches Wissen abgefragt:

  1. Beschaffungsmarketing
  2. Einkaufsstrategien
  3. Einkaufsvorbereitung und -abwicklung
  4. Einkaufsverhandlung
  5. Preis- und Wertanalyse
  6. Einkaufsverträge
  7. Einkaufscontrolling
Wer sich entschließt, an einer Qualifizierungsmaßnahme zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik teilzunehmen, investiert in seine berufliche Zukunft. (Foto: Shutterstock-Minerva Studio)

Wer sich entschließt, an einer Qualifizierungsmaßnahme zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik teilzunehmen, investiert in seine berufliche Zukunft. (Foto: Shutterstock-Minerva Studio)

Zukünftige Entwicklung der Aufstiegsfortbildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sieht eine Fortentwicklung dieser Weiterbildung vor. Dabei wird der Tatsache Rechnung getragen, dass immer mehr und umfangreicheres Expertenwissen erforderlich ist.

Um eine weitere Optimierung der Qualifizierung zu erreichen, soll die Weiterbildung zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik in zwei Bereiche differenziert werden:

  • geprüfter Fachwirt für Einkauf
  • geprüfter Fachwirt für Logistiksysteme

Wie teuer ist die Weiterbildung zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik?

Wer sich entschließt, an einer Qualifizierungsmaßnahme zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik teilzunehmen, investiert in seine berufliche Zukunft. Die Weiterbildung ist vergleichbar mit der Meisterausbildung im Handwerk. Es gibt verschiedene Anbieter, die Interessenten auf die IHK-Abschlussprüfung vorbereiten und die durchschnittlich 3.000 Euro für den Kurs zur Prüfungsvorbereitung berechnen.

Zusätzlich werden Prüfungsgebühren bei der Industrie- und Handelskammer fällig, die sich auf 300 bis 400 Euro belaufen. Genauere Informationen erhält man bei der zuständigen IHK, denn die Gebührenordnungen variieren zwischen den einzelnen Industrie- und Handelskammern.

Den dritten und letzten Kostenblock bilden die Arbeitsmaterialien. Für die Arbeitsunterlagen sowie das Lehrmaterial müssen die Teilnehmer des Prüfungsvorbereitungskurses üblicherweise selbst sorgen. Alles in allem sollten Interessenten somit Kosten von ungefähr 4.000 Euro einplanen. Diese Kosten können allerdings komplett von der Steuer abgesetzt werden.

Gibt es Fördermöglichkeiten?

Neben der steuerlichen Absetzbarkeit gibt es weitere Optionen, die Investition für die Weiterbildung zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik zu erleichtern:

  • Weiterbildungsstipendium
  • Meister-BAFöG
  • Begabtenförderung-

Über die Möglichkeit, ein Weiterbildungsstipendium zu erhalten, informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Meister-BAFöG wird ebenfalls dort beantragt. Außerdem bieten verschiedene Stiftungen Programme für die Begabtenförderung an. Wer daran interessiert ist, sollte sich bei der zuständigen IHK informieren.

Verdienstaussichten eines Fachkaufmanns Einkauf und Logistik

Nach der Weiterbildungsqualifizierung kann man mit einem monatlichen Bruttoverdienst von durchschnittlich 3.000 Euro rechnen. Somit liegt das Gehalt meist leicht über dem Gehalt der Fachwirte. Wie viel letztlich verdient wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Dauer der Berufserfahrung, die Branche, das eigene Verhandlungsgeschick und die Unternehmensgröße sowie der Standort haben einen Einfluss auf die Höhe des Gehalts.

Hochschulabsolventen, die nach einem Bachelor im Bereich Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsinformatik in den Logistikbereich einsteigen, verdienen durchschnittlich 37.000 Euro pro Jahr. Die Bandbreite liegt zwischen 32.000 und 42.000 Euro, wobei Uni-Absolventen etwa 1.000 Euro mehr verdienen als Absolventen einer Hochschule.

Im Einkaufsbereich gibt es eine noch größere Spanne zwischen den durchschnittlichen Gehältern:

  • Speditionssachbearbeiter: 32.000 Euro
  • Im- und Exportsachbearbeiter: 41.000 Euro
  • operativer Einkäufer: 52.000 Euro
  • Supply Chain Manager: 55.000 Euro
  • Strategischer Einkäufer: 70.000 Euro
  • Leiter der Einkaufsabteilung: 76.000 Euro
  • Top-Verdiener: CPO (Chief Procurement Officer) mit mehr als 160.000 Euro

Welche Aufgabengebiete stehen dem Fachkaufmann für Einkauf und Logistik offen?

Hauptaufgabe eines Fachkaufmanns für Einkauf und Logistik ist es, den reibungslosen Warenfluss innerhalb des Unternehmens sicherzustellen. Der Bedarf an Materialien muss sowohl in richtiger Qualität als auch zum richtigen Zeitpunkt und in richtiger Menge bereitgestellt werden. Außerdem gehört der gesamte Lagerbereich zum Aufgabengebiet.

Optimierte Geschäftsprozesse sind ebenso wichtig wie betriebswirtschaftliche Aufgaben. Mit Hilfe des Controllings und Qualitätsmanagements wird sichergestellt, dass betriebswirtschaftliche Kennzahlen optimiert werden. Die Pflege der Beziehungen zu Lieferanten ist ebenfalls ein wichtiger Bereich der Arbeitstätigkeit. Deswegen erfordert diese Tätigkeit ein hohes Maß an Serviceorientierung.

Fachkaufleute für Einkauf und Logistik besitzen Führungsqualitäten und arbeiten produktiv im Team. Neben Organisationstalent sind Kenntnisse und Fähigkeiten des Projektmanagements wichtige Eigenschaften, die sich in den Stellenbeschreibungen finden. Daraus resultierend ergibt sich die Option, Führungsaufgaben im Bereich des mittleren Managements zu übernehmen.

Ein Fachkaufmann für Einkauf und Logistik erledigt Aufgaben im Bereich der strategischen Einkaufsplanung, sorgt für die operative Umsetzung der geplanten Maßnahmen und entwickelt die adäquate Organisationsstruktur. Die Analyse der Logistikkette des Unternehmens ist eine weitere zentrale Aufgabe. Darüber hinaus werden Führungsaufgaben übernommen, das Einkaufscontrolling sichergestellt und das Qualitätsmanagement verbessert.

Wo arbeitet der Fachkaufmann für Einkauf und Logistik?

Ein Büro in der Einkaufsabteilung ist zwar meist, aber nicht immer, Arbeitsort für die Einkaufs- und Logistikexperten. Als Spezialisten für produktionsnahe Prozesse sind diese Mitarbeiter oft „vor Ort“ im Lagerbereich oder direkt bei den Lieferanten tätig. Darüber hinaus erfordert die Aufgabenerfüllung Kundenbesuche oder die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen des eigenen Unternehmens.

Hinsichtlich der Branchen gibt es keine Einschränkungen. Einkaufs- und Logistikexperten werden in der Automobile-Branche ebenso beschäftigt wie in der Nahrungsmittelindustrie oder der öffentlichen Verwaltung.

Ein Blick in die Zukunft: Karrierechancen eines Fachkaufmanns für Einkauf und Logistik

Mit der Weiterbildung qualifizieren sich Mitarbeiter für höherwertige Aufgaben im Bereich Einkauf und Logistik. Damit eröffnet sich die Chance, zunächst ins mittlere Management aufzusteigen. Von dort aus besteht die Option, in die Ebene der Geschäftsleitung zu gelangen. Die Positionen Leiter/Leiterin des Einkaufs sowie Leiter/Leiterin für Logistik (oder Materialwirtschaft sowie Lagerwirtschaft) zu erreichen, sind für ambitionierte Mitarbeiter realistische Szenarien.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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