Zuhause arbeiten: Durch zuhause arbeiten Kind und Beruf unter einen Hut bringen?

Zuhause arbeiten: Durch zuhause arbeiten Kind und Beruf unter einen Hut bringen?

Pin It

Job und Kind, geht das? Wenn ein Kind oder gleich mehrere die Familie bereichern, wünscht sich manche Mutter auch genügend Zeit für ihren Nachwuchs. Sie möchte gern jeden einzelnen Entwicklungsschritt verfolgen oder auf die Bedürfnisse der lieben Kleinen eingehen. So manche junge Mutter überlegt daher, von Zuhause aus Geld zu verdienen. Dabei gibt es jedoch einige Sachverhalte bei einer Heimarbeit zu beachten, die nicht unterschätzt werden sollten.

Welche Tätigkeiten eignen sich für Heimarbeit?

Aufgaben, die in einem Home Office perfekt erledigt werden können, sind zum Beispiel:

  • telefonische Umfragen
  • Terminvereinbarungen
  • Bestellannahme
  • Reklamationsbearbeitung
  • Support oder Kundenbetreuung
  • E-Mail-Bearbeitung
  • bestimmte Textarbeiten (z.B. Content für Webseiten tippen)
  • Adressrecherchen
  • Anzeigenannahme
  • Buchhaltung

Gerade im Internet lassen sich viele Stellenangebote finden, dort kann man z.B. als Texter im Nebenjob Artikel für Webseiten oder Blogs schreiben. Solche Texte müssen aber Hand und Fuß haben – hier sollte man schon ein wenig Erfahrung und Freude am Artikel schreiben haben. Oder aber es wird jemand gesucht, der ein Forum betreut. Diese Nebenjobs werden auch meist auf selbständiger Basis angeboten – somit ist eine Gewerbeanmeldung Pflicht.

Als Tagesmutter zu arbeiten, wäre ebenfalls eine Tätigkeit, die sich sehr gut vom eigenen Zuhause aus erledigen lässt. Sie bietet den Vorteil bei diesem Nebenjob, dass der eigene Nachwuchs mit anderen Kindern gemeinsam aufwächst und sich bestimmte Entwicklungsschritte, wie z. B. die Gewöhnung ans Töpfchen, von anderen Kindern abschaut.

Die Grenzen bei einer Heimarbeit

Für eine Heimabeit eignen sich nur bedingt Tätigkeiten, die einen hohen Datenschutz voraussetzen. Hier kommt die „Heimarbeiterin“ ohne besondere technische Voraussetzungen nicht aus. Die Mitarbeit bei einem medizinischen oder juristischen Schreibbüro erfordert zum Beispiel eine eigene Software, damit Befunde und Arztbriefe nicht von außen eingesehen werden können. Der Mindeststandard ist eine SSL-Verschlüsselung. Mit bestimmten Passwörtern und Zugangsdaten wird sichergestellt, dass keine unbefugten Dritten Einsicht in sensible Daten bekommen. Das gilt auch für Krankenkassendaten, Kundendaten in Firmen oder Mitarbeiterdaten in Personalbüros.

Nur sehr selten vergibt ein Unternehmen bzw. eine Behörde diese Aufträge extern und wenn, dann sind die Auflagen entsprechend hoch. Ein Datenschutzverantwortlicher sowie bestimmte Speichervorschriften, Archivierungsvoraussetzungen, Sicherheitsvorkehrungen und gegebenenfalls Zertifizierungen sind nötig.

Es setzt ein hohes Vertrauen voraus, wenn ein Unternehmen extern Aufgaben an Homeoffice Mitarbeiter vergibt. So müssen Schweigepflichtserklärungen und Datenschutzbestimmungen unterschrieben werden – kurz, es ist für eine einzige Person ein immenser Aufwand an Organisation, was auch mit erheblichen Kosten verbunden ist. Eine Einzelperson stemmt diese Belastung in der Regel nicht. Firmen stellen aber oft notwendige Technik und Sicherheitslösungen zur Verfügung.

Heimarbeit: Schwarze Schafe sofort erkennen

Einige Firmen schreiben Kuvertieren, Bemalen von Dekorationsartikeln oder den Zusammenbau von Kugelschreibern als Heimarbeit aus. Dabei gibt es viele schwarze Schafe, die eine kostenpflichtige (teure) Hotline angeben und damit Geld verdienen, während der Interessent keine einzige Information geschweige denn Einzelteile inklusive Anleitungen bekommt. Deshalb sollte man – egal wie hoch der Druck ist, Geld verdienen zu müssen – immer mit einem gewissen Argwohn auf die Stellenangebote schauen.

Die Alarmglocken sollten angehen, wenn in Anzeigen so etwas zu lesen ist:

  • erst einmal Geld zahlen statt es zu verdienen
    Wie man zur Kasse gebeten wird, ist verschieden z.B. soll man irgendwas (Maschine, Material, ect.)vorher kaufen
  • Der „Geld verdienen leicht gemacht“-Trick
    Es geht ja so leicht, so schnell – und natürlich ohne dass man etwas besonderes kann. HALLO?
  • Immer wieder die gleichen Stellenanzeigen
    Jede Woche erscheint die selbe Stellenanzeige?
  • Jobs werden gleich bundesweit angeboten
  • der Arbeitgeber ist anonym
  • es gibt nur diese 0190er-Telefonnummer

Anbieter für Heimarbeit gibt es sehr viele und es gilt darauf zu achten, dass kein Network Marketing oder Schneeballsystem hinter den Tätigkeiten steckt. Der Austausch mit Freunden, Bekannten und Verwandten enttarnt in vielen Fällen die schwarzen Schafe der jeweiligen Branche.

Vorteile der Arbeit im Home Office

Die Arbeit von zu Hause hat einige Vorteile und wird deshalb sehr gern von (jungen) Müttern als Chance gesehen, aber auch von Müttern mit behinderten Kindern. Dies sind:

  • Freie Zeiteinteilung ermöglicht jederzeit das Wahrnehmen von Terminen, wie Besuche auf dem Spielplatz oder beim Kinderarzt.
  • Zu Hause arbeiten bedeutet, in der Nähe der Liebsten tätig sein zu können.
  • Sie können Entwicklungsschritte verfolgen, Ihr Kind selbst erziehen und ihm jederzeit viel Zuwendung geben.
  • Sie können Ihr Baby bei Bedarf füttern/stillen, wickeln, pflegen, baden – ganz wie Sie es sich in Ihrem Rhythmus eingerichtet haben.
  • Schläft das Baby, haben Sie ausreichend Zeit für Ihre Arbeiten.
  • Sie sind bei Ihrem Kind, wenn Probleme auftreten, wie z. B. Schwieriges Zahnen oder Koliken.
  • Sie können Ihren Haushalt selbstständig führen, Ihren Liebsten etwas Schönes kochen oder Wäsche waschen, einkaufen usw.
  • Als Pausenbeschäftigung eignen sich Touren mit dem Kinderwagen oder Buggy oder der Besuch von Freibad oder Spielplatz.
  • Sie verlieren nicht den Kontakt zu Nachbarn, Freunden, Bekannten, Verwandten und anderen Müttern/Eltern – selbst wenn es telefonisch ist.
  • Baby- und Kleinkindkurse von der Massage über Entspannung bis hin zu Babyschwimmen lassen sich sehr gut in den Alltag integrieren.
  • Ihr Baby kann neben Ihnen im Stubenwagen, Bettchen oder auch im Laufstall schlafen und Sie haben es im Blick. Wichtig ist dies besonders für kranke Kinder, wie beispielsweise Asthmatiker.
  • Arbeiten und etwas zum Lebensunterhalt beitragen zu können, stärkt ungemein das Selbstwertgefühl.
  • Sie können in legerer Kleidung Ihrer Tätigkeit nachgehen, was auch fürs Stillen ideal ist.
  • Ihnen fällt nicht die „Decke auf den Kopf“, Sie langweilen sich nicht und bekommen nicht so schnell einen „Babyblues“
  • Sie fühlen sich bestätigt, weil Sie etwas Sinnvolles tun.
  • Sie sparen Sprit und unterstützen die Umwelt, da Sie keine Fahrt zum Arbeitsplatz antreten.

Nachteile des „zuhause arbeiten“

Arbeiten von Zuhause aus, bedeutet ständige Präsenz. Dies kann in vielerlei Hinsicht anstrengend sein. Einmal kann das Homeoffice nicht als hochprofessionelles, aufstrebendes Unternehmen präsentiert werden, wenn bei einem Anruf keiner zu erreichen ist, weil die Milch überkocht oder aber Babygeschrei im Hintergrund zu hören ist. Herumtollende (bei Telefonaten hörbare) Kinder sind leider für manche Auftraggeber ein Zeichen von mangelnder Professionalität.

Wenn der Nachwuchs quengelt, weil er gerade jetzt etwas zu trinken möchte oder ihn der Hunger plagt, dann ist konzentriertes Arbeiten unmöglich. Manche größere Kinder beschweren sich dann auch lautstark, dass Mama ja „nie“ Zeit für sie hätte. Einige der Rabauken fordern um jeden Preis Aufmerksamkeit, Nähe, Zuwendung und Liebe ein. Sie verstehen nicht, dass bei einem Telefonat ihrer Mama mit einem potenziellen Kunden oder Auftraggeber Ruhe herrschen sollte, damit sie alles richtig verstehen kann.

Es kann sein, dass der Partner oder andere Verwandte, Freunde und Bekannte die Tätigkeit herabwürdigen. Sätze wie

  • „Du bist ja zu Hause, du kannst ruhig kochen oder putzen.“ oder
  • „Du arbeitest ja nicht richtig“ im Sinne von nicht schwer körperlich oder
  • im Sinne von „du packst nicht an“,
  • „Deine Arbeit hat kein nachweisbares Ergebnis, wie 100 eingebaute WCs“

können ganz schön an die Substanz gehen. Manche böswilligen Menschen treiben es auf die Spitze und äußern „Du spielst ja nur am PC.“ oder „Du ruhst dich doch zu Hause aus.“

Hier hilft nur, sich selbstbewusst über solche unqualifizierten Äußerungen hinwegzusetzen und sie möglichst zu ignorieren. Niemand, der nicht im Home Office arbeitet, vermag einzuschätzen, wie viel Freude diese Tätigkeit mit sich bringt und wie sehr sie eine junge Mutter – neben Ihren Kids – erfüllen kann. Dies motiviert, neben den finanziellen Freiheiten, die der Home Office Job eröffnet.

Checkliste für Home Office Tätigkeiten

  1. Welche Qualifikationen sind erforderlich und sind Sie auf diese Aufgaben spezialisiert?
  2. Prüfen Sie, ob Ihre ausgeübte Tätigkeit sich für zu Hause eignet:
    • technische Voraussetzungen
    • Sicherheitsvorkehrungen, Datenschutz
    • Archivierungsmöglichkeiten
    • Notwendigkeit einer Haftpflichtversicherung bzw. einer Versicherung gegen Schäden (Brand, Wasser usw.)
  3. Lassen Sie sich in Ihren Entschluss nicht hineinreden – von niemandem.
  4. Schaffen Sie die notwendigen Rahmenbedingungen, soweit es Ihren Möglichkeiten und Vorstellungen entspricht.
  5. Planen Sie regelmäßige Pausen für den Nachwuchs und den Haushalt ein, strukturieren Sie Ihren Tag.
  6. Motivieren Sie sich selbst immer wieder, falls Sie Ihr Elan im Stich lässt.
  7. Freuen Sie sich am selbst verdienten Geld – ohne mies gelaunten Chef und bei freier Zeiteinteilung.
  8. Informieren Sie sich zu rechtlichen Regelungen, damit Sie keine Probleme wegen Schwarzarbeit oder Scheinselbstständigkeit bekommen

Bildnachweis: © Fotolia – alexsokolov

Pin It

Über 

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

Rebecca LiebigZuhause arbeiten: Durch zuhause arbeiten Kind und Beruf unter einen Hut bringen?