Was kostet es eine GmbH zu gründen? Initialkosten, laufende Kosten, wann eine UG, Tipps

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Um eine GmbH zu gründen, braucht es Geld. Alternativ kann die UG (Unternehmergesellschaft) gegründet werden, hierfür ist kein Startkapital nötig. Fakt ist aber, dass das Gründen generell Geld kostet. Doch was kostet es eine GmbH zu gründen? Hier unsere Antworten.

UG statt GmbH: Was es kostet, die Alternative zu gründen

Die GmbH ist in Deutschland die Unternehmensform, die das höchste Ansehen genießt. Die Gründung ist dabei die kleinste Aufgabe. Die Stammeinlage muss erbracht werden, aus der initiale Investitionen wie die technische Ausstattung der Betriebsstätte, die Software für den Betrieb des Unternehmens wie ein ERP-System oder die Komplettlösung für die Buchhaltung getätigt werden. Hier unterscheiden sich UG und GmbH nicht wirklich.

Darüber hinaus muss jedoch mit Kosten für den Start und den Betrieb der GmbH gerechnet werden:

  • Gründungskosten der GmbH
  • Personalkosten für Produktion, Verwaltung, Marketing und Vertrieb
  • Budgets fürs Marketing, gerade in der Startphase

Für manche Gründer erscheint daher die UG attraktiver.

Was ist eine UG?

Die Unternehmergesellschaft kann mit nur einem Euro Startkapital gegründet werden, die Haftung ist zu beschränken. Dies sind sicherlich auch die beiden größten Vorteile, die die UG zu bieten hat. Dafür kann aber auch über die erwirtschafteten Gewinne nicht frei verfügt werden, denn zuerst müssen mindestens 25 Prozent des jährlichen Überschusses angespart werden, um das bei einer GmbH übliche Stammkapital zu erwirtschaften. Ist die Grenze von 25.000 Euro erreicht, ist die UG in eine GmbH umwandelbar.

Wer darf eine UG gründen?

Grundsätzlich darf jeder eine UG gründen, auch eine Einzelperson. Umgekehrt bedeutet das, dass auch ein Unternehmen mit zwei oder mehr Gesellschaftern eine Unternehmergesellschaft gründen kann. Allerdings kann es durchaus schwierig werden, mehrere Gesellschafter zu vereinen, weil meist jeder zumindest einen Teil seiner eigenen Vorstellungen umsetzen möchte und diese nicht immer alle auf einen Nenner zu bringen sind.

Wann ist es sinnvoll, eine UG zu gründen?

Neben den bereits erwähnten Vorteilen gibt es noch einige weitere, die die Gründung einer Unternehmergesellschaft sinnvoll werden lassen. Zum einen haften die Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen, die Haftung ist auf das Vermögen, das die Gesellschaft selbst besitzt, beschränkt. Die Gründung ist ab einem Euro Stammkapital möglich, außerdem kann die UG für alle Tätigkeiten und Dienstleistungen gegründet werden.

Allgemein ist es somit sinnvoll, eine Unternehmensgesellschaft zu gründen, wenn das nötige Eigenkapital für eine GmbH nicht vorhanden ist und eine Haftungsbeschränkung gewünscht wird.

Wer haftet bei der UG?

Früher wurde die UG als Mini-GmbH bezeichnet, heute wird sie eher selten als Unterart der GmbH benannt. Die Unternehmergesellschaft hat sich etabliert, was sicherlich auch der Haftungsregelung zuzuschreiben ist. Immer mehr Gründer hatten sich einst gewünscht, ein Unternehmen mit geringem Eigenkapital gründen zu können und dabei eine Beschränkung der Haftung zu genießen. Die UG haftet mit dem Gesellschaftsvermögen, demnach haftet der Gesellschafter nicht privat. Letzteres kann jedoch sein, wenn:

  • eine strafrechtlich relevante Handlung vorliegt
  • persönliche Kredite aufgenommen werden sollen
  • gegen die Regeln über das Kapital verstoßen wurde
  • Vermögensvermischungen vorgenommen wurden

Wie viel kostet es, eine UG zu gründen?

Wer nun wissen will, was es kostet, eine UG zu gründen, muss nur die einzelnen Schritte auf dem Weg zur Gründung nachverfolgen. (Hier unsere Checkliste)

  • die Eintragung ins Handelsregister
  • die Anmeldung beim Gewerbeamt
  • die Beglaubigung beim Notar

Das alles kostet Geld. Bereits hier dürfte klar sein, dass der eine Euro Stammkapital nicht ausreichend sein dürfte. Die genauen Kosten lassen sich jedoch schwer beziffern, da sie davon abhängig sind, welche Anschaffungen für das Unternehmen getätigt werden müssen und wie viele Gesellschafter es gibt.

Wer die Unternehmensgesellschaft mithilfe eines Musterprotokolls gründet, braucht keinen Geschäftsführer zu bestellen. Dennoch sind bereits hier 300 bis 400 Euro fällig. Bei einem individuellen Gesellschaftervertrag müssen rund 800 Euro für das Aufsetzen und Beglaubigen des Vertrags eingerechnet werden.

Für viele Firmengründer ist die Frage der Rechtsform nicht primär. Was kostet es eine GmbH zu gründen? Oder eine UG? Der Start ist vielen das Wichtigste, doch die Rechtsform kann das Vorankommen entscheidend beeinflussen. So bewirkt das in der GmbH eingebrachte Stammkapital Vertrauen bei Geschäftspartnern. Eine UG wird vielfach als "haftungslose" GmbH ausgelegt. (Foto: shutterstock - loreanto)

Für viele Firmengründer ist die Frage der Rechtsform nicht primär. Was kostet es eine GmbH zu gründen? Oder eine UG? Der Start ist vielen das Wichtigste, doch die Rechtsform kann das Vorankommen entscheidend beeinflussen. So bewirkt das in der GmbH eingebrachte Stammkapital Vertrauen bei Geschäftspartnern. Eine UG wird vielfach als „haftungslose“ GmbH ausgelegt. (Foto: shutterstock – loreanto)

Vielleicht doch lieber eine GmbH?

Was kostet es, eine GmbH zu gründen? Wer vor der Frage steht, ob er oder sie lieber eine GmbH oder eine UG gründen sollte, wird sich neben den Haftungsregelungen sicherlich auch für die nötigen Einlagen zur Gründung interessieren. Diese sind deutlich höher als bei der UG. Was viele nicht wissen: Eine GmbH kann auch durch eine Einzelperson gegründet werden. Wer also keine Mitstreiter findet, die gemeinsam die Unternehmensgründung angehen wollen, kann sich allein auf den Weg in die freie Wirtschaft begeben. Das Risiko liegt dann aber auch bei diesem Gesellschafter allein.

Was benötigt man für die Gründung einer GmbH?

Zuerst müssen sich mindestens zwei Personen finden, die als Gesellschafter eine GmbH gründen wollen. Allerdings ist die Gründung dieser Kapitalgesellschaft auch mit nur einer natürlichen oder juristischen Person möglich, diese muss dann aber die gesamte Einlage allein erbringen. Die Mindesteinlagen müssen erbracht werden, außerdem muss das Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro vorhanden sein. Die Gründung ist durch einen Notar zu beurkunden, des Weiteren ist die Eintragung im Handelsregister wichtig. Damit die Geschäfte beginnen können, ist zudem das Geschäftskonto zu eröffnen. Tipp: Teilweise sind bestimmte Genehmigungen einzuholen, so zum Beispiel in der Gastronomie.

Wie viel Geld muss man in eine GmbH einlegen?

Das Stammkapital einer GmbH beträgt 25.000 Euro, eingezahlt werden müssen mindestens 12.500 Euro. Das gilt auch bei der Gründung einer Ein-Mann-GmbH. Lautet das Stammkapital auf 50.000 Euro, müssen entsprechend 25.000 Euro als Einlage erbracht werden. Somit sind immer 50 Prozent des Mindestkapitals einzuzahlen.

Wer trägt die Gründungskosten einer GmbH?

Was kostet es, eine GmbH zu gründen? Die reinen Gründungskosten liegen zwischen 800 und 1000 Euro, wobei es sich hierbei um Gebühren für die Arbeit des Notars sowie für den Eintrag ins Handelsregister handelt. Die Kosten müssen durch die Gesellschafter getragen werden, nicht durch die Gesellschaft!

Es besteht aber die Möglichkeit, die Kosten auf die Gesellschaft zu übertragen, was dann im Gesellschaftsvertrag geregelt werden sollte. Die Höhe der Kosten, die durch die Gesellschaft getragen werden, ist meist in Prozent geregelt. Eine Anhäufung von Kosten und deren Übertragung auf die Gesellschaft ist damit nicht möglich, womit verhindert werden soll, dass das Stammkapital zweckentfremdet wird.

Was kostet eine GmbH im Jahr?

Was kostet es, eine GmbH zu unterhalten? Auch wenn viele Gründer diesen Punkt außer Acht lassen, so kostet doch eine GmbH auch dann Geld, wenn sie noch keine Einnahmen erwirtschaftet. Erfahrene Unternehmer gehen dabei von ca. 1.250 Euro im Jahr aus. Diese fallen unter anderem für die Anfertigung von Steuererklärungen durch den Steuerberater sowie für verschiedene Gebühren an. Mindestens ist von einigen Hundert Euro auszugehen. Wird die Buchhaltung ausgelagert oder werden bereits Mitarbeiter beschäftigt, müssen auch diese Kosten getragen werden.

Ist das Unternehmen bei einer Kammer angemeldet (IHK oder Handwerkskammer) müssen auch dafür Kosten eingerechnet werden. Die Beiträge für die Kammern schwanken in den verschiedenen Regionen, es ist aber von rund 100 bis 150 Euro auszugehen. Zusätzlich können Beiträge zu Innungen anfallen.

Zu den laufenden Kosten müssen überdies Kontoführungsgebühren gerechnet werden, falls das Geschäftskonto nicht kostenfrei geführt werden kann.

Noch ein Kostenpunkt muss an dieser Stelle angesprochen werden. Er betrifft die Versicherungen, denn es kann je nach Unternehmensart und Ausstattung mit Maschinen und Anlagen von Anfang an sinnvoll sein, eine entsprechende Firmenversicherung abzuschließen. Infrage kommen unter anderem diese Versicherungen:

  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Betriebshaftpflichtversicherung
  • Vermögensschadenhaftpflichtversicherung
  • Inventarversicherung/Geschäftsinhaltsversicherung
  • Cyberversicherung

Nicht alle sinnvollen Versicherungen sind für jedes Unternehmen nötig, hier muss sorgfältig ausgewählt werden, was versichert werden muss.

Durch die verschiedenen Branchen und Ausrichtungen der GmbH ist es zudem nicht möglich, einen konkreten Betrag mit laufenden Kosten zu nennen. Die genannten 1.250 Euro können daher nur ein Anhaltspunkt sein und liegen teilweise deutlich höher.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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