Rauchen aufhören: So klappt’s!

Rauchen aufhören ist ein Prozess, der im Kopf beginnt und durch eine schwere Zeit führen kann. Da jeder Raucher andere Gründe für sein Bedürfnis nach einer Zigarette hat, gibt es keine klassische Methode, die immer hilft. Wichtig ist es, entschlossen zu sein und verschiedene Wege zu probieren, bis sich der Erfolg einstellt.

Bewusst mit dem Rauchen aufhören: Einen Abschluss finden

Die Entscheidung dafür, mit dem Rauchen aufzuhören, hat meist einen Grund. Der eine Raucher möchte sparen, ein anderer Raucher bemerkt gesundheitliche Probleme oder möchte einfach etwas für seinen Körper tun. Wichtig ist es, für sich selbst den Grund zu formulieren und diesen als Motivation zu nutzen. Ein guter Tipp ist es, dies schriftlich festzuhalten. Wenn das Verlangen zu groß wird, kann ein Blick auf die Notiz helfen. Hierbei kann es sich um einen Satz handeln oder auch um eine Reihe an Notizen.

Wer beispielsweise aufhören möchte um zu sparen, der kann eine kleine Rechnung aufmachen:

  • Wie viele Zigaretten rauche ich täglich?
  • Was kostet eine Schachtel?
  • Wie viel Geld gebe ich im Monat für das Rauchen aus?
  • Wie viel Geld gebe ich im Jahr für das Rauchen aus?
  • Wie viel Geld sparen ich, wenn das Rauchen aufhören klappt?
  • Was gönne ich mir von dem Geld?

Die Beantwortung dieser Fragen ist der erste Prozess, um seine eigene Motivation zu hinterfragen und den Schritt zu gehen. Wichtig ist es dabei, dass man diesen Schritt für sich selbst geht. Steht auf dem Zettel für die Gründe, dass man für andere Menschen mit Rauchen aufhören möchte, kann das ein Problem für die eigene Motivation sein.

Um einen guten Abschluss zu finden, sollte die letzte Zigarette bewusst geraucht werden. Hier kann entweder die komplett letzte Zigarette aus der Schachtel genommen oder der Rest anschließend weggeworfen werden. Wichtig ist, den Abschluss im Kopf zu machen.

Die Entscheidung dafür, mit dem Rauchen aufzuhören, hat meist einen Grund. Der eine Raucher möchte sparen, ein anderer Raucher bemerkt gesundheitliche Probleme oder möchte einfach etwas für seinen Körper tun.

Die Entscheidung dafür, mit dem Rauchen aufzuhören, hat meist einen Grund. Der eine Raucher möchte sparen, ein anderer Raucher bemerkt gesundheitliche Probleme oder möchte einfach etwas für seinen Körper tun.(#01)

Rauchen aufhören: Unterstützung durch die Krankenkasse

Wer auf der Suche nach Unterstützung ist, um den Rauchstopp in Angriff zu nehmen, der kann sich an die Krankenversicherung wenden. Die Krankenkassen haben ein großes Interesse daran, dass die Versicherten möglichst rauchfrei sind. Festgehalten wird die Pflicht zur Unterstützung zudem im §20 SGB V. Hier ist vermerkt, dass die Krankenversicherung Maßnahmen fördern muss, den die den festgeschriebenen Qualitätsstandards entsprechen. So werden beispielsweise anteilig Kursgebühren übernommen, wenn Betroffene einen Kurs zur Rauchentwöhnung besuchen.

Auch die Kostenübernahme für Medikamente, mit denen der Rauchstopp herbeigeführt werden kann, ist möglich. Hierbei handelt es sich allerdings um Angebote, die von Krankenversicherung zu Krankenversicherung unterschiedlich sind. Es gibt keine Pflicht für die Übernahme der Kosten von Medikamente. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) fördert mehr Kostenübernahmen durch die gesetzlichen Kassen. So sollen Versicherte in Zukunft beispielsweise Hypnosetherapien abrechnen können.

Bevor Therapien in Anspruch genommen werden, können Raucher sich bei ihrer Krankenkasse informieren. Oft verweisen diese auf das Online-Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Maarweg 149 – 161

50825 Köln-Ehrenfeld

Telefon: 0221 8992 0

E-Mail: poststelle@bzga.de

Webseite: www.rauchfrei-info.de

Über die Webseite gibt es ein breit aufgestelltes Angebot an Workshops und Hilfen, mit denen es noch einfacher werden soll, rauchfrei zu werden. Teilweise benötigen Raucher vor allem in der Anfangszeit Unterstützung, um die ersten schwierigen Wochen ohne Zigaretten zu überstehen. Hier kann es sinnvoll sein, sich über eine Gruppentherapie zu informieren.

In vielen Städten werden Gruppentherapien angeboten, bei denen ein effektiver Austausch rund um die Entzugserscheinungen, Probleme und die Sucht an sich diskutiert und besprochen werden.

Ablenkung ist die beste Hilfe, um der Sucht nicht nachzugeben. Nicht nur dann, wenn das Bedürfnis nach einer Zigarette ansteigt, ist Ablenkung notwendig.

Ablenkung ist die beste Hilfe, um der Sucht nicht nachzugeben. Nicht nur dann, wenn das Bedürfnis nach einer Zigarette ansteigt, ist Ablenkung notwendig.(#02)

Tipps rund um den Rauchstopp

Rauchen aufhören bedeutet jedoch nicht automatisch, sich in Therapie zu begeben. Oft kann es schon reichen, sich ein paar Tipps zu holen und diese umzusetzen.

Die folgenden Tipps sind ideal für den Einstieg in die Rauchentwöhnung geeignet und helfen dabei, die ersten Entzugserscheinungen in den Griff zu bekommen:

  • Den genauen Zeitpunkt festlegen
    Der Entschluss mit dem Rauchen aufzuhören kann man entweder von einem auf den anderen Tag treffen oder sich darauf vorbereiten. Gründe, die eine schnelle Entwöhnung notwendig machen, sind beispielsweise eine Schwangerschaft oder eine Herzerkrankung. Wer sich mehr Zeit geben möchte, der kann einen genauen Zeitpunkt festlegen. Noch zwei Wochen ganz bewusst rauchen? Das kann ein schöner Abschluss sein. Das Datum sollte im Kalender angestrichen werden. Es sollte jedoch nicht zu weit in der Zukunft liegen.
  • Ablenkung nutzen
    Ablenkung ist die beste Hilfe, um der Sucht nicht nachzugeben. Nicht nur dann, wenn das Bedürfnis nach einer Zigarette ansteigt, ist Ablenkung notwendig. Auch in den Momenten, wo man vielleicht gerade gar nicht daran denkt, kann es sinnvoll sein, etwas zu machen. Lange Telefonate mit Freunden, aussortieren zu Hause, Verabredungen oder auch eine kleine Shopping-Tour: alles ist möglich. Einige Menschen suchen sich ein komplett neues Hobby. Sie beginnen damit, zu stricken oder zu nähen, sie fangen an etwas zu sammeln oder erlernen eine neue Sportart. Gerade Sport ist eine sehr gute Ablenkung. Wer lange und stark geraucht hat, der hat zu Beginn der Entwöhnung meist eine eher übersichtliche Kondition. Durch Sport wird sich bald schon eine Verbesserung zeigen. Gleichzeitig wird der Körper bei seiner Regeneration unterstützt.
  • Mit Belohnung beim Rauchen aufhören arbeiten
    Auch Belohnungen sind eine gute Möglichkeit, um sich zu motivieren. Eine Idee ist es, das Geld für die Zigaretten, das man normalerweise ausgegeben hätte, in eine Spardose zu legen und nach einer bestimmten Zeit in eine Belohnung umzuwandeln. In der Anfangszeit kann das Geld beispielsweise nach einer rauchfreien Woche eingesetzt werden. Je länger der Raucher es schafft, auf die Zigaretten zu verzichten, desto länger werden die Spartage. Bald kann daraus ein Monat werden und dann ein Jahr. Oft ist Rauchern nicht bewusst, wie viel Geld sie tatsächlich für die Zigaretten ausgeben. Mit dem Rauchen aufhören ist also eine große Hilfe beim Sparen.
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann über den Tag verteilt auch genutzt werden, um beim Rauchen aufhören kleine Problemzeiten zu überbrücken.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann über den Tag verteilt auch genutzt werden, um beim Rauchen aufhören kleine Problemzeiten zu überbrücken. (#03)

  • Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen
    Wenn der Bedarf nach einer Zigarette zu stark wird, kann Flüssigkeit helfen. Mit dem Rauchen aufhören ist gerade für die Psyche eine Herausforderung. Dies hängt damit zusammen, dass es einen gewissen Gewöhnungsfaktor gibt. Szenen im Leben können als Trigger wirken und der Körper kündigt seinen Wunsch nach einer Zigarette an. Dies lässt sich in den Griff bekommen, wenn Raucher stattdessen an einem Getränk nippen. Es kann sich hierbei um Wasser, Tee oder auch um ein Softgetränk handeln. Das Softgetränk sollte aber die Ausnahme bilden.
  • Gesunde Ernährung
    Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann über den Tag verteilt auch genutzt werden, um beim Rauchen aufhören kleine Problemzeiten zu überbrücken. Wer denkt, dass er genau jetzt eine Zigarette benötigt, der kann lieber zu Möhrensticks greifen. Auf diesen lässt sich länger kauen und der Wunsch nach Zigaretten lässt nach. Zudem erhöht eine gesunde Ernährung das Wohlbefinden. Mit dem Rauchen aufhören kann helfen, seinen Körper besser zu verstehen und zu fördern.
  • „Die eine Zigarette“ aus dem Kopf streichen
    Es kann Situationen geben, in denen man das Gefühl hat, genau jetzt eine Zigarette zu brauchen.  Das ist in Ordnung. Wichtig ist es nur, hier nicht nachzugeben. Wer eine Zigarette raucht, der wird auch eine zweite Zigarette rauchen wollen. Das kann schnell wieder in die Sucht führen. Hilfreich ist es, alle Zigaretten im Haushalt zu vernichten und auch Freunde darüber zu informieren, dass diese nicht aushelfen sollen. Mit dem Rauchen aufhören heißt, sich nicht zu einem Rückfall hinreißen zu lassen.

Entzugserscheinungen sind eine völlig normale Reaktion des Körpers. Zudem sind sie ein Hinweis darauf, dass der Körper sich selbst reinigt und der Rauchstopp voranschreitet. Auch wenn es sich erst einmal so anfühlt, als würden die Entzugserscheinungen nicht nachlassen, sind es meist nur wenige Tage und sie werden schwächer.

Interessant: 92 % der Jugendlichen in einem Alter von 12 bis 17 Jahren sind Nichtraucher. Die Tendenz hat sich in den letzten Jahren hier klar zu den Nichtrauchern entwickelt.

Wer feststellt, dass er mit Nikotinersatzpräparaten arbeiten möchte, der kann zwischen verschiedenen Varianten wählen: Nikotinpflaster

Wer feststellt, dass er mit Nikotinersatzpräparaten arbeiten möchte, der kann zwischen verschiedenen Varianten wählen: Nikotinpflaster. (#04)

Mit Medikamenten und Nikotinersatzstoffen mit Rauchen aufhören

Wer es gar nicht schafft, die Zeit der Entzugserscheinungen zu überwinden, der kann mit Medikamenten arbeiten. Hierbei handelt es sich meist um Produkte, die Nikotinersatzstoffe enthalten und den Körper erst einmal noch mit Nikotin versorgen. Dies ist eine Möglichkeit, um die psychische Abhängigkeit in Ruhe anzugehen und sich dann um die körperlichen Entzugserscheinungen zu kümmern.

Zudem können sich Raucher an die Telefonsprechstunde der Deutschen Herzstiftung und dem Deutschen Krebsforschungszentrum wenden. Unter der Rufnummer: 06221 424 200 werden Montag bis Freitag alle Fragen rund um den Rauchstopp beantwortet.

Wer feststellt, dass er mit Nikotinersatzpräparaten arbeiten möchte, der kann zwischen verschiedenen Varianten wählen:

  • Tabletten
  • Nikotinpflaster
  • Kaugummi
  • Bonbon

Mit dem Rauchen aufhören dank der Mittel ist eine Möglichkeit, die im Optimalfall mit dem Arzt besprochen wird. Dieser kann die Blutwerte testen und Präparate empfehlen. Die meisten der Präparate sind frei in der Apotheke käuflich. Die Kosten muss der Raucher selbst tragen.

Mit Rauchen aufhören kann leichter werden, wenn mit einem Kaugummi gearbeitet wird. Der Kaugummi wird immer dann genommen, wenn die Entzugserscheinungen oder das Bedürfnis nach einer Zigarette zu stark werden. Dies gilt auch für die Bonbons. Damit der Wirkstoff durch die Mundschleimhaut gut aufgenommen werden kann, sollte der Kaugummi langsam gekaut werden. Rauchen abgewöhnen heißt auch, den Kopf und den Körper zu beschäftigen. Durch den Kaugummi funktioniert das gut. Nach und nach können Nikotinkaugummis durch normale Kaugummis ersetzt werden.

Wichtig zu wissen ist, dass die Präparate nur dann eingenommen werden können, wenn keine medizinische Indikation dafür zuständig ist, dass mit dem Rauchen aufgehört werden muss. Eine medizinische Indikation kann eine Schwangerschaft sein. Aber auch ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt gehören dazu.

Neben den Nikotinprodukten gibt es noch Medikamente, die den Körper mit einem anderen Ersatzstoff versorgen und so die Entzugserscheinungen lindern. Herbei handelt es sich um den Wirkstoff Buproin. Wer so mit Rauchen aufhören möchte, muss sich an den Arzt wenden, da es sich um verschreibungspflichtige Medikamente handelt.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: _ Just dance  -#01: _Africa Studio  -#02: Syda Productions-#03: ShotPrime Studio  -#04: sirtravelalot

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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