Nichtraucher werden: Das hilft wirklich!

Allein in Deutschland liegt der Anteil an Rauchern laut Statista bei rund 26,2 %. Jährlich sterben in Deutschland an den Folgen des Rauchens jährlich rund 140.000 Menschen. Der Wunsch, Nichtraucher werden zu wollen, ist bei vielen Betroffenen groß. Doch ganz so einfach ist es nicht, die körperliche und psychische Sucht zu überwinden. Einige Tipps können dabei helfen, die Rauchentwöhnung dennoch zu schaffen

Nichtraucher werden: Das sind gute Gründe

Wer Nichtraucher werden möchte, der braucht in erster Linie Motivation. Diese lässt sich vor allem dann erreichen, wenn man sich bewusst macht, welche Vorteile ein Rauchstopp hat. Raucher sind sich rational darüber bewusst, dass Zigaretten für sie ungesund sind. Erst dann, wenn sie jedoch ans Aufhören denken, stellen sie sich die Frage, was genau dafür spricht, sich die Zigarette abzugewöhnen.

Vier Punkte spielen hier eine besonders große Rolle:

  1. Die Gesundheit
    Der Körper kann sich regenerieren, wenn ein Rauchstopp durchgeführt wird. Bereits nach einem Jahr ohne Zigarette ist das Risiko für die Entstehung von einer Herzkrankheit schon um die Hälfte gesunken.
  2. Die Finanzen
    Rauchen ist teuer. Abhängig davon, wie viele Zigaretten täglich geraucht werden, kann ein Rauchstopp Beträge im drei- oder vierstelligen Bereich jährlich sparen. Wer sich dies bewusst macht, ist den ersten Schritt, Nichtraucher zu werden, schon gegangen.
  3. Ein entspanntes Leben
    Nichtraucher werden bedeutet auch, sich mit seiner psychische zu beschäftigen. Oft besteht die Abhängigkeit zur Zigarette nicht unbedingt im Körperlichen. Häufig sind psychische Ursachen ein Auslöser. Nach dem Rauchstopp beginnt eine psychische Umstellung, die Stress abfallen lässt. Auch der gefühlte Ausschluss aus der Gesellschaft entfällt.
  4. Das Aussehen
    Rauchen beeinflusst nicht nur die Gesundheit der Organe, es hinterlässt auch Spuren beim Aussehen. Gelbe Zähne und Fingernägel gehören ebenso dazu, wie eine trocken Haut, die zu einer schnellen Faltenbildung neigt.
Der Körper kann sich regenerieren, wenn ein Rauchstopp durchgeführt wird. Bereits nach einem Jahr ohne Zigarette ist das Risiko für die Entstehung von einer Herzkrankheit schon um die Hälfte gesunken.

Der Körper kann sich regenerieren, wenn ein Rauchstopp durchgeführt wird. Bereits nach einem Jahr ohne Zigarette ist das Risiko für die Entstehung von einer Herzkrankheit schon um die Hälfte gesunken. (#01)

Nichtraucher werden mit den A-Tipps

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. hat eine Studie in Auftrag gegeben um herauszufinden, wie viele Raucher sich gerne einer Rauchentwöhnung stellen möchten. Das Ergebnis zeigt, dass über 40 % der Raucher gerne rauchfrei wären und dies auch angehen möchten. Aufhören ist aber nicht ganz so einfach, wie es klingt. Was beim Nichtraucher werden wirklich hilft, hängt von der eigenen Selbstdisziplin ab. Nicht jeder kommt ohne medikamentöse Alternativen aus. Es ist jedoch empfehlenswert, dies als Raucher erst einmal zu probieren. Ist der Willen groß, können die sogenannten A-Tipps helfen.

Oft ist das Rauchen bereits an Gewohnheiten gebunden. De Zigarette nach dem Frühstück, die Zigarette zum Gespräch mit Freunden oder am Abend vor der Bar – die Gewohnheiten, die man mit Zigaretten verbindet, sollten sich bewusst gemacht werden. Viele Menschen nutzen die Zigarette als ein Ritual. Es müssen nun neue Rituale gefunden werden. Wer beispielsweise nach dem Essen immer zur Zigarette greift, der kann ab sofort zu einem Bonbon greifen. Kaffee ist ein häufiger Schlüsselreiz für das Bedürfnis nach einer Zigarette – ebenso wie Alkohol. Gerade in der ersten schwierigen Phase kann es sinnvoll sein, auf die Getränke zu verzichten.

Ein akutes Verlangen, das gerade in den ersten Wochen häufig auftritt, ist oft Schuld an einem Rückfall. Die A-Tipps helfen dabei, dieses Verlangen in den Griff zu bekommen.

Hierbei handelt es sich um die folgenden Hinweise:

  1. A wie „Ausweichen“
    Es ist keine Schwäche, sich nicht anderen Rauchern zu stellen. Der Raucherbereich in der Bar oder auf dem Bahnhof, die Raucherpause auf der Arbeit – wer Nichtraucher werden möchte, der sollte es vermeiden, hier mittendrin zu sein. Besser ist es, sich bewusst daran zu erfreuen, wo überall nicht geraucht wird.
  2. A wie „Ablenken“
    Die Ablenkung ist der beste Freund bei der Rauchentwöhnung. Ablenkung ist ein wichtiger Faktor, da er dabei helfen kann, ein starkes Verlangen aus den Augen zu verlieren. Wer kurz davor ist, zu einer Zigarette zu greifen, der muss sich Ablenkung schaffen. Die erwähnten Bonbons sind ebenso eine Möglichkeit, wie ein Telefongespräch mit guten Freunden oder der Familie oder der Weg zum Supermarkt. Weniger gut geeignet ist ein Spaziergang, wenn man sonst dabei immer zur Zigarette gegriffen hat.
  3. A wie „Aufschieben
    Bei dieser Variante geht es darum, bewusst gegen das Verlangen zu arbeiten. Um Nichtraucher werden zu können, wird das Verlangen verdrängt. Im Kopf zählt man bis zu einem bestimmten Punkt. Bei jeder Zahl wird tief durchgeatmet.

Raucher sollten mit Beginn des Rauchstopps darauf achten, keine Zigaretten oder Zigarren mehr in der Nähe zu haben und auch Freunde und Bekannte zu informieren. So wird verhindert, dass man nach einer Zigarette fragen kann und diese auch bekommt. Wer Nichtraucher werden möchte, der kann seine letzte Zigarette ganz bewusst zelebrieren und diese auch genießen. Anschließend gibt es keine neue Packung mehr.

Raucher sollten mit Beginn des Rauchstopps darauf achten, keine Zigaretten oder Zigarren mehr in der Nähe zu haben und auch Freunde und Bekannte zu informieren. (#02)

Raucher sollten mit Beginn des Rauchstopps darauf achten, keine Zigaretten oder Zigarren mehr in der Nähe zu haben und auch Freunde und Bekannte zu informieren. (#02)

Nichtraucher werden mit Hypnose

Nichtraucher werden durch Hypnose ist eine weitere Möglichkeit, die in Angriff genommen werden kann. Wer nähere Informationen rund um dieses Thema erhalten möchte, der kann sich an den Hypnose-Fachverband wenden:

Deutscher Verband für Hypnose e.V.

Arndtstraße 12

80469 München

Telefon: 089 444 569 44

E-Mail: info@hypnose-fachverband.de

Webseite: www.hypnose-fachverband.de

Hypnose-Therapeuten, die das Thema „Rauchen“ in ihrem Katalog haben, können dies ganz unterschiedlich angehen. Teilweise wird angeboten, mit einer Sitzung zu arbeiten, einige Therapeuten arbeiten aber auch mit mehreren Sitzungen. Eine typische Vorgehensweise ist es, erst einmal ein Gespräch mit dem Raucher zu führen. Warum möchte man Nichtraucher werden? Wie lange wird schon geraucht? Wie viel wird geraucht? Wann wird geraucht?

Antworten auf diese Fragen können dabei helfen, eine bessere Einschätzung zu bekommen. Im Vorgespräch erfährt der Therapeut wichtige Ankerpunkte, auf die in der Hypnose zurückgegriffen wird. In der Sitzung selbst geht es dann darum, in das Unterbewusstsein einzudringen und hier die Ursachen für den Drang nach einer Zigarette zu behandeln. Dabei werden Anker gesetzt, die dabei helfen sollen, zukünftig ohne Zigaretten auszukommen.

Inwieweit dieser Prozess wirklich dabei helfen kann, auf das Rauchen zu verzichten, hängt auch vom Willen und der Offenheit des Rauchers ab. Wer Hypnose von Beginn an kritisch gegenübersteht, der wird möglicherweise weniger Erfolg verspüren.

Sehr häufig zum Einsatz kommt die Gruppentherapie. Durch die Zusammenarbeit mit Betroffenen fällt es vielen Rauchern leichter, sich der Sucht zu stellen und Wege zu finden, diese zu beenden.

Sehr häufig zum Einsatz kommt die Gruppentherapie. Durch die Zusammenarbeit mit Betroffenen fällt es vielen Rauchern leichter, sich der Sucht zu stellen und Wege zu finden, diese zu beenden. (#03)

Rauchentwöhnung mit einer Verhaltenstherapie

Eine Alternative zur Hypnose ist die Verhaltenstherapie. Auch hier wird direkt mit einem Therapeuten gearbeitet. Es gibt mehrere Sitzungen, die dabei helfen sollen, rauchfrei zu werden. Auch hier muss der Raucher den Willen mitbringen, rauchfrei zu werden.

Angeboten werden verschiedene Methoden für die Behandlung:

  1. Kurz-Therapie
    Diese wird genutzt, um die Motivation, Nichtraucher zu werden, zu verstärken. Dabei liegt das Ziel darin dem Raucher deutlich zu machen, warum er aufhören möchte und wie er dies realisieren kann.
  2. Gruppentherapie
    Sehr häufig zum Einsatz kommt die Gruppentherapie. Durch die Zusammenarbeit mit Betroffenen fällt es vielen Rauchern leichter, sich der Sucht zu stellen und Wege zu finden, diese zu beenden.
  3. Einzeltherapie
    Die Einzeltherapie mit mehreren Sitzungen ist die dritte Variante. Sie ist für Raucher geeignet, die sich ganz auf sich und ihre Ursachen konzentrieren möchten.
Rauchfrei durch Medikamente – diese Möglichkeit wird immer wieder beworben.

Rauchfrei durch Medikamente – diese Möglichkeit wird immer wieder beworben.(#04)

Nichtraucher werden durch medikamentöse Hilfe

Rauchfrei durch Medikamente – diese Möglichkeit wird immer wieder beworben. Wer sich auf die Suche nach einem Medikament macht, der kann Hilfe durch das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg bekommen.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Herzstiftung bietet es eine telefonische Beratung. Von Montag bis Freitag ab 14 Uhr bis 18 Uhr dreht sich bei der Sprechstunde alles um Rauchstopp. Erreichbar sind die Berater unter:

06221 424 200

Um Nichtraucher werden zu können, werden in erster Linie Nikotinpräparate empfohlen. Diese haben den Zweck einer sanften Entwöhnung. Sie sorgen dafür, dass der Körper keine starken Entzugserscheinungen zeigt. Die Entzugserscheinungen sind einer der häufigsten Gründe dafür, dass Raucher den Rauchstopp abbrechen und wieder zur Zigarette greifen. Mit Hilfe von Präparaten kann die Ruhelosigkeit und das Zittern verringert werden. Teilweise entstehen durch den Rauchstopp auch depressive Verstimmungen. In dem Fall ist es wichtig, mit seinem Arzt zu kommunizieren und spezielle Medikamente in Anspruch zu nehmen.

Es gibt verschiedene Nikotinpräparate, die für die Rauchentwöhnung eingesetzt werden können. Durch ein Nikotinpflaster wird der Wirkstoff gleichmäßig an den Körper abgegeben. Dadurch kann die Freisetzung über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgen. Anders als bei E-Zigaretten, bei denen es schnell zu einer Überdosierung kommen kann, besteht diese Wahrscheinlichkeit bei einem Nikotinpflaster nicht. Dies gilt jedoch nur dann, wenn die angegebene Menge der Pflaster für den Körper nicht überschritten wird.

Eine zweite Lösung ist der Griff zu einem Kaugummi statt zu Zigaretten. Die Nikotinkaugummis sorgen ebenfalls für eine Freisetzung des Wirkstoffs im Körper, werden aber kurzfristig eingesetzt. Wichtig ist es, sie nur kurz anzukauen und nicht wie einen richtigen Kaugummi zu nutzen. Nach dem Ankauen sollten sie in die Backentasche geschoben werden. So kann der Wirkstoff durch die Schleimhäute aufgenommen werden.

Studien haben gezeigt, dass die Erfolge bei einer Therapie mit Nikotinersatzpräparaten nicht davon abhängen, wie der Wirkstoff aufgenommen wird.

Wichtig: Die Nikotinersatztherapie ist ausgeschlossen, wenn Nichtraucher werden mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung in Verbindung steht.

Manchmal kann es helfen, als Raucher, der aufhören möchte, verschiedene Hilfen in Anspruch zu nehmen.

Manchmal kann es helfen, als Raucher, der aufhören möchte, verschiedene Hilfen in Anspruch zu nehmen.(#05)

Nichtraucher werden mit Ersatzwirkstoffen

Die Nikotinersatztherapie ist nicht die einzige medikamentöse Möglichkeit für den Rauchstopp. Auch Produkte mit dem Wirkstoff Bupropion sind eine Möglichkeit. Allerdings handelt es sich hierbei um ein Antidepressivum, dessen Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen sind. Medikamente mit dem Wirkstoff sollten daher nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Anderweitig ist der Einsatz auch gar nicht möglich, da es sich um ein verschreibungspflichtiges Präparat handelt.

Nichtraucher werden: Anlaufstellen für Unterstützung und Information

Manchmal kann es helfen, als Raucher, der aufhören möchte, verschiedene Hilfen in Anspruch zu nehmen. Es gibt unterschiedliche Anlaufstellen, die der richtige Partner sein können. Angeboten werden Entwöhnungskurse beispielsweise durch den Nichtraucherbund Berlin-Brandenburg e.V.:

Nichtraucherbund Berlin-Brandenburg e.V.

Greifswalder Straße 4

10405 Berlin

Telefon: 030 204 45 83

E-Mail: info@nichtraucherbund.de

Webseite: www.nichtraucherbund.de

Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet online oder telefonisch Unterstützung, um sich von den Zigaretten lösen zu können:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Maarweg 149 – 161

50825 Köln-Ehrenfeld

Telefon: 0221 8992 0

E-Mail: poststelle@bzga.de

Webseite: www.rauchfrei-info.de


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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