Heimarbeit: Lukrativer Nebenjob oder kleiner Zuverdienst?

Heimarbeit: Lukrativer Nebenjob oder kleiner Zuverdienst?

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Ist es nicht der Traum der meisten Menschen, bequem von zu Hause aus mit Heimarbeit Geld zu verdienen? Der Stundenlohn der Heimarbeit soll möglichst hoch sein, dabei muss sich der Aufwand für den Nebenjob in Grenzen halten, die eigenen Qualifikationen müssen natürlich auch ausreichend und die Tätigkeit sicher sein – so einen Traumjob gibt es aber wohl nur in der Fantasie. Auf dem Markt gibt es derzeit zahlreiche Anbieter, die seriös sind, bei denen der Verdienst aber oft zu nicht mehr als einem Taschengeld reicht.

Unseriöse Anbieter von Heimarbeit erkennen

Natürlich gibt es die Angebote für Heimarbeit und Nebenjob, bei denen das schnelle Geld versprochen wird. Geld verdienen im Internet, in Heimarbeit und mit nur geringen Investitionen – und genau dort setzen die unseriösen Anbieter an. Sie meinen nämlich keine Zeitinvestition in die Tätigkeit, sondern tatsächlich Geld. Wenn nun mehrere Interessenten nur einen kleinen Betrag investieren, summiert sich das ganz schnell zu einem recht ansehnlichen Posten. Ahnungslose Jobsuchende werden abgezockt, wobei sich das häufig verhindern ließe, wenn man ein wenig gesunde Vorsicht walten gelassen würde. Wird für die Auslieferung einer Ware oder einer Information Geld verlangt, so ist das nicht rechtens. Selbst Beratungen sollen teilweise bezahlt werden. Dabei sollte sich jeder fragen: Will ich Geld ausgeben oder doch eher verdienen?

Nun gibt es aber auch die gewieften Betrüger, die genau wissen, dass die Menschen auf solche Alarmsignale achten. Sie versuchen daher gleich zu Beginn, die Bedenken zu zerstreuen. Sie reden dann nicht davon, dass hier eine Tätigkeit ohne Vorkenntnisse auszuüben ist oder dass Startkosten verlangt werden. Sie bringen positive Worte ins Spiel: Der Job ist problemlos und einfach, bringt hohe Erträge, die schnell steigen. Das Einkommen ist natürlich konsequent hoch und in jedem Fall handelt es sich um eine Methode, die schon viele Male erprobt wurde und wirklich funktioniert! Das ist jedoch Augenwischerei und nur eine andere Formulierung für die bisher bekannten Hinweise auf unseriöse Anbieter von Heimarbeit. Wer online Geld verdienen möchte, sollte daher gleich von solchen Seiten im Internet Abstand nehmen.

Infografik: Nebenjob

Hinweise auf unseriöse Heimarbeit-Anbieter

Es gibt einige Indizien, die für unseriöse Anbieter stehen bzw. auf solche hinweisen. Wenn einer der folgenden Punkte auftaucht, ist höchste Vorsicht geboten. In der Regel wird sich auch beim zweiten Hinsehen nicht zeigen, dass Sie sich geirrt haben und dass der Anbieter einen sicheren Job in Heimarbeit anbietet. Folgende Punkte sprechen für sichere Probleme und Betrug:

  1. Es werden Waren, Informationen oder Beratungen nur gegen Vorkasse zur Verfügung gestellt.
  2. Es wird lediglich ein Job versprochen, eine genaue Beschreibung findet sich nirgendwo.
  3. Es werden verschiedene Prüfsiegel angezeigt, die die Sicherheit des Angebots bestätigen sollen – diese Prüfsiegel gibt es aber leider gar nicht.
  4. Es wird kein konkreter Kontakt angegeben. Wenn überhaupt, findet sich eine Handynummer, wobei unter dieser Nummer meist keiner zu erreichen ist. Besetzt, alle Mitarbeiter sind im Gespräch etc. sind beliebte Manöver, um sich als Anbieter vor allzu genauen Fragen zu drücken.
  5. Im Impressum der Website ist kein Ansprechpartner zu finden. Vielleicht ist der Unternehmensname hier angegeben, meist jedoch gibt es nur eine allgemeine Adresse.
  6. Die Adresse ist eine Postfachadresse und nennt keine Straße. Das Unternehmen hat keinen Namen und wird durch eine Agentur vertreten. Nachforschungen ergeben nicht selten, dass es die betreffende Agentur gar nicht gibt.
  7. Nachfragen bei der Verbraucherzentrale ergeben, dass der Anbieter dort bereits bekannt ist – und zwar nicht wegen seiner vorbildlichen Arbeits- und Zahlungsbedingungen.
  8. Auf der Internetseite werden zufriedene Kundenmeinungen dargestellt – diese können jedoch nicht nachgeprüft werden. Was auch kein Wunder ist, schließlich handelt es sich um Fakes.

Trifft auch nur einer dieser Punkte auf einen Anbieter von Heimarbeit zu, so sollten Sie sich schleunigst einen anderen Job als Nebenverdienst suchen.

Heimarbeit oder nebenbei arbeiten – was ist möglich?

Sicher Geld verdienen im Nebenjob ist heute kaum vom heimischen Sofa aus möglich. Eine seriöse Heimarbeit wird in der Regel am Computer ausgeführt und findet in den Weiten des World Wide Web statt. Wer also keinen Internetanschluss besitzt, hat schlechte Karten, wenn es um gute und seriöse Nebenjobs geht. Ist dieser aber vorhanden, haben Sie die große Auswahl an sicheren Jobs, die mehr oder weniger einträglich sind. Bei einigen lässt sich je nach Qualifikation ein ganz akzeptabler Stundenlohn verdienen, andere eignen sich höchstens dazu, sich alle paar Monate einen kleinen Wunsch zu erfüllen, weil der Verdienst einfach zu gering ist. Mögliche Erwerbsquellen bei Heimarbeit sind:

  • Recherchieren von Daten und Informationen
  • Erfassung verschiedener Daten (Key-Entry)
  • Pflege von Adresslisten
  • Teilnahme an Umfragen und Produkttests
  • Übersetzungen
  • Verfassen von Produktbeschreibungen für Shops
  • Texterstellung, Textredaktion
  • Programmierung und Software-Entwicklung
  • Einstellen und Betreuen von Auktionen auf Ebay und anderen Auktionsseiten

Wirklich hohe Qualifikationen werden in der Regel nicht verlangt, oft geht es vielmehr um Talent. Man denke hier zum Beispiel an die Tätigkeit als Texter. Selbst professionelle Texter sind oft Quereinsteiger, die sich mit Kreativität und dem sicheren Umgang mit der Sprache ihren Status erarbeitet haben. Natürlich sind in einigen Bereichen Schulungen sinnvoll, jedoch nicht zwingend nötig. Neigung, Fantasie, Talent und das eine oder andere Fachgebiet sind meist ausreichend, um im Internet und mit dem Home Office durchzustarten. Natürlich spielt es auch eine Rolle, was überhaupt erwartet wird. Soll ab und zu eine Stunde Zeit für den Nebenjob genutzt werden? Oder geht es tatsächlich darum, das eigene Einkommen zu sichern?

Oftmals handelt es sich bei der Heimarbeit um eine reine Fleißarbeit, Qualifikationen spielen nicht immer eine Rolle. Wer aber als Texter oder Übersetzer arbeiten will und hier versucht, einen festen Kundenstamm aufzubauen, wird um die Aneignung von Fachwissen nicht herumkommen.

Möglich ist es natürlich auch, nicht auf einen Anbieter zu setzen, der Jobs vermittelt. Wer sein eigener Boss werden möchte, findet ebenfalls Mittel und Wege, im Internet Geld zu verdienen. Allerdings kann das ein sehr langwieriger Prozess sein. Es gibt durchaus Erfolgsberichte von Menschen, die mit eigenen Blogs Geld verdienen. Doch diese kamen nicht von jetzt auf gleich zu ihrem Erfolg und mussten hart dafür arbeiten. Es ist daher empfehlenswert, ein solches Vorhaben tatsächlich erst einmal im Nebenerwerb zu starten und sich später – bei Einstellen eines gewissen Erfolges und Verdienstes – ganz darauf zu konzentrieren.

Welche Anbieter für Heimarbeit gibt es?

Der Markt ist voller Anbieter und Möglichkeiten für Menschen, die eine Arbeit im Internet suchen. Doch in den meisten Fällen wird diese kein Ersatz für einen festen Beruf sein. Einfach aus dem Grund, weil der zeitliche Aufwand in keinem Verhältnis zu den finanziellen Gewinnen steht. Es sind und bleiben Nebenjobs, mit denen sich ein interessanter Zuverdienst erzielen lässt. Das wirklich Positive: Das Geld ist ehrlich – und mitunter hart – verdient. Es gibt keine bösen Überraschungen bei den im Folgenden aufgeführten Anbietern.

  1. MySurvey
    Bei diesem Anbieter werden Online-Umfragen offeriert. Sie können hier teilnehmen und Ihre Meinung kundtun. Dafür bekommen Sie eine Prämie ausgezahlt. Bewertet werden Produkte oder Dienstleistungen.
  2. Dawanda
    Dawanda ist eine Verkaufsplattform für Menschen, die kreativ und handwerklich begabt sind. Sie können basteln und Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Die Produkte werden bei Dawanda verkauft. Sie erhalten den Gewinn abzüglich einer Provision an Dawanda. Der Marktplatz ist sicher und bietet die Möglichkeit, sich einen Namen mit den eigenen Produkten zu machen.
  3. M2P Games
    Dieser Nebenjob nennt sich Skillgaming. Es wird eine Prämie ausgeschrieben, die mit Erreichen einer bestimmten Punktzahl zur Auszahlung kommt. Die Anmeldung auf der Plattform ist gratis möglich, Verpflichtungen gibt es keine. Hier sind aber nicht nur Laien am Werk, was das Zocken durchaus anspruchsvoll macht. Einfach und spielend Geld verdienen ist zwar theoretisch möglich, jedoch nur, wenn Sie ein gewisses Können mitbringen.
  4. Earnstar
    Hier bekommen Sie Geld dafür, dass Sie E-Mails lesen. Interessant dürfte die Sache aber kaum sein, meist handelt es sich um Werbemails und Spam. Teilweise bessern Bonusaktionen den Gewinn auf – reich wird hier allerdings wirklich niemand.
  5. Clickworker
    Hier werden oft einfache Tätigkeiten abgefragt. Es geht um das Überprüfen von Adressen, um kleine Texterstellungen, um Übersetzungen oder das Verifizieren verschiedener Daten. Im Prinzip werden große Aufträge in viele kleine zerlegt und dann zur Bearbeitung freigegeben. Für einige Projekte muss sich der Clickworker qualifizieren. Die Aufgaben sind oft nicht besonders anspruchsvoll, hier geht es eher um Masse statt Klasse. Der Verdienst hält sich in Grenzen.
  6. Crowdguru
    Crowdguru verfolgt ein ähnliches Prinzip wie das eben beschriebene von Clickworker. Die Jobs konzentrieren sich auf die Erfassung von Daten oder deren Verarbeitung. Auch das Schreiben von Texten ist möglich, wobei hier teilweise Kenntnisse der Suchmaschinenoptimierung abgefragt werden.
  7. Textbroker
    Die Anzahl der Onlineshops wächst stetig und alle müssen mit Inhalten gefüttert werden. Damit ist an dieser Stelle jedoch nicht das Angebot an Produkten gemeint, es geht vielmehr um Beschreibungen und Darstellungen in Textform. Textbroker bietet die Möglichkeit für Auftrag- und Arbeitgeber, kostengünstig an einzigartigen Content zu kommen. Der Verdienst richtet sich nach der Einstufung in die Sterne-Kategorien. Wer mit fünf Sternen bewertet wird und damit Texte in journalistischer Qualität abliefert, bekommt einen recht guten Verdienst von vier Cent pro Wort ausgezahlt. Die Aufgabengebiete sind vielfältig und für die meisten Interessen ist etwas dabei.
  8. Content.de
    Zu Textbroker gibt es inzwischen einige Alternativen, darunter Content.de. Auch hier müssen Texte erstellt werden, die in unterschiedlichen Qualitätseinstufungen zu finden sind. Viel Geld lässt sich mit diesem Anbieter ebenfalls nicht verdienen, doch für ein nettes Taschengeld reicht es. Der Verdienst wird ab einer erzielten Summe von zehn Euro ausgezahlt. Eine Bewerbung muss geschrieben werden, dabei handelt es sich um einen Probetext. Anhand dieses Textes wird eine Bewertung vorgenommen, in deren Qualitätseinstufung dann freie Aufträge angezeigt und angenommen werden können.

Die steuerliche Behandlung der Heimarbeit-Nebenjobs

Mit einem Nebenjob in Heimarbeit können Sie Geld verdienen – doch dieses ist natürlich nicht steuerfrei. Wie bei jedem anderen Job auch hält das Finanzamt hier die Hand auf, wenn bestimmte Grenzen überschritten werden. Diese Grenze liegt bei 450 Euro. Angegeben werden muss der Zuverdienst im Rahmen der Steuererklärung in jedem Fall, lediglich eine Steuerpflicht besteht erst ab der genannten Grenze. Wer plant, im Nebenerwerb Geld zu verdienen und damit eine freiberufliche Basis hat, sollte sich ohnehin beim Finanzamt melden. Dann wird eine Steuernummer zugeteilt. Die erzielten Gewinne können über eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt werden. Diese Gewinne werden dann versteuert.

Wird durch das Finanzamt festgelegt, dass es sich nicht um eine freiberufliche Tätigkeit handelt, sondern dass eine Selbstständigkeit vorliegt, so kommt das Gewerbeamt ins Spiel. Das Finanzamt übermittelt die Anmeldedaten an das Gewerbeamt und dieses vergibt eine Nummer. Außerdem werden dann Gewerbesteuern fällig. Hier ist es sinnvoll, sich vorab genau zu informieren, denn teilweise ist es besser, ein bisschen Geld weniger im Home Office zu verdienen und dafür keine Abgaben zahlen zu müssen.

Wichtig:
Für Freiberufler und Selbstständige im Nebenerwerb gelten bestimmte Pauschalen, die sie als Betriebsausgaben geltend machen können. Denn das Problem bei dieser Art der Arbeit ist, dass kaum Betriebsausgaben anfallen – lediglich das Telefon, der Rechner und der Internetanschluss werden benötigt. Allerdings gibt es hier Einschränkungen bezüglich der Tätigkeiten, für die diese Pauschalen gelten. Übersetzer und Texter zum Beispiel profitieren davon und können im Nebenerwerb 25 Prozent (maximal 614 Euro im Jahr) als Betriebsausgaben ansetzen.

Im Internet sind zur steuerlichen Behandlung von Nebenjobs diverse Ratgeber zu finden, auch das zuständige Finanzamt erteilt sicherlich gern die benötigten Auskünfte.

Und der Arbeitgeber?

Nicht nur für Studenten, Hausfrauen (und natürlich –männer) oder für Arbeitslose bietet das Internet eine Fülle an Möglichkeiten, Geld auf einfache Art zu verdienen. Auch Menschen, die einem geregelten Arbeitsverhältnis nachgehen, können im Netz etwas hinzuverdienen. Eventuell ist es empfehlenswert, den Arbeitgeber darüber zu informieren. Handelt es sich lediglich um einen geringen Zuverdienst, der kaum Zeit in Anspruch nimmt und nichts mit der direkten Konkurrenz des Arbeitgebers zu tun hat, wird kaum ein Chef etwas dagegen haben. Ist allerdings ein Nebenjob geplant, der sich mit dem Hauptjob nicht wirklich verträgt, kann der Chef von seinem Vetorecht Gebrauch machen. Das bedeutet, dass er dem Angestellten einen solchen Nebenjob verbieten kann.

Gründe kann es viele geben: Der Angestellte hat durch den Nebenjob zu wenig Freizeit und steht dem Unternehmen nicht mehr erholt und mit voller Kraft zur Verfügung. Die Nebentätigkeit dient der Konkurrenz. Der Nebenjob wird tagsüber von der Arbeitsstelle aus durchgeführt (die Gefahr ist bei Internetjobs groß – schließlich steht doch auch auf der Arbeit ein Rechner mit Internetanschluss zur Verfügung). Diese und weitere Gründe kann der Arbeitgeber anführen und somit erreichen, dass der Angestellte seinem Nebenjob nicht nachgehen kann. Angesichts der Inhalte der derzeit gebotenen Heimarbeiten dürfte das jedoch eher selten der Fall sein. Wer jedoch beispielsweise in einer Werbeagentur als Texter beschäftigt ist und nebenbei noch Texte für diverse Plattformen verfasst, kann durchaus ein Problem mit seiner Agentur bekommen. Eventuell ist es sinnvoll, auf andere Nebenjobs auszuweichen, wenn tatsächlich Geld nebenher verdient werden soll.

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Infografik: Nebenjob


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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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