Crowdfunding Kickstarter: So funktioniert es

Crowdfunding Kickstarter: So funktioniert es

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Erfinder sind überzeugt von ihren Produkten und dennoch ist es nicht ganz einfach, diese auf den Markt zu bringen, wenn die finanziellen Mittel fehlen. An dieser Stelle kommt das Crowdfunding mit Kickstarter ins Spiel. Der Fokus liegt darauf, die Masse für das eigene Projekt zu begeistern und so Geld zu erhalten.

Crowdfunding mit Kickstarter als Unterstützung

Was genau steht eigentlich hinter Kickstarter? Bei Kickstarter handelt es sich um eine Plattform, auf der Erfinder technischer Geräte und anderer Helfer für den Alltag ihre Projekte vorstellen und um Geld bitten können. Die guten News sind, dass die Projekte hier der Masse zugänglich gemacht werden. Wer Interesse daran hat, eines oder mehrere der Projekte zu unterstützen, der kann Geld investieren und dafür sorgen, dass die Produkte auch wirklich umgesetzt werden.

In früheren Zeiten war es notwendig, zu mehreren Banken zu gehen und die Kreditgeber von dem Sinn und der Chance der eigenen Idee zu überzeugen. Oft genug wurden die Anträge abgelehnt, da die Banken nicht mit ausreichend Gewinn rechnen konnten. Für die Erfinder selbst war dies nicht selten das Ende vor dem Anfang. Dies ist inzwischen gar nicht mehr notwendig. Heute gibt es die Möglichkeit, über die Crowd die Finanzierung zu erhalten. Die sogenannte „Menge“ kann dafür sorgen, dass Projekte auf den Markt kommen.

Die Idee des Crowdfunding erobert das Internet und Kickstarter ist einer der Pioniere auf diesem Gebiet. Auch wenn die Anleger hier meist nur kleine Beträge investieren, so ergeben viele kleine Beträge dennoch eine große Menge. Genau darin liegt die Chance. Wer mit seinem Projekt überzeugen kann, der erhält die Spenden.

Bei Kickstarter handelt es sich um eine Plattform, auf der Erfinder technischer Geräte und anderer Helfer für den Alltag ihre Projekte vorstellen und um Geld bitten können. (#01)

Bei Kickstarter handelt es sich um eine Plattform, auf der Erfinder technischer Geräte und anderer Helfer für den Alltag ihre Projekte vorstellen und um Geld bitten können. (#01)

Keine Rückzahlung notwendig: Crowdfunding mit Kickstarter basiert auf Spenden

Wer bei Kickstarter Erfolg haben möchte, der sollte natürlich auch wissen, wie die Plattform funktioniert. Am Anfang steht die Erfindung. Initiatoren einer neuen Idee haben die Möglichkeit, ihre Idee durch Texte, Bilder und auch Videos zu erklären und somit auf sich aufmerksam zu machen. Je detaillierter die Darstellungen, desto besser ist natürlich auch das Ergebnis. Wer hier bei Kickstarter investiert, der möchte auch sehen, wofür er sein Geld ausgibt. Denn Kickstarter ist kein Crowdfunding, bei dem die Anleger Geld für ihr Geld bekommen. Während viele Investoren auf der Suche nach Startups sind, über die sie eine hohe Rendite bekommen können, steht Kickstarter einzig und allein für Spenden. Wer sich entscheidet, hier zu investieren, der tut dies ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Zumindest theoretisch, denn praktisch erwartet jeden Spender eine Überraschung.

Die Spender bei Kickstarter werden auch als Backer bezeichnet. Beim Crowdfunding über Kickstarter werfen viele Backer ihr Geld in einen Topf. Je nachdem, wer wie viel Geld investiert hat, gibt es verschiedene Gimmicks. Jeder bekommt eine Mail, in der sich für die Spende bedankt wird. Dies ist eine grundsätzliche Einrichtung bei Kickstarter. Es werden aber vom Projektteam auch noch andere Geschenke verteilt. So gibt es beispielsweise die ersten Produkte, die aus dem Projekt hervorgehen, Tassen und Kugelschreiber, Shirts oder andere Geschenke. Niemand, der bei Kickstarter spendet, möchte dafür eine Gegenleistung.

Das Crowdfunding bei Kickstarter: Beträge müssen erreicht werden

Jedes Projekt hat einen Betrag und eine Laufzeit. Während dieser Laufzeit muss der Betrag durch die Spenden erreicht werden. Ist dies nicht der Fall, dann kommt das Funding zumindest auf der Plattform nicht zustande. Die Backer erhalten ihr Geld zurück und das Projekt bekommt keine Finanzierung. Wenn der Betrag erreicht ist oder möglicherweise sogar ein höherer Betrag gespendet wird, bekommt das Projekt diese Beträge. Dabei ist es egal, wie viel höher die Spenden sind. Eine Rückzahlung ist nicht notwendig. Umso wichtiger ist es, ein Projekt interessant darzustellen. Sicherlich ist es auch der Erfolg von Kickstarter, der dafür sorgt, dass die Projektleiter große Chancen haben, ihre Ideen umzusetzen.

Dass es durchaus realistisch ist, für sein Projekt das Geld über das Crowdfunding bei Kickstarter zu erhalten, zeigen einige bekannte Beispiele. So wurde beispielsweise für die Pebble Smartwatch eine Geldmenge von mehr als 10 Millionen US-Dollar gesammelt. Das Ziel waren eigentlich nur 100.000 US-Dollar. Mehr als 8 Millionen US-Dollar gab es für Ouya, eine Spielkonsole. Hier lag das Ziel bei 950.000 US-Dollar. Gesammelt wird bei Kickstarter so lange, wie die Laufzeit ist. Der Betrag, der am Ende der Laufzeit zusammengekommen ist, stellt die Auszahlungssumme dar. Der Start in den USA von Kickstarter kann als legendär bezeichnet werden. Dies liegt nicht zuletzt aber auch daran, dass die Menschen hier stark interessiert sind an neuer Technik und innovativen Ideen.

Dass es durchaus realistisch ist, für sein Projekt das Geld über das Crowdfunding bei Kickstarter zu erhalten, zeigen einige bekannte Beispiele. (#02)

Dass es durchaus realistisch ist, für sein Projekt das Geld über das Crowdfunding bei Kickstarter zu erhalten, zeigen einige bekannte Beispiele. (#02)

Die Kategorien bei Kickstarter: Die passende Kategorie finden

Ob das Crowdfunding bei Kickstarter für die eigene Idee auch wirklich sinnvoll ist, kann ein Blick auf die Kategorien zeigen. Nur dann, wenn die Erfindung in eine der Kategorien passt, ist es auch empfehlenswert, sein Glück zu versuchen. Die Kategorien sind:

  • Kunst
  • Comics
  • Tanz
  • Design
  • Mode
  • Film
  • Essen
  • Spiele
  • Musik
  • Fotografie
  • Literatur
  • Technologie
  • Theater

Gerade die Kategorien Musik, Film und Gaming stehen bei den Spendern sehr hoch im Kurs. Aber auch Kunst weckt immer wieder das Interesse.

Wie kann man selbst das Crowdfunding bei Kickstarter nutzen?

Bisher ist es so, dass man Crowdfunding bei Kickstarter nur dann machen kann, wenn man in den USA oder in Großbritannien wohnt oder sein Unternehmen hat. Dafür können die Spender aus allen Teilen der Erde teilhaben an den Projekten. Die Voraussetzung ist jedoch, dass eine Kreditkarte vorhanden ist. Damit eine Teilnahme möglich ist, muss das Projekt eine feste Laufzeit haben sowie ein Ziel, das erreicht werden soll. Es ist nicht erlaubt, um Finanzierungen für das eigene Leben zu bitten oder ein Projekt für einen wohltätigen Zweck zu erstellen. Zudem werden durch Kickstarter Ausnahmen formuliert, die ebenfalls nicht auf der Plattform erstellt werden dürfen. Dazu gehören Produkte aus den Bereichen Pornografie und Drogen, Waffen sowie Kosmetika und Medizin- oder Babyprodukte. Die Projekte werden durch Kickstarter geprüft, wenn sie online gehen.

Die Rechte der Erfinder an ihrem Produkte gehen nicht in den Besitz von Kickstarter über, sie bleiben beim Erfinder. Kickstarter finanziert sich dadurch, dass die Plattform 5 % der eingenommenen Gelder erhält. Zusätzlich dazu werden bis zu 5 % fällig für die Finanzinstitute, die dafür sorgen, dass der Transfer der Gelder stattfinden kann. Kickstarter garantiert keine Umsetzung der Projekte. Wenn der Erfinder es nicht schafft, sein Produkt umzusetzen und auf den Markt zu bringen, dann haben die Backer keine Möglichkeit, ihr Geld zurückgezahlt zu bekommen. Dieses ist dann einfach weg.

Die Rechte der Erfinder an ihrem Produkte gehen nicht in den Besitz von Kickstarter über, sie bleiben beim Erfinder. (#03)

Die Rechte der Erfinder an ihrem Produkte gehen nicht in den Besitz von Kickstarter über, sie bleiben beim Erfinder. (#03)

Projekte in Deutschland: Gibt es Alternativen zu Kickstarter?

Interessant ist die Frage, ob es für Erfinder in Deutschland mögliche Alternativen gibt, die ähnlich wie das Crowdfunding bei Kickstarter funktionieren. Tatsächlich wurden sogar mehrere Versuche gestartet, ähnliche Plattformen ins Leben zu rufen. Dazu gehören beispielsweise Startnext oder auch Friendfund und Inkubato. Dennoch gibt es bisher in Deutschland nicht das Interesse an Crowdfunding dieser Art, wie es in den USA besteht. Bei Startnext gab es bisher immerhin Finanzierungen für 55 % der Projekte. Dies ist jedoch nur eine kleine Summe im Vergleich zu Kickstarter. Sinnvoll ist es daher darüber nachzudenken, ob die Möglichkeit besteht, ein Projekt auf Kickstarter zu veröffentlichen und so von der Bekanntheit der Plattform und dem Interesse der Spender profitieren zu können.


Bildnachweis:© Shutterstock – Titelbild: Rob Hyrons – #01: ALPA PROD – #02: Kues – #03: Rawpixel.com

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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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