Arbeitnehmerdarlehen: Verzinsung 2020

Eine finanzielle Notlage kann schnell entstehen. Doch gleich einen Bankkredit beantragen? Wenn doch die Arbeitnehmerdarlehen-Verzinsung so günstig ist? Oft sind beim Geld vom Chef auch noch günstigere Konditionen drin.

Arbeitnehmerdarlehen & Verzinsung:
ein Kredit mit Vorteil für alle Beteiligten

Nicht nur, dass die Arbeitnehmerdarlehen-Verzinsung in der Regel unter den marktüblichen Zinsen liegt, ist ein großer Vorteil dieser Art des Kredits. Ein Arbeitnehmerdarlehen bietet für beide Seiten Vorteile. So bindet es den Angestellten besser an das Unternehmen, wenn dieser gegenüber seinem Arbeitgeber finanzielle Verpflichtungen hat.

Gleichzeitig fühlt sich ein Mitarbeiter wertgeschätzt, wenn der Chef scheinbar ein so großes Vertrauen zu ihm hat, dass er ihm Geld leiht. Doch es spricht noch mehr für diese Art von Kredit: Der Abschluss des Vertrags ist meist weniger formal.

Arbeitnehmerdarlehen bieten auch durch die Verzinsung Vorteile für beide Seiten. (Foto: Shutterstock - Ljupco Smokovski)

Arbeitnehmerdarlehen bieten auch durch die Verzinsung Vorteile für beide Seiten. (Foto: Shutterstock – Ljupco Smokovski)

Arbeitnehmerdarlehen: ein Kredit ohne Schufa…

Der Arbeitgeber holt meist keine Auskünfte über die Bonität seines Mitarbeiters bei einer Auskunftei wie der Schufa ein, in der Folge wird das Darlehen des Arbeitgebers auch nicht in der Schufa eingetragen. Der Kreditnehmer, also der Angestellte, bleibt somit eintragsfrei und belastet seine Bonität nicht. Das ist für weitere Finanzierungsvorhaben wichtig. Zusätzlich verlangt kein Arbeitgeber den Abschluss einer Kreditversicherung, was wiederum bei manchen Banken verpflichtend ist.

Wichtig: die Zinsen vergleichen!

Gewährt der Arbeitgeber also einen Kredit, sind außer der günstigen Arbeitnehmerdarlehen Verzinsung noch weitere Vorteile damit verbunden. Ob die Zinsen wirklich so günstig sind und ob es nicht noch bessere Angebote gibt, kann beim Kreditmarktplatz sofortkredite-24.info direkt verglichen werden. Der Vergleich lohnt sich, denn niemand sollte sich darauf verlassen, dass die Arbeitnehmerdarlehen-Verzinsung automatisch günstiger ist. Ein genaues Hinsehen ist auch bei den Konditionen des Arbeitgebers wichtig!

Habe ich einen Rechtsanspruch auf das Geld vom Chef?

Meist sind es größere Unternehmen, die ein Arbeitnehmerdarlehen vergeben, doch je nach Dauer der Zusammenarbeit und nach dem Verhältnis von Chef und Angestellten zueinander kann es auch sein, dass ein kleiner Unternehmer einen Kredit an seinen Angestellten vergibt.

Wichtig: Es gibt keinen Rechtsanspruch auf das Darlehen vom Chef! Ob ein solches vergeben wird oder nicht, ist meist Verhandlungssache. Der Chef kann auch dem einen Angestellten einen Kredit geben und einem anderen nicht, das bleibt ganz ihm überlassen.

Im Sinne der Gleichbehandlung sollten Arbeitgeber bei dieser Verfahrensweise aber vorsichtig sein, um sich keine Vorwürfe anhören zu müssen oder gar wegen Nicht-Gleichbehandlung vor Gericht zu landen. Auch wenn eine solche Klage keinen Bestand hätte, wäre der entsprechende Ärger doch erst einmal vorprogrammiert.

Wenn schon einmal ein Lohn eines Mitarbeiters gepfändet werden musste, ist das ein guter Grund dafür, warum dieser Mitarbeiter eben keinen Kredit vom Chef bekommen kann.

Das Bundesarbeitsgericht hat in seinem Urteil Az. 10 AZR 538/93 überdies entschieden, dass auch Teilzeitbeschäftigte das Recht auf ein Arbeitnehmerdarlehen haben. Im verhandelten Fall bekamen die Beschäftigten des Unternehmens Baukredite zu einem sehr günstigen Zinssatz, Teilzeitkräfte waren von dieser Vergünstigung ausgeschlossen. Sie klagten und bekamen durch das Bundesarbeitsgericht recht.

Geldwerter Vorteil: bei der Arbeitnehmerdarlehen-Verzinsung bedenken

Ist die Arbeitnehmerdarlehen-Verzinsung günstiger als laut dem marktüblichen Zinssatz üblich, handelt es sich um einen geldwerten Vorteil, den der Arbeitnehmer entsprechend versteuern muss. Solange die Freigrenze von 44 Euro pro Monat nicht überschritten wird, ist das kein Problem, denn dann sind solche geldwerten Vorteile steuerfrei.

Was ist ein geldwerter Vorteil?

Gewährt der Arbeitgeber ein Darlehen zu einem günstigeren Zinssatz, sodass mehr als 44 Euro im Monat erreicht werden, wird ein Bewertungsabschlag von vier Prozent auf die marktüblichen Zinsen berechnet, wobei die Differenz zwischen den jeweiligen Zinssätzen als Basis genommen wird.

Das, was nun übrig bleibt, ist der steuerpflichtige Zinssatz. Möglich ist auch, die Übersicht über Zinsen für Konsumentendarlehen der Deutschen Bundesbank zu nutzen und die Höhe der Zinsen daran zu orientieren. Für Dezember 2019 gestaltete sich der entsprechende Zinssatz wie folgt:

  • Zinsbindung variabel bis einjährig: 8,59 %
  • Zinsbindung ein bis fünf Jahre: 4,38 %
  • Zinsbindung mehr als fünf Jahre: 6,26 %

Demnach sind Konsumentenkredite mit einer Zinsbindung zwischen ein und fünf Jahren am günstigsten, was den Zinssatz angeht. Ob das Darlehen des Arbeitgebers diesen Satz übertrifft bzw. unterbietet, muss im Einzelfall festgestellt werden.

Wichtig: Es handelt sich hierbei um die Zinsen für Konsumentendarlehen (Ratenkredite), nicht um Bauzinsen! Der Zinssatz, der am Anfang für die Arbeitnehmerdarlehen Verzinsung festgelegt wird, gilt für die gesamte Dauer des Vertrags.

Arbeitnehmerdarlehen Verzinsung: Muss bei Kündigung alles auf einen Schlag gezahlt werden? (Foto: Shutterstock - Kulniz)

Arbeitnehmerdarlehen Verzinsung: Muss bei Kündigung alles auf einen Schlag gezahlt werden? (Foto: Shutterstock – Kulniz)

Muss ich das Arbeitgeberdarlehen bei Kündigung auf einen Schlag zurückzahlen?

Beide Vertragspartner sollten unbedingt schriftlich festhalten, was beim Verlassen des Unternehmens passiert. Möchte der Angestellte gehen oder wird ihm gekündigt, ist es nicht zulässig, sofort den Kredit zu kündigen und die gesamte Darlehenssumme auf einen Schlag zurückzufordern. Dies würde den Kreditnehmer unnötig benachteiligen, die genauen Regelungen hängen aber von der Darlehenssumme ab.

Wer sich zum Beispiel 200 Euro als Darlehen vom Chef geborgt hat, die über den regulären Lohn wieder zurückzuzahlen sind, wird kaum mit einer mehrmonatigen Kündigungsfrist rechnen können.

Welche Kündigungsfrist gilt für das Arbeitgeberdarlehen?

Der Kredit kann aber regulär gekündigt werden, was meist mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten möglich ist. Damit wird die Darlehenssumme drei Monate nach der Kündigung des Arbeitnehmers fällig.

Vertraglich kann auch festgelegt werden, ob nach dem Verlassen des Angestellten der Zinssatz auf die Höhe des regulären Zinssatzes angehoben werden kann.

Wichtig: Arbeitsvertrag und Darlehensvertrag sind zwei verschiedene Dinge. Das heißt, dass mit der Kündigung des Arbeitsverhältnisses nicht automatisch auch die Kündigung des Darlehens einhergeht.

Arbeitnehmerdarlehen: Verzinsung am Beispiel

Arbeitnehmer „Paul Müller“ wird durch den Arbeitgeber „Meier AG“ ein Darlehen gewährt, welches sich über 20.000 Euro beläuft. Es handelt sich um einen Konsumentenkredit, der nicht für Bauzwecke eingesetzt werden darf. Der Zinssatz wird mit 1 Prozent festgelegt. Pro Monat sollen 500 Euro getilgt werden, dazu kommen noch einmal die Zinsen. Zinsen und Tilgung sollen am Ende des Monats mit dem Lohn verrechnet bzw. gleich von diesem einbehalten werden.

Die verbilligten Zinsen müssen dem Lohn zugerechnet werden. Um nun die Höhe des geldwerten Vorteils zu berechnen, gibt es verschiedene Varianten:

  • Zuerst wird der marktübliche Zinssatz ermittelt, von dem vier Prozent Bewertungsabschlag abgezogen werden. Wichtig: Die Zinssätze vergleichbarer Konditionen müssen herangezogen werden!
  • Statt der vorgenannten Berechnung ist auch die Nutzung allgemein zugänglicher Angebote aus dem Internet möglich, wie sie von Direktbanken offeriert werden. Hierbei wird kein Bewertungsabschlag abgezogen.
  • Der Effektivzinssatz, der von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird, kann zur Berechnung herangezogen werden. Auch hier wird wieder ein vierprozentiger Bewertungsabschlag abgerechnet.

Für das oben genannte Beispiel nutzt der Arbeitgeber „Meier AG“ den Zinssatz der Deutschen Bundesbank, der zuletzt mit 4,38 Prozent angegeben wurde. Werden nun vier Prozent davon abgezogen, ergibt sich ein Zinssatz von 4,2 Prozent.

Nun werden davon noch einmal die zwischen „Paul Müller“ und der „Meier AG“ vereinbarten Zinsen in Höhe von 1 Prozent abgezogen und es ergibt sich eine Zinsverbilligung von 3,2 Prozent.

Diese muss als geldwerter Vorteil versteuert werden. Es ergeben sich in diesem Fall pro Monat 53,50 Euro (3,21 Prozent von 20.000 Euro sind 642 Euro, dieser Betrag wird durch zwölf Monate geteilt). Die Freigrenze von 44 Euro pro Monat wird ganz klar überschritten.

Gibt es Alternativen zum Arbeitgeberdarlehen?

Auch wenn die Arbeitnehmerdarlehen Verzinsung sehr günstig erscheint, lohnt es sich dennoch, die Alternativen im Blick zu behalten. Die Zinsen für einen normalen Kredit bei der Bank sind ebenfalls dauerhaft niedrig, aktuell wird bereits über Minuszinsen diskutiert.

Es lohnt sich durchaus, diese Angebote im Blick zu behalten und zu vergleichen, ehe ein Arbeitnehmerdarlehen unterschrieben wird. Der Vorteil ist, dass keine Bindung an das Unternehmen besteht. Auch wenn Arbeitsverhältnis und Darlehensvertrag getrennt zu betrachten sind, empfinden es viele Angestellte doch zumindest als formal korrekt, wenn sie solange im Unternehmen bleiben, bis der Vertrag erfüllt ist.

In Bezug auf Motivation und Leistung sowie auf eine gesunde Zusammenarbeit ist damit aber niemandem geholfen. Es kann daher in Einzelfällen besser sein, auch eine günstige Arbeitnehmerdarlehen Verzinsung auszuschlagen und stattdessen eher auf einen konventionellen Bankkredit auszuweichen.

Werden vorformulierte Darlehensverträge verwendet, müssen diese überprüft werden. (Foto: Shutterstock - fizkes)

Werden vorformulierte Darlehensverträge verwendet, müssen diese überprüft werden. (Foto: Shutterstock – fizkes)

Was ist beim Arbeitnehmerdarlehen wichtig?

Auch wenn ein beiderseitiges Vertrauen vorhanden ist, sollte ein Arbeitnehmerdarlehen doch immer auf gesunde und rechtlich sichere Füße gestellt werden. Dazu gehört, dass die Konditionen des Darlehensvertrags schriftlich festgelegt werden. Werden vorformulierte Darlehensverträge verwendet, müssen diese überprüft werden, denn sie dürfen keine Klauseln beinhalten, die die Beteiligten benachteiligen würden. Diese Darlehensverträge sind wie Allgemeine Geschäftsbedingungen zu sehen.

Gibt es einen Höchstbetrag für Arbeitgeberdarlehen?

Gut zu wissen: Eine gesetzlich vorgeschriebene Höchstsumme gibt es nicht. Der Arbeitgeber kann seinen Angestellten ein Darlehen von 200 Euro ebenso gewähren wie von 20.000 Euro.

Auch die Zinsen können frei vereinbart werden, wobei es keine Wucherzinsen geben darf. Sofern der Arbeitnehmer kündigt, können die vereinbarten Zinssätze auf das marktübliche Niveau angehoben werden, doch es ist nicht möglich, die Zinsen über diese Niveau zu erhöhen. Solche Vorgehensweisen sind gerichtlich anfechtbar. Zinsvorteile aufheben ja, Wucherzinsen nein!

Kann man mir vorschreiben, wie ich das Darlehen auszugeben habe?

Wenn der Arbeitgeber ein Arbeitnehmerdarlehen als günstige Alternative anbietet, darf er nicht verlangen, dass damit firmeneigene Produkte gekauft werden. Hiermit würde gegen die Gewerbeordnung verstoßen werden. Es ist zwar möglich, das Darlehen an einen bestimmten Zweck zu binden (zum Beispiel kann vereinbart werden, dass es nicht für den Kauf eines Hauses verwendet wird, sondern zur Fortbildung bestimmt ist), doch das eigene Unternehmen muss bei diesen Vorgaben zum Kauf außen vor bleiben.

Benötige ich Sicherheiten für das Arbeitgeberdarlehen?

Vereinbart werden können auch Sicherheiten, die durch den Mitarbeiter zu erbringen sind. Eventuell wird ein Bürge benannt, bei einer höheren Summe kann auch eine Eintragung der Schuld ins Grundbuch erfolgen.

Meist wird der Lohn als Pfand hinterlegt, sodass der Arbeitgeber eine gewisse Sicherheit in der Hand hat, falls der Mitarbeiter mit seinen Zahlungen im Rückstand sein sollte. Meist sehen die Regelungen zwischen Unternehmer und Angestellten bei solchen Darlehen ohnehin vor, dass sie vom Lohn einbehalten werden, sodass eine monatliche Tilgung von Rate und Zinssatz möglich ist.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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