Ausbildung oder Studium: Was passt zu mir?

Ausbildung oder Studium: Was passt zu mir?

Bist du dir auch unsicher und weißt nicht, ob du studieren oder doch eine Ausbildung oder Lehre machen willst.

Die Fragen aller Fragen nach der Schule

Viele junge Menschen stehen vor demselben Problem. Häufig ist man in jungen Jahren etwas überfordert, was die Berufswahl angeht. Andere wiederum haben vielleicht schon eine Arbeitsstelle, aber möchten nicht für die nächsten 40 Jahre einem bestimmten Job nachgehen.

Fast zwei Drittel der Beschäftigten sind mit ihrer Arbeit unzufrieden, während sich mehr als jeder Dritte nicht richtig gefordert fühlt – das ergeben aktuelle Studien. Grundbaustein für einen glücklichen, erfüllten Job ist neben dem Interesse in einem Fachgebiet auch die fachliche Qualifikation und Ausbildung.

Aber was passt zu dir? Ausbildung oder doch ein Studium? Im Folgenden erfährst du, welche Ausbildungsformen angeboten werden, welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen und welche Alternativen (zu den klassischen Formen) es noch gibt.

Nicht jedem liegt das trockene Studium. Eine Ausbildung spricht diese Personen vielleicht mehr an. (#01)

Nicht jedem liegt das trockene Studium. Eine Ausbildung spricht diese Personen vielleicht mehr an. (#01)

Vorteile und Nachteile eines Studiums

Ein Studium ist grundsätzlich eine universitäre Ausbildung. Neben der klassischen, seit Jahrhunderten existierenden Universität gibt es jedoch aufgrund des sich ändernden Arbeits- und Lernumfeldes alternative Formen, wie eine Fachhochschule (University of Applied Sciences) oder ein Fernstudium.

Allgemein wird bei allen Studiengängen eine langjährige, fachspezifische Ausbildung vermittelt, wobei natürlich wesentliche Unterschiede in der Methodik bestehen. Forschung und Wissenschaft stehen in einer Universität im Vordergrund. Egal, ob Recht, Medizin, Sport oder Sprachen – die Anzahl an Studiengängen nimmt nach wie vor stetig zu.

Eine Sonderform des Studiums ist die Fachhochschule. Die Fachhochschule unterscheidet sich maßgeblich von Universitäten durch einen viel anwendungsorientierteren Schwerpunkt. Die Praxis und der berufliche Nutzen werden der Theorie und Wissenschaft vorgezogen, tendenziell bieten FHs auch sehr spezifische Studiengänge für bestimmte Berufsbilder an.

Nach erfolgtem Studium soll so der Einstieg in den Job erleichtert werden. Durch viel Praxis und Theorie lernst du bei FHs also eher relevantes Wissen für ein ganz bestimmtes Berufsbild (zum Beispiel HR-Manager) als wissenschaftlich-theoretisches Wissen für die Forschung (zum Beispiel Wirtschaftswissenschaftler).

Neben der inhaltlichen Komponente unterscheiden sich Fachhochschulen häufig, aber nicht immer auch im Stunden- und Zeitplan. So wird in Universitäten oft ein hohes Maß an Flexibilität vorausgesetzt – du selbst bist verantwortlich für die Teilnahme an Prüfungen und die Anmeldung für Kurse. Wenn du nicht erscheinst, ist das in deiner persönlichen Verantwortung. FHs hingegen sind meist deutlich restriktiver – vergleichbar mit Schulen. Stundenpläne und Klassen werden vorgegeben, oft studieren auch weniger Leute durch die hohe Spezifikation des Studiengangs.

Noch sehr neu, aber bei weitem am flexibelsten ist das Fernstudium. Zum Beispiel kann man in „Arbeitsrecht und Personalmanagement“ einen Master of Laws (LL.M.) an der „Privat Universtity of Applied Sciences“ online studieren – und das Ganze auch berufsbegleitend. Der große Vorteil eines solchen berufsbegleitenden Studiums ist der Wegfall von örtlichen Gegebenheiten. Statt bei anderen ortsabhängigen FHs am Wochenende oder werktags meist am Abend auf den Campus zu fahren, wird bei einem FH-Fernstudium auf berufsbegleitende Studierende besondere Rücksicht genommen.

Menschen mit eingeschränkter Mobilität können so Studium, Beruf und Familie bestmöglich vereinen. Alles, was dazu benötigt wird, ist ein Laptop und eine Internetverbindung. Studiert wird also online, während die Prüfung am Semesterende stattfindet, mündlich über Videokonferenz oder schriftlich in einem Studienzentrum – unterschiedlich je nach Studiengang.

Im Falle des Fernstudiums „Arbeitsrecht und Personalmanagement“ handelt es sich aber dennoch um ein vollwertiges Studium, indem du fundiertes wirtschaftsjuristisches Know-how wie auf einer Universität vermittelt bekommst. Arbeitsrechtliche Themenstellungen werden genau und spezifisch in diesem Masterlehrgang vermittelt.

Besonders interessant ist in diesem Studiengang, dass eine rechtliche Themenstellung mit einer betriebswirtschaftlichen gemischt wird. Neben der Einführung in das Recht oder in das Organisations- und Personalwesen werden auch die Individual-, Kollektiv- und Sozialrechtslagen behandelt.

Diese Mischung aus beiden Studienbereichen ermöglicht dir so fächerübergreifendes Wissen und Kombination zweier Gebiete. Beides ist sehr wichtig für einen späteren Beruf etwa im Management, da es praxisbezogen auf die betriebswirtschaftlichen wie rechtlichen Fragestellungen gleichermaßen ankommt.

Der einzige Nachteil bei Fernstudien ist, dass der Zeitaufwand häufig unterschätzt wird. Häufig musst du zwei bis drei Arbeitstagen – also 16-24 Stunden pro Woche – neben Job und Freizeit für das Studium aufwenden. Und durch die Online-Einheiten ist natürlich auch ein hohes Maß an Disziplin gefordert, auch nach anstrengenden Arbeitstagen noch prüfungsrelevante Inhalte regelmäßig zu erlernen.

Ein Studium ist grundsätzlich eine universitäre Ausbildung. (#02)

Ein Studium ist grundsätzlich eine universitäre Ausbildung. (#02)

Vor- und Nachteile einer Ausbildung

Die Frage, ob du eine höhere Ausbildung oder gleich eine Lehre machen willst, liegt natürlich an dir selber. Oft wurde und wird eine rein berufliche, nicht-universitäre Ausbildung abgewertet, obwohl diese oft viele weitere Aus- und Weiterbildungen ermöglichen können.

Der große Vorteil einer Lehre ist, dass du sofort in das praktische Berufsleben einsteigen kannst. Es gibt wohl keine bessere Praxisausbildung als im Beruf selbst. Während ein Student jahrelang studiert – ohne ein Gehalt dafür zu bekommen – ist ein Lehrling heutzutage häufig gehaltsmäßig schon nach wenigen Jahren sehr gut dabei.

Durch das berufliche Umfeld erhältst du direkt im Beruf natürlich unvergleichbare Praxis und eignest dir so auch Wissen über Arbeitsweisen und -techniken an. Deshalb ist die Argumentation, dass ein universitäres Studium, welcher Art auch immer, zwingend besser sei als eine berufliche Ausbildung, eindeutig nicht korrekt.

Einer der Nachteile von einer Lehrausbildung und dem direkten Einstieg in den Beruf ist natürlich die Beschränkung auf bestimmte Tätigkeiten. Viele Berufe fordern zwingend universitäre Ausbildungen, die oft mehrere Jahre lang dauern und schließlich mit einem Bachelor und Mastertitel enden. Insbesondere in rechtlichen, medizinischen, IT-technischen und wirtschaftlichen Bereichen ist eine Universitätsausbildung für eine Bewerbung bei Firmen und Führungspositionen essentiell und nicht mehr wegzudenken.

Aber nicht nur Universitäten, Fachhochschulen und Firmen bilden weiter, auch private und staatliche Institute fördern die Weiterbildung von jungen Menschen.

Die Bundesagentur für Arbeit in Deutschland (BA) oder das Arbeitsmarktservice in Österreich (AMS) fördern etwa die Berufsweiterbildung. Auch in privatwirtschaftlichen Instituten, wie in Österreich im bfi und im Wirtschaftsförderungsinstitut sowie in Bildungseinrichtungen Deutschlands können fachliche Kurse belegt werden, was jedoch meist auch mit Kosten verbunden ist und nicht als alleinige Ausbildung, sondern eher der Fortbildung dient.

Zusätzlich kannst du auf Berufsmessen ganz konkrete Fragen und Zweifel zu den Studien beseitigen. (#03)

Zusätzlich kannst du auf Berufsmessen ganz konkrete Fragen und Zweifel zu den Studien beseitigen. (#03)

Informationsmöglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung

Zusätzlich kannst du auf Berufsmessen ganz konkrete Fragen und Zweifel zu den Studien beseitigen. Universitäten und Fachhochschulen bieten oft einen „Tag der offenen Tür“ an, durch den man nicht nur Einblick in den Campus und die Vorlesungen bekommt, sondern auch direkt mit Studierenden, Absolventen und Lektoren des jeweiligen Studienganges sprechen kann.

Unter studis-online.de in Deutschland oder studienplattform.at in Österreich lassen sich die meisten Studiengänge und Alternativen dazu auf Grundlage unterschiedlicher Kriterien erörtern. Häufig interessant ist auch der Studienplan, der je nach Semester die unterschiedlichen Fächer und Prüfungen auflistet.

Wenn man FH-Studiengänge überblicksmäßig analysiert, fällt schnell ins Auge, dass viele Studiengänge diese fächerübergreifende, duale Eigenschaft haben. (#04)

Wenn man FH-Studiengänge überblicksmäßig analysiert, fällt schnell ins Auge, dass viele Studiengänge diese fächerübergreifende, duale Eigenschaft haben. (#04)

Fazit

Wenn man FH-Studiengänge überblicksmäßig analysiert, fällt schnell ins Auge, dass viele Studiengänge diese fächerübergreifende, duale Eigenschaft haben. Für die Ausrichtung eines bestimmten Berufes, für den du dich unbedingt bei einer Firma bewerben möchtest später, ist ein FH-Studiengang deshalb idealtypisch.

Andererseits bieten Universitäten oft ein sehr theoretisches Wissen an neben einigen fächerübergreifenden Kursen. Doch liegt der Schwerpunkt eher auf einem spezifischen Themengebiet. Durch die forschungswissenschaftlich relevanten Themengebiete von Universitäten steht dir deshalb auch ein breites Spektrum an Berufsmöglichkeiten zur Verfügung. Dennoch fehlt vielen Unis einfach der Praxisbezug, der etwa in einer FH ein Schwerpunkt ist.

Wenn du gerne zeitlich und örtlich flexibel bist und noch dazu arbeitest, dann stellt ein dualer Fernstudiengang, wie etwa „Arbeitsrecht und Personalmanagement“, die ideale Ausbildungsmöglichkeit dar. Durch diesen Lehrgang kannst du über deinen Laptop und Internet lernen und die Prüfung unkompliziert am Ende des Semesters machen.

Klassische Ausbildungsmöglichkeiten, wie Lehrberufe, gewährleisten schnelle finanzielle Sicherheit, aber eben nur für ein bestimmtes Berufsbild. Eine fächerübergreifende Ausbildung ist dadurch etwa nicht möglich. Ebenso sind allgemeine und wissenschaftliche Erarbeitungen in einem solchen Beruf nicht gängig, weshalb zumindest in manchen Gebieten – beispielsweise in den Rechtswissenschaften oder in der Medizin – mit deutlich weniger Aufstiegsmöglichkeiten gerechnet werden muss.

Wenn du jetzt auch noch überfordert bist, dann kann ich dir nur einen Rat geben: Überlege dir, was dich überwiegend interessiert und hole dir dazu so viele Informationen ein, wie möglich.


Bildnachweis:©Shutterstock-Bildnachweis: Africa Studio  -#01: ImageFlow  -#02: wavebreakmedia -#03: Phovoir -#04: stockfour

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Marius BeilhammerAusbildung oder Studium: Was passt zu mir?