Ray: EMail-Erfinder stirbt in 2016

Wer kennt die Ray Email? Mit dieser Kurzfassung bezeichnen Insider gern die erste E-Mail, die von Ray Tomlinson erfunden wurde. Dabei war das nicht einmal seine Absicht!

Ray: EMail für alle

Leider ist der Erfinder der „Ray Email“ in 2016 gestorben und kaum jemand weiß, wer hier überhaupt die Meldungen eines Tages im März beherrschte. Dabei war Ray Tomlinson der Urvater der E-Mail, auch wenn seine Erfindung praktisch nebenbei und völlig ungewollt geschah.

Heute werden pro Tag mehr als 205 Mrd. E-Mails verschickt und wir teilen Nachrichten mit anderen Menschen quer über den ganzen Globus verteilt. Das kleine @ Symbol ist zum Zeichen für die Nähe zu anderen geworden, zu einer immerwährenden Erreichbarkeit.

Ray Tomlinson arbeitete bis zu seinem Tod am 5. März 2016 beim Rüstungskonzern Raytheon, seine Todesursache war vermutlich ein Herzinfarkt. Rays „first E-Mail“ war der Beginn einer neuen Art zu kommunizieren und so ist es an der Zeit, einen Blick auf das Leben des E-Mail-Vaters zu werfen.

Er erwarb seinen Bachelor-Abschluss am Rensselaer Polytechnic Institute, seinen Master am renommierten MIT. Schon in der Zeit des Studiums schrieb er erste Computerprogramme und war bei IBM als Praktikant beschäftigt. Nach dem Studium arbeitete Ray Tomlinson bei Bolt, Beranek and Newman. Diese Firma erhielt den Auftrag, das Arpanet aufzubauen, das erste Computernetzwerk in den USA.

Verantwortlich für den Auftrag war das US-Verteidigungsministerium. Arpanet ist noch heute das Symbol für das daraufhin entstehende Internet, das alle Computer weltweit miteinander verbinden sollte. Tomlinson schrieb hier das Programm CPYNET, das für den Austausch von Dateien zwischen den verschiedenen Computern verantwortlich war. Daraus entwickelte sich TENEX, ein Betriebssystem.

Wer kennt die Ray Email ? Mit dieser Kurzfassung bezeichnen Insider gern die erste E-Mail, die von Ray Tomlinson erfunden wurde.  ( Foto: Shutterstock-Magura )

Wer kennt die Ray Email ? Mit dieser Kurzfassung bezeichnen Insider gern die erste E-Mail, die von Ray Tomlinson erfunden wurde. ( Foto: Shutterstock-Magura )

Mystic Messenger: Der Schritt in Richtung Ray EMail

Noch war es undenkbar, dass eine Nachricht von einem Rechner zum anderen verschickt wurde, doch es war bereits möglich, eine Nachricht am Rechner zu schreiben, die einer anderen Person zu einem späteren Zeitpunkt über den gleichen Rechner zugestellt wurde.

Nun kam Tomlinson große Stunde und er erfand den Mystic Messenger für den Computer, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht „im Verdacht“ stand, einmal die Welt zu revolutionieren und sogar einen Award dafür zu bekommen. Tomlinson benutzte TENEX und fügt einen Schnipsel aus CPYNET hinzu. Damit entstand 1971 die erste EMail, wie wir sie nun kennen und täglich am Computer bzw. im Internet nutzen.

Tomlinson „first e-mail“ wurde innerhalb eines Raumes von einem Rechner an einen anderen verschickt. Die Adresse war tomlinson@bbntenexa, die heute üblichen Endungen wurden nicht verwendet. Dafür aber das Symbol „@“, denn dieses gab es ohnehin auf jeder Tastatur.

Dieses Symbol stammt bereits aus dem 16. Jahrhundert, damals drückte ein Kaufmann die Maßeinheit „Amphore“ damit aus. Später besaß es die Bedeutung „zum Preis von“ und war gang und gäbe in jeder Buchhaltung.

Die ersten Mails wurden kaum ernst genommen und dass Ray Tomlinson einst einen Award dafür bekommen sollte, ahnte noch niemand. Er bat andere sogar, nichts darüber zu sagen, weil er eigentlich an etwas anderem arbeiten sollte. Doch nach und nach verbreitete sie sich eben doch und aus der anfänglich „niedlichen Idee“, wie sie ein Kollege von Tomlinson einst bezeichnete, wurde die Revolution der Kommunikationskultur geboren.

Video: Erfinder der E-Mail: Ray Tomlinson ist tot

Der First Mystic Messenger ist heute längst kein solcher mehr und jeder Award, den Ray dafür bekam, ist gerechtfertigt. Im Jahr 2012 wurde er zudem in die „Internet Hall of Fame“ aufgenommen.

Wer mehr wissen will, kann sich an die folgenden Adressen wenden:

IBM
halloibm@de.ibm.com

Raytheon BBN Technologies
Media-Anfragen an Chris Johnson
corporatepr@rtx.com

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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