El Kaida: E-Mail ist auch fataler Kommunikationskanal

Wie nutzt El Kaida E-Mail und andere moderne Kommunikationskanäle? Es geht weniger um Absprachen zu Attentaten als vielmehr um einen Weg, möglichst anonym Bekennerschreiben zu Anschlägen zu verbreiten.

El Kaida: E-Mail für Erdogan

Die Anschläge gingen durch alle Nachrichten und Netzwerke: Im Jahr 2003 wurden verheerende Anschläge auf zwei Synagogen in Istanbul verübt, bei denen viele Menschen getötet worden waren. Zu dem Angriff bekam der türkische Präsident Erdogan eine E-Mail zugespielt, die als Bekennerschreiben galt.

El Kaida hatte sich dazu bekannt und nutzte den beliebten Kommunikationskanal, um schnell und sicher eine Nachricht zu verbreiten. Das Bekennerschreiben ging in zweifacher Ausfertigung an arabischsprachige Zeitungen in London.

Bei dem Angriff waren 23 Menschen getötet worden, dazu kamen rund 300 Verletzte.
An diesem Beispiel zeigte sich, wie gut El Kaida vernetzt ist und es kam nach und nach heraus, wie häufig die E-Mail als Kommunikationskanal gewählt wurde. Sie diente dem terroristischen Netzwerk dazu, Befehle für einen Angriff zu verbreiten oder sich eben zu einem solchen zu bekennen.

Auch im Jemen gab es Anschläge: Im Februar 2020 flogen US-Streitkräfte einen Angriff gegen Al-Rimi, den Anführer der El Kaida im Jemen. Hier profitiert die Terrororganisation davon, dass es überall im Land sehr chaotisch zugeht, und bekennt sich gern zu ihrer Karriere als Angst einflößende Organisation, die sich gegen die Politik von Trump und überhaupt den westlichen Mächten stellt. Bei dem genannten Anschlag im Jemen wurden drei Menschen getötet und etliche verletzt.

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Keine El Kaida E-Mail, sondern ein Telegram?

Eine Art Ableger der E-Mail wird ebenfalls von Terroreinrichtungen genutzt und das nicht erst seit 2020, sondern bereits seit 2015. Zwei Russen haben damit Karriere gemacht und den WhatsApp Ableger Telegram entwickelt. Dieser wurde rasch von den Terroristen dieser Welt sehr geschätzt, weil er eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbot.

Schon bald kam heraus, dass verschiedene Terrornetzwerke Telegram nutzten, weil die gute, alte E-Mail nicht mehr als sicher galt. Zu viele Geheimdienste waren damit beschäftigt, die Mails zu verfolgen. Durch die zwei Entwickler bekamen die Verfolgten jedoch eine neue Möglichkeit zu kommunizieren, ohne eine Verfolgung fürchten zu müssen.

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Kritiker behaupten zwar, dass sich die Entwickler stark überschätzt hatten und Telegram bei Weitem nicht so sicher sei wie andere Kommunikationskanäle. Wer wirklich vor der Verfolgung durch Trump und Co. sicher sein wolle, sollte Telegram am besten nicht benutzen, meinten sie.

Die zwei Entwickler reagierten dennoch auf die Vorwürfe, Terroristen eine Möglichkeit zur Kommunikation zu bieten und schlossen insgesamt 78 Kanäle, bei denen eine Verbindung zu El Kaida festgestellt werden konnte. Dennoch: Der Ableger ist längst in Verruf geraten und spielt jetzt in 2020 kaum noch eine Rolle.

In 2020 hat Trump dank Corona ganz andere Sorgen als die Karriere der zwei Entwickler aus Russland, die sich in Berlin angesiedelt hatten. Corona beherrscht die Welt und scheint sich weitaus schlimmer als so manche Terrororganisation auszuwirken. Täglich sind diesbezügliche Nachrichten zu hören oder zu lesen und auch hier spielen Mails eine wichtige Rolle.

Sie berichten über Corona, über die Karriere des wenig bekannten Virus, der es binnen weniger Wochen geschafft hat, die Welt zu erobern. Dies stellt momentan ein größeres Problem dar bzw. überlagert alles andere, sodass selbst Terrororganisationen in den Hintergrund rücken.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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