Nebenjob durch die Tagesjobvermittlung der Arbeitsagentur

Ein Job für einen Tag, das ist die kleinste Form eines Nebenjob, die man sich so vorstellen kann. Wo kriegt man den? Na, zum Beispiel in manchem Jobcenter. Was es zu diesem Thema noch zu sagen gibt, das lest ihr hier.

Böses Vorurteil: wer Tagesjobs annimmt ist moderner Tagelöhner

Solche üblen Abwertungen oder noch schlimmere Unkenrufe, die den Tagesjob in die Nähe der Sklaverei rücken, hört man öfter. Aber was ist dran an der Sache? Der Nebenjob durch die Tagesjobvermittlung ist ja für den, der ihn annimmt erstmal was Gutes. Sind wir mal ehrlich, wenn man eine sinnvolle Aufgabe hat, gewinnt der Tag schon ein wenig, oder? Und der Lohn – keine Reichtümer natürlich – macht die Kasse ein wenig voller und macht die nächste Miete wieder bezahlbar.

Tagesjobvermittlung in der Arbeitsagentur

Die Tages-Job-Vermittlung bietet all jenen, die keine schweren und körperlich anstrengenden Arbeiten scheuen, die Möglichkeit, ihre Dienste anzubieten. Aber was genau passiert da? Wie läuft das Ganze ab? Wir haben nachgefragt und wir haben uns Antworten geholt. Hier steht, was wir erfahren haben.

Tages-Job-Vermittlung: wie geht das?

Frühe Vögel gibt es hier. Das heisst, wer nen guten Nebenjob haben will, der muss früh aufstehen. Morgends um sechs (ja, richtig gelesen) öffnet die Tagesjob-Vermittlung ihre Pforten. Fast wie in der Markthalle, nach drei Stunden, also um 09:00 ist der Markt verlaufen. In genau dieser Zeit passiert die Vermittlung der Nebenjobs. Vermittlung, das heisst, dass dort jeden Tag an zwanzig bis achtzig Interessierte Nebenjobs vermittelt werden.

Woher kommen die Tagesjobs oder Nebenjobs? Nun, es sind Arbeitgeber, die mit ihren fest angestellten Mitarbeitern das tägliche Arbeitspensum nicht erledigen können. Oftmals sind es Ausfälle durch Urlaub oder Krankheit oder beides, die einen Arbeitgeber dazu veranlassen, bei der Tagesjob-Vermittlung anzurufen und Stellen auszuschreiben. Natürlich gibt es Personen, die bei der Tages-Jobvermittlung bereits registriert sind, das macht es natürlich einfacher.

Der Normalfall ist aber nach wie vor, dass ein sogenannter Tagesjobber einfach morgens um 06:00 bei der Arbeitsagentur auf der Matte steht und seinen Sozialversicherungsausweis bereit hält. In der Jobvermittlung wird dann geschaut, welche Angebote da sind und was im Laufe der Zeit so hereinkommt. Bei täglich bis zu achtzig vermittelten Nebenjobs kann man sich vorstellen, was da an Angeboten in kurzer Zeit hereinflattert.

Welche Nebenjobs werden so angeboten?

Es sind sehr viele Hilfstätigkeiten, die in der Tagesjob-Vermittlung als Nebenjob angeboten werden. Das passt auch ganz gut, denn viele der Arbeitsuchenden sind ungelernte Arbeitskräfte. Hilfstätigkeiten können auf dem Bau oder im Lager angesiedelt sein. Oft gesehen sind auch Aushilfsjobs bei Umzügen und Entrümpelungen, die natürlich körperlich sehr anstrengend sind. Die Angebote stammen meist aus der Region im direkten Umfeld der Arbeitsagentur. Klar, Arbeitgeber wissen auch, dass ungelernte Aushilfskräfte nicht so mobil sind wie ein Facharbeiter. Wer eines der Jobangebote haben will, sollte anpacken können und keine Angst vorm Schwitzen haben. Das sollte einem schon klar sein, wenn man das Jobcenter aufsucht, um einen Nebenjob zu ergattern.

Was kann man mit einem Tagesjob so verdienen?

Ein bisschen stimmt das Vorurteil mit dem modernen Tagelöhner natürlich schon. Zumindest im Hinblick auf die Zahlweise. Den Lohn des Tages gibt es jeden Tag nach getaner Arbeit bar auf die Hand, also als „Cash in der Täsch“. Aber wieviel ist das? Es hängt von der geleisteten Arbeit, der Stundenzahl ab. Pro Stunde darf man etwa acht Euro Nettolohn rechnen. Das kommt ungefähr hin und differiert natürlich ein wenig, je nach Arbeit und Arbeitgeber.

Auch wichtig: wer bei seinem vorübergehenden Arbeitgeber mit Leistung glänzt, kann schon mal gefragt werden, ob er nicht Interesse hat, öfters mal auszuhelfen. Das kann nicht nur einen Zusatzverdienst bedeuten. Nein, es kann auch der Einstieg bei dem neuen Arbeitgeber sein. Wenn der Arbeitgeber zufrieden ist, kann er doch den Neuen einstellen, denn wie oft fallen Mitarbeiter plötzlich und dauerhaft aus? Ein Autounfall auf dem Weg zur Arbeit; eine Schwangerschaft, die man dem Arbeitgeber am Montagmorgen mitteilt; ein unerwarteter Großauftrag; es gibt viele Gründe, warum ein Unternehmer schnell nach einer Besetzung einer Stelle sucht – und dankbar ist, wenn er den Kontakt zum Jobber gehalten hat, der die Lücke bravourös ausfüllen kann.

Gibt es Tagesjobs in ganz Deutschland?

Na klar gibt’s die. In jeder größeren Stadt in Deutschland findet man Jobvermittlungen für Nebenjobs oder Tagesjobs. Wie kommt man da dran? Ganz einfach: einfach mal bei der lokalen Arbeitsagentur nachfragen. Auch wenn man dort noch den Amtsschimmel wiehern hört, kümmern sich die meisten der Herren Beamten rasch und gerne um den Nachfrager. Die für den jeweiligen Wohnort zuständige Agentur findet man auf der Webseite der Agentur für Arbeit.


Bildnachweis: © unsplash.com – Todd Quackenbush

Über Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

Leave A Reply