Die Zukunft der Arbeit: Auswirkungen auf Führungskräfte und Mitarbeiter

Die Zukunft der Arbeit: Auswirkungen auf Führungskräfte und Mitarbeiter

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Die Zukunft der Arbeit wird stark geprägt durch Industrie 4.0. Hierbei handelt es sich um eine Bewegung, bei der Technik einen immer höheren Stellenwert bekommt. Dies wirkt sich natürlich auf die gesamte Arbeit aus und bringt Veränderungen mit sich, die durch Mitarbeiter und Führungskräfte aufgefangen werden müssen.

Die Zukunft der Arbeit: Was sind die Veränderungen in der Arbeitswelt?

Die Veränderungen in der Arbeitswelt mit dem Fokus auf der Zukunft der Arbeit haben viele Gesichter. Bestrebungen, Digitalisierung mehr einzubinden, gab es schon länger. Ein großes Thema an dieser Stelle ist das Teleworking. Bereits seit einigen Jahren wird diese Möglichkeit von Unternehmen aufgegriffen. Für die Mitarbeiter sollte das Teleworking natürlich in erster Linie Vorteile mit sich bringen. Mehr Flexibilität und dadurch eine höhere Arbeitsmotivation wurden vorhergesagt. Dies hat sich jedoch nicht bewahrheitet, denn das Teleworking wurde von den Mitarbeitern vor allem als unfair empfunden.

So haben die Unternehmen für die Arbeit von unterwegs sechs Stunden angesetzt. Arbeitszeiten, die darüberhinaus gingen, wurden nicht vergütet und auch nicht aufgeschrieben. Unbezahlte Überstunden für mehr Motivation? Die Verärgerung war groß und der gewünschte Effekt trat nicht ein.

Die Digitalisierung kann dennoch nicht aufgehalten werden. Das Problem liegt dabei auch nicht in der Technik, sondern in den Unternehmen. Die Veränderungen in der Arbeitswelt brauchen die passende Strategie. Kann diese nicht entwickelt werden, bringt auch die aktuelle Technik nur wenig. Grundsätzlich werden die Veränderungen als Chance für das Unternehmen gesehen. Wie diese Chance bei der Arbeit der Zukunft ergriffen werden soll, ist jedoch noch nicht sicher.

Die digitale Gesellschaft: Arbeit der Zukunft ins Leben einbinden

Eine große Thematik bei der Arbeit der Zukunft ist die Work-Life-Balance. Das digitale Leben lässt sich sehr gut zwischen Freizeit und Arbeit aufteilen. Eine ständige Erreichbarkeit ist für die Mitarbeiter jedoch eine Herausforderung. Das Smartphone wird zu einem Begleiter, der Tag und Nacht dafür sorgt, dass gerade auch Themen rund um die Arbeit immer wieder im Vordergrund stehen. An dieser Stelle müssen Führungskräfte ansetzen. Sie haben die Aufgabe, Sorge für ihre Mitarbeiter zu tragen und darauf zu achten, dass diese ausreichend Ruhezeiten haben.

Eine ständige Erreichbarkeit ist für die Mitarbeiter jedoch eine Herausforderung. (#01)

Eine ständige Erreichbarkeit ist für die Mitarbeiter jedoch eine Herausforderung. (#01)

Auch beim Home-Office ist das ein Thema. Die ständige Erreichbarkeit ist einer der Nachteile der Digitalisierung, der noch deutliche Veränderungen in die Arbeitswelt bringen wird. Die Zukunft der Arbeit liegt unter anderem auch in dem Fakt, dass es möglich ist, schnell reagieren und agieren zu können. Kunden erwarten eine schnelle Reaktion der Unternehmen auf Probleme. Dies setzt die Mitarbeiter und auch die Führungskräfte unter Druck. Sie haben die Aufgabe, hier die passende Balance zu finden.

Teleworking bei der Arbeit der Zukunft

Das Thema Teleworking ist dennoch nicht vom Tisch, denn nach wie vor spielt es eine große Rolle bei der Arbeit der Zukunft. Durch die Digitalisierung wird dies noch deutlich leichter voranschreiten. Von zu Hause aus arbeiten ist für viele Mitarbeiter ein Wunsch, der so erfüllt werden kann. Oft gehen Führungskräfte davon aus, dass die Nachfrage besonders hoch ist. Ganz so ist es allerdings nicht. Mitarbeiter geben an, dass sie zwar durchaus Interesse am Arbeiten zu Hause haben, der Besuch auf der Arbeit wird jedoch ebenfalls nicht als negativ empfunden.

Beim Teleworking sehen Führungskräfte unterschiedliche Vor- und Nachteile. In erster Linie besteht die Angst, keine Kontrolle über die Mitarbeiter zu haben und so nicht einschätzen zu können, was sie machen und wie gut sie wirklich arbeiten. Die Mitarbeiter sehen den Nachteil eher darin, dass sie nicht mehr im persönlichen Kontakt zu den Kollegen und Führungskräften stehen und in diesem Zusammenhang den Anschluss auf Arbeit verlieren. Zudem gehen Führungskräfte davon aus, dass Sie Mitarbeiter deutlich besser jederzeit erreichen können. Gerade die Mail ist ein Medium, das dabei aufgegriffen wird. Doch an dieser Stelle liegt die Gefahr für die Mitarbeiter.

Hilfreich sind Schulungen zum Umgang mit der Digitalisierung im Zusammenhang mit der Arbeit. Die Zukunft der Arbeit wird nicht dadurch geprägt, dass Angestellte keine Freizeit mehr haben und immer erreichbar sein müssen. Stattdessen geht es darum, durchaus erreichbar zu sein, aber auch selbst entscheiden zu können, wann hier ein Schlussstrich gezogen wird. Teleworking ist also noch ein Thema, das einen hohen Stellenwert bekommen wird.

Personalwesen im Bereich der Zukunft der Arbeit

Die Digitalisierung wird einen Einfluss auf das Human Resource Management haben. Rund 90 Prozent der befragten HR-Manager gehen davon aus, dass es hier zu starken Wandlungen kommen wird. Dabei soll der Fokus in erster Linie auf einem deutlich schnelleren Recruiting liegen, was für die Führungskräfte natürlich ein guter Punkt ist. Auch die Dokumentation der Unterlagen kann einen neuen Weg gehen. Weg von Papier und hin zu digitaler Dokumentation – dies soll für die Umwelt besser werden und auch für die Abläufe im Unternehmen. Ein Problem bei dieser Theorie ist jedoch der Blick auf die sozialen Kontakte. Da die Auswahl der potenziellen Mitarbeiter durch die Digitalisierung sehr viel leichter durchgeführt werden kann, ist es nicht mehr notwendig, einen großen Wert auf soziale Kontakte zu legen.

Weg von Papier und hin zu digitaler Dokumentation – dies soll für die Umwelt besser werden und auch für die Abläufe im Unternehmen. (#02)

Weg von Papier und hin zu digitaler Dokumentation – dies soll für die Umwelt besser werden und auch für die Abläufe im Unternehmen. (#02)

Hierbei steht das Recruiting ganz oben auf der Liste. In der Vergangenheit war die Suche nach Mitarbeitern immer einem ähnlichen Schema gefolgt. Die Ausschreibungen wurden veröffentlicht und Bewerbungen gesichtet. Nicht immer war ersichtlich, ob ein Bewerber wirklich passt. Die Liste an Bewerbungsgesprächen war lang, das hat vor allem viel Zeit gekostet.

Dafür gab es aber die eine oder andere Überraschung in Bezug auf die Bewerber. Bereits in den letzten Jahren hat sich hier aber auch schon viel getan. Die Wege für die Suche nach Mitarbeitern wurden geändert. Von der Zeitung ging es in das Internet und auch auf Empfehlungen wird heute vermehrt gesetzt. Tatsächlich haben Inserate in der Zeitung bis heute einen hohen Stellenwert, auch wenn die Auswahl nachlässt. Die Suche nach Jobs auf diesen Wegen wird noch immer gerne in Anspruch genommen. Job-Portale sind natürlich ein weiterer Faktor der Zukunft der Arbeit.

Das Internet als Bereich für das Recruiting hat eine wichtige Bedeutung. Neben den Job-Portalen steht hier auch Social Media ganz oben auf der Liste. Dies hat in erster Linie finanzielle Vorteile für das Unternehmen. Die Stellenausschreibungen über Social Media sind kostenfrei und werden möglicherweise sogar geteilt. Schon verbreitet sich das Feld, in dem die Suche durchgeführt werden kann.

Online-Bewerbungen sorgen für unterschiedliche Meinungen

Liegt die Zukunft der Arbeit bei den Online-Bewerbungsverfahren, wenn es um das Recruiting geht? Diese Frage dürften sich Führungskräfte häufiger stellen. Online-Bewerbungstests sind in Zeiten der Digitalisierung zu einer interessanten Möglichkeit geworden, um Personal zu finden. Sie sollen dafür sorgen, dass Befindlichkeiten gar nicht die Chance haben, die Auswahl zu beeinflussen. Hier geht es allein um das Können und das Wissen der Bewerber. Gerade die Mitarbeiter sehen kein Problem darin, ein Verfahren zu durchlaufen und sich so einen Teil des Bewerbungsverfahrens im persönlichen Kontakt zu sparen.

Der Tenor ist positiv, denn auch für die möglichen neuen Mitarbeiter ist diese Variante eine Ersparnis von Zeit und Aufwand. Skeptischer sehen es jedoch die Führungskräfte. Obwohl diese eigentlich durch die Verfahren entlastet werden sollten, Führungskräfte sehen das Problem hier vor allem darin, dass eben der persönliche Kontakt fehlt und es so passieren kann, dass die Einschätzung nicht passt.

Doch Experten sehen dieses Problem weniger. Tatsächlich gehen sie davon aus, dass gerade das große Interesse der Bewerber zeigt: Hier gibt es Potenzial für einen ehrlichen Prozess und ein faires Verfahren, bei dem gut mitgemacht wird. An dieser Stelle stehen also vor allem die Führungskräfte noch vor der Frage, wie hier weiter verfahren wird.

Die Zukunft der Arbeit: Hier muss Hand in Hand gearbeitet werden

Der Blick auf die Zukunft der Arbeit zeigt, dass Führungskräfte und Mitarbeiter vor allem bereit sein müssen, gemeinsam Hand in Hand zu arbeiten. Nur wenn dies gewährleistet wird, dann können die technischen Neuerungen und die Digitalisierung auch von Vorteil für beide Seiten sein. Dazu gehört vor allem, dass die Führungskräfte sich der Unsicherheit und den Ängsten der Mitarbeiter bewusst sind. An dieser Stelle gibt es häufig Probleme. Zwar wird verstanden, dass sich Sorgen in Bezug auf den eigenen Arbeitsplatz entwickeln. Wie man diesen Sorgen begegnen soll, ist jedoch oft nicht klar.

Die Zukunft der Arbeit – hier muss Hand in Hand gearbeitet werden (#03)

Die Zukunft der Arbeit – hier muss Hand in Hand gearbeitet werden (#03)

Eine gute Möglichkeit, die Veränderungen zu verstehen und auch damit arbeiten zu können, sind Aus- und Weiterbildungen zur Thematik. Angestellte werden auf diese Weise an die Hand genommen und es ist möglich, ihnen deutlich zu machen, dass ihr Arbeitsplatz sich zwar verändert, dabei aber dennoch bestehen bleibt. Digitalisierungen lassen sich besser verstehen, wenn der Sinn dahinter deutlich wird. Hier besteht die Chance, dass die Weiterbildungen sogar Nischenwissen ermöglichen. So haben Angestellte die Möglichkeit, noch aktiver zu werden und auch branchenübergreifend zu arbeiten, wenn sie das möchten.

Die Ausbildung der eigenen Angestellten bringt auch für das Unternehmen zahlreiche Vorteile mit sich. Auch wenn hier erst einmal Kosten anfallen, so ist es doch empfehlenswert darüber nachzudenken, stärker mit Schulungen zu arbeiten und den Angestellten im Unternehmen eine Zukunft und Perspektive zu zeigen. Auch die Schulung von Führungskräften ist dabei ein wichtiges Thema und sollte nicht unterschätzt werden. Die Reaktionen der Führungskräfte auf die Veränderungen sind für die Mitarbeiter besonders wichtig.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: sdecoret, #01: Ekaphon maneechot, #02: Cressida studio, #03: Peshkovat

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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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