Berufsspieler: So macht man sein Hobby zum Beruf

Frauen an die Macht! So dachte sich auch der Hamburger Renn-Club und hat seit einiger Zeit zwei Schatzmeisterinnen im Vorstand. Ilona Vollmers und Catharina Wind gehören zum Alten und zum Jungen Vorstand.

Frauen setzen sich durch

Es gibt Generationen von Frauen, die noch in einer Zeit groß geworden sind, in der ihnen nichts zugetraut wurde. Nicht, dass sie zwingend nur an den Herd gesollt hätten, doch auch eine kaufmännische Lehre müsste doch reichen, um über die Runden zu kommen! Während also die Brüder Ingenieure wurden, durfte die Schwester Kauffrau oder Verkäuferin werden. Neue Wege wurden nicht leicht gemacht und immer wurde deutlich, dass Frauen in einer Männerdomäne nichts zu suchen hätten.

Diese Zeiten haben sich endlich geändert! Heute machen auch Frauen das, worauf sie Lust haben. Auch wenn sie immer noch damit zu kämpfen haben, dass sie für die gleiche Leistung schlechter bezahlt werden, so können sie doch erst einmal jeden Beruf erlernen, den sie möchten. Auch sie können Ingenieurswissenschaften studieren, werden Elektrotechnikerinnen oder IT-Fachkräfte. Gleichberechtigung ist heute zumindest bei der Berufswahl selbstverständlich! Dennoch sind Frauen als Berufsspielerinnen und im Galopprennsport vergleichsweise neu.

Der Hamburger Renn-Club steht stellvertretend für die anderen Clubs dieser Art, die es in Deutschland gibt.

Der Hamburger Renn-Club steht stellvertretend für die anderen Clubs dieser Art, die es in Deutschland gibt. (#01)

Renn-Club als Wirtschaftsunternehmen

Der Hamburger Renn-Club steht stellvertretend für die anderen Clubs dieser Art, die es in Deutschland gibt. Sie alle eint eine Eigenschaft: Sie sind Wirtschaftsunternehmen, die entsprechende Einnahmen vorweisen müssen, die einen Gewinn erwirtschaften sollen und für die Verluste verheerend sein können. Dabei spielen vor allem die Wetten eine Rolle, denn durch die zahlreichen Angebote im Internet ist das Wettgeschäft eingebrochen. Es kam zwar nicht vollständig zum Erliegen, doch wirklich gut geht es ihm längst nicht mehr. Dies ist auch auf https://www.sportwetten.net ersichtlich, denn hier ist klar, welch großen Bereich derartige Wetten einnehmen.

Das Derby läuft nur eine Woche und muss so viel Profit abwerfen, dass es dem Wirtschaftsunternehmen Renn-Club halbwegs gut geht. Bis zu 200 Mitarbeiter sind dann damit beschäftigt, die Grasbahn in Ordnung zu bringen, die Begrenzungen aufzubauen und die übrige Rennstruktur zu errichten. Etwa 3,8 Millionen Euro müssen dafür investiert werden, wobei rund zwei Millionen in den Rennsport und in die Prämien für die Pferdebesitzer fließen, das restliche Geld geht in die Wirtschaft. Diese Einnahmen müssen erst einmal hereingeholt werden!

Der Galopprennsport ist nicht mit anderen Sportarten zu vergleichen, findet er doch deutlich weniger Anhänger in Deutschland. (#02)

Der Galopprennsport ist nicht mit anderen Sportarten zu vergleichen, findet er doch deutlich weniger Anhänger in Deutschland. (#02)

Wetten bestimmen alles

Der Galopprennsport ist nicht mit anderen Sportarten zu vergleichen, findet er doch deutlich weniger Anhänger in Deutschland. Verglichen mit dem Fußball nimmt der Rennsport nur eine kleine Nische ein, die Bilder für Übertragungen müssen sogar selbst vom Renn-Club hergestellt werden. Lediglich die ARD unterbricht die Tour de France bzw. deren Übertragung, um das wichtigste Rennen im Deutschen Derby in Hamburg zu zeigen.

Gleichzeitig spielen die Wetten eine Rolle, die auch durch den Jungen Vorstand platziert werden. Rennsport und Wetten gehören einfach zusammen und letzten Endes lebt der Rennsport von den Wetten. Allerdings werden die Wetten nicht ganz unbelastet gesehen. Das Derby wirkt immer ein wenig wie eine Mischung zwischen Pferdeleistungsschau und Volksfest, das Wetten hat hier Tradition. Allerdings ist alles reglementiert und das gesamte Geld geht in die Totalisatoren.

Mögliche Gewinne werden kontrolliert und somit korrekt ausgeschüttet, theoretisch dürfte diese Vorgehensweise über jeden Zweifel erhaben sein. In der Praxis ist es aber so, dass die Wetten hierzulande mit denen in Amerika, Großbritannien oder Asien verglichen werden, wo alles noch ein wenig größer und teurer sein muss, nicht aber reeller zugeht. Wohl auch daher haben Wetten ihr negatives Image.

Video: Catharina Wind über Young Turf Day

Berufsspielerinnen gehen neue Wege

Auch wenn die genannten Damen Wind und Vollmers keine Berufsspielerinnen im herkömmlichen Sinne sind, können sie dennoch als solche bezeichnet werden. Denn ihr Erfolg beruht zum großen Teil auf Glück und auf dem Eintreffen der erhofften Ereignisse. Man hofft auf steigende Besucherzahlen durch den Young Turf Day, zu dem besonders niedrige Eintrittspreise geboten werden und der sich an die jüngere Generation von Pferde- und Wettfreunden richtet. Es gehört in den entsprechenden Kreisen nicht mehr zum Pflichtprogramm, beim Derby gesehen zu werden. Heute ist da, wer eben Zeit hat und wer nicht, bleibt dem Rennen fern. Früher undenkbar!

Die beiden Damen suchen nach neuen Wegen, um die Leute wieder für den Rennsport zu begeistern und ihr Geld auf dem Platz zu lassen. Dabei ist alles vom Glück abhängig und anders als Designer für Computerspiele, die auch als Berufsspieler bezeichnet werden können, verdient der Junge Vorstand sein Geld nicht mit jedem verkauften Artikel, sondern mit dem großen Gesamtpaket, bei dem alles stimmen muss. Wenn nicht, reichen keine einfachen Nachbesserungen, denn die Auswirkungen eines Fehlers oder einer falschen Entscheidung werden auch im Jahr danach sowie in den Folgejahren spürbar sein.

Video: Das Zockerparadies (Teil 1) | Experience – Die Reportage | kabel eins Doku

Rennsport-Vorstand und Berufsspieler: Die Gemeinsamkeiten

Wer sein Hobby zum Beruf machen und professioneller Glücksspieler werden möchte, hat einiges mit den beiden erwähnten Damen gemeinsam:

  • Sie müssen mit Geld gut umgehen können
  • Charakterstärke und Toleranz sind gefragt.
  • Disziplin und Stärke bei Verlusten sind wichtig.-
  • Sie müssen sich immer wieder neu motivieren können.
  • Sie müssen Alternativen finden.

Für einen Berufsspieler ist es allerdings sehr wichtig, etwas Geld auf der hohen Kante zu haben. Denn kaum etwas ist schlimmer, als in die „spielerische Selbstständigkeit“ zu gehen und nicht zu wissen, wovon das Abendessen oder gar die Miete bezahlt werden könnte. Meist gilt es, wenigstens einige Monate zu überbrücken, denn das Glücksspiel als Beruf ist in den seltensten Fällen etwas, das direkt Gewinn abwirft.

Es gibt sie natürlich, die wenigen Beispiele für erfolgreiche Berufsspieler, die tatsächlich von ihren Spieleinnahmen leben können. Sie sind aber auch wirklich vom Erfolg verwöhnt und haben ein gehöriges Quäntchen Glück abbekommen. Wem das nicht vergönnt ist, der sollte das Spielen besser als Hobby betreiben! Zumal die Gefahr besteht, dass das einmal gesetzte Geld schneller wieder weg ist, als dem Spieler lieb ist.

Eine einmalige Glückssträhne ist gut und kann viele Verluste wieder wettmachen, doch ziemlich sicher folgt daraufhin eine Pechsträhne oder es kommen wenigstens Phasen des Pechs. Diese müssen überbrückt werden können. Bei den Damen Vollmers und Wind hingegen ist es eher so, dass wenn sie den Renn-Club wieder zum Erfolg verholfen haben, so schnell kein Einbruch bei den Einnahmen droht.

Wer sein Hobby zum Beruf machen und Berufsspieler werden möchte, darf sich nicht einfach auf den Spaß verlassen. (#03)

Wer sein Hobby zum Beruf machen und Berufsspieler werden möchte, darf sich nicht einfach auf den Spaß verlassen. (#03)

Spaß reicht nicht

Wer sein Hobby zum Beruf machen und Berufsspieler werden möchte, darf sich nicht einfach auf den Spaß verlassen. Denn auch wenn jeder mit Freude bei der Arbeit dabei sein sollte, so muss er doch immer einiges an Fachwissen mitbringen. Das ist beim Spielen nicht anders! Lernen Sie alles über Poker, Black Jack oder Roulette und vergessen Sie nicht, dass Sie statistisch gesehen immer zu den Verlierern zählen werden. Der Grund: Onlinecasinos legen größten Wert darauf, den Spielern alles zu erschweren. Das heißt, die Casino-Betreiber wollen nicht, dass allzu große Gewinne fließen.

Das wiederum ist kein Wunder, schmälern die ausgeschütteten Gewinne an die Spieler doch den eigenen Erlös. Anders sieht es mit Sportwetten aus, diese sind immer eine Glückssache und hier kommen Sie auch mit Glück weiter. Doch nicht ohne Fachwissen! Sie sollten die Materie kennen wie kaum etwas anderes, sollten wissen, wann welcher Spieler (oder welches Pferd) am besten drauf ist und welche äußeren Bedingungen einen Einfluss haben könnten. Auch das ist eine Gemeinsamkeit mit den Damen des Jungen Vorstands des Renn-Clubs: Auch sie müssen wissen, welche Bedingungen für die Rennen am besten sind und versuchen, bei den Vorbereitungen auf die Schaffung der optimalen Bedingungen hinzuwirken.

Wer gerne zockt, mag durchaus auf die Idee kommen, dass Berufsspieler eine tolle Alternative zum derzeitigen Job wäre. Nach den ersten Gewinnen zeigt sich, dass hier durchaus Einnahmen zu erlangen sind.(#04)

Wer gerne zockt, mag durchaus auf die Idee kommen, dass Berufsspieler eine tolle Alternative zum derzeitigen Job wäre. Nach den ersten Gewinnen zeigt sich, dass hier durchaus Einnahmen zu erlangen sind.(#04)

Berufsspieler als Alternative?

Wer gerne zockt, mag durchaus auf die Idee kommen, dass Berufsspieler eine tolle Alternative zum derzeitigen Job wäre. Nach den ersten Gewinnen zeigt sich, dass hier durchaus Einnahmen zu erlangen sind. Doch ein einziger schlechter Tag kann alles zunichtemachen! Von einem geregelten Einkommen ist hier wahrlich nicht die Rede. Wer es jedoch wagen möchte, sollte sich erst einmal nebenberuflich als Spieler versuchen. Fließen die Einnahmen wie gewünscht oder sogar noch darüber hinaus, darf immer noch darüber nachgedacht werden, den derzeitigen festen Job an den Nagel zu hängen. Bis dahin ist er das Sicherheitsnetz, das Sie auffängt, wenn es mit der Karriere als Berufsspieler nicht klappen sollte.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:  Mick Atkins  -#01: GeptaYs -#02:  manlio_70 -#03:  ASDF_MEDIA  -#04: nazarovsergey

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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