Site vorschlagen: Growth-Hacking und Karriere fördern

Was haben das „Site vorschlagen“ und Growth-Hacking gemeinsam? Es ist ein Zusammenhang, welchen der Chef ganz sicher zu schätzen weiß. Und deshalb ist das „Site vorschlagen“ auch der Karriere so förderlich!

Eine lohnenswerte Site vorschlagen – und mehr als Dank ernten

Seien wir doch mal ehrlich. Ein Unternehmen voranzubringen, ist sicherlich die Aufgabe des Chefs – respektive der Geschäftsleitung bei größeren Unternehmen. Doch oftmals sind es kleine, banale Dinge, welche ein Unternehmen im Wettbewerb mit anderen fitter machen. Und gerade diese kleinen Dinge fallen meist eher den Mitarbeitern auf als den Chefs.

  • Eine Vereinfachung im Arbeitsablauf, die täglich kostbare Arbeitszeit einspart, erhöht die Effizienz des Betriebs.
  • Eine Erwähnung des Unternehmens in einem prominenten Social Media Channel macht das Unternehmen unerwartet, aber nachhaltig bekannter.
  • Eine Webseite, die einen nützlichen Service anbietet, welcher dem Unternehmen eine kostspielige Entwicklung einer Software erspart, erweist sich als glücklicher Fund, wenn er denn dem Chef berichtet wird.

„BVW“: Die „Verbesserungsvorschläge“

Ganz neu ist die Idee nicht. Die deutsche Wirtschaft kennt schon seit Jahren das betriebliche Vorschlagswesen – kurz BVW genannt. Wer eine Idee hat, die das Unternehmen voran bringt, der wird seinen Optimierungsvorschlag dem Verantwortlichen für das „Ideenmanagement“ vorstellen und einreichen. Hier wird dann geprüft und berechnet, wie hoch der Nutzen für das Unternehmen ist. Je nach berechneter Höhe erntet der Mitarbeiter ein Lächeln oder eine satte Prämie.

Wer die Produktion nachhaltig optimiert, darf mit einer satten Prämienzahlung rechnen. Schwieriger ist es mit Ideen und Tipps, deren Nutzen nur schwer in Euro und Cent auszudrücken sind. Da haben wir oben das Beispiel des prominenten Social Media Channels. Das „Mehr“ an Bekanntheit lässt sich nicht direkt in ein „Mehr“ an Umsatz umrechnen. Die Vertriebsmannschaft spürt es wohl, wenn sie hört „Ach, Sie waren doch letzte Woche auf dem Kanal von XY zu sehen. War echt cool!“. Doch in diesem Fall wird es mit der Prämienzahlung schwierig.

Growth Hacking vs. Verbesserungsvorschläge

Die Gründerszene ist es, die dem „BVW“ den Gnadenstoß versetzt. Statt einen „Antrag“ zu stellen, gehen die Mitarbeiter in Startups zum Gründer und sagen ihm „Hey, ich habe da was entdeckt, was uns echt weiterbringen könnte. Willst du es dir mal anschauen?“ Und der Gründer spurtet stracks mit den Mitarbeitern an den PC und schaut sich das an. Schnell überlegt er, welchen Impact das Fundstück haben kann und es wird meist oft ein Weg gefunden, „das einfach mal auszuprobieren“.

Neues und Ungewöhnliches ausprobieren und die Wirkung ermitteln. Gutes beibehalten, weniger Gutes stoppen. Mit vielen kleinen Verbesserungen das Unternehmen insgesamt voranbringen. Das ist Growth Hacking. Es ist die Veränderungskultur, welche die deutsche Wirtschaft nicht selbst erfunden hat. Und sie tut sich schwer damit.

Sean Ellis: „3 stages of Growth Hacking Success“

Sean Ellis prägte den Begriff „growth hacker“ einst im Jahr 2010. Es dauerte aber, bis „Growth Hacking“ in Deutschland Fuß fasste. Seit etwa 2012 versuchen sich auch etablierte Unternehmen in der Technik. Neue Wegen zu mehr Wachstum basieren zunehmend auf Methoden und Ideen des amerikanischen Growth Hacking. Das Buch „Growth Hacking mit Strategie: Wie Startups und Unternehmen ihr Wachstum beschleunigen“ des Jahres 2017 widmet sich eben dem Einsatz des Growth Hacking in etablierten Unternehmen.

Das „Site vorschlagen“ ist ein Einstieg

Die tägliche Arbeit findet oft auch im Internet statt. Mitarbeiter, die mit offenen Augen durchs Netz streifen, sehen Vieles, was dem Unternehmen nützen könnte. Ob man dem Chef eine gefundene Site vorschlagen wird, hängt auch von der Motivation des Mitarbeiters ab. In einem Startup ist es wahrscheinlicher, dass die gute Idee den Weg zum Chef findet.

Etablierte Unternehmen müssen da noch ein wenig an ihrer Unternehmenskultur arbeiten. Mit dem Mitarbeiter auf Augenhöhe zu reden, ist da oft der Einstieg. Sich selbst als wertvolles Mitglied der Unternehmenscrew zu fühlen, das Wesentliches zum Unternehmenserfolg beitragen kann, gehört aber auch zum Lernstoff der deutschen Angestellten.

Soll ich wirklich?

Dem Cheffe mal ein Fundstück, eine wirklich gute Site vorzuschlagen, wäre eine Probe aufs Exempel. Je nach Reaktion zeigt, wie weit die Unternehmenskultur gediehen ist. Der Vorschlag zeigt aber auch, dass Sie als Mitarbeiter den nächsten Level bereits erklommen haben. Wenn der Chef das zu schätzen weiß, fahren Sie auf dem richtigen Dampfer. Wenn nicht, sollten Sie überlegen, von Bord zu gehen. Sie brauchen einen Förderer, damit Sie Ihre Kreativität ausleben können.

Also einfach mal dem Chef eine Site vorschlagen und mehr über sich und das Unternehmen erfahren.

Über Hans-Jürgen Schwarzer

Hans-Jürgen Schwarzer

Hans-Jürgen Schwarzer (Link Google+) leitet die Online-Agentur schwarzer.de software + internet gmbh. Als Unternehmer und Verleger in Personalunion wie auch als leidenschaftlicher Blogger gehört er zu den Hauptautoren von startup-report.de. Innerhalb seiner breiten Palette an Themen liegen dem Mainzer Lokalpatriot dabei vermeintlich „schräge“ Ideen oder technische Novitäten besonders am Herzen.

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