Selbstdarstellung im Internet: Darauf ist zu achten

Egal ob Social Media, oder privater Blog: Mit der Selbstdarstellung im Internet sollte man es nicht übertreiben. Schließlich kann man nie wissen, wer sich die Seite einmal ansieht. Daher gilt hier: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Wie die eigene Darstellung im Internet aufgenommen wird

Mit der Präsentation der eigenen Online-Identität hat man die Möglichkeit, sein eigenes Bild im Internet positiv darzustellen. Manchmal geht es den Bloggern und Postern jedoch nicht nur darum, sich selbst in einem guten Licht zu zeigen. Oft möchten sie gerade die peinlichen Momente auf lustige Weise festhalten und teilen.

Doch so etwas kann sich ungünstig auf eine Bewerbung und damit auf die berufliche Karriere auswirken. Immer öfter sehen sich die Personalverantwortlichen in den sozialen Netzwerken um, wenn sie die Bewerber näher kennenlernen möchten.

Wenn die digitale Identität unprofessionell wirkt, amüsiert das die Leser vielleicht, doch zu alberne oder intime Bilder sind für den guten Eindruck nicht gerade förderlich. Auch eine amateurhafte Selbstdarstellung im Internet kann die Besucher der Homepage oder der Facebook-Seite abschrecken. Genau aus diesem Grund sollte sich jeder bei seinem eigenen digitalen Auftritt fragen, wie weit der Einblick in die privaten Erlebnisse gehen soll.

Eine amateurhafte Selbstdarstellung im Internet kann die Besucher der Homepage oder der Facebook-Seite abschrecken. (#01)

Eine amateurhafte Selbstdarstellung im Internet kann die Besucher der Homepage oder der Facebook-Seite abschrecken. (#01)

Wie die Selbstdarstellung im Internet seriös wird

Für den gepflegten und seriösen Auftritt ist es wichtig, dass die Internet-User ihren korrekten Namen angeben und ein ernst zu nehmendes Profil anlegen. Im Web fasst man zu denjenigen, die ihre Identität auf nüchterne Weise preisgeben, am ehesten Vertrauen.

Ein Pseudonym kann in gewissen Kreisen nützlich und sicher sein, doch in den meisten Fällen ist es besser, den eigenen Namen anzugeben. Die folgende Tabelle zeigt an ein paar Beispielen, welche Fehler man vermeiden sollte und wie man es richtig macht. Folgende Beispiele sollen das noch einmal anschaulich darstellen:

unseriös seriös
Mailadresse tweety123@t-online.de

m.muster@t-online.de

max.muster@web.de

Name

Prinzessin 123

XYZ

William Shakespeare

Max Muster

Dr. Manfred Mustermann

Beruf

Traumtänzer

Musikus

Anwalt

Physiotherapeut

selbstständiger Texter

Bei den üblichen Provideradressen ist die nötige Seriosität gewährleistet, gleichgültig, ob man bei hotmail.de oder web.de angemeldet ist. Wer sich bewerben möchte, der sollte wissen, dass die Personalabteilungen die üblichen Mailanbieter kennen und keine Probleme mit yahoo, gmx und den anderen Providern haben.

Die Provider und der Spam-Ordner

Wer sich mit Bezugnahme auf seinen Blog und auf seine Mailadresse bewirbt, der sollte darauf achten, ob die Antwort des Unternehmens eventuell im Spam-Ordner ankommt. Durch die Werbezeilen, mit denen die Provider auf ihre eigenen Leistungen hinweisen, ist es kaum möglich, einen Spam-Eingang zu vermeiden.

Man kann die Unterzeile nicht deaktivieren, da sie erst erscheint, wenn man die Mail abgeschickt hat. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Spam-Ordner zu kontrollieren, wenn man auf eine Antwort wartet.

Die individuelle Gestaltung der Internetpräsenz

Wer seine Selbstdarstellung der Welt im Internet zugänglich machen möchte, der hat bei der Gestaltung viele Möglichkeiten. Die eigene Homepage im Web lässt sich mit einem Baukastensystem strukturieren.

Auch für die Blogsysteme stehen vorbereitete Lösungen bereit, die den Benutzern diese Aufgabe erleichtern. Allerdings machen nicht alle vorgefertigten Designs im weltweiten Netz einen seriösen Eindruck. Wer die grundlegende Strukturierung durchschaut, der erkennt auf einen Blick, ob es sich um eine Baukasten-Homepage handelt oder ob die Besitzer der Homepage mehr Erfahrung im Webdesign haben.

Auch für die Blogsysteme stehen vorbereitete Lösungen bereit, die den Benutzern diese Aufgabe erleichtern. (#02)

Auch für die Blogsysteme stehen vorbereitete Lösungen bereit, die den Benutzern diese Aufgabe erleichtern. (#02)

Gute Ideen für die Selbstdarstellung

Auf der Homepage oder im Blog hat man die Möglichkeit, der ganzen Welt seine Interessen zu zeigen. Hier erfahren die Leser, für welchen Sport man sich begeistert und welche Themen einem am Herzen liegen.

Wer seinen Blog als eine Art digitale Bewerbung nutzt, der sollte nicht auf solche persönlichen Hintergrundinformationen verzichten, denn sie machen das Kennenlernen einfacher. Wer jedoch ausschließlich private Anekdoten und Bilder einstellt, der verlässt die seriösen Wege und wirkt wenig professionell.

Bei der beruflich orientierten Selbstdarstellung im Internet ist es wichtig, einigermaßen gepflegt aufzutreten und die üblichen geschäftlichen Grundregeln zu respektieren. Dazu gehören beispielsweise ein Kontaktformular und ein Impressum, die im Optimalfall auch von den Unterseiten aus erreichbar sind.

Selbstdarstellung im Internet: Die eigene Internetseite optimieren

Wer als Selbstständiger eine Homepage im Internet betreibt, sollte nicht mit Fremdwerbung arbeiten. Banner von anderen Firmen entsprechen oft nicht dem Design und beeinflussen das Gesamtbild. Auch für diejenigen, die ihren Webauftritt als digitale Bewerbung planen, sind solche Banner ungeeignet.

Eine klare Strukturierung ist wichtiger für die übersichtliche Navigation. (#03)

Eine klare Strukturierung ist wichtiger für die übersichtliche Navigation. (#03)

Die Experten weisen außerdem darauf hin, dass ein Intro die Besucher oft abschreckt, da es zu Verzögerungen beim Aufrufen führt. Eine klare Strukturierung ist wichtiger für die übersichtliche Navigation. Die wichtigen Tipps bei der Planung einer seriösen Homepage lauten:

  • keine Fremdwerbung verwenden
  • den Aufbau eindeutig gliedern
  • möglichst wenig Animationen oder Flash-Elemente einsetzen

Beim Farbdesign und bei der Gliederung stehen einem viele Optionen zur Auswahl, die gerade bei einem privaten Auftritt im Netz aus dem Rahmen fallen dürfen. Im Vordergrund steht jedoch das möglichst übersichtliche und professionelle Design.

Wofür interessiert sich die Welt?

Beim Erstellen des Seiteninhalts für die Selbstdarstellung ist es wichtig, an die Leser zu denken. Die Besucher kommen nicht nur aus dem privaten Bekanntenkreis. Tatsächlich hat die ganze Welt Zugang zu den eingestellten Informationen. Über die sozialen Verbindungen im Web kann man sich über Sport, Kultur und andere Themen austauschen. Genau zu diesem Zweck werden die unzähligen Blogs auch geschrieben: um Gleichgesinnte zu finden und um neue Anregungen zu erhalten.

Ebenso wie die Unternehmen, die im Internet eine Selbstdarstellung präsentieren, sollten auch die Privatleute eigene Texte erstellen und dabei auf den Mehrwert dieser Inhalte achten. Zudem ist es ratsam, sich mit den typischen Lesegewohnheiten zu befassen. Das hilft einem beim Layout der Menüzeilen, Stichworten und zusätzlichen Infos.

Durch die überlegte Strukturierung gelangen die Besucher schnell zu den Themen, die für sie relevant sind. Die Verantwortlichen in dem Betrieb, in dem man sich beworben hat, werfen gerne einen Blick auf die Hobbys, doch für sie steht die berufliche Entwicklung im Fokus. Freunde und Verwandte informieren sich hingegen vor allem über die privaten Ereignisse.

Selbstdarstellung im Internet: Aktualität zählt!

Im Internet verändert sich ständig etwas. Neue Trends ersetzen die alten, sowohl beim Design der eigenen Webseite als auch bei den Inhalten. Sogar die Wortwahl verwandelt sich innerhalb von wenigen Jahren. Für diejenigen, die ihre Selbstdarstellung im Internet vorantreiben möchten, heißt das: Immer wieder Aktualisieren. Nur diejenigen, die flexibel und schnell sind, können die hohen Maßstäbe erfüllen, die von den Internet-Usern aufgestellt werden.

Veraltete Informationen gehören deshalb ins Archiv und nicht auf die ersten Seiten beim Internetauftritt.

Ebenso wie in den sozialen Medien reagieren die Leser sonst verärgert, wenn sie mehrere Tage keine aktuellen Nachrichten erhalten. Bei einer professionell aufgebauten Homepage sollte daher mindestens einmal in der Woche ein Update erfolgen. Nur damit hält man die Aufmerksamkeit der Besucher wach, die gerne wiederkommen, wenn sie auf interessante News hoffen können.

Für diejenigen, die ihre Selbstdarstellung im Internet vorantreiben möchten, heißt das: Immer wieder Aktualisieren. (#04)

Für diejenigen, die ihre Selbstdarstellung im Internet vorantreiben möchten, heißt das: Immer wieder Aktualisieren. (#04)

Wie wichtig ist die Selbstdarstellung tatsächlich?

Experten für Kommunikationswissenschaft sowie Psychologen haben erforscht, wie das Internet die Menschen beeinflusst. Einerseits hat man wenig Kontrolle darüber, was andere schreiben, andererseits möchte man sich selbst möglichst vorteilhaft präsentieren.

Die Personalchefs wissen das und ziehen deshalb eine Grenze zwischen Beruf und privater Freizeit. Trotzdem sind alberne Fotos oder Peinlichkeiten in einigen Fällen kaum zu übersehen.

Die Nutzer sollten darauf achten, dass sie selbst möglichst gute Inhalte präsentieren. Damit wird die Selbstdarstellung seriös und nicht übertrieben. Waghalsige Selfies möchte der zukünftige Chef sicherlich nicht sehen. Und auch die typische Egozentrik im Netz muss nicht sein.

Wer seine eigene Homepage oder einen Blog gestaltet, sollte nicht den Fehler begehen, nur von sich zu erzählen. Richtig gut wird der eigene Internetauftritt, wenn man an die Besucher denkt und sich an den aktuellen Geschehnissen aus den Bereichen Sport, Politik und Gesellschaft orientiert.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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