Bewerbungsfrisuren: Haar-Knigge für Bewerbungsfotos, Vorstellungstermin und Job

Bewerbungsfrisuren: Haar-Knigge für Bewerbungsfotos, Vorstellungstermin und Job

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Bereitet man sich auf ein Vorstellungsgespräch vor, steht die Frage nach der passenden Frisur meist nicht im Mittelpunkt. Tatsächlich beeinflusst die Frisur eines Menschen neben der Kleidung aber den so wichtigen ersten Eindruck und das in einem nicht geringen Ausmaß. Aber mit welcher Frisur punktet man im Vorstellungsgespräch und im Beruf? Und von welchem Styling sollte man lieber die Finger lassen?

Tipps für gepflegte Haare

Selbst die schönste Frisur sieht bei kaputten oder strähnigen Haaren ungepflegt aus. Deshalb ist es wichtig, seine Haare regelmäßig und richtig zu pflegen.

  1. Haartyp bestimmen
    Die meisten Frauen kennen ihren eigenen Haartyp. Bei den Männern ist das häufig nicht der Fall. Dabei ist es für die Wahl der Pflegeprodukte wie Shampoo oder Haarkur wichtig zu wissen, was die eigenen Haare brauchen.
    Im Internet kann man mit Hilfe von Tests leicht seinen eigenen Haartyp bestimmen wie zum Beispiel hier (https://www.sebamed.de/mein-haar/haarberatung.html) .
  2. Die richtigen Werkzeuge verwenden
    Kämme und Bürsten sollten aus Naturborsten sein und nicht aus Plastik. Naturborsten verteilen das natürliche Haarfett besser und machen die Haare somit glänzender.
  3. Richtig bürsten
    Vor dem Waschen sollten die Haare gründlich durchgebürstet werden. So werden Reste von Stylingprodukten wie Gel oder Haarspray bereits zum größten Teil entfernt. Auch abends vor dem zu Bettgehen sollten die Haare gründlich von allen Rückständen gereinigt werden.
    Verknotungen im Haar sollten immer mit Vorsicht und nie durch stumpfes Ziehen entwirrt werden, da die Haare sonst abbrechen können.
  4. Richtig waschen
    Generell gilt: Haare sollten nicht zu oft gewaschen werden. Jeden Tag ist zu oft, alle zwei Tage reicht da völlig.
    Wie bereits erwähnt, sollte man Produkte verwenden, die auf den eigenen Haartyp abgestimmt sind. Außerdem ist es ratsam, einmal in der Woche eine Haarkur zu verwenden, um die Haarstruktur zu schützen.
  5. Haare richtig trocknen
    Nach dem Waschen müssen die Haare ordentlich getrocknet werden. Dabei darf man die Haare auf keinen Fall trockenrubbeln! Das schadet der Struktur des Haares und kann es abbrechen. Stattdessen sollte man sie vorsichtig trockendrücken.
    Auch beim Föhnen ist Vorsicht geboten. Der Föhn sollte nicht zu heiß eingestellt sein, da zu viel Hitze den Haaren schadet. Besonders Frauen sollten Geräte wie Glätteisen oder Lockenstab nur mit Hitzeschutzprodukten verwenden, da diese Geräte direkt mit dem Haar in Kontakt kommen und dabei hohe Temperaturen entwickeln.
  6. Regelmäßig zum Friseur
    Damit die eigenen Haare gesund und glänzend bleiben, sind regelmäßige Friseurbesuchen unverzichtbar. Bei langen Haaren sollten die Spitzen ab und zu nachgeschnitten werden, um Spliss zu vermeiden.
    Außerdem sollte jede Frisur, ob lang oder kurz regelmäßig in Form geschnitten werden, da sonst nach einiger Zeit ein recht unordentlicher Eindruck entstehen kann.

Das richtige Styling für das Bewerbungsfoto

Neben der richtigen Kleidung ist auch die Frisur für ein Bewerbungsfoto enorm wichtig. Hier ist es es immer eine gute Idee, den eigenen Frisör um Rat zu fragen. Er kennt Ihre Haarstruktur und weiß, welche Frisuren Ihrer Gesichtsform schmeicheln.

Trotzdem sollte man sich nie am Tag des Termins eine komplette Typveränderung verpassen lassen. Normalerweise brauchen Menschen etwa eine Woche, um sich an einen neuen Schnitt oder an eine neue Haarfarbe zu gewöhnen. Fühlt man sich also nicht auf Anhieb wohl, kann das zu Unsicherheit führen, welche sich auf die Ausstrahlung auswirkt.

Oft genügt es, vor dem Termin für das Bewerbungsfoto und dann vor dem Vorstellungsgespräch zum Frisör seines Vertrauens zu gehen und sich die Frisur etwas in Form schneiden und dann ordentlich föhnen zu lassen.

Bei Männern sollten die Haare frisch gewaschen und gepflegt sein. Bei Stylingprodukten ist Vorsicht geboten. Die Haare sollten auf keinen Fall mit Gel zugekleistert sein.

Umfragen zeigen, dass Männer mit Glatze und Halbglatze deutlich seltener zum Vorstellungsgespräch eigenladen werden als Männer mit vollen Haaren. Nicht zuletzt aus diesem Grund versuchen Männer mit Halbglatze, ihre restlichen Haare über die lichten Stellen zu kämmen und sie so zu kaschieren. Tatsächlich bewirkt diese Technik aber genau das Gegenteil – sie betont die Stellen mit den fehlende Haaren noch zusätzlich.

Die richtige Frisur für das Bewerbungsgespräch

Die Wahl der richtigen Frisur für ein anstehendes Bewerbungsgespräch ist nicht zu vernachlässigen. Zusammen mit der Kleidung hat das Styling der Haare einen großen Einfluss darauf, ob der berühmte erste Eindruck positiv oder eher negativ ausfällt.

Fakt ist: Sowohl beim Bewerbungsfoto als auch beim Vorstellungsgespräch schaut das Gegenüber 90 Prozent der Zeit auf den Kopf und ins Gesicht. Niemals sollte man also mit ungewaschenem, strähnigen Haar bei seinem Vorstellungstermin auftauchen. Unabhängig von der Haarlänge ist es aber auch wichtig, dass die Haare nicht zu unordentlich oder chaotisch aussehen. Die Haare sollten irgendwie aus dem Gesicht gebunden oder gekämmt werden. Denn chaotische, im Gesicht hängende Haare verbinden Menschen schnell mit einer chaotischen Art zu arbeiten.

Die Wahl der eigentlichen Frisur ist besonders bei Frauen ein wichtiger Bestandteil der Wirkung, die ein Mensch auf andere hat. Aber wie sollten Frauen und Männer auf Bewerbungsbildern und beim Vorstellungsgespräch ihre Haare am besten tragen? Frauen haben bei langen Haaren besonders viel Auswahl.

Betrachten Sie diese beiden Bilder und überlegen Sie dann, wie die Frau auf dem jeweiligen Bild auf Sie wirkt.

Bewerbungsfrisur Nr. Eins: Offenes Haar (#1)

Bewerbungsfrisur Nr. Eins: Offenes Haar (#1)

Bewerbungsfrisur Nr. Zwei: Offenes Haar (#2)

Bewerbungsfrisur Nr. Zwei: Offenes Haar (#2)

Die Bilder zeigen die gleiche Frau in der selben Kleidung. Der einzige Unterscheid ist die Frisur. Und trotz dieses geringen Unterschiedes ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Frau mit dem Pferdeschwanz als kompetenter und intelligenter eingeschätzt wird als die mit den offenen Haaren, groß.

Studien und Umfragen zeigen, dass Frauen mit zurückgebundenem Haar von anderen als viel professioneller und kompetenter gehalten werden als Frauen mit offener Wallemähne. Eine Umfrage einer australischen Friseursalon-Kette ergab, dass 73 Prozent der Befragten die Frisur, also Styling, Farbe und Schnitt, in die Bewertung über die Professionalität eines Bewerbers mit einfließen lassen.

Frauen mit langen Haare sollten ihre Haare also am besten zusammenbinden, sei es zu einem Dutt oder einem Pferdeschwanz. Einzelnen Strähnen, die das Gesicht umspielen, sind eher kontraproduktiv, der Look darf also durchaus streng sein. Das gilt besonders für Frauen mit lockigen Haaren. Untersuchungen zeigen, dass besonders Frauen mit langen, dunklen Locken in der Mehrheit als naiv und unsicher gelten.

Männliche Typen sind gefragt!

Die Soziologin Anne von Rennenkampff kam im Rahmen ihrer Forschungen für ihre Promotion zu einem interessanten Ergebnis:

Ob Bewerber oder Bewerberin – je mehr männliche Attribute ein Kandidat hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er oder sie den Job bekommt. Das gilt für Bewerberinnen noch mehr als für Bewerber. Frauen mit kurzen Haaren haben somit gute Chancen. Laut einer Studie der Yale University werden sie als intelligent und selbstbewusster eingeschätzt als Frauen mit langen Haaren.

Langhaarige Frauen sollten trotzdem nicht einfach zum Frisör eilen und sich knapp vor dem Vorstellungsgespräch ihre Haare kurz schneiden lassen. Solch starke Typveränderungen sollten gut überlegt sein und lassen die Trägerin schnell unsicher wirken, da es Zeit braucht, sich an den neuen Schnitt zu gewöhnen. Im Internet finden sich viele Videos mit Anleitungen für passende Frisuren für lange Haare wie zum Beispiel hier

Und was ist mit den Männern?

Im Vorstellungsgespräch eher hinderlich, im Job gefragt: die Glatze (#3)

Im Vorstellungsgespräch eher hinderlich, im Job gefragt: die Glatze (#3)

Männer müssen sich über ihre Frisur weniger Gedanken machen. Gewaschen und gepflegt sollte die Haare sein. Wichtig ist vor allem, dass sie überhaupt Haare haben. Männer mit Glatze werden in der Regel weniger häufig zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen als Männer mit Haaren.

Das gleiche gilt auch für Männer mit dünnem Haar oder Halbglatze. Ihnen wird unter anderem weniger Kreativität im Job zugetraut als Männern mit Haaren. Erstaunlicherweise gilt dies nur für Bewerbungsfotos und die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Im Job ändert sich die Meinung über Männer mit Glatzen.

Über die Wirkung der Frisur…

Die Studie eines Professors für Management der Wharton School von Pennsylvania förderte interessante Ergebnisse zu Tage:

Der Professor zeigte seinen Probanden Fotos von Männern mit verschiedenen Frisuren. Die Frisuren reichten von vollen Haaren bis zu einer Glatze. Tatsächlich waren es immer die gleichen Männer. Die Haare wurden lediglich mit Photoshop verändert.

Die Probanden wurden gebeten, die Männer einzuschätzen und ihnen Attribute wie selbstsicher, stark oder führungsstark zuzuordnen. Die Männer mit Glatzen wurden durchgehend als dominanter, maskuliner und selbstbewusster eingestuft als die Männer mit Haaren.

Tragen Sie einen Bart, sollte er vor dem Vorstellungsgespräch ordentlich gestutzt werden. Dazu sollten selbstverständlich keine Essensreste darin zu finden sein.

Welche Harfarbe zum Bewerbungsgespräch ? (#4)

Welche Harfarbe zum Bewerbungsgespräch ? (#4)

Die Frage nach der Farbe

Ombré Hair, Dip-Dye Hair und knallbunte Farben – heute gibt es bei Haarfarben fast nichts, was es nicht gibt. Doch wie wirkt sich das in einem Bewerbungsgespräch aus?

Zunächst gilt: Wenn Sie sich die Haare färben oder tönen, dann sollte es eine möglichst natürliche Farbe sein. Farben wie Rosa, Grün oder zu extremes Rot sind für die wenigsten Berufe passend. Zwar gibt es immer Ausnahmen in weniger konservativen Berufen, trotzdem sollte man immer so natürlich wie möglich wirken.

Auch bei gefärbten Haaren ist die Pflege wichtig. Durch das Färben sind sie oft strapaziert, glanzlos und stumpf. In diesem Fall sollte man auf jeden Fall spezielle Produkte für colorierte Haare verwenden.

Auch die Wirkung der natürlichen Haarfarbe eines Menschen nimmt auf den ersten Eindruck Einfluss. Frauen mit blondem Haar strahlen zum Beispiel mehr Professionalität aus als Frauen mit rotem Haar. Tatsächlich zeigen Umfragen, dass Frauen mit rotem Haar am wenigstens Kompetenz ausstrahlen.

Keine gute Kombination im Bewerbungsgespräch: Rote Haare und Locken (#5)

Keine gute Kombination im Bewerbungsgespräch: Rote Haare und Locken (#5)

Es gibt Umfragen, die zeigen, dass dunkelhaarigen, aber besonders Frauen mit schwarzen Haaren am ehesten beruflicher Erfolg zugetraut wird. Sie wirken offensichtlich professioneller und ehrgeiziger als Frauen mit blonden oder roten Haaren.

Bei Frauen kommt Blond übrigens nicht so gut an: Blonde Männer gelten bei ihnen als weniger intelligent und schneiden auch in punkto Attraktivität nicht so gut ab wie Männer mit dunklen Haaren. Auch lange Haare bei Männern kommen in der Regel nicht gut an. Sie erinnern zu sehr an die Hippiebewegung.

Trotzdem ist von panischen Umfärbeaktionen abzuraten. Zum einen fallen solche Farbveränderungen schnell auf, da sie oft nicht dem eigenen Typ entsprechen. Zum anderen sollte man seinen eigenen Stil für ein Bewerbungsgespräch nicht verleugnen. Bekommen Sie den Job, werden Sie sich irgendwann in ihrem verstellten Selbst nicht mehr wohl fühlen und das wirkt sich dann unmittelbar auf ihre Ausstrahlung aus.

Frisuren im Job

War das Vorstellungsgespräch erfolgreich und man hat den Job bekommen, stellt sich neben der Frage nach der angemessenen Kleidung erneut die Frage nach der richtigen Frisur für den Arbeitsalltag.

Frauen profitieren auch im Berufsalltag davon, eher männlich zu wirken. Psychologen zufolge werden Attribute wie aktiv, sachlich und analytisch mit Erfolg gleichgesetzt. Das sind alles Attribute, die in der Regel Männern zugeordnet werden. Frauen hingegen gelten als fürsorglich und eher sozial- als wettbewerbsorientiert. Deshalb müssen Frauen, die sich eher weiblich geben, im Job oft mehr tun, um anerkannt zu werden.

Allzu weibliche Kleidung kann ein Hemmnis für die Karriere sein (#6)

Allzu weibliche Kleidung kann ein Hemmnis für die Karriere sein (#6)

Was für die Kleidung gilt, gilt auch für die Haare. Nicht umsonst sieht man Geschäftsfrauen mit eher kurzen als langen Haaren. Das sich Frauen aber extrem männlich im Job geben ist heute selten geworden.

Man muss sich als Frau also nicht die langen Haare abschneiden, um im Job als kompetent angesehen zu werden. Am wichtigsten für Frauen und auch Männer ist es, dass sie sich mit ihrer Frisur wohlfühlen. Fühlt man sich wohl, strahlt man automatisch Zufriedenheit und Selbstbewusstsein aus.

Hat man keine Idee, wie man seine Haare im Berufsalltag tragen soll, empfiehlt es sich, mal auf die Frisuren der neuen Kollegen zu achten. So findet man schnell heraus, was im Betrieb erwartet und akzeptiert wird. Sich verstellen und somit verleugnen sollten Sie sich aber nicht, da dies schnell auf die Stimmung niederschlägt. Im Zweifelsfall sollten Sie einen Kompromiss zwischen eigenen Vorlieben und Erwartungen des Betriebs finden.

Es gibt einige wenige Ausnahmen, in denen der Betrieb über die Frisuren seiner Mitarbeiter mitentscheiden darf. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Haare ein Risiko für die Sicherheit des Mitarbeiters darstellen. Ein langer, nicht am Kopf festgeklemmter Zopf könnte sich zum Beispiel durchaus in einer Maschine hängen bleiben und so ernsthafte Verletzungen verursachen. Aber auch Hygienebestimmungen stellen eine solche Ausnahme da. Es ist dem Arbeitgeber aber auch möglich, bestimmte Richtlinien, zum Beispiel hinsichtlich besonders auffälligen Farben, aufzustellen. Das kann durchaus bei der Arbeit am Schalter einer Bank der Fall sein. Entscheiden Sie sich dann dafür, Ihre Haare grün zu färben, kann man sie in der Regel zwar nicht feuern, eine Strafversetzung kann der Farbwechsel aber durchaus zur Folge haben.


Bildnachweis: © Fotolia – #1 + #2 Picture-Factory, #3 contrastwerkstatt, Titelbild + #4 merydolla, #5 drubig-photo, #6 Daniel Ernst

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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Marius BeilhammerBewerbungsfrisuren: Haar-Knigge für Bewerbungsfotos, Vorstellungstermin und Job