Flexibilität in der heutigen Selbständigkeit

Gerade die Möglichkeit, Leben und Arbeitsumstände flexibel zu gestalten, gilt als Hauptbeweggrund für viele Existenzgründer, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Doch Flexibilität ist auch eine Notwendigkeit, um erfolgreich zu sein.

Warum ist Flexibilität so wichtig?

Wer als Gründer eine neue Firma aufmacht, befasst sich im Vorfeld zunächst einmal vor allem mit der Planung des ganzen Konzepts. Das Stichwort Businessplan ist hierfür ein Synonym, denn ohne gute Planung geht natürlich nichts. Finanzierung, Marktkenntnis über Produkt bzw.

Dienstleistung sowie die gewünschten Zielgruppen und viele andere Dinge wollen dabei berücksichtigt sein. Flexibilität erscheint zunächst nicht auf dem Zettel, allenfalls im Hinblick auf die Aussicht, flexibel die eigenen Arbeitszeiten bestimmen zu können oder an unterschiedlichen Orten tätig zu sein. Dass die Flexibilität aber noch ganz andere Perspektiven birgt und essentiell für den Erfolg ist, wird oftmals ausgeblendet oder nicht richtig verstanden. Das größte Missverständnis dabei ist sicherlich, dass Flexibilität und Spontaneität mit Planlosigkeit verwechselt werden. Man kann (und sollte) auch dann flexibel sein, wenn alles genau durchgeplant ist.

Pläne haben die Eigenart, nach den ersten Erfahrungen angepasst werden zu müssen. Nur selten läuft alles wie geplant und wer dann nicht über die notwendige Flexibilität verfügt, sich den Bedingungen anzupassen, läuft Gefahr zu scheitern. Auf der anderen Seite muss nicht gleich jede Abweichung vom Plan zur großen Revolution führen und sicherlich sollte man auch nicht sofort auf jeden Zug aufspringen, der als Trend an einem vorbeifährt. Aber das Ohr am Puls der Zeit zu haben, auf Kundenwünsche und Marktrealitäten einzugehen, ist mindestens ebenso wichtig wie die Bereitschaft, flexibel bei den Arbeitszeiten und in anderen Dingen zu sein.

Als Existenzgründer muss man flexibel sein und viele Tätigkeiten auf einmal ausüben. (#1)

Als Existenzgründer muss man flexibel sein und viele Tätigkeiten auf einmal ausüben. (#1)

Wem gegenüber muss man flexibel sein?

Bei Selbstständigen, die dabei sind, ein Unternehmen aufzubauen, ist die Flexibilität besonders wichtig, denn man muss erst einen Kundenstamm aufbauen und zufriedene Kunden bei der Stange halten. Man muss also vor allem den Kunden gegenüber flexibel sein. Der Wunsch des Kunden, der bekanntlich König ist, sollte (im Rahmen gewisser Grenzen) immer an erster Stelle stehen. Insbesondere dann, wenn man mit ein wenig Flexibilität die Kundenzufriedenheit stark steigern kann, sollte man das tun.

Dazu gehören etwa:

  • kundenfreundliche Öffnungszeiten bzw. Erreichbarkeit
  • kulanter Umgang mit Beschwerden und Reklamationen – auch wenn sie vielleicht nicht berechtigt sind
  • Anpassung an Änderungen der Kundenwünsche, sofern das technisch und finanziell umsetzbar ist
  • Offenheit für Alternativen, falls etwas anders läuft als gedacht

Diese Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber sie zeigt, in welche Richtung die Reise geht: Zufriedene Kunden produziert man durch Flexibilität. Das bedeutet nun nicht, dass man bis zur Selbstaufgabe jeden einzelnen Kunden 100-prozentig zufriedenstellen kann – denn das gibt es nirgendwo. Aber dort, wo Kulanz und Flexibilität wenig oder gar keine Zusatzkosten verursachen, zahlen sie sich in der Regel aus. Kundenwünsche zu berücksichtigen, ist aber auch aus einem anderen Grund wichtig.

Je nach Branche ist das Feedback von Kunden immens bedeutsam. So kann ein Restaurant noch so ambitioniert mit der Menükarte sein; wenn den Kunden die Gerichte nicht schmecken oder sie andere Präferenzen haben, sollte man flexibel genug sein, seine eigenen Ideen zu überprüfen. Auch Anregungen von Kunden haben manchmal das Potenzial für eine nachhaltige Umsetzung – man sollte also offen bleiben für Ideen, auch wenn sie nicht die eigenen sind. Bei aller Flexibilität gegenüber den Kunden sollte man aber auch nicht gleich jeden Trend zur neuen Religion erheben und sich komplett darauf ausrichten.

Einzelmeinungen sind wichtig, aber es sind und bleiben eben Einzelmeinungen. Insgesamt den eigenen Plan zu verfolgen und flexibel auf Kunden zu reagieren, ist für eine ausgewogene Geschäftspolitik der beste Weg. Kunden sind jedoch nur ein Aspekt der Selbstständigkeit. Denn die meisten Existenzgründer arbeiten mit Lieferanten oder zumindest mit Kooperationspartnern zusammen. Und hier gilt ebenfalls, dass die Bereitschaft zur Flexibilität vorhanden ist. Ein offenes Ohr für Wünsche und Anregungen von Geschäftspartnern ist nicht nur für die Beziehung zwischen Unternehmer und Kunde wichtig, sondern eben auch im Hinblick auf reibungslose Abläufe mit Lieferanten und Kooperationspartnern.

Es gilt: Wer sich flexibel zeigt, kann seinerseits auf die Flexibilität anderer setzen und in der Folge davon profitieren. Das sture Verfolgen und Festhalten an eingefahrenen Regeln oder Plänen kann kontraproduktiv sein.

Wer den Sprung in die Selbständigkeit wagt, beweist Mut zum Unternehmertum. (#2)

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Wie flexibel sind Selbstständige heutzutage?

Ein großer Anreiz und Vorteil der Selbstständigkeit ist, dass Freiberufler und Existenzgründer diesen Schritt häufig wegen der Flexibilität bei den Arbeitszeiten und Arbeitsorten gehen. Nicht mehr in ein festes Zeitkorsett als Angestellter eingebunden zu sein, bedeutet für viele schon ein Stück Freiheit und Selbstverwirklichung. Das beginnt mit der Frage, von wo aus gearbeitet wird.

Das Homeoffice bietet durch die Möglichkeiten des Internets heute eine nie dagewesene Flexibilität. Was früher nur mit einem großen Zeit- und Geldaufwand durch das Anmieten teurer Büroräume möglich war, kann man heutzutage mit etwas Disziplin und Planung auch von Zuhause aus erledigen. Selbst das Betreiben großer Onlineshops oder anderer Geschäftsbereiche kann vom Homeoffice aus flexibel erledigt werden. Kindererziehung lässt sich für Selbstständige durch diese Art der Flexibilität oft besser mit dem Beruf vereinbaren als ein normaler Bürojob. Doch auch dabei sollte man nicht unterschätzen, dass Homeoffice und Flexibilität auch Nachteile haben, denn die notwendige Ruhe vor Nachbarn, Kindern und Störungen durch Dritte zu finden, ist nicht immer einfach.

Zudem kann man daheim nicht immer Kunden oder Geschäftspartner empfangen. Flexibilität bedeutet darüber hinaus, dass man in vielen Branchen und Bereichen heute nicht mal mehr an einen festen Ort wie das Homeoffice oder ein Büro irgendwo in der Stadt gebunden ist. Sofern eine Anbindung an das Internet sowie ein Laptop, Smartphone oder Tablet zur Hand sind, kann man heutzutage überall tätig sein: Im Café, auf der Parkbank oder zwischen zwei Terminen Zuhause. Die Örtlichkeit richtet sich dabei aber natürlich immer auch nach den Erfordernissen der Branche – wer ein Ladengeschäft benötigt oder viel Kundenkontakt hat, muss sich auch hierfür flexible Lösungen einfallen lassen.

Gleiches gilt für die Arbeitszeiten: Was auf der anderen Seite ein Vorteil durch die relativ freie Zeiteinteilung ist, kann bei hohem Arbeitsaufkommen oder schlecht planbarer Auftragslage dazu führen, dass man vom Leerlauf bis zum Superstress alle Nuancen der Arbeitszeiten abdecken muss. Hier bedeutet Flexibilität also nicht nur Freiheit, sondern unter Umständen eine Erreichbarkeit rund um die Uhr. Abhängig von der Branche kann dies insbesondere bei saisonabhängigen Geschäftsmodellen zum Tragen kommen. Während der Hauptsaison muss man als Selbstständiger oft den Großteil des Jahresumsatzes erwirtschaften – der flexible Zeiteinsatz ist dabei immens wichtig.

Seine beruflichen Träume verwirklicht man am besten mit Flexibilität und Optimismus. (#3)

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Wie können Selbstständige noch flexibler werden?

Diese Beispiele zeigen viele Vorteile und einige Nachteile, die man mit der Flexibilität als Selbstständiger verbindet. Um für Kunden, Lieferanten und Kooperationspartner noch flexibler (und somit attraktiver) als Geschäftspartner zu werden, bieten sich in der modernen Welt glücklicherweise Möglichkeiten, die ebenso flexibel sind. Man muss beispielsweise heute nicht mehr unbedingt dauerhaft Unsummen in eigene Geschäftsadressen oder repräsentative Büro- und Konferenzräume investieren. Insbesondere im Falle einer Expansion an andere Standorte können Einzelunternehmer kaum eine dauerhafte, repräsentative Geschäftspräsenz einrichten, die mit hohen Fixkosten verbunden sind..

Hierfür gibt es aber Lösungen: So bietet der Service von COLLECTION Business Center vielfältige Optionen für die flexible Standortwahl. Von der Anmietung einer repräsentativen Geschäftsadresse mit eigenem Firmenschild an großen Businesszentren über den praktischen Postservice (Annahme, Lagerung und Weiterleitung von Briefen und Paketen) bis hin zur flexiblen Nutzung von Tagesbüros, Konferenz- oder Besprechungsräumen kann man viele sinnvolle Leistungen in verschiedenen Städten buchen. Mithilfe solcher Services wird es möglich, die Flexibilität zu maximieren. Einfacher kann man nicht an verschiedenen repräsentativen Standorten präsent sein.

Fazit: Ohne Flexibilität funktioniert die Selbstständigkeit nicht

Flexibilität ist heute wichtiger denn je, weil die Ansprüche von Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern gewachsen sind. Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte sind Vorteile, die für Existenzgründer eine große Rolle spielen. Sie werden aber auch zur Bedingung, wenn man erfolgreich sein will. Gerade wenn man sich breit und professionell aufstellen möchte, bieten flexible Unternehmens-Services die Möglichkeit, repräsentativ an verschiedenen Standorten tätig zu sein.

Es erleichtert zudem viele Arbeitsabläufe, weil man sich um Dinge wie Postabwicklung und Paketannahme oft aus Zeitgründen nicht selbst kümmern kann. Und so toll ein Homeoffice sein mag: Wer saisonal arbeitet oder wichtige Kunden bzw. Geschäftspartner empfangen will, benötigt hin und wieder repräsentative Räumlichkeiten, um professionell auftreten zu können. Flexibilität gewinnt.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: goodluz -#1: Vasin Lee -#2: Jacob Lund -#3: baranq

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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