Hans + E-Mail

Was haben Hans + E-Mail hier auf Karrierepropeller.de verloren? Um ehrlich zu ein: Hans heißt eigentlich gar nicht Hans. Aber nennen wir ihn einfach mal so. Hans also sitzt Tag für Tag an seinem Schreibtisch, grüßt die Kollegen. Hans schreibt eine E-Mail. Mehr als einmal am Tag tut er das. Das geht jahraus jahrein so und Hans denkt sich nicht viel dabei. Bis eines Tages… Ja, bis eines Tages etwas passiert, das er nicht erwartet hatte.

Hans und die E-Mail

Wenn ich jetzt von Hans und der E-Mail erzähle, dann fange ich mal etwas früher an. Früher bedeutet: zu einer Zeit, da Hans noch nicht an eine E-Mail denkt. Morgens nämlich. Nun denn…

Es ist Freitag. So ein Freitag, wie man sie oft vor dem Wochenende hat. Der Freitag begann bereits etwas zäh. Schon am Frühstückstisch wollte die Kaffeemaschine nicht so recht, wie sie sollte. Es setzte sich dann in der S-Bahn fort. Fast wäre sie ihm vor der Nase weggefahren, als er etwas verpeilt am Bahnsteig stand und den Zug kommen und halten sah. „Ja, einsteigen sollte ich. Am Besten jetzt.“ Ups, die Tür zuckt bereits zu. Da war Hans plötzlich wieder wach und hechtete noch schnell in die S-Bahn hinein.

Die Geschichte von Hans und der E-Mail beginnt an einem grauen Freitag - wie man ganz deutlich sehen kann. An solchen Tagen muss man mit allem rechnen. (Foto: shutterstock - Jaroslav Moravcik, #1)

Die Geschichte von Hans und der E-Mail beginnt an einem grauen Freitag – wie man ganz deutlich sehen kann. An solchen Tagen muss man mit allem rechnen. (Foto: shutterstock – Jaroslav Moravcik, #1)

Was ist denn mit mir heute los? Das hatte ich ja schon lange nicht mehr. Hans setzte sich auf den letzten freien Platz. Neben Hans sitzt ein älterer Herr in grauem Anzug und mit grauem Bart und mit grauem Haar. Ihm gegenüber sitzen … wir lassen mal die Details, denn Hans nimmt diese auch nur noch sehr bedingt wahr. Alles ist so grau heute.

Hans geht wortlos am Empfang vorbei, zieht seine ID-Card an der Zeiterfassung durch und geht in sein Büro. Tür zu. Kaffeemaschine an. Es wird Zeit, dass mal was funktioniert. Als hätte die Kaffeemaschine Hans‘ Flehen gehört, strengt sie sich an und herzallerliebster Kaffeeduft macht sich rasch in Hans‘ Office breit. Der Tag hat es gerade nochmal geschafft. Hans nimmt an seinem Schreibtisch Platz und schaltet den PC ein. Ein sanftes und zufriedenes Lächeln sitzt ihm jetzt auf den Lippen.

Als Hans ’ne E-Mail erhält

Sein E-Mail-Programm öffnet sich und speit E-Mail auf E-Mail aus, die übereifrige Menschen zwischen gestern 17:30 Uhr und heute 08:15 unbedingt verschicken mussten. Hans sieht eine E-Mail, die etwas anders aussieht als die anderen. „Meine Bestellung Nr. 66 345 7 66/66“ liest Hans im Betreff der E-Mail. Was mag das sein? Man muss wissen, dass Hans mit Bestellungen nicht so wirklich viel zu tun hatte. Umso mehr interessiert es ihn, was da den Weg zu ihm gefunden hat.

Hans liest die E-Mail und seine Lippen sprechen stumm jedes Wort aus, das er aus der E-Mail herausfischt. „Liebes Versandteam, ich habe vor neun Tagen in eurem Online-Shop eine rote Handtasche bestellt. Gestern kam das Paket bei mir an und ich öffnete es. Leider habt ihr mir eine smaragdgrüne Handtasche geschickt. Jetzt…“ – Hans liest die E-Mail nicht weiter. Ob da nun jemand eine rote oder eine smaragdgrüne Handtasche erhalten hat, die er womöglich gar nicht bestellt hatte, das interessiert Hans nicht so wirklich. Aber er überlegt, ob er sich mal einen Spaß erlauben sollte. Und Hans kommt zu dem Schluss, dass es gerade jetzt Zeit dafür ist.

Der kleine grüne Schabernack: wie Hans die E-Mail beantwortet

Hans antwortet auf die E-Mail. „Liebe Bianca,“ beginnt Hans seine E-Mail. Er hat nämlich am Ende der E-Mail der Dame deren Signatur entdeckt. „Bianca Wullenweber“ liest er da. „es ist kein Zufall, dass in Ihrem Paket eine smaragdgrüne Handtasche zu finden war.“ setzt Hans seine Antwort-E-Mail fort. „Wenn man es genau nimmt, dann handelt es sich hier um einen typischen Fall wohlwollender Absicht. Ich bin es nämlich, der sich erlaubt hat, Sie vor einem modischen Fehlgriff zu bewahren.“ – Hans überlegt, ob seine E-Mail-Antwort nicht doch etwas zu frech ist. Aber nach ein paar Minuten, einer kurzen Unterbrechung seiner inneren Ruhe, als Ralf, Benko Bush und Richard (ohne Anzuklopfen!) zur Tür hereingestürmt kommen und ihn fragen „Kommst du heute abend mit zur Party? George, Lukas und Noe kommen auch!“ und einem kräftigen Schluck heißem Kaffee schreibt er weiter. Wen es interessiert: Hans hat zugesagt. Werner Zimmer, Niki, Uli, Mr. „Weisser“ White, der Senator aus Texas, 7 andere Kollegen – einschließlich Ray „Podolski“ Marshall und der neuen Kollegin Romana-Et ENA – hatten per E-Mail gestern schon eingeladen.

Hier ist sie, die smaragdgrüne Handtasche, von der Hans in seineer E-Mail spricht. Wir wissen natürlich nicht, wie Hans auf das weisse Paillettenkleid kommt... Kennt er Bianca Wullenweber etwa? (Foto: shutterstock - Olga Brik, #2)

Hier ist sie, die smaragdgrüne Handtasche, von der Hans in seineer E-Mail spricht. Wir wissen natürlich nicht, wie Hans auf das weisse Paillettenkleid kommt… Kennt er Bianca Wullenweber etwa? (Foto: shutterstock – Olga Brik, #2)

„Ich finde, zu Ihrem weißen Paillettenkleid wirkt die rote Handtasche mit ihrem glatten und glänzenden Leder nicht ganz so perfekt. Die smaragdfarbene Handtasche hingegen funkelt mit ihrer krokolederartigen Oberfläche etwas mystisch verwegen, was sich gut mit den glitzernden Pailletten verträgt. Eigentlich müsste es wie im Traum aussehen, wenn Sie beide tragen und mir gegenüber an unserem Tisch Platz nehmen mir und dabei zulächeln.“ Ups, was ist da aus meinen Gedanken in die E-Mail geflossen? Hans erschrickt ein wenig vor sich selbst. Doch er fasst Mut und schreibt weiter.

Die Kollegen und Hans: E-Mail schreiben in Etappen

Hans will gerade ansetzen, seine E-Mail zu vervollständigen, da klopft es. „Jetzt doch nicht!“ dachte er. „Herein!“ rief er – ohne wirkliche Überzeugung. Die Tür öffnete sich und seine Kollegin Kollegin Romana-Et ENA schiebt sich herein. „Du Hans, sag mal, du kommst doch auch zur Party heute abend, nicht wahr?“ Hans sieht ein längeres Gespräch auf sich zukommen. Die neue Kollegin Romana-Et ENA ist schon etwas gesprächig, wie er in den letzten sechs Wochen festgestellt hat. Es entspinnt sich auch, wie von Hans befürchtet, ein längerer Dialog. Was will Romana von mir? Tausend Fragen zu einem Salat, den sie mitbringen könnte, bis hin zu der weltbewegenden Frage, welchen Kuchen Hans am liebsten mag. Hans schwant Schlimmes. Seine Rettung naht in Form von Benko Bush, Uli, Niki, Ralf und Ray „Podolski“ Marshall, die wohl Fetzen des Gesprächs durch die halb offen stehende Tür mitbekommen haben. Es ist aber wohl nicht der Wunsch, Hans vor dem Redefluss von Romana-Et ENA zu retten. Es ist tatsächlich die ganz normale Neugier, die die drei hereintreibt.

Wird Hans seine E-Mail vollenden?

Die Geschichte spitzt sich etwas zu. Ob Hans seine E-Mail wie geplant vollenden und abschicken wird, ob Bianca Wullenweber ihre Meinung über die beste Farbe für ihre Handtasche ändern wird, ob George, Lukas, Noe, Werner Zimmer, Mr. „Weisser“ White, der Senator aus Texas, Ralf, Benko Bush, Uli, Ray „Podolski“ Marshall, Niki, Romana-Et ENA, Richard und 66 andere Kollegen auf der Party treffen werden und vor allem, was bis dahin noch alles geschehen wird ( es sind immerhin noch sieben Stunden Zeit bis zum Beginn der Party ) – all das erfahrt ihr in genau einer Woche, denn dann wird es hier weitergehen.

Bis dahin geduldet euch ein wenig.


Bildnachweis: © Shutterstock – Titelbild Alex_Vinci, #1 Jaroslav Moravcik, #2 Olga Brik

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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