Was beachten bei Wiedereinstieg nach Elternzeit

Was beachten bei Wiedereinstieg nach Elternzeit

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Was sollte man beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit beachten? Das ist eine Frage, die besonders junge Eltern beschäftigt. Wir haben die Antworten.

Was sollte man beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit beachten?

Nachwuchs kündigt sich an! In den meisten Fällen sind das glückliche Nachrichten. Doch Arbeitnehmer, die nach der Geburt des Kindes in Elternzeit gehen möchten, müssen einige Formalitäten beachten und sich im besten Fall bereits vor Beginn der Elternzeit über einige grundlegende Dinge Gedanken machen. Dazu zählt unter anderem die Länge der Elternzeit, die man beantragen möchte. Aber nicht nur.

In Deutschland ist die Zahl der Frauen, die in Teilzeit arbeiten, überdurchschnittlich hoch, Das ergab eine kürzlich durchgeführte Untersuchung der OSZE. Kein gutes Bild für das Hochentwicklungsland Deutschland. (#01)

In Deutschland ist die Zahl der Frauen, die in Teilzeit arbeiten, überdurchschnittlich hoch, Das ergab eine kürzlich durchgeführte Untersuchung der OSZE. Kein gutes Bild für das Hochentwicklungsland Deutschland. (#01)

Elternzeit = Frauensache?

In Deutschland ist die Zahl der Frauen, die in Teilzeit arbeiten, überdurchschnittlich hoch, Das ergab eine kürzlich durchgeführte Untersuchung der OSZE. Kein gutes Bild für das Hochentwicklungsland Deutschland. Denn in nur wenigen anderen Ländern arbeiten Frauen im Schnitt so wenig wie bei uns (auf 20 Stunden kommen Mütter durchschnittlich) und tragen so wenig zum gesamten Haushaltseinkommen bei. In Bezug auf das Haushaltseinkommen führt Deutschland die Liste sogar in negativer Weise an: In keinem anderen untersuchten Land tragen die Frauen so wenig zum Gesamteinkommen des Haushaltes bei wie bei uns.

Auch die gesamte Verteilung der Teilzeit-Arbeit in Deutschland scheint diesen Befund zu stützen: Fast jede zweite Frau, die arbeitet, tut dies in Teilzeit, während es bei den Männern nur jeder zehnte ist. Teilzeitarbeit ist in Deutschland also fast ausschließlich Frauensache und so sieht es auch mit der Elternzeit aus. Bei der Elternzeit zeigen sich nicht nur Unterschiede zwischen Frauen und Männern, sondern auch zwischen West- und Ostdeutschland. Frauen in Westdeutschland beantragen in der Regel 20 Monate Elternzeit, während in Ostdeutschland die Frauen 15 Monate zuhause bleiben.

In Ost und West sind es bei den Männern jedoch häufig nur zwei Monate, in denen sie Zuhause bleiben, nämlich die sogenannten „Vätermonate“, in denen auch der Vater Elterngeld beziehen kann. Mehr noch: 20 Prozent der Väter nehmen überhaupt keine Elternzeit, sondern arbeiten nach der Geburt ihres Kindes wie zuvor weiter: In der Regel in Vollzeit. Dabei ist die Elternzeit in Deutschland per Gesetz geregelt und jeder Elternteil hat einen Anspruch darauf.

Wiedereinstieg nach der Elternzeit: Das gibt es zu beachten

In den letzten Jahren wurden die gesetzlichen Regelungen zur Elternzeit immer weiter verbessert. So ist es Männern und Frauen, die in naher Zukunft Eltern werden möglich, zwischen dem Basis-Elterngeld und dem Elterngeld Plus zu wählen. Das Elterngeld Plus soll dabei gerade Eltern helfen, die nach der Geburt des Kindes in Teilzeit arbeiten möchten. Das ist also etwas, das man bei dem Wiedereinstieg nach der Elternzeit beachten sollte. Mit dem Elterngeld Plus haben beide Elternteile die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten und trotzdem Elterngeld zu beziehen. So will man Familien mehr Freiräume geben und Teilzeitarbeit stärken. Denn das Elterngeld Plus kann man doppelt so lange erhalten, wie das klassische Elterngeld, da man eben auch nur die Hälfte der Bezüge pro Monat erhält.

Video: Elterngeld erklärt: Alles zu Basis, Plus, Partnerschaftsbonus, Steuerklasse & Antrag

Das Elterngeld Plus will die Gleichberechtigung stärken

Das Elterngeld Plus stärkt nicht nur die Teilzeitarbeit von Mutter und Vater, es gibt auch einen weiteren Bonus, wenn sich beide Elternteile die Erziehungsarbeit und auch die Teilzeitarbeit gerecht aufteilen: Stemmen Mutter und Vater des Kindes nämlich gemeinsam eine wöchentliche Arbeitszeit von jeweils 25 bis 30 Wochenstunden, können sie von den neu eingeführten Partnermonaten profitieren. Dann erhalten sie für vier weitere Monate die Beträge, die sie zur finanziellen Absicherung einsetzen können.

Das Elterngeld Plus im Überblick:

  • So wie bei dem klassischen Elterngeld auch, ersetzt das Elterngeld Plus das fehlende Einkommen des Elternteils in Elternzeit und zwar in einer Höhe von 65 bis zu 100 Prozent
  • Das Elterngeld Plus kann doppelt so lange bezogen werden (über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus) wie das klassische Elterngeld, das hat auch Auswirkungen auf die Höhe:
  • Das Elterngeld Plus ist nur halb so hoch, wie das Elterngeld

Elternzeit: Was ist das konkret?

Elternzeit bedeutet ganz einfach, dass sich Mutter und/oder Vater nach der Geburt ihres Kindes von der Arbeit freistellen lassen können. Der Arbeitgeber sollte vorab informiert werden und formal zustimmen, jedoch gibt es einen Rechtsanspruch auf Elternzeit. Das heißt, dass der Arbeitgeber nur unter ganz bestimmten betrieblichen Umständen eine Elternzeit verwehren kann.

Grundsätzlich gilt der Rechtsanspruch auf Elternzeit, bis das Kind drei Jahre alt ist. Wer möchte, hat dabei sogar die Möglichkeit, ganze zwei Jahre auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, allerdings darf das Kind dabei noch nicht acht Jahre alt sein. Auch hier sollte der Arbeitgeber zustimmen – obwohl er das natürlich rechtlich betrachtet nicht müsste.

Als einer der größten Vorteile der Elternzeit nennen viele Eltern den Kündigungsschutz, der damit einher geht. In der Regel sind Väter und Mütter, die sich in Elternzeit befinden, unkündbar. Es gibt natürlich Ausnahmen von dieser Regel, die jedoch sehr selten vorkommen. (#02)

Als einer der größten Vorteile der Elternzeit nennen viele Eltern den Kündigungsschutz, der damit einher geht. In der Regel sind Väter und Mütter, die sich in Elternzeit befinden, unkündbar. Es gibt natürlich Ausnahmen von dieser Regel, die jedoch sehr selten vorkommen. (#02)

Welche Vorteile bietet mir die Elternzeit?

Als einer der größten Vorteile der Elternzeit nennen viele Eltern den Kündigungsschutz, der damit einher geht. In der Regel sind Väter und Mütter, die sich in Elternzeit befinden, unkündbar. Es gibt natürlich Ausnahmen von dieser Regel, die jedoch sehr selten vorkommen. Eine davon ist die Insolvenz des Unternehmens, in dem das Elternteil beschäftigt ist.

Der Kündigungsschutz beginnt zu dem Zeitpunkt, wenn der Antrag gestellt wird, frühestens jedoch acht Wochen vor Antritt der Elternzeit und endet demzufolge auch mit dem Ende der Elternzeit. Unser Tipp was man bei dem Wiedereinstieg nach der Elternzeit beachten sollte: Wer einer Kündigung durch den Arbeitgeber entgehen möchte, der sollte die Elternzeit für einen möglichst langen Zeitraum beantragen.

Unser Tipp was man bei dem Wiedereinstieg nach der Elternzeit beachten sollte: Wer einer Kündigung durch den Arbeitgeber entgehen möchte, der sollte die Elternzeit für einen möglichst langen Zeitraum beantragen. (#03)

Unser Tipp was man bei dem Wiedereinstieg nach der Elternzeit beachten sollte: Wer einer Kündigung durch den Arbeitgeber entgehen möchte, der sollte die Elternzeit für einen möglichst langen Zeitraum beantragen. (#03)

Wie beantrage ich Elternzeit?

Trotz bestehendem Rechtsanspruch auf Elternzeit, sollte man einige Dinge für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit beachten, denn dabei ist ein gutes Verhältnis zum Arbeitgeber das A und O.

  1. Wer in Elternzeit gehen möchte, der sollte dies spätestens sieben Wochen vorher bei dem Arbeitgeber beantragen. Der Antrag ist – aufgrund des Rechtsanspruches eine reine Formalität, sollte aber eingehalten werden und das besonders, wenn man einen Wiedereinstieg nach der Elternzeit plant.
  2. Dem aktuellen Arbeitgeber sollte Zeit gegeben werden, einen passenden Ersatz zu finden. Auch aus diesem Grund ist es ein feiner Zug dem Arbeitgeber gegenüber und rückt den Arbeitnehmer für einen geplanten Wiedereinstieg nach der Elternzeit in ein gutes Licht – wenn er dazu ausreichend Zeit hat. Auch aus diesem Grund sollte man also die sieben Wochen Vorlaufzeit vor der Elternzeit einhalten.
  3. Der Antrag auf Elternzeit sollte den Zeitpunkt beinhalten, wann man den Wiedereinstieg nach der Elternzeit plant. Denn die ersten zwei Jahre der Elternzeit müssen verbindlich festgelegt werden. Wer allerdings innerhalb dieser zwei Jahre bereits wieder in Teilzeit arbeiten möchte, kann dies meist mit seinem Arbeitgeber flexibel vereinbaren. Das sollte man aber beachten, wenn man einen Wiedereinstieg nach der Elternzeit plant.
  4. Es gibt die Möglichkeit, den gesamten Zeitraum der Elternzeit auf drei voneinander unabhängige Zeitabschnitte aufzuteilen. Auch hier ist man im Hinblick auf einen geplanten Wiedereinstieg nach der Elternzeit gut beraten zu beachten, seinen Arbeitgeber frühzeitig und umfassend über die Pläne zu informieren.

Video: Kann auch während der Elternzeit ein Minijob ausgeübt werden?

Lohnt sich eine Babypause?

Unabhängig davon, welche Voraussetzungen der Gesetzgeber für die Elternzeit und einen Wiedereinstieg nach der Elternzeit geschaffen hat, ist eine Babypause für die meisten Eltern eine schöne Erfahrung. Denn wer eine Babypause macht, hat viel Zeit für sein kleines Kind und kann dabei viele schöne Erinnerungen sammeln. Der Beruf muss dabei natürlich auch nicht zu kurz kommen. Heute hat man die Möglichkeit, in Elternzeit zu gehen und sich seinem Kind zu widmen und trotzdem gleichzeitig in Teilzeit zu arbeiten. Ein riesiger Vorteil und meist eine unschätzbare Erfahrung gerade für Eltern, die vor der Babypause immer nur in Vollzeit gearbeitet haben.

Wer möchte, kann die Babypause auf die vollen ersten drei Lebensjahre ausdehnen und sein Kind bis zum Eintritt in den Kindergarten betreuen. Die neue Regelung in Bezug auf das Elterngeld macht es dabei sogar möglich, dass man trotzdem in Teilzeit arbeitet. Beantragt man Elterngeld Plus und arbeitet auch der Vater des Kindes nur in Teilzeit statt in Vollzeit, kann man das Elterngeld Plus sogar vier Monate länger erhalten als das klassische Elterngeld. Eine riesige Chance und gute Gelegenheit also für Eltern, die einen Wiedereinstieg nach der Elternzeit planen, davor aber gerne eine längere Babypause einlegen möchten.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Oksana Shufrych -#01: Phase4Studios  -#02: Olesia Bilkei   -#03: hohotun4ik

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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

Rebecca LiebigWas beachten bei Wiedereinstieg nach Elternzeit