Die Spanische Sprache: Eigentlich ganz leicht, aber mit Tücken!

Die spanische Sprache wird schon in der Schule als zweite Fremdsprache gelehrt. Manch Lernender will sich aber auch für die nächste Urlaubsreise fit machen oder für den Job. Alles ganz einfach, wären da nicht die kleinen Fehler, die sich gern einschleichen!

Spanisch in aller Welt: Hier wird die spanische Sprache gesprochen ( Video)

Die spanische Sprache wird natürlich nicht nur Spanien selbst gesprochen. Auch in anderen Ländern ist sie Erst- oder Zweitsprache, insgesamt gibt es mehr als 400 Millionen Menschen auf der Welt, die Spanisch als Muttersprache sprechen. Als Amtssprache gilt Spanisch in mehr als 20 Ländern, damit wird diese Sprache nach Englisch und Chinesisch am häufigsten verwendet. Beispiele für Länder, in denen Spanisch gesprochen wird, sind unter anderem Mexiko, Honduras, Chile, Peru, Brasilien und Argentinien.

Wer sich nun für den Job fit machen möchte oder allgemein die Arbeitsmarktchancen erhöhen will, kommt deutlich weiter, wenn die spanische Sprache zumindest in Grundzügen beherrscht wird. In Grundzügen heißt, dass eine Verständigung auf Spanisch möglich sein sollte, auch wenn diese nicht perfekt ist. Auch Menschen, die in den Urlaub fahren wollen und diesen in Ländern verbringen möchten, in denen Spanisch die Amtssprache ist, tun gut daran, sich entsprechende Sprachkenntnisse anzueignen.

Video: Wie mächtig ist die spanische Sprache?

Besonderheiten der Sprache: Spanisch ist nicht überall gleich

Die spanische Sprache klingt nicht immer gleich, denn je nachdem, in welchen Ländern sie gesprochen wird, fließen andere Sprachen mit ein. Ein Beispiel dafür sind die Länder Südamerikas: Die Sprachmelodie weist deutliche Unterschiede zu der in Europa auf, außerdem wurden hier indigene Wörter mit verwendet und vermischt.

Das bringt Unterschiede im Wortschatz mit sich, außerdem entstanden dadurch verschiedene Dialekte. Diese wiederum bringen mit sich, dass auch diejenigen, die die Sprache schon länger lernen, oft nicht weiter wissen und die eben gehörte Vokabel nicht kennen. Hier hilft nur: Üben, üben, üben!

Die spanische Sprache weist 24 Konsonanten auf, wobei sich in der Aussprache derselben Unterschiede zur deutschen Sprache zeigen. Vor allem der Buchstabe „S“ ist sehr verschieden. In Spanien wird die Zunge beim „S“ an die obere Zahnreihe gelegt, damit wird der Buchstabe anders als im Deutschen gebildet. Teilweise wird das „S“ auch wie ein „H“ ausgesprochen.

Unterschiede in der Schreibung gibt es weniger, denn auch im Spanischen werden die lateinischen Buchstaben verwendet. Allerdings bekommen manche Buchstaben einen Akzent, so wie das „N“ eine Tilde bekommen kann. Diese wiederum gibt Hinweise auf die richtige Aussprache des betreffenden Wortes.

Auch zur englischen Sprache sind Unterschiede feststellbar, diese beziehen sich unter anderem auf den Wortschatz. Die spanische Sprache weist einen geringeren Wortschatz als die englische auf, daher müssen Sprachschüler nicht ganz so viele Vokabeln lernen.

Als Faustregel gilt: Mit rund 2.500 Vokabeln können sich Nicht-Muttersprachler schon gut ausdrücken, wer aber nahe am Muttersprachler sein möchte, muss rund 10.000 Vokabeln pauken. Klar, dass hier viele häufige Fehler bei Spanischschülern auftreten können, angesichts dieser Vokabelzahl!

Die spanische Sprache wird natürlich nicht nur Spanien selbst gesprochen. Auch in anderen Ländern ist sie Erst- oder Zweitsprache, insgesamt gibt es mehr als 400 Millionen Menschen auf der Welt, die Spanisch als Muttersprache sprechen.( Foto: Shutterstock-stockfour)

Die spanische Sprache wird natürlich nicht nur Spanien selbst gesprochen. Auch in anderen Ländern ist sie Erst- oder Zweitsprache, insgesamt gibt es mehr als 400 Millionen Menschen auf der Welt, die Spanisch als Muttersprache sprechen.( Foto: Shutterstock-stockfour)

Häufige Fehler: Spanische Sprache lernen und Fehler vermeiden ( Video)

Die folgenden Fehler treten beim Lernen der spanischen Sprache besonders häufig auf:

  1. Kein gerolltes „R“

    Im Deutschen wird das „R“ nicht gerollt, sondern als harter Buchstabe gebildet. Genau das ist die erste Hürde für Sprachschüler, denn sie tun sich meist schwer damit, das rollende „R“ zu bilden. Anfangs kann es helfen, statt des „R“ ein „D“ zu sprechen. Wichtig ist, dass die Zunge hinter den Zähnen liegen bleibt und hier vibriert. Das geht mit einiger Übung ganz leicht!

    Die Zunge muss sich praktisch daran gewöhnen, wo sie liegen und wie sie sich bewegen muss. Außerdem sollten erwachsene Sprachschüler keine Scheu davor haben, ein Wort falsch auszusprechen. Das Vorbild sind hierbei die Kinder! Sie plappern einfach drauflos und lernen die Sprache praktisch nebenbei. Das sollten auch Erwachsene hinbekommen und möglichst jede Gelegenheit wahrnehmen, um Spanisch zu sprechen und damit das „R“ und weitere Buchstaben zu üben.

  2. “B“ und „V“ werden verschieden gesprochen

    Im Deutschen kennen wir die Verwendung des „B“ und „V“, welche Unterschiede in der Aussprache aufweisen. Doch in Spanien und spanischsprachigen Ländern werden diese beiden Buchstaben gleich gesprochen. Unterschiede gibt es nur, wenn sich die Stellung verändert, die der Buchstabe innerhalb des Wortes hat. Stehen „B“ oder „V“ am Anfang des Wortes, wird der Buchstabe hart ausgesprochen.

    Die Aussprache ist aber weicher, wenn der betreffende Buchstabe in der Mitte des Wortes steht. Um die Aussprache richtig zu üben, sind Sprachübungen ebenso sinnvoll wie Übungen zum verstehenden Hören. Es hilft nämlich nur, die korrekte Aussprache so häufig wie möglich zu hören, damit dies übernommen und selbstverständlich werden kann.

  3. Wörtliche Übersetzung von Sprichwörtern

    Nicht nur die spanische Sprache kennt andere Sprichwörter als die deutsche, auch in anderen Ländern ist das ein häufiges Problem: Werden Sprichwörter wortwörtlich übersetzt, kommt nicht selten der größte Kauderwelsch heraus.

    Dabei können Sprichwörter gar nicht Wort für Wort übersetzt werden, denn ihre Bedeutung ergibt sich nicht aus dem einzelnen Wort, sondern aus dem Zusammenhang heraus. Viele Sprichwörter sind eher Sprachbilder und müssen im übertragenen Sinne verstanden werden. Das ist bei einer wörtlichen Übersetzung freilich nicht möglich.

    Nur in wenigen Ländern und Sprachen ist die wörtliche Übersetzung der Sprichwörter möglich, meist aber führen sie zu Irrtümern, die zwar oft lustig, dennoch aber nicht minder falsch sind.

    Als Faustregel gilt: Mit rund 2.500 Vokabeln können sich Nicht-Muttersprachler schon gut ausdrücken, wer aber nahe am Muttersprachler sein möchte, muss rund 10.000 Vokabeln pauken. ( Foto: Shutterstock- Daniel M Ernst)

    Als Faustregel gilt: Mit rund 2.500 Vokabeln können sich Nicht-Muttersprachler schon gut ausdrücken, wer aber nahe am Muttersprachler sein möchte, muss rund 10.000 Vokabeln pauken. ( Foto: Shutterstock- Daniel M Ernst)

  4. Sein oder Nicht-Sein?

    Ganz so philosophisch muss die spanische Sprache gar nicht gesehen werden, aber gerade das Wort „sein“ bietet so seine Tücken. In Spanien und spanischsprachigen Ländern wird für „sein“ einmal das Wort „estar“ und einmal „ser“ verwendet. Nicht nur Anfänger sind hier oft verblüfft, wie groß die Fehlerquote bei der Anwendung des passenden Wortes sein kann!

    Dabei ist es gar nicht so kompliziert, denn das Wort „ser“ wird immer dann verwendet, wenn Eigenschaften von Dauer sind. Merkmale einer Person, ihr Name oder ihre Herkunft verändern sich nicht und gelten damit als dauerhafte Merkmale. Auch eine derzeitige Tätigkeit gilt als dauerhaft, auch wenn sie in der Zukunft nicht mehr ausgeübt wird.

    Das Wort „estar“ aber wird verwendet, wenn ein Zustand nur kurzfristig ist. Empfindungen werden als kurzfristig gesehen, auch der Familienstand gilt als vorübergehend. Niemand hat gesagt, dass Spanisch lernen einfach ist!

  5. Falsche Artikel

    Die spanische Sprache kennt verschiedene Artikel, die allerdings häufig genug mit Fallstricken verbunden sind. Es gibt zum Beispiel die Artikel „Las“, „el“, „una“ oder „los“. Und wann wird welcher Artikel verwendet? Die Frage ist schwierig zu beantworten, ebenso wie die Frage, ob überhaupt ein Artikel genutzt werden muss.

    Allerdings finden sich bei den meisten Tipps zum Sprachen lernen auch Ratschläge, wie mit den Artikeln zu verfahren ist, denn dieses Problem tritt in allen Ländern auf. Auch diejenigen, die Englisch oder Französisch lernen, wissen häufig nicht, welcher Artikel nun der richtige ist. Dieses Problem kennen die Einheimischen auch und lächeln höchstens kurz darüber. Der falsche Artikel ist nicht so schlimm!

Video: Spanisch lernen für Anfänger – Tag 1

Wo Spanisch lernen?

Generell sollte man eine Sprache dort lernen, wo sie auch gesprochen wird. Wer also die spanische Sprache erlernen will, geht am besten für einige Zeit nach Spanien oder wählte seine kommenden Urlaubsziele nach den Ländern aus, in denen Spanisch gesprochen wird. Allerdings kann sich nicht jeder eine Sprachreise oder ein Auslandssemester bzw. ein Sabbatical leisten und muss nach anderen Möglichkeiten suchen, die Sprache zu erlernen.

Der angesprochene Urlaub ist eine gute Variante, um mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und erste Sprachkenntnisse anzuwenden oder zu erweitern. Dabei finden es die Einheimischen meist ganz toll, wenn Fremde und Gäste versuchen, in der Landessprache zu kommunizieren.

Gerade ältere Einwohner sehen es nicht gern, wenn jedermann versucht, sich mit Englisch durch das Land zu schlagen. Hierbei ähneln die Spanier den Franzosen, die sich ebenfalls lieber mit einfachen Worten und gebrochen mit Besuchern austauschen, als auf English auszuweichen.

Neben den Sprachreisen, die schon in der Schule als Auslandsjahr absolviert werden können, gibt es noch die Kurse an Hochschulen und Akademien, wo meist von Muttersprachlern unterrichtet wird. Das ist besonders gut, denn so lässt sich die Aussprache besser erlernen, als wenn ein (wenn auch guter) Lehrer unterrichtet, der aber deutscher Muttersprachler ist.

Eine weitere Variante bietet sich durch das Internet, denn inzwischen gibt es zahlreiche Angebote mit guten bis sehr guten Sprachschulen, die nur online unterrichten. Zusätzlich wird hier meist noch eine App geboten, mit der Vokabeln oder Grammatik auch von unterwegs gelernt werden können. Wichtig ist die ausgewogene Mischung, denn neben Vokabeln und Grammatik sollte auch das Hörverständnis ausreichend geschult werden. Übungen zum verstehenden Hören dürfen daher nicht fehlen.

Zuguterletzt gibt es noch die Möglichkeit, Spanisch auf eigene Faust zu lernen. Apps und Vokabeltrainer, das Hören spanischer Musik, das Ansehen spanischsprachiger Filme und der Versuch, E-Books mit Vokabelerklärungen zu lesen, können sehr hilfreich sein. Allerdings bergen sie die Gefahr, dass sich Fehler einschleichen, die mangels eines Lehrers unentdeckt bleiben.

Wer sich allein darauf verlässt, sollte unbedingt mal versuchen, die erworbenen Sprachkenntnisse in Spanien oder anderen Ländern, in denen Spanisch gesprochen wird, anzuwenden. Da zeigt sich meist sehr schnell, ob die Sache tragfähig ist oder nicht. Vielleicht findet sich aber in der eigenen Heimatstadt eine Gruppe Lernender, die sich zusammenschließen können?

So profitiert jeder von dem Wissen der anderen Teilnehmer. Bestenfalls gibt es dazu einen privaten Sprachlehrer, der zumindest in regelmäßigen Abständen die Fortschritte überwacht und etwaige Fehler korrigieren kann.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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