Wiedereinstieg in den Beruf

Wie soll ich den Wiedereinstieg in den Beruf gestalten? Das fragen sich viele Eltern, wenn die Babypause und Elternzeit zu Ende geht. Wir haben Tipps und Anregungen.

Wiedereinstieg in den Beruf: So gelingt es

Kein fordernder Chef, keine lästigen Kollegen und vor allem keine vorgeschriebenen Arbeitszeiten – die Aussicht auf eine längere Auszeit aus dem Berufsleben klingt für werdende Mütter äußerst verlockend. Zu schön ist doch die Vorstellung, die ersten Monate nach der Geburt ausschließlich mit dem eigenen Baby zu verbringen.

Während einige werdende Mütter ihre Babypause schon von langer Hand planen und gleichzeitig ihre Rückkehr an den Arbeitsplatz akribisch vorbereiten, nutzen andere die verdiente Elternzeit, um sich neu zu orientieren und ihre beruflichen Ambitionen in Frage zu stellen. So oder so stellt sich für alle Mütter mit dem Ablauf der Elternzeit die Frage: Wie soll mein Wiedereinstieg in den Beruf aussehen?

Mutter im Käfig – raus aus der Babypause! Monikas Story EP 1/4

Babypause: Zeit für das Kind und zur beruflichen Neuorientierung

Die Kombination aus Baby und Pause klingt zunächst äußerst verlockend. Um die Zeit abseits vom Stillen, Wickeln und Kuscheln auch ganz entspannt genießen zu können, bietet es sich für die werdenden Mamas an, sich schon vor Beginn der Babypause Gedanken über den Wiedereinstieg in den Beruf zu machen. Natürlich muss sich keiner schon vor der Geburt konkret festlegen, wann, wo und vor allem wie viel er im Anschluss an die Babypause arbeiten möchte. Aber ob eine Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz überhaupt realistisch ist und ob jemand ein Jahr oder drei Jahre in Elternzeit geht, lässt sich meistens schon vorab grob abschätzen.

Um mit einem guten Gefühl in die Babyzeit zu gehen, ist es durchaus sinnvoll im Vorfeld das unverbindliche Gespräch mit dem Chef zu suchen. So kann man bereits frühzeitig einschätzen, ob das Unternehmen überhaupt für eine etwaige Teilzeitbeschäftigung offen ist. Wenn nicht, weiß man auch woran man ist, und kann die Babypause nutzen, um sich neu und anderweitig zu orientieren. So können zumindest kurz vor dem Wiedereinstieg in den Beruf unangenehme Überraschungen vermieden werden.

Elternzeit: Eine verdiente Auszeit aus dem Berufsleben

Die Elternzeit muss heutzutage nicht nur möglichst früh, sondern auch präzise geplant werden. Das bedeutet zum einen, dass der Arbeitgeber rechtzeitig darüber in Kenntnis gesetzt wird, ab wann und wie lange eine familiäre Auszeit aus dem Berufsleben geplant ist. Andererseits geht es darum, dass sich die Partner untereinander absprechen, wer, wann und wie lange Elternzeit nimmt und sich voll und ganz um das gemeinsame Kind kümmert, während der andere Partner arbeitet. Das allgemeine Recht auf Elternzeit bezieht sich immerhin auf 36 Monate. Um den vollen Zeitraum allerdings in Anspruch nehmen zu können, müssen mindestens zwölf Monate Elternzeit in den ersten drei Lebensjahren des Kindes genommen werden. Die weiteren 24 Monate können dann bis zum achten Geburtstag angewendet werden.

Alternativ können die Eltern auch einen gemeinsame Elternzeit nehmen, um das Familienleben zusammen in vollen Zügen genießen und gegebenenfalls eine lange Reise machen zu können. Das Elterngeld und die finanzielle Situation sollte bei der Planung allerdings keine unerhebliche Rolle spielen und entsprechend berücksichtigt werden. Denn eines ist sicher, den gewohnten Lebensstandard möchten sich die meisten auch nach der Geburt des Kindes erhalten und dem Baby soll es schließlich auch an nichts mangeln. Wenn die Formalitäten geklärt sind, gilt für die Eltern aber in erster Linie eines: die Zeit mit dem eigenen Kind genießen und die gewonnene Zeit als verdiente Auszeit vom Berufsleben sehen. Der Wiedereinstieg in den Beruf kommt schon früh genug wieder.

Genießen Sie die Zeit mit dem eigenen Kind und sehen Sie die gewonnen Zeit als verdiente Auszeit vom Berufsleben(#01)

Genießen Sie die Zeit mit dem eigenen Kind und sehen Sie die gewonnen Zeit als verdiente Auszeit vom Berufsleben(#01)

Vorbereitungen auf den Wiedereinstieg in den Beruf

Wer nach einer Babypause seinen Wiedereinstieg in den Beruf plant, sollte folgende Tipps und Ratschläge beachten. Diese könne den Übergang vom „Mama-Dasein“ zur „arbeitenden Mama“ erheblich erleichtern:

  • Den Wiedereinstieg frühzeitig thematisieren: Viele Menschen schieben unangenehme Themen gerne vor sich hin. Trotzdem sollte jeder für sich frühzeitig ein Modell für den möglichen Wiedereinstieg definieren.
  • Kontakt halten: Um trotz Abwesenheit weiterhin präsent zu sein, sollte zumindest der Kontakt zu den Kollegen auch während der Elternzeit gepflegt werden. So wird dem Sprichwort „aus den Augen, aus dem Sinn“ aktiv contra geboten. Außerdem ist es ein guter Weg, um arbeitsmäßig auf dem Laufenden zu bleiben und sich auch bei dem neuesten Klatsch und Tratsch nicht außen vor zu fühlen.
  • Schon frühzeitig die Bereitschaft zum Arbeiten kundtun: Dies kann sich sowohl auf Fortbildungen als auch auf eine geringe Stundenzahl zum Einstieg beziehen. Je eher das Interesse an dem „alten“ Arbeitsplatz bekundet wird, umso eher können gemeinsam mit dem Chef Modelle für einen Wiedereinstieg in den Beruf entworfen werden.
  • Wer sich in Elternzeit befindet, sollte diese Zeit zugleich dazu nutzen, um seine eigenen beruflichen Ambitionen zu hinterfragen. Eine Auszeit kann gleichzeitig als Chance gesehen werden, um etwas zu ändern, beziehungsweise um neue Ideen zu entwickeln, von denen bei einer späteren Beschäftigung möglichst alle Seiten profitieren können.
  • Wer seinen beruflichen Wiedereinstieg plant, sollte bei den Überlegungen auch das direkte Umfeld und dabei vorrangig den eigenen Partner mit einbeziehen. Als Eltern ist man nun sozusagen als Team für die eigene Familie verantwortlich. Veränderungen und Bedürfnisse sollten dementsprechend miteinander und aufeinander abgestimmt werden.

Zurück an den Arbeitsplatz oder Neustart?

Wer sich mit dem Thema Wiedereinstieg in den Beruf auseinander setzt, der wird über kurz oder lang auch auf die Frage stoßen: Möchte ich zurück an meinen bisherigen Arbeitsplatz oder einen Neustart wagen? Bei vielen spukt gerade in der Zeit der familiären Veränderung auch der Wunsch nach einem beruflichen Umbruch, nach Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung im Kopf herum.

Denn eines ist vielen bereits frühzeitig bewusst, eine Rückkehr an den Arbeitsplatz wird mit Veränderungen verbunden sein. Die Voraussetzungen haben sich oftmals geändert. So kann häufig der bekannte Verantwortungsbereich nicht wieder übernommen werden, da die bisher erfüllte Stelle keine Teilzeitbeschäftigung vorsieht.

Diese Erkenntnis löst bei vielen zunächst Ernüchterung aus. Diese kann sich aber im Laufe der Zeit in eine Chance auf Neuorientierung wandeln. Viele nutzen den Zeitraum bis zum endgültigen Wiedereinstieg in den Beruf, um sich weiterzubilden und sich beruflich zu orientieren. Unterstützung bekommen die Mütter dabei sicherlich bei der Bundesagentur für Arbeit.

Zurück an meinen bisherigen Arbeitsplatz oder einen Neustart wagen?(#02)

Zurück an meinen bisherigen Arbeitsplatz oder einen Neustart wagen?(#02)

Kita oder Tagesmutter: Der Wiedereinstieg soll perfekt geplant werden

Die Rückkehr in das Berufsleben ist für viele Mütter, die bis dato jede freie Minute mit ihrem Nachwuchs verbracht haben, ein großer Einschnitt. Dementsprechend sollten sie sich – auch wenn der konkrete Wiedereinstieg in den Beruf noch in der Zukunft liegt – frühzeitig um ein Betreuungsmodell für ihr Kind bemühen und dabei möglichst alle Optionen in Betracht ziehen. Da viele die Großeltern nicht vor Ort beziehungsweise nicht zur Verfügung haben, stellt sich für sie häufig nur die Frage: Tagesmutter oder Kita.

Bei der Entscheidungsfindung sollten folgende Punkte vorab geklärt und entsprechend berücksichtigt werden:

  • Betreuungszeiten
  • Personal
  • Kosten
  • Ausstattung und Einrichtung der Räumlichkeiten sowie die Umgebung
  • Soziales Umfeld
  • Atmosphäre der jeweiligen Betreuungseinrichtung
  • Förderungen der Kinder

So gelingt der Wiedereinstieg in den Beruf: Spagat zwischen Kinder und Karriere

Wer seinen Wiedereinstieg in den Beruf plant, steht meist zunächst vor der Frage: Teil- oder Vollzeit. Bei den meisten geht die Tendenz eindeutig in Richtung Teilzeitbeschäftigung – allein schon, weil die Frage nach der Kinderbetreuung häufig keine Alternative zulässt. Ist der Wiedereinstieg vollzogen, kommen allerdings häufig weitere Hindernisse auf einen zu. Nicht nur, dass sich das Aufgabengebiet oftmals verändert hat, auch die Doppelbelastung zwischen Kind und Karriere sorgt für weitere Erschwernisse.

Bei einer Stundenzahl von 15 bis maximal 25 Stunden sorgt die Situation bei vielen Müttern häufig für Unzufriedenheit. Während die einen mit dem reduzierten Aufgabenfeld unterfordert sind, klagen andere über Überforderung, da ihre neue Situation keinen Spielraum für Überstunden und Sonderschichten zulässt. Auch kranke Kinder, Schließzeiten und Krankheitsausfälle beim Betreuungspersonal sollten Mütter bei der Planung ihres beruflichen Wiedereinstiegs sowie bei der Festlegung der Arbeitszeiten mit berücksichtigen.Flexible Arbeitszeiten sowie gegebenenfalls die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten klingen für viele dabei höchst verlockend, sind allerdings nicht von allen Vorgesetzten und Kollegen gerne gesehen.

Familie und Beruf in Einklang bringen – H. Strack über Möglichkeiten junger Mütter

Die meisten Mütter müssen sich erst mit ihrer neuen Rolle und der nun anstehenden Doppelbelastung zurecht finden, dies erfordert Zeit und Geduld.


Bildnachweis © Shutterstock Titelbild: Rawpixel.com, #01: Monkey Business Images, #02: g-stockstudio

Über Iris Martin

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

Leave A Reply