Arbeiten nach Elternzeit: So geht es

Arbeiten nach der Elternzeit kann ganz schön anstrengend sein. Denn häufig merkt man erst spät, was es alles zu beachten gibt. Wie der Wiedereinstieg in den Beruf klappt, erfahren Sie hier.

Arbeiten nach der Elternzeit: So macht ihr es richtig

Es kann ganz unterschiedliche Gründe geben, warum Sie sich eine Auszeit aus Ihrem Beruf nehmen konnten oder mussten und nun das Arbeiten wieder wagen. Doch wenn sich nun eine Situation ergibt, in der Sie wieder in das Berufsleben einsteigen müssen, dann sollten Sie das mit Bedacht tun, um einigen kleinen Fallen auszuweichen, die unter Umständen auf Sie warten könnten. Wie Sie das schaffen, dass wird im Folgenden erklärt.

Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit: Eine wichtige Entscheidung

Der Wiedereinstieg in den Beruf gestaltet sich oft schwerer als gedacht. Doch wie kommt es überhaupt dazu dass man in den Beruf wiedereinsteigen muss? Es gibt vielfältige Gründe für eine Auszeit aus dem Beruf.

Diese könnten sein:

  • Elternzeit
  • Zeit um sich persönlich weiterzuentwickeln
  • Babypause
  • Reisen
  • Krankheit u.a.

Einige Menschen sind über einen längeren Zeitraum arbeitslos. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben, aber festzuhalten ist, dass ein Wiedereinstig in den Beruf für verschiedenste Bereiche des Lebens oft gravierende Folgen mit sich bringt. Deshalb sollte man, bevor man sich bewirbt, einmal einen Moment innehalten, in sich gehen und sich einige Fragen ehrlich beantworten und Überlegungen anstellen, die einem Klarheit verschaffen sollen, ob diese Entscheidung tatsächlich das Beste für einen persönlich ist. Das gilt ganz unabhängig davon, ob man nach der Elternzeit wieder arbeiten möchte, oder ob es andere Dinge sind, die einen in den Beruf zurückkehren lassen.

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Eine der ersten Fragen, die sich stellt – nicht nur Ihnen, sondern auch den Menschen um einen herum – ist, warum man eigentlich wieder beruflich aktiv werden möchten. Die Gründe können dabei so vielfältig sein, wie die Menschen, die die Frage stellen. Auch eine relevante Frage ist, ob man glaubt, dass man das Arbeiten nach der Elternzeit selbstständig schafft, oder ob man bereit ist, sich von etablierten Institutionen dabei unterstützen zu lassen.

Zu guter Letzt eine Frage, die auch in gewisser Weise mit der eignen Motivation zusammenhängt: Wie schnell möchte man das Arbeiten nach der Elternzeit angehen? Wenn man also Geldsorgen hat und diese wirklich dramatisch sind, dann ist es mehr ein Zwang nach der Elternzeit wieder zu arbeiten. Wenn man aber wieder arbeiten möchte, weil man gerne arbeitet, so kann man anstatt eines harten und oft unkomfortablen Vollzeitjobs auch erstmal eine Teilzeitstelle annehmen, die einem einen großen zeitlichen Freiraum schafft.

Einstieg nach der Babypause

Die so genannte Babypause ist ein legitimer Grund warum man auf eine bestimmte Zeit die Arbeit aussetzen kann. Aber falls Sie erst jetzt erfahren, dass Sie schwanger sind und Sie sich nun also nur rückversichern wollen, dass das Arbeiten nach der Elternzeit nicht allzu schwer wird, dann sollten

Sie folgendes Bedenken: Im Betrieb sollte nun Ihr Chef der Erste sein, der von Ihrer Schwangerschaft erfährt, denn nichts ist unpraktischer für ein entspanntes Gespräch über eine Babypause, als wenn er es durch Gerüchte, die von den anderen Mitarbeitern kommen, erfährt. Also versuchen Sie in einer guten Atmosphäre mit ihrem Chef darüber zu reden. Außerdem ist es eine gute Idee, dass Sie die Modalitäten wie die Arbeitszeiten, zu denen Sie wieder einsteigen werden, noch vor der Babypause mit ihrem Chef abklären, damit bei Ihrem Abschied die Sachlage soweit geklärt ist.

Wenn all das geklärt ist und Sie ein weitestgehend gesundes Verhältnis zu Ihrem Chef führen, dann kann eigentlich nur noch wenig schief gehen. Trotzdem sollten Sie aber dafür sorgen, dass Sie auch während der Babypause nicht völlig aus der Materie aussteigen, da Ihre Auszeit ja sowieso zeitlich begrenzt ist. Also bleiben Sie gedanklich im Thema indem Sie hin und wieder darüber nachdenken bzw. kleinere und weniger zeitaufwändige Arbeiten machen.

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Arbeiten nach Elternzeit

In der Regel ist die maximale Zeit, die man sich vom Beruf freistellen lässt, um für die Familie da zu sein, drei Jahre. Oft sind aber berufstätige Mütter oder Väter in ihren Teilzeit- oder Vollzeitstellen schon nach weniger oder ziemlich genau einem Jahr wieder zurück. Jedoch ist dann nicht unbedingt dafür garantiert, dass man auch genau die Stelle bekommt, die man vorher hatte.

Was allerdings rechtlich verbrieft ist: Das Recht auf eine gleichwertige Stelle nach der Elternzeit. Die Arbeitszeiten, der Ort, an dem man arbeitet und andere Rahmenbedingungen dürfen also nicht ohne weitere Absprachen verändert werden. Sollten Sie also in eine unfaire oder für Sie nicht passende Position geraten, so sollten Sie zuerst versuchen, eine interne Regelung herbeizuführen.

Es ist außerdem festzuhalten, dass vor allem Mütter eine besondere Teilzeitregelung in Anspruch nehmen, die es ihnen erlaubt, weniger zu arbeiten, als es ihre reguläre Arbeitszeit vorsieht. Jedoch sollte man dies circa drei Monate vorher schriftlich anmelden, damit der Arbeitgeber die Kapazitäten umplanen und der Mutter, die wieder nach der Elternzeit arbeiten möchte, eine passende Position anbieten kann.

Des Weiteren sind folgende Kriterien von Belang:

  • Eine gewisse Grundgröße des Unternehmens (ab ca. 15 Mitarbeitern),
  • ein schon länger als ein halbes Jahr bestehendes Arbeitsverhältnis
  • es darf keinen betriebswirtschaftlichen Grund für den Arbeitgeber geben, diese Teilzeitreglung abzulehnen.

Gut zu wissen: Der Arbeitgeber hat nicht das Recht Sie wegen einer solchen Anfrage / eines solchen Begehrens zu kündigen, da Sie nur versucht haben, ein berechtigtes und legitimes Interesse durchzusetzen, da vielen Eltern das Arbeiten in Vollzeit, gerade wenn sie frisch aus der Elternzeit zurückkehren, aus zeittechnischen Gründen einfach nicht möglich ist.

Arbeiten nach der Elternzeit: Die Vorteile

Wie Sie sich sicherlich schon denken können, bietet das Arbeiten nach der Elternzeit massive Vorteile für Sie persönlich und auch für Ihr Umfeld.

Wie heißt es so schön?
Der Mensch ist nur solange Mensch, wie er strebt.

Und das stimmt auch tatsächlich. Das Arbeiten nach der Elternzeit kann Ihnen neue Lebensfreude bringen, indem Sie sich wieder für etwas nützlich fühlen und eine Aufgabe erfüllen, an der Sie persönlich wachsen können und sich auch fachlich in Ihrem Sektor weiterentwickeln. Dies könnte einen ganz neuen Weg in Richtung Karriere freilegen – sofern Sie das wollen. Es ist auch ein befreiendes Gefühl, wenn man weiß, dass man praktisch unabhängig ist und von keiner Hilfe eines Dritten abhängt.

Das liegt daran, dass es mit dem Arbeiten nach der Elternzeit problemlos möglich ist, so viel Geld wie auch vorher zu generieren und seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten, sofern die Ausgaben an das Einkommen angepasst wurden. Da das Arbeiten nach der Elternzeit vor allem in einem Job mit einer Vollzeitbeschäftigung gravierendere Veränderungen auch für das Familienleben mit sich bringt, ist es eine Chance, die Aufgaben neu zu verteilen und metaphorisch gesprochen „die Karten neu zu mischen“ – also ist das durchaus nicht nur negativ, sondern auch in vielen Fällen positiv zu bewerten.

Das Arbeiten nach der Elternzeit kann Ihnen neue Lebensfreude bringen.(#01)

Das Arbeiten nach der Elternzeit kann Ihnen neue Lebensfreude bringen.(#01)

Arbeiten nach der Elternzeit in einem anderen Beruf

Es gibt natürlich ebenso Fälle, in denen eine Auszeit gleichzeitig bedeutet, dass man den Arbeitgeber endgültig verlässt. Das erschwert das Arbeiten nach der Elternzeit aber nur dahingehend, dass man sich dann eine neue Stelle suchen muss und nicht in einer schon bekannten und festen Firma einfach wieder anfängt und es weiterläuft „wie vorher“. Also ist der erste Schritt, dass man sich einen Überblick über die Situation des Arbeitsmarktes auf dem Gebiet verschafft, das relevant sein könnte auf Grund der jeweiligen Qualifikationen.

In diesem Zuge kann man sich auch Klarheit über die Aktualität der Kenntnisse schaffen und sie unter Umständen auch auffrischen, um so die Chancen für einen gelingenden Wiedereinstieg in das Arbeiten nach der Elternzeit nochmals zu erhöhen – positiver Nebeneffekt ist dann natürlich, dass man auch so noch etwas neues lernen und sich entwickeln kann.

Der letzte und wichtigste Schritt ist aber der, dass man selbst aktiv wird und nicht darauf wartet, dass sich der Wunscharbeitgeber bei einem selbst meldet, denn das wird garantiert nicht passieren. Lassen Sie sich auch nicht entmutigen, falls es mal nicht klappen sollte, denn Sie haben sicherlich noch genug Chancen, um erfolgreich wieder in den Beruf einzusteigen.

Unser Tipp: Wer offen für den Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern ist, diese vielleicht sogar persönlich besucht, der wird es mit dem Schritt in die Arbeit nach der Elternzeit leichter haben und es so schaffen, innerhalb einer akzeptablen Zeitspanne einen neuen Arbeitgeber zu finden, bei dem man im besten Falle nicht nur einen guten Beruf, sondern auch sein persönliches Glück findet!


Bildnachweis: © Shutterstock Titelbild: racorn, #01: vectorfusionart

Über Iris Martin

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

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