Kreative Initiativbewerbung: Tipps für den Erfolg

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Eine kreative Initiativbewerbung lohnt sich nicht nur in der Kreativbranche. Auch in anderen Zweigen kann man die meisten Personaler mit einer außergewöhnlichen Bewerbung von sich überzeugen. Doch dabei sollte man es nicht übertreiben. Wir haben einige Tipps.

Eine kreative Initiativbewerbung: Wann sollte ich mich dafür entscheiden?

In den meisten Fällen investieren Bewerber relativ viel Zeit in die Bewerbung, denn Anschreiben und Lebenslauf wollen optimiert werden und sollten im Idealfall auf die konkrete Stelle zugeschnitten sein. Da ist es mehr als ärgerlich, wenn die Bewerbung am Ende nicht gelesen wird.

Denn Tatsache ist: Die meisten Personaler beschäftigen sich nur selten mehr als zwei Minuten mit dem Anschreiben  da ist man gut beraten, wenn man sich von der Masse abhebt. Mit einer kreativen Initiativbewerbung kann das gehen, jedoch sollte man es dabei nicht übertreiben.

Daher lautet unser erster Tipp:

  • Passen Sie die kreative Initiativbewerbung an den möglichen Arbeitgeber an: Wer sich bei einem eher konservativen oder traditionellen Unternehmen bewirbt, sollte auch bei seiner kreativen Initiativbewerbung eher zurückhaltend vorgehen und nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen. Ein Per-sonaler bei einer traditionsreichen Bank beispielsweise wird womöglich erwarten, dass sich der Bewerber seriös und zuverlässig in seiner kreativen Initiativbewerbung präsentiert. Trotzdem kann man auch in diesem Fall mit etwas Kreativität punkten.

Ein guter Tipp ist es, sich am Corporate Design und an der verwendeten Sprache (der Tonalität) des Unternehmens zu orientieren. Das An-schreiben und das Deckblatt ist dafür der richtige Platz.

Folgende Fragen können dabei helfen, eine kreative Initiativbewerbung zu erstellen:

  1. Welche Farben werden häufig von dem Unternehmen benutzt, bei dem ich mich bewerben möchte? Genau diese Farben sollte man für sein Deckblatt und Anschreiben ebenfalls benutzen. So transportiert man die Botschaft, dass man sich mit dem Unternehmen beschäftigt hat und nutzt psychologische Faktoren: Der Personaler kennt natürlich das Corporate Design seiner Firma und wird daher sofort einen Bezug zwischen der kreativen Initiativbewerbung und seinem Unternehmen herstellen. Im günstigsten Fall trägt das so weit, dass man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird.
  2. Welcher Schrifttyp wird auf der Internetseite des Unternehmens benutzt? Welcher in Werbeanzeigen? Sind beide Schrifttypen identisch, sollte man ihn ebenfalls für seine kreative Initiativbewerbung nutzen. Weichen sie voneinander ab, bleibt die Entscheidung dem Bewerber überlassen. In diesem Fall kann man ausprobieren, wie Anschreiben und Bewerbung mit dem einen und dem anderen Schrifttyp aussehen.

Gerade im Hinblick auf den Punkt, seine Bewerbung auf das Unternehmen anzupassen, gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten für eine kreative Initiativbewerbung: In den beliebten Berufen im Journalismus, Content Marketing oder bei redaktioneller Arbeit bietet es sich beispielsweise an, die Bewerbung im Stil einer Zeitungsannonce oder gar einer ganzen Zeitung zu gestalten.

Gerade im Bereich Layout haben Bewerber die Chance, den jeweiligen Personaler von ihrer Person zu überzeugen. Aber auch hier gilt: Bitte nicht übertreiben und die kreative Initiativbewerbung stets an das Unternehmen anpassen. Eine Bewerbung, die nur auf den Spaßfaktor setzt, dabei aber die Stellen im Unternehmen, den anvisierten Job und die Firmenphilosophie aus dem Auge verliert, wird wohl oder übel ins Leere laufen.

Video: Vergleich zwischen der klassischen Bewerbung und Initiativbewerbung i-Bewerbung.

Kreative Initiativbewerbung: Diese Möglichkeiten gibt es

Vor einiger Zeit erregte eine kreative Initiativbewerbung im Netz Aufmerksamkeit, bei der der Bewerber sich ausschließlich darauf konzentrierte, die Dinge aufzulisten, die er nicht kann. Statt den üblichen Stärken, nannte er fast ausnahmslos seine Schwächen und sein Mut und seine Ehrlichkeit wurden belohnt: Er wurde zu sehr vielen Vorstellungsgesprächen eingeladen und erhielt am Ende den begehrten Job.

Nun sollte man in seiner eigenen kreativen Initiativbewerbung nicht unbedingt genau das gleiche Vorgehen wählen, denn die meisten Personaler werden die Bewerbung und die Geschichte kennen und eine kreative Initiativbewerbung, die genau auf die gleiche Schiene setzt, als Plagiat werten und Plagiate zeugen nur selten von viel eigener Kreativität.

Was man jedoch aus der Bewerbung lernen kann: Ehrlichkeit und Mut kommen bei den meisten Personalern gut an. Es spricht also nichts dagegen, auch diejenigen Dinge aufzuführen, die man nicht zu 100% beherrscht. Zum einen können sich Personaler so ein umfassendes Bild von der Person des Bewerbers machen und werden im günstigsten Fall den Bewerber als Menschen einstufen, der auch zu seinen Fehlern stehen kann. Auch das ist eine nicht zu unterschätzende Fähigkeit, die viele Personaler durchaus positiv bewerten.

Das sehen auch die Zahlen so: Ein Bewerber machte bei seiner kreativen Initiativbewerbung die Probe aufs Exempel: Eine Bewerbung war nach dem klassischen Muster verfasst, bei der anderen Bewerbung fügte er noch einen zusätzlichen Absatz mit seinen Schwächen im Lebenslauf hinzu. Das Ergebnis: Die Bewerbung, bei der die Schwächen integriert waren, verhalf ihm zu wesentlich mehr Einladungen zu einem Vorstellungsgespräch als die Bewerbung, in der ausschließlich die Stärken aufgezählt wurden. Aber: Man sollte es natürlich trotzdem vermeiden, unter den Schwächen Dinge aufzuführen, die für den angestrebten Job relevant sein könnten.

Wer sich als Programmierer bewirbt und alle Programmiersprachen aufzählt, die er nicht beherrscht, wird damit sicherlich keinen guten Eindruck hinterlassen. Ein Lagerleiter dagegen kann das ruhig tun. Generell gilt, dass die Rubrik „Schwächen“ dem Bewerber die Möglichkeit gibt, sich von seiner humorvollen Seite zu zeigen. Überlegen Sie sich, was den Personaler des Unternehmens zum Schmunzeln bringen könnte und bringen Sie das in ihrer kreativen Initiativbewerbung unter.

Video: Initiativbewerbung schreiben – 3 Tipps die jeder wissen sollte!

Kreative Initiativbewerbung und Standardfloskeln? Das passt nicht zusammen!

Wer eine kreative Initiativbewerbung schreiben möchte, der sollte sich in erster Linie von den Floskeln fern halten, die in vielen Bewerbungsratgebern genannt werden, denn gute Tipps sind das sicherlich nicht. Zu einer kreativen Initiativbewerbung gehört nämlich, dass man in der Lage ist, neue Wege zu gehen und damit auch, witzige und spritzige Formulierungen zu finden (natürlich immer auf das Unternehmen abgestimmt).

Das gelingt niemals einfacher als im ersten Satz des Anschreibens. Der Satz „Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle des…“ sollte in einer kreativen Initiativbewerbung wenn möglich nicht auftauchen. Stattdessen kann man bereits im ersten Satz deutlich machen, wer man ist und warum man in das Unternehmen passt. Das geht natürlich nicht ohne vorhergehende ausführliche Recherche, wer dann allerdings einen

Wer eine kreative Initiativbewerbung schreiben möchte, der sollte sich in erster Linie von den Floskeln fern halten, die in vielen Bewerbungsratgebern genannt werden, denn gute Tipps sind das sicherlich nicht. (#01)

Wer eine kreative Initiativbewerbung schreiben möchte, der sollte sich in erster Linie von den Floskeln fern halten, die in vielen Bewerbungsratgebern genannt werden, denn gute Tipps sind das sicherlich nicht. (#01)

guten Ansatzpunkt gefunden hat, dem wird das Anschreiben ganz einfach von der Hand gehen. Denn ist der erste Satz erst einmal geschrieben, läuft der Rest meist wie von selbst.

Und wo wir gerade beim Thema Anschreiben sind: Zu den formalen Kriterien des Anschreibens gehört in der Regel eine Länge von einer DIN-A-4 Seite, die meisten Personaler sind sich jedoch einig darüber, dass Bewerber mit einem sehr langen Lebenslauf mit vielen beruflichen Stationen und Errungenschaften gerne mehr schreiben dürfen. Wer zu dieser Art Bewerber gehört, bekommt in seinem Anschreiben ebenfalls eine tolle Chance, nämlich den Personaler dahin zu bringen, unbedingt auch die nächste Seite des Anschreibens der kreativen Initiativbewerbung zu lesen. Das geht sehr gut, indem man sogenannte Cliffhanger einsetzt.

Diese Technik kennt man häufig aus dem Fernsehen oder hin und wieder auch aus Büchern. Aber was spricht dagegen, seiner Kreativi-tät freien Lauf zu lassen und einen Cliffhanger auch in seiner kreativen Initiativbewerbung einzu-setzen? Genau, nichts. Hier gilt, wie immer bei der Bewerbung, egal ob Anschreiben oder Lebenslauf, der Inhalt muss zu der angestrebten Position passen. Spannung aufbauen, ohne dass es in einem inhaltlichen Zusammenhang zum Unternehmen steht, wirkt überzogen und deplatziert. Wem es aber gelingt, eine spannende Überleitung auf die nächste Seite zu formulieren, die dem Personaler einen echten Mehrwert zeigt, der hat gute Karten, eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu bekommen.

Kreative Initiativbewerbung: Das Design

Neben dem Inhalt bietet gerade das Design der Bewerbung eine ganze Menge Möglichkeiten, sich als kreative Persönlichkeit dazustellen. Gerade in der Kreativ-Branche kommt man ohne gut durchdachtes Design in der Bewerbung nicht mehr aus. Aber auch die anderen Branchen können davon profitieren: Sehr beliebt sind Lebensläufe, die von dem klassischen Muster abweichen. Im Netz gibt es unzählige Seiten, auf denen man sich seinen Lebenslauf als Timeline erstellen lassen kann.

Neben dem Inhalt bietet gerade das Design der Bewerbung eine ganze Menge Möglichkeiten, sich als kreative Persönlichkeit dazustellen. (#02)

Neben dem Inhalt bietet gerade das Design der Bewerbung eine ganze Menge Möglichkeiten, sich als kreative Persönlichkeit dazustellen. (#02)

Das hat viele Vorteile:

  • Es ist übersichtlicher,
  • man kann sich auf die wesentlichen Punkte konzentrieren,
  • man hat die Möglichkeit, die Farben des Unternehmens in den Lebenslauf zu integrieren
  • man kann eigene kreative Schwerpunkte setzten.

Auch beim Thema Design kommt es auf das Unternehmen und die Branche an, bei der man sich bewerben möchte. Grafikdesigner können sich im Anschreiben und Lebenslauf so richtig austoben, während man in eher konservativen Branchen auch bei dem Thema Design eher etwas zurückhaltend sein sollte.

Unser allgemeiner Tipp lautet daher: Sehen Sie sich den Onlineauftritt des Unternehmens genau an, holen Sie aber auch Informationen über die Konkurrenz ein. Recherchieren Sie im Netz: Gibt es Feedback von ehemaligen Mitarbeitern? Kann man etwas über den Ablauf der Bewerbungsrunde erfahren?

Wie beurteilen aktuelle Mitarbeiter das Unternehmen? Wer sich bestmöglich über den Wunscharbeitgeber informiert, wird es leichter haben, eine passende Bewerbung zu schreiben und kann den Personaler damit überzeugen, dass er viel Zeit und Geduld in die Recherche und in seine kreative Initiativbewerbung gesteckt hat und das wird sicherlich einen positiven Eindruck vermitteln.


BIldnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Tanya Sun-#01: Tanya Sun-#02: Tanya Sun

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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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