Bewerbung für eine Ausbildung: Tipps & Vorlage

Bewerbung für eine Ausbildung: Tipps & Vorlage

Die Bewerbung für eine Ausbildung ist die erste Hürde, die ein zukünftiger Azubi im Auswahlverfahren für einen Ausbildungsplatz nehmen muss. Eine gute Bewerbung öffnet die Tür zu der gewünschten Ausbildung. Und die Situation für angehende Azubis könnte aktuell kaum besser sein: Da eine Ausbildung gegenüber einem möglichen Studium erst einmal unattraktiv erscheint, gibt es tausende unbesetzte Ausbildungsplätze.

In der Bewerbung zur Ausbildung den richtigen Schwerpunkt setzten

Viele angehende Azubis sind zunächst ratlos, wenn sie ihre erste Bewerbung für eine Ausbildung verfassen. Auch wegen dieser Unsicherheit orientieren sie sich bei dem Anschreiben und dem Aufbau des Lebenslaufes oft an Vorlagen für fertig ausgebildete Arbeitnehmer.

Für eine Bewerbung für einen Ausbildungsplatz gibt es aber eigene Regeln und auch andere Schwerpunkte, die im Rahmen der Bewerbung gesetzt werden müssen. Deshalb weichen die Richtlinien für bereits ausgebildete Arbeitnehmer auch deutlich von denen für angehende Auszubildende ab.

Während bei den Arbeitnehmern die bereits vorhandene Erfahrung einen wichtigen Aspekt der Bewerbung ausmacht, sollten sich angehende Azubis in ihrer Bewerbung zur Ausbildung eher auf folgende Punkte konzentrieren:

  1. Warum bewerbe ich mich für eine Ausbildung in genau diesen Beruf?
  2. Warum bin ich der oder die Richtige für genau diese Ausbildung?
  3. Warum möchte ich meine Ausbildung gerade in diesem Betrieb absolvieren?

 

Ein weiterer wichtiger Punkt in einer Bewerbung für eine Ausbildung sind die Hobbies des zukünftigen Auszubildenden. Sie sind für potenzielle Ausbildungsbetriebe interessant, da sie Auskunft über die sogenannten „soft skills“, also die sozialen Kompetenzen wie Teamfähigkeit, kommunikative Kompetenz oder auch die Kritikfähigkeit eines Bewerbers geben.

Angehende Azubis sollten in ihrer Bewerbung für eine Ausbildung den Schwerpunkt also vor allem auf ihre Stärken, Interessen und ihre persönliche Motivation setzen, um mögliche Ausbildungsbetriebe für sich zu begeistern.

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Ein Muster für das Anschreiben

Das Anschreiben stellt in einer Bewerbung um eine Ausbildung für angehende Azubis oft den schwierigsten Teil dar. Auch deshalb greifen zukünftige Auszubildende gerne auf eine Vorlage aus dem Internet zurück. Davon ist ganz klar abzuraten. Es gibt einige Gründe, aus denen ein schlichtes Kopieren eines Anschreibens aus dem Internet sehr riskant ist:

  1. Standardformulierung und Textblöcke werden erkannt
    In der Regel ist das Personal, das die Bewerbung potenzieller Azubis als erstes zu lesen bekommt, darin geübt. Schließlich gehört es zu ihrem Beruf, geeignete Bewerber zu erkennen und ungeeignete auszusortieren. Diese Mitarbeiter erkennen bestimmte Formulierungen, Phrasen und Textbausteine wieder und sortieren die betreffenden Unterlagen aus.
  2. Zu hohe Erwartungen werden aufgebaut
    Diese Gefahr entsteht schnell, wenn man sich als angehender Azubi ein elegant formuliertes und sprachlich einwandfreies Anschreiben aus dem Internet herunterlädt oder ein Muster kopiert:Die Bewerbung wird in diesem Fall nicht aussortiert. Stattdessen ist der mögliche Ausbilder beeindruckt von den sprachlichen Fähigkeiten des Bewerbers und erwartet im Vorstellungsgespräch einen ähnlichen Ausdruck. Spätestens dann wird aber deutlich, dass das Anschreiben nur kopiert wurde, da die Realität den Erwartungen nicht gerecht wird.
  3. Keine persönliche Note im Anschreiben
    Wie vorher bereits beschrieben, ist eine persönliche Note im Anschreiben gerade bei der Bewerbung für eine Ausbildung enorm wichtig. Da die zukünftigen Azubis in der Regel keine Berufserfahrung haben, ist es in der Bewerbung für eine Ausbildung von größter Wichtigkeit, seine Persönlichkeit mit in das Anschreiben fließen zu lassen.Und eine persönliche Note kann ein Muster aus dem Internet schlicht nicht haben.
  4. Keine Individualität
    Die meisten Muster und Vorlagen, die man im Internet findet, sind für Bewerbungen auf Arbeitsplätze und nicht für Bewerbungen zur Ausbildung verfasst worden. Der elegante und wortgewandte Stil mag auf zukünftige Azubis beeindruckend wirken, ist bei einer Bewerbung um eine Ausbildung aber eher kontraproduktiv, da die Unterschiede zwischen dem sprachlichen Ausdruck im Anschreiben und der individuellen Art des Bewerbers viel zu groß sind.

Besonders der vierte Punkt gerät bei der Bewerbung oft in Vergessenheit, ist aber gerade bei der Bewerbung für eine Ausbildung von großer Wichtigkeit. Fehlerfreiers Deutsch ist zwar Voraussetzung, über etwas ungeschliffenere Formulierungen wird bei Bewerbung für einen Ausbildungsplatz jedoch oft hinweggesehen. Aufgrund all dieser Risiken ist auch das Muster für ein Anschreiben auf dieser Seite nur als Hilfe anzusehen und nicht als Kopiervorlage.

Erscheinen die Formulierung und Sätze in einem Anschreiben bei der Bewerbung für eine Ausbildung zu perfekt oder gar zu elegant, kann bei dem potenziellen Ausbilder schnell der Verdacht aufkommen, der angehende Azubi hätte das Anschreiben gar nicht selbst verfasst. In diesem Fall ist die Bewerbung dann sicher nicht erfolgreich.

Sollte es bis zu einem Vorstellungsgespräch kommen, wird dem Ausbilder die Diskrepanz zwischen Anschreiben und Realität schnell auffallen, was die Chancen auf den Ausbildungsplatz nicht gerade erhöht.

Die nachfolgende Vorlage für ein Anschreiben für eine Bewerbung um eine Ausbildung dient als Leitfaden und soll aufzeigen, wie ein angehender Azubi einem potenziellen Ausbilder seine Motivation, seine Interessen und seine Stärken vermitteln kann. Bei einer Bewerbung für eine Ausbildung sollten sich die Bewerber im Ton des Textes eher zurückhalten und nicht zu sehr von sich selbst überzeugt sein, da sie noch keine Berufserfahrung haben,die sie vorweisen könnten.

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Die drei zu Beginn des Artikels genannten Fragen stellen beim Verfassen des Anschreibens einen roten Faden dar, an dem man sich als angehender Auszubildender orientieren sollte.

Im Anschreiben sollte erklärt werden, warum sich der Bewerber für gerade diese Ausbildung in diesem Betrieb interessiert und warum er denkt, er wäre geeignet dafür.

Ein Verweis auf eventuell vorhandene Praktikumserfahrung ist immer sinnvoll, Referenzschreiben sollten mit Bedacht hinzugefügt werden, da Gefälligkeitsschreiben einen eher negatives Licht auf den Bewerber werfen.

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Die Art der Bewerbung

Es gibt im allgemeinen drei verschiedene Arten der Bewerbung und das gilt natürlich auch für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. Die Art der Bewerbung, die der potentielle Ausbilder bevorzugt, sollte der angehende Azubi erfragen. Oft findet man dazu aber auch Angaben in den betreffenden Stellenanzeigen oder aber auf den Websites der Betriebe.

  1. Die postalische Bewerbung
    Bei dieser Art der Bewerbung stellt man eine Bewerbungsmappe zusammen und sendet sie dem potentiellen Ausbildungsbetrieb. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, dass der Umschlag ausreichend frankiert, sauber und nicht zerknickt ist.Auch besteht hier die Gefahr, dass in der allgemeinen Aufregung ein bestimmtes Dokument ausversehen nicht in die Mappe gelegt wird.Bevor man den Umschlag also verschließt und zur Post bringt, sollte man ein letztes Mal die Vollständigkeit der eigenen Bewerbungsmappe prüfen.
  2. Die Bewerbung per E-Mail
    Bewirbt man sich per Mail, schickt man dem potentiellen Ausbilder seine Unterlagen als E-Mail mit Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnissen und allen eventuell vorhandenen Nachweise sowie zum Beispiel das Führungszeugnis im Anhang.Uneinigkeit herrscht hier manchmal, was das Versenden des Anschreibens betrifft. Einige Experten raten dazu, es nur als Anlage hinzuzufügen, andere empfehlen es in der Mail selbst und wieder andere wollen beides zusammen. Wenn man das Anschreiben der Mail anhängt, ist es auf jeden Fall ratsam, in der Mail anzugeben, worum es geht und welche Dokumente im Anhang zu finden sind.Die Gefahr bei dieser Form der Bewerbung ist, dass man vergisst, bestimmte Unterlagen als Anhang hinzuzufügen. Hier sollte also besonders auf Vollständigkeit der Dokumente geachtet werden.Sehr wichtig ist eine seriöse Email-Adresse. Adressen wie [email protected] sind ein absolutes Tabu.
  3. Die Online-Bewerbung
    Manche Unternehmen verlangen von möglichen Bewerbern, sich online für eine Ausbildung zu bewerben. Dabei gibt man seine persönlichen Daten, schulische Laufbahn sowie Fähigkeiten in eine Art Onlineformular ein.Dazu gibt es Textfelder, in denen Frage wie „Warum möchten Sie in unserem Unternehmen arbeiten?“ beantwortet werden müssen.Gerade bei der Online-Bewerbung ist die Gefahr von Rechtschreibfehlern groß. Daher sollte man seine Angaben und Antworten in einem Textverarbeitungsprogramm wie Word oder OpenOffice vorschreiben und so die Rechtschreibung und Grammatik überprüfen.

Wichtige Elemente im Anschreiben

Manchmal tendieren gerade unerfahrene Bewerber dazu in ihrem Abschreiben wichtige Elemente zu vergessen. Diese Charakteristika sind allerdings grundlegend und wenn sie vergessen werden, macht das schnell einen unprofessionellen Eindruck. Ein Anschreiben für eine Bewerbung für eine Ausbildung sollte die folgenden Merkmale enthalten:

  • Kontaktdaten des Bewerbers
  • Datum
  • Adresse des Empfängers
  • Betreff angeben: Auf welchen Ausbildungsplatz bezieht sich die Bewerbung?
  • Persönliche Anrede, keine allgemeinen Anredefloskeln
  • Unterschrift des Bewerbers
  • Verzeichnis der Anlagen

Video: Wie schreibe ich eine Bewerbung für einen Ausbildungsplatz?

7 Tipps für die Bewerbung um eine Ausbildung

Da eine Bewerbung für eine Ausbildung durchaus eine Herausforderung für zukünftige Azubis bedeuten kann, finden sich im folgenden Abschnitt 7 Tipps für alle angehenden Lehrlinge und Auszubildende. Viele der genannten Tipps erscheinen als offensichtlich, werden aber nichts selten von gerade unerfahrenen Bewerbern vergessen.

    1. Genug Zeit für die Recherche nehmen
      Es ist enorm wichtig zu wissen, wann man sich spätestens für den gewünschten Ausbildungsplatz bewerben muss. Die meisten Ausbildungen beginnen direkt nach den Schulferien im Sommer, einige aber auch im September oder Oktober. Ein angehender Azubi muss die entsprechenden Termine also kennen, damit er oder sie am Ende nicht zu spät dran ist mit der Bewerbung für die Ausbildung. Gerade große Unternehmen suchen ihre neuen Azubis bis zu eineinhalb Jahre früher. Weiß man also, was für eine Ausbildung für einen selbst in Frage kommt, sollte man sich rechtzeitig informieren und dann die Bewerbungsunterlagen verschicken.
    2. Formale Rahmenbedingungen klären
      Wenn man mit dem Unternehmen in Kontakt tritt, sollte man eventuelle Vorrausetzungen für die Bewerbung klären. Setzt das unternehmen eventuell Praktika voraus? Gibt es eine Altersbeschränkung für den Beginn der Ausbildung? Manche Ausbildungsberufe setzen ein Mindestalter von 18 Jahren bei Ausbildungsbeginn voraus, andere Ausbildungen kann man bereits mit 16 Jahren anfangen.Manche Unternehmen setzten bestimmte Noten in den ausbildungsrelevanten Schulfächern voraus. Auch darüber sollte man sich als angehender Azubi informieren.
    3. Eine Bewerbungsmappe vorbereiten
      Eine gute Bewerbungsmappe ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung um eine Ausbildung. Für das Erstellen dieser Mappe sollte man sich genug Zeit nehmen, damit nichts in Vergessenheit gerät.Oft herrscht Unklarheit über den Inhalt der Bewerbungsmappe. Ein selbst angefertigtes Deckblatt ist nicht zwingend notwendig. Die Mappe muss aber das Bewerbungsschreiben beinhalten und den Lebenslauf. Ein Bewerbungsfoto ist kein Muss bei einer Bewerbung für eine Ausbildung.Das aktuellste Schulzeugnis und möglicherweise vorhandene Praktikumsnachweise sind wichtig und dürfen nicht vergessen werden. Manche Firmen und Betriebe verlangen zusätzlich ein polizeiliches Führungszeugnis.
    4. Die äußere Wirkung bedenken
      Die Bewerbungsmappe sollte immer sauber sein. Es lohnt sich auch, in qualitativ gute Kopien zu investieren, da schlechte Kopien unprofessionell wirken.Das gleiche gilt für dein eventuelles Bewerbungsfoto. Es sollte immer von einem professionellen Fotographen gemacht worden sein. Alle Dokumente in der Bewerbungsmappe müssen sauber und ohne Knicke und Risse sein. Unsaubere oder beschädigte Unterlagen werden schnell aussortiert.
    5. Nachweise mit Bedacht auswählen
      Wie bereits erwähnt, sollte zumindest das aktuellste Zeugnis immer Teil der Bewerbungsmappe sein. Sind die Noten nicht überragend, kann man auch noch das vorletzte Zeugnis dazugelegt werden, wenn das besser ist als das aktuellste. Bei Praktikumsnachweisen sollte man sich auf die wichtigsten und für die Ausbildung relevanten Nachweise beschränken. Ein Nachweis über ein Praktikum in einem Kindergarten ist für die Bewerbung für eine Ausbildung zum Maschinenbautechniker nur wenig sinnvoll.
    6. Sich kurzfassen
      Bei einer Bewerbung für eine Ausbildung sollten sowohl Bewerbungsschreiben als auch Lebenslauf nicht länger sein als eine DINA4-Seite. Für das Bewerbungsschreiben empfehlen die meisten Experten eine Länge von mindesten einer dreiviertel Seite.Zusätzlich sollten zukünftige Azubis Experimente bei der Schriftart vermeiden. Die Schriftgröße liegt idealerweise bei elf oder zwölf Punkten
    7. Nachfragen
      Gibt man die Bewerbungsunterlagen nicht persönlich vor Ort ab, sollte man sicherstellen, dass das unternehmen sie erhalten hat. Das gilt sowohl für eine Online Bewerbung oder eine Bewerbung per Mail als auch für eine Bewerbungsmappe, die man dem potenziellen Ausbildungsbetrieb postalisch zukommen lässt.

So, genug der Theorie! Jetzt wünsche ich viel Erfolg beim Aufarbeiten der Informationen und beim Schreibend er eigenen Bewerbung.


Bidnachweis: © Fotolia – AK-DigiArt

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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