Vejjajiva: E-Mail zu den Vorfällen vorsichtig formulieren

Der thailändische Politiker Abhisit Vejjajiva war bis März 2019 Vorsitzender der Demokraten Thailands. Fragen zu einem umstrittenen militärischen Vorgehen werden in keiner Vejjajiva E-Mail beantwortet.

Vejjajiva E-Mail: Ich habe keine Schuld!

Immer wieder empfängt Abhisit Vejjajiva E-Mail Nachrichten, in denen er um eine Stellungnahme zu den Ereignissen in Thailand im Jahr 2010 gebeten wird. Die Vorwürfe, dass damals falsch gehandelt worden sei, zogen sich bis Mai 2020 hin, nun wies ein Sprecher der Demokratischen Partei noch einmal ausdrücklich alle Anschuldigungen zurück, dass Vejjajiva eine Schuld an den Ereignissen träfe.

Der Sprecher sagte, dass Vejjajiva nicht die Verantwortung für das militärische Vorgehen übernehmen müsse, bei dem laut Angaben der Opposition mindestens 90 Menschen ums Leben kamen. Das Justizministerium hätte die Behauptungen längst widerlegt und die damaligen Befehle gingen mit geltendem Gesetz konform.

Die Demokraten sind der Meinung, dass die Vorwürfe gegen Vejjajiva nur Verzerrungen seien. Ein Versuch, den ehemaligen Führer des Landes zu diffamieren. Dabei hatte die Vejjajiva-Regierung eigens die Wahrheits- und Versöhnungskommission, die die Vorfälle untersuchte, ins Leben gerufen. Die Redshirts hatten damals gefordert, dass vorgezogene Wahlen abgehalten werden sollten.

Darauf wurde militärisch gegen sie vorgegangen und die genannten mindestens 90 Menschen starben. Auch zwei ausländische Journalisten kamen ums Leben. Bis heute wird gefordert, dass die Ereignisse näher untersucht werden. Dennoch beharren die Demokraten darauf, dass verschiedene Ausschüsse und das Justizsystem zu dem Schluss gekommen seien, dass alles rechtens gewesen sei.

E-Mail an Vejjajiva: Besser nicht mehr schreiben

Wer nun darüber nachdenkt, an Vejjajiva E-Mail Nachrichten zu schicken, um die Wahrheit zu erfahren, sollte vorsichtig sein. Denn die Demokratische Partei kündigte im Mai 2020 an, dass rechtliche Schritte gegen jeden eingeleitet würde, der es wage, den damaligen Führer zu beschuldigen. Der Versuch, weitere Untersuchungen des Vorfalls anzustreben, würde als Diffamierung und versuchte Verleumdung gewertet, so ein Sprecher der Demokraten.

Im Jahr 2015 hatte der Anführer der Redshirts Jatuporn schon einmal versucht, zu protestieren und Vejjajiva eine Schuld an dem Vorfall, bei dem so viele Menschen ums Leben kamen, zu geben. Er wurde wegen Verleumdung verurteilt und war ein Jahr lang im Gefängnis. Jatuporn gilt nun als Beispiel dafür, wie mit möglichen Versuchen dieser Art weiter umgegangen wird. Wer sich also per E-Mail an Vejjajiva wendet und ihm eine Teilschuld oder Mitverantwortung unterstellt, sollte bereit sein, sich auch den rechtlichen Konsequenzen zu stellen.

Dabei kommen die Vorwürfe nicht von ungefähr, immerhin wurde auch schon im Jahr 2010 Anklage gegen Vejjajiva und seinen Stellvertreter Thaugsuban erhoben. Doch 2017 wurden die beiden Fälle abgewiesen, weil der Oberste Gerichtshof entschied, dass er nicht für die Bearbeitung zuständig sei. Die Fälle wurde somit noch nicht einmal bearbeitet.

Auch wenn sich keine gültige Vejjajiva E-Mail Adresse finden lässt, so ist ein Kontakt über Facebook doch möglich: https://www.facebook.com/Abhisit.M.Vejjajiva/. Außerdem besteht die Chance, dass eine Nachfrage an head@boi.go.th an Vejjajiva weitergeleitet wird. Hier war Vejjajiva einst als Chairman im Thailand Board of Investment tätig.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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