Bitcoin und Co.: Als Zahlungsmöglichkeiten in Online-Shops interessant?

0

Spätestens seitdem Bitcoin die Marke von 50.000 Euro geknackt hat, wurde in vielen Büros Kryptowährungen zum Gesprächsthema. Auch Elon Musk trug dazu bei, als er Bitcoin als zahlungsmittel für seine Autos zuließ. Und beim Gedanken an Kryptowährungen kommt den meisten Menschen tatsächlich fast automatisch der Bitcoin in den Sinn. Das liegt an der Tatsache, dass der Bitcoin eindeutig die bekannteste der digitalen Währungen ist und mit seinen Kurskapriolen regelmäßig Schlagzeilen macht. Doch neben ihrer Eigenschaft als Spekulationsobjekt sind Kryptowährungen auch Zahlungsmittel. Da stellt sich natürlich die Frage, ob eine Integration entsprechender Zahlungsmöglichkeiten vielleicht Vorteile mit sich bringen könnte und wenn ja, was dabei zu beachten ist.

Wie steht es um die Beliebtheit von Kryptowährungen?

Damit sich die Integration von Bitcoin oder anderen Digitalwährungen in den eigenen Online-Shop lohnt, sollte in der entsprechenden Zielgruppe ein gewisses Interesse bestehen. Ein Blick auf die Statistiken zeigt, dass es hierzulande durchaus einen positiven Ausblick gibt. Einer ING-Studie aus dem Jahr 2018 zufolge denken immerhin 28% der Deutschen, dass Bitcoin die Zukunft der Online-Bezahlung ist. Auch die weiteren Ergebnisse sind zumindest nicht ernüchternd:

  • 21% der Deutschen könnten sich vorstellen, in der Zukunft selbst Kryptowährungen zu besitzen
  • 8% der Deutschen besitzen bereits Kryptowährungen

Der Bekanntheitsgrad von Kryptowährungen in Europa fällt zudem recht hoch aus. So haben laut der oben genannten Studie immerhin 77% aller Männer und 55% aller Frauen in Europa schon einmal von Kryptowährungen gehört.

Ob das jedoch die Integration von Kryptowährungen in Online-Shops rechtfertigt, ist eine Frage, die sich jeder Shop-Betreiber oder Finanzmanager selbst stellen sollte. Letztlich gilt auch hier die in der Wissenschaft berühmte Antwort: Es kommt drauf an. Wer zum Beispiel international aufgestellt ist oder eine sehr technikaffine Gruppe anspricht, kann auf diesem Weg eventuell weitere potenzielle Kunden begeistern.

Hinweis:
Letztlich bleibt jedoch festzuhalten, dass Kryptowährungen heute als Zahlungsmittel nach wie vor ein Nischendasein fristen.

Exkurs: Kryptowährungen sind aktuell eher für Anleger interessant

Wer sich heute mit Kryptowährungen beschäftigt, tut dies in vielen Fällen vor allem wegen möglicher Kursgewinne. Als Anlageobjekte genießen die Kryptowährungen gerade wegen ihrer großen Kursschwankungen eine hohe Beliebtheit. Geschichten wie die von Erik Finman inspirieren nach wie vor sehr viele Menschen, den Traum vom Millionenvermögen zu träumen und anzugehen. Neben dem Kauf physischer Coins existiert zusätzlich die Möglichkeit, Derivate wie CFDs über eine Aktienhandel App zu nutzen, um an der Kursentwicklung partizipieren zu können. Entsprechende Derivate bieten dabei zwar hohe Renditechancen, jedoch ist aufgrund der Hebelwirkung auch das Risiko entsprechend groß.

Bitcoin und Co. als Zahlungsoption im Online-Shop integrieren: Das ist zu beachten

Wer einen eigenen Shop betreibt, wird sich die Frage stellen: Wenn es für den eigenen Shop Vorteile bringen könnte, Kryptowährungen im eigenen Online-Shop als Zahlungsmittel zu akzeptieren, stellt sich als nächstes die Frage, wie das Ganze funktioniert. Dieser Prozess teilt sich in zwei unterschiedliche Problemstellungen auf:

  1. Die Zahlungsoption integrieren

    Je nach genutztem Shop-System existieren heute entsprechende Plugins oder Zusatzfunktionen, mit denen sich auch bekannte Kryptowährungen als Zahlungsmöglichkeit in den eigenen Shop integrieren lassen:

    Möglichkeiten der Integration von Kryptowährungen in den Online-Shop bei gängigen Shopsystemen
    Shop-System Beispiele für Lösungen
    WooCommerce GoURLBitcoin Easy Digital Downloads oder Accept Bitcoin Payments Plugin
    Shopify Einfach einen der Krypto-Payment-Provider akzeptieren
    Magento CoinGate Bitcoin Magento extension

    In vielen Fällen ist die Integration der Zahlungsoption also keine große Hürde mehr. Normalerweise sind dafür keine weitergehenden Programmierkenntnisse nötig und der Prozess ist binnen 15 Minuten erledigt.

  2. Eine Wallet für die Aufbewahrung der Coins beschaffen

    Die Möglichkeit der Annahme von Kryptowährungen als Zahlungsmittel funktioniert nur dann, wenn der Shop-Betreiber diese am Ende auch aufbewahren kann. Zu diesem Zweck wird eine sogenannte Wallet benötig. Dabei handelt es sich quasi um eine virtuelle Brieftasche, in der die Coins gelagert werden. Von dort aus lassen sich zudem Coins an andere Nutzer senden. Wer Coins gegen andere Währungen wie Euro eintauschen möchte, kann dies über entsprechende Kryptobörsen zum jeweils gültigen Umrechnungskurs tun.

    Bei der Wahl der Wallet besteht die Wahl zwischen einer Software-seitigen Wallet, die flexibel einsetzbar sowie unkompliziert sind und Hardware-Wallets, die von der Optik einem USB-Stick ähneln. Hierbei steht die Sicherheit im Vordergrund, das Hardware-Wallets sich perfekt gegen Diebstahl-Software schützen lassen. Dafür kann ein Verlust des Geräts ohne Backup dazu führen, dass die Coins unwiederbringlich verloren sind.

Wer beide Schritte vollzogen hat, kann künftig auch die potenziellen Kunden ansprechen, denn das Bezahlen in digitalen Währungen wichtig ist.

Lohnt sich die Integration wirklich?

Die Nachfrage nach Kryptowährungen ist zwar unter Anlegern mittlerweile sehr hoch, doch als Zahlungsmittel konnten sich diese noch nicht wirklich durchsetzen. Trotzdem existiert eine stetig wachsende Zahl an Shops, die bekannte digitale Währungen als Zahlungsmittel akzeptieren. Grundsätzlich liegen die Kosten für die Integration nicht allzu hoch, was eindeutig für eine Integration spricht. Darüber hinaus lassen sich Zahlungen in Bitcoin und Co. nicht wieder zurückholen, so dass Shop-Betreiber bei Zahlungen auf eine gewisse Sicherheit bauen können. Darüber hinaus lassen sich so auch Verkäufe in Länder durchführen, die keine gängigen Währungen nutzen.

Auf der anderen Seite ist jedoch auch das Kursrisiko zu beachten. Die Kurse bekannter Kryptowährungen schwanken mitunter sehr stark. Aus diesem Grund sollten Shop-Betreiber stets ein Auge auf die Kursentwicklung haben und aus Sicherheitsgründen eingenommene Coins schnell in Euro umtauschen. Wer sich besser mit der Materie auskennt, kann natürlich auch gegebenenfalls auf steigende Kurse wetten.

Mit einer Zahlungsoption für Kryptowährungen wird vor allem ein sehr technikaffines Publikum angesprochen - sollte dies zur eigenen Zielgruppe passen, kann sich ein solcher Schritt auszahlen. (Foto: shutterstock - NicoElNino)

Mit einer Zahlungsoption für Kryptowährungen wird vor allem ein sehr technikaffines Publikum angesprochen – sollte dies zur eigenen Zielgruppe passen, kann sich ein solcher Schritt auszahlen. (Foto: shutterstock – NicoElNino)

Kryptowährungen im eigenen Online-Shop: Eine Wette auf die Zukunft?

Als Zahlungsmittel fristen Kryptowährungen nach wie vor eher ein Außenseiter-Dasein. Trotzdem könnten digitale Währungen in Zukunft an Bedeutung gewinnen, da auch Staaten immer mehr auf digitale Varianten setzen. Es bleibt abzuwarten, wann und in welcher Form sich solche Zahlungsformen komplett durchsetzen. Wer als Shop-Betreiber einer technikaffinen Kundschaft jetzt schon die Möglichkeit bieten möchte, kann dies normalerweise ohne großen Aufwand tun. Für gängige Shop-Systeme existieren entsprechende Plugins, während es manchmal sogar nur einiger weniger Einstellungen bedarf.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Lassen Sie eine Antwort hier