Zeitgemässer Karrierekick: Wie funktioniert heute zukunftsorientiere Weiterbildung in Eigen- und Fremdregie?

Lebenslanges Lernen: Das erfolgt im Laufe des Lebens auf verschiedenen Ebenen – und zwar im Sozial- und im Berufsumfeld. Während das Lernen zwischenmenschlicher Faktoren nach einer bestimmten Zeit in den Grundzügen abgeschlossen scheint, sieht dies mit dem beruflichen Fachwissen durchaus anders aus.

Arbeitgeber legen nicht zuletzt aufgrund der großen Marktkonkurrenz bei ihren Mitarbeitern Wert auf aktuelles und breites Wissen, deshalb bilden sie selbst regelmäßig fort und Mitarbeiter versuchen sich zusätzlich in Eigenregie weiterzubilden. Doch wie bauen Unternehmen in der digitalen Landschaft Fachkompetenzen aus und mit welchen modernen Mitteln treiben Arbeitnehmer aus eigenem Antrieb heraus ihr Wissen voran?

Weiterbildung: Ein wichtiges Thema zukünftiger und aktueller Arbeitslandschaft?

Der Bildungsprozess endet im 21. Jahrhundert längst nicht mehr nach dem Schulabschluss, dem Studium oder der Berufsausbildung. Die Weiter- und Fortbildung – insbesondere für die beruflichen Tätigkeiten – hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Viele Berufstätige möchten sich nach ihrer Grundausbildung bewusst weiterbilden, um auf dem Markt der Bewerber hervorzustechen, eigene Interessen zu vertiefen oder die Chance auf eine andere Anstellung zu erhalten. Auch Unternehmen forcieren die Wissensaneignung ihrer Mitarbeiter, um die Firmenleistungen zu optimieren.

Weiterbildung und Fortbildung: Ein und dasselbe?

Aber bilden ist nicht gleich bilden: Es bestehen verschiedene Begrifflichkeiten, die zwar in einigen Fällen durchaus synonym verwendet werden, aber durchaus jeweils unterschiedliche Bedeutungen haben:

Infografik: Das Weiterbilden sozialer und fachlicher Fähigkeiten geht längst über die Schulzeit hinaus

Infografik: Das Weiterbilden sozialer und fachlicher Fähigkeiten geht längst über die Schulzeit hinaus

Das Weiterbilden sozialer und fachlicher Fähigkeiten geht längst über die Schulzeit hinaus

Doch warum weiter- oder fortbilden? Das Stichwort muss zur Beantwortung dieser Frage wohl „Leistungsgesellschaft“ lauten. Denn, wer auf dem Berufsmarkt – egal, ob Einsteiger oder langjähriger Mitarbeiter – stillsteht, der hat es je nach Berufszweig durchaus schwieriger sich eine feste und vor allem über mehrere Jahre hinweg andauernde Anstellung zu sichern. Nicht verwunderlich und durchaus bekannt ist, dass Arbeitgeber immer auf der Suche nach Fachkräften sind.

Dies machen Arbeitgeber unter anderem bereits bei der Stellenausschreibung deutlich, in der die Wunschvorstellungen vom potentiellen Mitarbeiter, wie ein abgeschlossenes Studium, Kenntnisse von Managementsystemen oder Fähigkeiten wie Teamfähigkeit und Stressresistenz, erläutert werden. Um aus der Bewerbermasse herauszustechen, heißt es deshalb: „Möglichst viele der verlangten Fähigkeiten erfüllen.“ So erfolgt das Lernprogramm sozialer und fachlicher Kompetenzen nach der ersten längeren Lernphase in der Schulzeit meist weiterhin weniger aus persönlichem Antrieb heraus.

Das Lernen oder eher Fort- und Weiterbilden stellt ein Muss dar, welches die eigenen beruflichen Perspektiven erweitert und damit die individuelle Lebensqualität sichert.

Perfektion – dies möchten einige Arbeitnehmer erreichen. Behilflich sind dabei neben Fortbildungen auch Erfahrungswerte. Besonders im handwerklichen Bereich heißt es meist: „Learning by doing!“ (#01)

Perfektion – dies möchten einige Arbeitnehmer erreichen. Behilflich sind dabei neben Fortbildungen auch Erfahrungswerte. Besonders im handwerklichen Bereich heißt es meist: „Learning by doing!“ (#01)

Wie effizient lernen und Kompetenzen ausbilden?

Doch lassen sich jegliche Kompetenzen des sozialen und fachlichen Bereichs auch weiter- oder fortbilden? Ist nicht irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht? Generell gilt wohl, wer seine eigenen Fertigkeiten ausbauen möchte, kann dies auch tun. Dafür gibt es mittlerweile einfach zu viele Möglichkeiten: Die Angebote reichen von hobbybezogenen Kursen, wie Strickkursen an der Volkshochschule, bis hin zu von Berufserfahrenen veranstalteten Onlinemarketingkursen an der Uni.

Ein Ende des Wissensgewinns ist so meist innerhalb verschiedener Bereiche nicht in Sicht, da nicht zuletzt zu den verschiedensten Themen unterschiedlichste Sichtweisen und Lösungsansätze vorliegen. Zudem erfährt im Frontal- oder Online-Fernstudium erlerntes Wissen spätestens in der praktischen Anwendung immer noch einen zusätzlichen persönlichen Lerngewinn. Dieser Lerngewinn basiert dann auf Erfahrungswerten, die im Berufsalltag nicht zu unterschätzen sind, da oft merklich nicht jede erlernte Theorie die Lösung für jedes auftretende Problem bietet.

Zudem schaffen gerade Berufszweigen, die dem technischen oder digitalen Sektor entstammen, immer wieder Neuerungen, die das Erlernte durch Fortbildungen und persönliche Erfahrungswerte ergänzen. Kurzum sind nicht nur theoretisches Wissen, sondern zudem Erfahrungswerte entscheidend für das „Lebenslange Erlernen“ von Fachkompetenzen.

Was fällt unter die menschlichen Kompetenzen mit Ausbaupotential

Bin ich kompetent genug? Diese Frage ist meist selbst schwierig zu beantworten. Doch Weiter- oder Fortbildungen können durchaus dabei helfen, sich bei der Beantwortung dieser Frage sicherer zu fühlen und selbstbewusster hinter den erlernten Fähigkeiten zu stehen und diese zu vermitteln. Ein Riegel, der den Ausbau bestimmter Kompetenzen beschränkt, gibt es nicht. Denn die Kompetenzen mit Ausbaupotential reichen von der der Erlangung selbstbewussterer Körpersprache, mehr Charisma und Stressresistenz bis hin zur fachgerechten Vermarktung von Produkten und der Programmierung von Webseiten.

Wobei vor allem letztere oft auf bereits vorhandenes Wissen aufbauen. Egal, ob es nun das autogene Training zum Erlernen persönlichem Innehaltens oder das Erstellen eines werbewirksamen Flyers ist, Wissenschaftler haben herausgefunden, dass unter anderem eine humoristische Atmosphäre positive Lerneffekte unterstützen kann. Dabei muss der Fortbilder natürlich kein komödiantisches Wundertalent sein, denn einige Tipps, die „humorvolles Lernen“ unterstützen, können effiziente Wissensvermittlung unterstützen.

Zu den Grundkompetenzen, die vor allem in der Arbeitswelt große Bedeutung haben sind die Fach, Sozial- und Methodenkompetenz. Diese lassen sich mithilfe verschiedener Weiter- und Fortbildungsformen ausbauen und erlernen.

Infografik: Bin ich kompetent genug? Diese Frage ist meist selbst schwierig zu beantworten.

Infografik: Bin ich kompetent genug? Diese Frage ist meist selbst schwierig zu beantworten.

 

Einige verzweifeln beim Lernen mit der Fachliteratur. Dann eignet sich oft das gemeinschaftliche Lernprogramm in der Gruppe, bei dem Theorie und Praxis verbunden werden. (#02)

Einige verzweifeln beim Lernen mit der Fachliteratur. Dann eignet sich oft das gemeinschaftliche Lernprogramm in der Gruppe, bei dem Theorie und Praxis verbunden werden. (#02)

Verschiedene Lernformen: Welche Art des Lernens eignet sich für wen?

Nicht jeder ist für das stille vor sich hin Lernen am Computer oder mit der Fachliteratur auf dem Schoß gemacht. Einige benötigen unter anderem den Antrieb einer Lerngemeinschaft oder Fremdmotivation, um Lernziele erreichen zu können. Voraussetzung für effektive Wissensaneignung ist zunächst natürlich erst einmal eine gewisse Eigenmotivation. Aber wie ist für sich das effektivste Lernprogramm zu ermitteln und vielleicht auch aus verschiedenen Formen zusammenzustellen?

Diese Fragen können bei der Auswahl der geeigneten Lernvariante behilflich sein:

„Welche Lernformen sind mir bekannt und welche Erfahrungen haben Bekannte bereits mit verschiedenen Lernformen gemacht?“

Bevor sich für eine Lernform entschieden wird, kann es hilfreich sein, die jeweiligen persönlichen Vor- und Nachteile herauszufinden und die Erfahrungswerte von Familie und Freunden bei der Entscheidung mit einzubeziehen.

„Was möchte ich lernen? Grundlegendes Fachwissen oder Kompetenzen wie Gesprächsführung und Selbstmanagement?“

Während sich Grundlagenwissen meist in Eigenregie mit Fachliteratur oder Online-Kursen angeeignet werden kann, eignet sich zum Erwerb anderer Kompetenzen ein Präsenzkurs, der theoretisches Wissen praktisch anwenden lässt.

„Liegt mir das Lernen im regelmäßigen Austausch mit anderen?“

Kann diese Frage bejaht werden, dann eignen sich weniger Lernformen wie E-Learning oder Fernunterricht, als vielmehr Präsenzunterricht oder Blended-Learning.

„Sind die Grundlagen für die Durchführung von oder die Teilnahme an bestimmten Lernprogrammen gegeben?“

Für Lernformen wie dem E-Learning oder dem Fernstudium wird neben einem ruhigen Arbeitsplatz, eine bestimmte technische Ausstattung benötigt. Fällt die Entscheidung auf den Präsenzunterricht, sollte beachtet werden, dass dafür oft An- und Abfahrtszeiten auf sich zu nehmen sind, die neben der Präsenzzeit zusätzlich im Zeitplan einzuplanen sind. So hat nicht jeder Zeit und Mittel zur Verfügung, nach der Arbeit noch eine Fahrtstunde auf sich zu nehmen.

Arbeitgeberunterstützung: Hilfestellungen beim Ausbau wichtiger Kompetenzen in Fremdregie

Einige der Lernformen werden mittlerweile vor allem durch die Mithilfe moderner Unternehmensstrukturen unterstützt. Diese bieten den Mitarbeitern die Grundlagen – ob technisch oder fachlich – an, welche Arbeitnehmern das Lernen in Form von Fortbildungen erleichtern. Die Hilfen bestehen online unter anderem in Lernmanagementsystemen oder offline in hauseigenen Trainern, die zum eigenen Mitarbeiterstamm gehören, sowie in Kursen eigener Bildungszentren.

Die digitale Welt lässt grüßen: Moderne Weiterbildung im On- und Offlinemodus

Das Tablet mit den Patientendaten bei der Besprechung. Die Digitalisierung hat mittlerweile in einigen Berufszweigen Einzug gehalten und die Arbeitsweisen effizienter gemacht. Kein Wunder, dass die Digitalisierung Teil der Weiterbildungstrends ist. (#03)

Das Tablet mit den Patientendaten bei der Besprechung. Die Digitalisierung hat mittlerweile in einigen Berufszweigen Einzug gehalten und die Arbeitsweisen effizienter gemacht. Kein Wunder, dass die Digitalisierung Teil der Weiterbildungstrends ist. (#03)

Doch wie funktioniert die meist schon gängige Weiterbildung von Fachkompetenzen im Berufsalltag. Für Fort- und Weiterbildungen wird den Mitarbeitern meist ein bestimmtes Kontingent zur freien Verfügung gestellt. Wobei die Auswahl letztlich von den Verantwortlichen – Chefs oder Abteilungsleiter – abgesegnet werden muss und die eigene Auswahl zum Berufsfeld passen, oder aber für den Arbeitgeber als sinnvoll für die Stelle erscheinen muss. Dann wird auch über die Möglichkeiten und die geeignete Lernform gesprochen.

Diverse Lernformen aus dem On- und Offlinebereich wurden bereits beschrieben. Die Vielfalt der Lernmodelle zeigt, dass der Erfolg auf dem Arbeitsmarkt zunehmend auch von der Lernfähigkeit und der flexiblen Anpassung an Lernprogramme abzuhängen scheint. Im Rahmen der von Arbeitgebern gestellten Fortbildungsmaßnahmen nimmt die Digitalisierung einen immer höheren Stellenwert ein, was nicht zuletzt die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema „ Weiterbildungstrend 2016“ zeigen. Aufgrund der unaufhaltsamen Digitalisierung sind drei von vier befragen Personalmanagern (75 Prozent) der Meinung, dass der Bedarf nach Weiterbildungen künftig noch ansteigen wird.

Der digitale Wandel stellt vor allem an alteingesessene Mitarbeiter hohe Anforderungen. Deshalb werden durch Nutzung digitaler Kanäle für die Fortbildungen Digital- und Fachkompetenz gleichermaßen geschult. Viele Arbeitnehmer setzen sogar digitale Lernsysteme voraus. Doch wie sind die bereits erwähnten Lernmodelle (Kap. 1 / Verschiedene Lernformen: Welche Art des Lernens eignet sich für wen?“) firmenintern aufgebaut und wie werden verschiedene Lernmodelle verbunden?

Infografik: Der digitale Wandel stellt vor allem an alteingesessene Mitarbeiter hohe Anforderungen

Infografik: Der digitale Wandel stellt vor allem an alteingesessene Mitarbeiter hohe Anforderungen

Zu Inhalten und Aufbau von Lernmanagementsystemen

Lernmanagementsysteme wurden erfunden, um die Lernabläufe beim elektronischen Lernen zu vereinfachen oder Lerninhalte einfacher zugänglich zu machen und verwalten zu können.

Kurzum Lernmanagementsysteme (LMS) ermöglichen:

  • Einfache und effiziente Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrenden (z.B, über eine Chat-Funktion, ein Forum oder eine zentrale Kommunikationsplattform).
  • Schnelle und unkomplizierte Bereitstellung von Lernmaterialien.
  • Organisation von Lernvorgängen und Planung des eigenen Lernprogramms.

E-Learning und die moderne Kombination von „neuer“ und althergebrachter Theorie und Praxis

Die Vernetzung von digitalem und gemeinschaftlichem Lernen gehört zu den modernen Weiterbildungstrends. (#04)

Die Vernetzung von digitalem und gemeinschaftlichem Lernen gehört zu den modernen Weiterbildungstrends. (#04)

Technologischer Wandel und Weiterbildung sind somit eng miteinander verbunden und zudem sehen 87 Prozent von 300 befragten Personalmanagern (siehe obenstehende Grafik) vor allem einen starken bis äußerst starken Einfluss von Weiterbildungen auf den beruflichen Aufstieg. Um positive Effekte für Arbeitgeber und Arbeitnehmer hervorzurufen, müssen Fort- und Weiterbildungen künftig flexibel an die Entwicklungen der Digitalisierung sowie an die Wünsche der Mitarbeiter anpassbar sein und Fachkompetenzen effizient vermitteln können.

Flexible Nutzung und flexiblen Gestaltungsraum ermöglicht das moderne Blended Learning. Die Abläufe eines firmeninternen Blended Learnings verbinden durch Präsenzzeiten mit Gruppenunterricht Fach- und Sozialkompetenz. Darüber hinaus fördert diese Mischung aus On- und Offlinelernphasen das Selbstmanagement, die Eigenverantwortung und die Flexibilität. So werden über die eigentliche Fachkompetenz hinaus auch Sozial- und Methodenkompetenzen erlernt. Teil der E-Learning-Programme sind zudem so genannte Webinare.

Das Wort beinhaltet die beiden Begriffe Seminar und Web. Das Webinar wird häufig auch Live-Webcast oder Online-Seminar genannt. Alle Formen haben gemein, dass Inhalte über das Web vermittelt werden und zwar im Videoformat. Zum E-Learning-Programm einiger Unternehmen gehören mittlerweile Webinare, in denen sich eine Fachkraft an die Mitarbeiter wendet und Fachkompetenzen über den Bildschirm vermittelt werden. Webinare werden häufig mit einem Theorieteil verbunden oder setzen auf anschließende Wissensvertiefung durch den Austausch der Webinarteilnehmer oder Arbeitsblättern im Büroraum.

Außerdem findet das Webinar häufig raumübergreifend statt und Mitarbeiter im Homeoffice können sich live zuschalten. Um die digitalen Angebote zukünftig noch effizienter einbauen und nutzen zu können, soll die Digitalkompetenz bereits in der Schule erlernt werden. Eine frühzeitige Ausbildung der Digitalkompetenz fordert der Verein Deutsche Ingenieure, nach dem in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern weniger neue Technologien im Lehralltag Platz finden. Daneben wünscht sich die Computerbranche für Sachsen die Einführung des Schulfachs Informatik als Pflichtfach.

Ein Mitarbeiter bildet seine Kollegen fort. Eine effiziente Lehrmethode, die in einigen Unternehmen oder innerhalb unternehmenseigener Bildungszentren Alltag ist. (#05)

Ein Mitarbeiter bildet seine Kollegen fort. Eine effiziente Lehrmethode, die in einigen Unternehmen oder innerhalb unternehmenseigener Bildungszentren Alltag ist. (#05)

Das Training on the Job mit Trainern on the Job

Die Schulungen finden meist allein aus Gründen der Kostenersparnis in den eigenen Hallen, angeschlossenen Bildungszentren oder organisierte Schulungen von Mitarbeitern statt. Dies verstärkt nicht nur die Identifikation mit dem Unternehmen, sondern stärkt zudem die Bindung der Mitarbeiter, die dadurch in regelmäßigem Austausch stehen und voneinander lernen. Frei nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Denn vor allem bei Schulungen, die direkt im Berufsalltag ablaufen, geht es darum, Denkanstöße oder Lösungsvorschläge zu liefern, die neben der Wissensvermittlung vor allem die Selbstständigkeit und Eigeninitiative der Mitarbeiter fördern.

Nachfolgend die gängigsten Formen interner Fortbildung:

  • Training off the job: Schulungen an externen Stellen wie Unis oder Volkshochschulen.
  • Training near the job: Workshops und Seminar innerhalb des Betriebs.
  • Training on the job: Externe oder Interne Fachleute, die Mitarbeiter während ihrer täglichen Arbeit schulen und anleiten.

Inhouse-Trainer: Mitarbeiter und Weiterbilder in einer Person

Ob Webinar oder das Seminar à la Frontalunterricht in den Übungsräumen des Unternehmens, in vielen Fällen leiten Mitarbeiter des Unternehmens ihre Kollegen durch das Lernprogramm. Aber auch Abteilungsleiter, die allein durch ihre meist langjährige Berufserfahrung über ein breites Wissen in ihrem Fachbereich verfügen, geben ihr Wissen in Theorie und anhand von praktischen Fallbeispielen aus dem Alltagsgeschäft wieder.

Die Inhouse-Trainer durchlaufen über ihren eigentlichen Aufgabenbereich hinaus, Schulungen, die ihnen wiederum dabei helfen andere Mitarbeiter oder in einigen Fällen auch Kollegen fachlich anzuleiten. Dabei halten sie sich meist an einen festgesetzten Katalog, der für Azubis Grundlagenwissen vorgibt und für Fachkräfte Fachwissen, welches immer wieder Aktualisierung erfährt, wiedergibt.

Außerdem stehen diese immer wieder zur Beantwortung von Fragen im Tagesgeschäft zur Verfügung und helfen bei Problemen, die die Arbeitseffizienz einschränken und auf häufige Fehlerquellen zurückzuführen sind.

Eigene Bildungszentren: Vorteile von großangelegten, unternehmenseigenen Weiterbildungsstätten

Oft pendeln Inhouse-Trainer zwischen einzelnen Zweigstellen hin und her oder sind zusätzlich in den firmeneigenen Bildungszentren tätig. Wobei dort auch gerne einmal externe Referenten Vorträge zu verschiedenen fachspezifischen oder allgemeinen Themen, wie Datenschutz oder Erste-Hilfe, zu Schulungszwecken halten.

Wer es sich finanziell und ressourcenbezogen leisten kann, schließt immer häufiger ein eigenes Bildungszentrum an das Unternehmen an. Das Zentrum kann dann in einigen Fällen auch von Externen in Anspruch genommen werden. Doch worin sehen Unternehmen die Vorteile eines Bildungszentrums unter eigener Führung?

Hier ein paar Punkte, die pro Bildungszentrum sprechen können:

  • Die Fähigkeiten der Mitarbeiter werden auf einem Stand gehalten. Sowohl was das Grund- als auch das Fachwissen angeht.
  • Förderung firmeninterner Netzwerke.
  • Die Möglichkeit, Fortbildungen aus Gründen der Effizienz an die Geschäftsziele anzupassen.
  • Unterstützung des Prinzips „Lebenslanges Lernen“. Dies legt noch eine Schippe auf die gängigen Fortbildungen drauf und sorgt für zusätzliches Interesse bei potentiellen Mitarbeitern. Zudem kann ein Bildungszentrum Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung stärken.
  • Durch Schulungen zu unternehmensnahen Themen erhöhen sich Produktivität, Arbeitsqualität und Einsatzmöglichkeiten der Fachkräfte.

Beteiligen sich Unternehmen an den Kosten externer Weiterbildungen?

Wer sich für eine Weiterbildung entscheidet, die vielleicht nur in Ansätzen etwas mit dem eigenen Aufgabenbereich zu tun hat, muss damit rechnen, dass der Arbeitgeber die Kosten für die Weiterbildung nicht übernimmt. Bei Fortbildungen sieht der Fall meist anders aus, denn diese bewirken in der Regel einen Hinzugewinn von Fachkompetenz.

Bevor aber eine eigens organisierte Fort- oder Weiterbildung in Anspruch genommen wird, können einige Argumente zur Erstattung der Weiterbildungskosten im Gespräch mit dem Vorgesetzten angeführt werden. Dann besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich Arbeitgeber an den Kosten für extern und nicht vom Unternehmen initiierten Weiterbildungen beteiligen – wenn auch nur anteilig.

Das Fernstudium ist eine Fortbildungsmaßnahme, die in der Regel in Eigenregie passiert und angegangen wird. Vorteilhaft ist vor allem die flexible Gestaltung des Lernprogramms neben der beruflichen Tätigkeit. (#06)

Das Fernstudium ist eine Fortbildungsmaßnahme, die in der Regel in Eigenregie passiert und angegangen wird. Vorteilhaft ist vor allem die flexible Gestaltung des Lernprogramms neben der beruflichen Tätigkeit. (#06)

Selbst ist die Fachkraft: Weiterbilden in Eigenregie

Das Weiter- oder Fortbilden läuft jedoch nicht nur auf Unternehmensebene ab. Verständlicherweise, denn obwohl sich Mitarbeiter von Firmen moderne Schulungskonzepte wünschen, handeln sie daneben auch aus eigenem Antrieb. Da wird dann mal das Fernstudium neben dem Beruf absolviert, die digitale App als Lernhelfer am Arbeitsplatz genutzt oder die Auszeit im Ausland genommen, um zu sich zu finden und die eigenen Horizonte auf unterschiedlichen Ebenen zu erweitern.

Studieren und Bilden aus der Ferne

Die zunehmende Beschleunigung des Bildungs- und Arbeitsmarktes, die die stetige Anpassung eigener Qualifikationen an den Markt fordert, sorgt für einen erhöhten Weiterbildungsbedarf. Eine flexible Möglichkeit der Fortbildung in Eigenregie ist das berufsbegleitende Fernstudium. Es bietet sich an, da es ein Selbststudium möglich macht, welches flexibel an die Arbeitszeiten anzupassen und – wenn überhaupt – ausschließlich in Klausurphasen Präsenz in einem oft nahegelegenem Bildungszentrum notwendig macht.

Das Fernstudium als flexible Lernmöglichkeit für Berufstätige und Karriereambitionierte

Eine Trendstudie zum Fernstudium in Deutschland beschreibt unter anderem untenstehende Motive für den Antritt eines Fernstudiums sowie weitere Faktoren, die bei der Auswahl des passenden Fernstudiums eine Rolle spielen. Ausgegangen wird für das Jahre 2016 circa von 160.000 Fernstudierenden.

Wobei die Fernuni Hagen in Nordrhein-Westfalen mit etwa über 74.000 Studierenden an der Spitze der Anbieter von Fernstudiengängen in Deutschland steht. Mit jeweils etwa 72 Prozent gehören die Verbesserung der Arbeitschancen sowie der berufliche Aufstieg zu den Top-Gründen für den Beginn eines Fernstudiums. Bei der Auswahl des Fernstudiums achten Bewerber vor allem auf die Inhalte des Studiengangs, die Flexibilität des Lernprogramms und die digitalen Lernangebote (E-Learning).

Apps für das Smartphone werden nicht mehr nur für die private Recherche genutzt, sondern kommen auch bei beruflichen Fachfragen zum Einsatz. (#07)

Apps für das Smartphone werden nicht mehr nur für die private Recherche genutzt, sondern kommen auch bei beruflichen Fachfragen zum Einsatz. (#07)

Apps: Digitale Anwendungen als Lernunterstützer

Ob die App für das Abnehmprogramm oder die lustige Bildbearbeitung. Mobile Apps gehören mittlerweile als Hilfsmittel in verschiedenen Bereichen dazu. So gibt es auch verschiedene Lernapps für Smartphone oder Tablet. Diese bieten oft eine Auswahl an diversen Kategorien, die sich auf das Allgemeinwissen oder auch fachspezifische Themen, wie Marketing-Wissen oder Mitarbeiterführung. In den Unternehmen selbst spielen spezielle Smartphone und Tablet-Apps bisher jedoch noch keine Rolle.

Internes und externes Mobile-Learning mit Smartphone oder Tablet

Nicht nur das Intranet oder die Firmensoftware, die auf dem eigenen Computer abzurufen ist, machen es zunehmend möglich, Fortbildungsprogramme in Eigenregie zu nutzen. Diese flexible Nutzung, die weder örtlich noch zeitlich begrenzt ist, kommt neben der Work-Life-Balance den Nutzungsvorlieben der so genannten Generation Y entgegen. Zu dieser Generation werden die Geburtsjahre zwischen 1980 und 1995 gezählt.

Sie sind wichtiger Teil aktueller Bewerberstrukturen und beeinflussen die Unternehmensphilosophien zunehmend mit den ihnen zugesprochenen Merkmalen. Zu den zugesprochenen Eigenschaften gehören unter anderem Technikaffinität und die Nutzung von sozialen Medien. Unter anderem an das Nutzungsverhalten digitaler Medien durch die Genration Y passen sich Unternehmen mit der Schaffung von Lernsystemen an, die die selbstständige Fortbildung auf Tablet oder gar dem Smartphone ermöglichen.

Auszeit vom Job als Weiterbildungsmaßnahme zum Ausbau persönlicher und fachlicher Kompetenz

Um die eigenen Fertigkeiten sowie die Fach- und Sozialkompetenzen auszubauen, bietet sich neben flexibel nutzbaren Medien oder dem Absolvieren eines Fernstudiums, eine Auszeit an, die nicht nur Ruhephasen, sondern zudem den Hinzugewinn von Wissen verspricht. Natürlich können Arbeitnehmer nicht über ihren Urlaub hinaus einfach mal zwei Jahre Auszeit nehmen, aber es gibt eine Art Sondervereinbarung, die eine offiziell geregelte Auszeit vom Arbeitsalltag erlaubt.

Das Sabbatical-Jahr

„Ich bin dann mal weg.“ Zwar nicht für immer, aber immerhin für eine kurze Auszeit, die über die Länge einer gängigen Urlaubszeit hinausgeht. Ein Sabbatjahr nehmen Mitarbeiter jedoch nicht, um endlich einmal für längere Zeit auf der faulen Haut liegen zu können. Das Sabbatjahr wird bewusst genutzt, um den Akku aufzuladen und unter anderem einem heute so oft wie nie auftretendem Burnout vorzubeugen.

Neben der psychischen Stärkung wird das Jahr häufig auch genutzt, um Weiter- oder Fortbildungsmaßnahmen zu durchlaufen und so die eigenen Karrierechancen voranzutreiben oder sich auf einen neuen Aufgabenbereich vorzubereiten. Oft findet die Weiterbildung auch im Ausland statt, dabei werden dann fremde Kulturen kennengelernt und Sprachkenntnisse verbessert.

Zusammengefasst: Was Weiterbildung heutzutage bringt und wie diese auf verschiedenen Ebenen effizient erfolgt

Berufliche Weiter- und Fortbildungen sind sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer positiv. Während sich Arbeitnehmer auf dem Markt der Bewerber durch spezielle Fachkompetenz für Firmen interessanter machen, sorgen Arbeitgeber durch Fortbildungsangebote für mehr Mitarbeiterzufriedenheit und effizientere Arbeitsabläufe. Die zunehmende Digitalisierung bringt vor allem das E-Learning voran.

So sehen sich Mitarbeiter immer mehr vor dem hauseigenen oder büroeigenen Bildschirm vor Webinaren sitzen. Aber auch die direkte Schulung durch von Mitarbeiter zu Mitarbeiter, passiert die Fortbildung mittlerweile hauptsächlich intern und vor allem nah an den Unternehmenszielen und internen Tätigkeiten. In Eigenregie ohne Ansporn des Chefs erfolgen Fortbildungen vermehrt über das Fernstudium oder ein Sabbatjahr.


Bildnachweis: © Fotolia Titelbild: Konstantin Yuganov – #01: Monkey Business- #02: inarik – #03: Monet – #04: goodluz – #05: kasto – #06: kasto – #07: kantver

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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