Emotionen in der Geschäftswelt: Erlaubt oder NoGo

Für Emotionen ist in der Geschäftswelt kein Platz. Diese These hat sich über sehr lange Zeiträume gehalten. Um genau zu sein über Jahrhunderte, wenn nicht sogar Jahrtausende. Erinnert sei hier an das alte Ägypten, wo Sklaven dazu gezwungen wurden, die Pyramiden zu errichten und im 19. Jahrhundert zu Zeiten des so genannten Manchester-Kapitalismus. Der Arbeiter hatte einfach nur zu funktionieren und falls er dies nicht tat, wurde er einfach ersetzt. Auch in der modernen Zeit, mit ihrem inzwischen ungezügeltem Kapitalismus, gibt es noch solche Auswüchse.

Allerdings findet in jüngster Zeit ein Prozess des Umdenkens statt, der Emotionen in der Geschäftswelt nicht als hinderlich, sondern sogar als umsatzsteigernd ansieht.

Sind Emotionen in der Geschäftswelt nun also erlaubt oder ein absolutes NoGo?

Welche Vorteile bringt das Zulassen von Emotionen in der Geschäftswelt?

Im allgemeinen wird angenommen, dass wer sich in der Geschäftswelt von Emotionen und nicht von nüchternen Fakten leiten lässt, nur verlieren kann. Zahlen sprechen eine klare Sprache. Aber Emotionen?

Und doch kann man sagen, dass Emotionen in der Geschäftswelt, einen enormen Einfluss auf getroffene Entscheidungen haben. Man denke da zum Beispiel an das gute oder schlechte Bauchgefühl. Dieses Bauchgefühl nennt man auch emotionale Intelligenz.

Emotionale Intelligenz gibt es schon seit grauer Vorzeit. Sie wird vom Gehirn (nicht dem Bauch) gesteuert und ist in der Regel schneller, als das Denkvermögen. Dies wird am folgendem Beispiel deutlich.

Ein Jäger begegnet auf der Jagd einem Bären. Noch bevor er wirklich zu einer gedanklichen Entscheidung kommen kann, macht ihn sein emotionales Erleben bereit für Flucht oder Angriff (der gesamte Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt). Die Entscheidungen geschehen sehr schnell, sind aber ungenau.

Aus diesem Grund sollte man den Emotionen in der Geschäftswelt nur bedingt vertrauen, aber man sollte diese auch auf keinen Fall außer acht lassen. Hier kommt der Faktor Empathie ins Spiel.

Empathie und die Emotionen in der Geschäftswelt

Jeder Mensch sendet permanent unbewusst Signale an seine Umwelt aus. Andere Menschen nehmen diese Signale ebenso unbewusst oder auch bewusst wahr. Es gibt sogar Menschen, die über eine sehr hohe Empathie verfügen und die beispielsweise die Stimmung von Massen wahrnehmen können.

Doch so weit muss man nicht gehen, wenn es um das Thema Emotionen in der Geschäftswelt geht.

Oft redet man mit einem Menschen und man merkt, da stimmt etwas nicht….

Aussagen und Verhalten passen irgendwie nicht zusammen, man kann das oft nicht klar benennen und wenn man gebeten würde dies logisch zu begründen, könnte man es nicht.

Dennoch sollte man solche Diskrepanzen durchaus ernst nehmen. Es könnte sich zum Beispiel als sehr nützlich erweisen, den abzuschließendem Vertrag noch einmal einem Anwalt zur Prüfung vorzulegen oder mit gezielten Fragen, dem Gegenüber in bestimmten Punkten noch intensiver auf den Zahn zu fühlen.

Auch im Bereich der Mitarbeiterführung, ist die Empathie ein nicht zu unterschätzender Faktor. Wer immer nur ohne Rücksicht Leistung bis ans Limit fordert, darf sich über hohe Krankenstände oder fehlende Mitarbeiter-Motivation und hohe Fehlerraten nicht wundern.

 


Bildnachweis: © morguefile.com – grietgriet

Über Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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