Catfishing: 9 Tipps, wie Du einen Catfish erkennst und Dich wirksam schützt

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Catfishing ist eine moderne Methode des Betrugs. Zahlreiche Fälle sind bereits dokumentiert. Doch es gibt Möglichkeit, um das auch als Sockpuppet bekannte Problem zu erkennen und sich davor zu schützen.

Modernder Betrug: Catfishing und seine Motive (Video)

Das folgende Video zeigt zum Einstieg, was Catfishing ist:

Video: Dylan & Ally: Sie lügt mir was vor | Catfish | Ganze Folge | MTV Deutschland

Was Catfishing bedeutet

Ein Catfish ist demnach eine Person, die sich im Internet für jemand anderen ausgibt und eine falsche Identität annimmt. Diese Person kann frei erfunden sein oder es werden Storys von anderen Menschen „entliehen“.

Dabei hat Catfishing viele Gesichter und um herauszufinden, was Catfishing bedeutet, ist es wichtig, die Motive der Täter zu kennen. Eine Rolle spielt dabei der Enthemmungseffekt, den die Nutzung von Online-Medien bewirken. Hier fühlen sich die Täter anonym und unantastbar.

Die Motive der Catfisher im Überblick:

  • Romantische Beziehung herstellen

    Nicht jeder Catfisher ist wirklich auf das Geld seines Opfers aus, manche wollen einfach nur eine aufregende Online-Beziehung führen und trauen sich nicht, dies unter ihrer wahren Identität zu tun. Teilweise werden solche Catfisher sogar von Online-Datingportalen organisiert, um die Nutzer bei Laune zu halten und ihnen eine Welt voller Möglichkeiten vorzugaukeln.

  • Erpressung und Mobbing

    Manche Catfisher wollen andere Menschen beleidigen und nutzen dazu Fake-Profile. Sie beschimpfen unter fremdem Namen, was teilweise bis ins Mobbing gehen kann. Vor allem unter Jugendlichen scheint diese Art des Catfishings verbreitet zu sein. Geht der Betrug bis hin zur Erpressung, steht vor allem das Erlangen sensibler Daten auf der Motivliste der Täter.

  • Bestätigung und Mitgefühl einheimsen

    Teilweise nehmen Catfisher die falsche Identität an, um selbst zu mehr Bestätigung zu kommen oder Mitgefühl zu erschleichen, weil sie beides im realen Leben nicht bekommen.

  • Kontrolle über den oder Rache am Partner

    Teilweise nutzt ein Catfisher falsche Profile, um sich an seinem Partner zu rächen oder um diesem nachzuspionieren.

    Dies wird auch im folgenden Video dargestellt:

    Video: CATFISHING MY BOYFRIEND TO SEE IF HE CHEATS… **HE DOES!!!**

  • Machtgefühle auskosten

    Nicht wenige Catfisher fühlen sich mächtig, wenn sie eine andere Person emotional gebunden haben, und versuchen sich in der Manipulation. Durch die Anonymität des Internets können solche Aktionen schnell abgebrochen werden, wenn die Gefahr der Entdeckung droht.

  • Angst vor Konsequenzen

    Manch einer hat Angst vor der Entdeckung seiner Internetaktivitäten und nutzt daher Fake-Profile. Die falsche Identität wird somit aus Selbstschutz genutzt.

Ebenfalls Betrug: Das Sockpuppet

Ebenfalls in den Bereich des Catfishings fällt das Sockpuppet. Der englische Begriff der „Sockenpuppe“ steht für den Fake-Account, der aus unterschiedlichen Gründen angelegt wird.

Im Netzjargon wird mit Sockpuppet ein weiteres Benutzerkonto bezeichnet, das aus verschiedenen Gründen eingerichtet wird. So kann der Nutzer hier anonym seine Meinung kundtun, anderen Nutzern nachspionieren und deren Meinung zu seinem ursprünglichen Profil erfahren.

Die Sockenpuppe wird teilweise zum Schutz der eigenen Privatsphäre verwendet, was nicht unter Strafe steht. Doch ähnlich wie beim Romance Scamming kann das Sockpuppet auch dem Schwindel und Betrug dienen und für strafrechtlich relevante Handlungen benutzt werden.

Viele Plattformen verbieten das Nutzen einer Sockenpuppe und das Aufdecken eines derartigen Schwindels führt zum Ausschluss des Nutzers. Teilweise steht das Sockpuppet im Verdacht, missbräuchlich zur Meinungsbildung durch offizielle Stellen genutzt zu werden.

Nicht jeder Catfisher ist wirklich auf das Geld seines Opfers aus, manche wollen einfach nur eine aufregende Online-Beziehung führen und trauen sich nicht, dies unter ihrer wahren Identität zu tun.  ( Foto: Shutterstock-Andy Dean Photography )

Nicht jeder Catfisher ist wirklich auf das Geld seines Opfers aus, manche wollen einfach nur eine aufregende Online-Beziehung führen und trauen sich nicht, dies unter ihrer wahren Identität zu tun. ( Foto: Shutterstock-Andy Dean Photography )

Zwei Beispiele für das Catfishing

Im besten Fall ist das Catfishing vergleichsweise harmlos und geht lediglich damit einher, dass ein Internetnutzer unter fremdem Namen agiert. Doch es gibt auch andere Fälle, wie diese beiden hier beweisen:

  1. Eine junge Britin verliebt sich in einen 27-jährigen Mann. Beide führen ein Jahr lang eine intensive Online-Beziehung, ehe sie sich treffen. Sie beide wollen Sex haben, doch die Frau soll dabei eine Augenbinde tragen. Der Grund dafür: Der Mann musste sich angeblich einer Krebsbehandlung unterziehen und fühlte sich hässlich.

    Die Frau war damit einverstanden und beide trafen sich häufiger. Sie hatte insgesamt 15 Mal Sex, was so lange gut ging, bis die Frau die Augenbinde abnahm. Da erkannte sie, dass der angebliche Mann eine Frau war, die einen Strap-on Penis getragen hatte.

    Diese hatte sich auf Facebook eine andere Identität zugelegt und Bilder eines fremden Mannes als die eigenen ausgegeben. Beim Telefonieren wurde die Stimme verstellt, sodass der Betrug nicht auffiel. Doch der angebliche Mann wurde verhaftet und wegen sexueller Nötigung zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

  2. Die 43-jährige Heike hatte sich von ihrem Mann getrennt und war nun seit einem Jahr Single. Auf einer Dating-Plattform lernte sie einen Mann kennen, mit dem sie immer wieder chattete. Der war angeblich bei der Bundespolizei. Oder doch bei der GSG9? So genau wusste Heike das nicht, doch es wurde von Anfang an klargestellt, dass der angebliche Polizist immer wieder zu geheimen Einsätzen ausrücken musste.

    Sein Leben schien sehr aufregend zu sein, außerdem wohnte er weit von Heike entfernt. Ein Treffen kam für beide nicht infrage. Dann wurde Heike langsam neidisch auf andere Pärchen, die Händchen haltend und verliebt schauend im Park saßen. Sie schlug ein Treffen vor, der Mann („Matthias“) war nun nicht mehr erreichbar. Vielleicht war er verärgert?

    Doch dann tauchte er wieder auf, ein Treffen sollte dennoch nicht stattfinden. Später kam heraus, dass es den angeblichen Matthias gar nicht gab. Er war auch nur ein Betrüger, der sich mit seinem Sockpuppet eine emotionale Beziehung verschaffen wollte, die aufregend und dennoch anonym bleiben sollte.

So wie in den geschilderten Beispielen ging es auch schon anderen Frauen, die auf Dating-Portalen ihr Liebesglück suchten, wenngleich der erste Fall sicherlich so weniger häufig vorkommen dürfte.

Doch mittlerweile gibt es bereits Zusammenschlüsse von Opfern, die als ehemalige Betroffene Betrüger überführen. Hier werden bewusst Fake-Treffen arrangiert, bei denen die Polizei dann den Betrüger ergreifen kann.

Die folgenden Tipps sollen dabei helfen, sich vor Catfishing zu schützen und rechtzeitig zu bemerken, ob es sich um einen Betrugsversuch handelt.  ( Foto: Shutterstock-Pixel-Shot_)

Die folgenden Tipps sollen dabei helfen, sich vor Catfishing zu schützen und rechtzeitig zu bemerken, ob es sich um einen Betrugsversuch handelt. ( Foto: Shutterstock-Pixel-Shot_)

Neun Tipps zum Schutz vor Catfishing

Die folgenden Tipps sollen dabei helfen, sich vor Catfishing zu schützen und rechtzeitig zu bemerken, ob es sich um einen Betrugsversuch handelt. Übrigens bieten auch die sozialen Medien mittlerweile Tipps und Rat dazu an, wie sich Betrüger erkennen lassen und welche Warnzeichen es für einen möglichen Betrug gibt.

Die folgenden Tipps sind besonders wichtig:

  1. Keine persönlichen Kontakte erwünscht

    Der Catfish möchte sich nicht im realen Leben treffen und wünscht auch keinen Kontakt per Videochat.

  2. Makelloses Profil

    Das Profil des Catfishers ist makellos, er hat scheinbar den perfekten Charakter. Rückschlüsse auf die Person sind nicht möglich, auch nicht für angenommene Freunde.

  3. Fake-Bilder werden verwendet

    Die Bildersuche über Google bringt ans Licht, dass Profilbilder auch an anderen Stellen verwendet werden bzw. dass die Bilder geklaut sind.

  4. Gefallen erbeten

    Der Catfish versucht, einen Gefallen zu erbetteln. Dabei kann es sich um Geld handeln, das überwiesen werden soll, oder um die Preisgabe sensibler Daten. Teilweise wird der Angeschriebene damit erpresst, dass der Kontakt ohne Erfüllung des Gefallens abgebrochen wird. Es wird versucht, dem Opfer ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn es versucht, den Gefallen abzulehnen.

  5. Unstimmigkeiten treten auf

    Die Aussagen des Catfishers stimmen nicht überein oder stehen konträr zu seinen anderen Ansichten. Oft sehen Opfer über bestimmte Ungereimtheiten hinweg, auch wenn sie bereits skeptisch werden sollten. Zusammenhänge sollten daher immer hinterfragt werden.

  6. Ein Spiegelbild entsteht

    Der Catfisher versucht, seinem Opfer alles gleichzutun. Es wird allen Aussagen zugestimmt, Diskussionen sind nicht möglich, weil beide scheinbar immer der gleichen Meinung sind. Die Charaktere gleichen sind, es gibt unzählige Gemeinsamkeiten auf sozialer und emotionaler Ebene sowie bezogen auf berufliche und private Interessen.

  7. Alles geht sehr schnell

    Anscheinend ist rasch eine vertrauliche Basis gefunden worden. Der Catfisher spricht vielleicht rasch von großer Liebe und eventueller Heirat, ist aber umgekehrt nicht zu einem Treffen bereit.

  8. Kürzlich erstelltes Profil

    Das Profil wurde erst vor Kurzem erstellt, dann aber rasch mit vielen Inhalten gefüllt. Es ist nicht „gewachsen“, sondern wurde binnen kürzester Zeit „auf vollständig getrimmt“.

  9. Kurze Freundesliste

    Dieser Punkt muss kein Hinweis sein, kann es aber. Durchschnittlich haben Facebook-Nutzer 130 Freunde. Wer nur eine kurze Freundesliste hat und diese ist binnen weniger Tage entstanden, besitzt meist ein Profil, welches in kurzer Zeit sehr vollständig aussehen sollte.

    Allerdings kann es auch sein, dass der Betreffende nur reale Freunde auf seine Freundesliste setzt, was dann allerdings dem widerspricht, dass ein Fremder angesprochen und aufgenommen wird.

Manche Catfisher wollen andere Menschen beleidigen und nutzen dazu Fake-Profile.  ( Foto: Shutterstock-Nebojsa Tatomirov )

Manche Catfisher wollen andere Menschen beleidigen und nutzen dazu Fake-Profile. ( Foto: Shutterstock-Nebojsa Tatomirov )

Häufig gestellte Fragen zum Catfishing

Ist Catfishing strafbar?

Prinzipiell ist Catfishing nicht strafbar. Ob eine Strafbarkeit vorliegt oder nicht, richtet sich nach dem Schaden, der durch den Betrug angerichtet wurde.

Das heißt, dass die über die falsche Identität begangene Tat strafbar ist, nicht die falsche Identität selbst. Scamming, Hasspostings, die strafrechtlich relevant sind oder eine Erpressung sind Catfishing-Beispiele, die unter Strafe stehen. Auch aus dem Kontakt resultierendes Stalking kann strafbar sein.

Wie erkennt man einen Catfish?

Verschiedene Kriterien weisen darauf hin, dass es sich um einen Catfish handelt. Das Aussehen auf Fotos ist ein Punkt: Wer wie ein Topmodel aussieht, muss eigentlich nicht auf Datingplattformen unterwegs sein! Auch diejenigen, die praktisch ein Spiegelbild ihres Gegenübers entwerfen, sind meist Betrüger.

Auch diese Punkte deuten auf einen Catfish hin:

  • kein digitaler Fußabdruck vorhanden
  • erst kürzlich erstelltes Profil
  • sehr kurze Freundesliste
  • schon nach kurzer Zeit ist die Rede von Heirat
  • die Person möchte Geld
  • die Person wohnt sehr weit weg
  • Angst vor Skype
  • sehr aufregendes Leben wird dargestellt (wie in einer Seifenoper)
Verschiedene Kriterien weisen darauf hin, dass es sich um einen Catfish handelt.  ( Foto: Shutterstock-_ pathdoc )

Verschiedene Kriterien weisen darauf hin, dass es sich um einen Catfish handelt. ( Foto: Shutterstock-_ pathdoc )

Wie finde ich heraus, ob sie ein Fake ist?

Wer neue Personen im Netz kennenlernt, muss herausfinden, ob sie ein Fake ist. Dazu sollten die Bilder ebenso geprüft werden wie die Pflege des Profils.

Der Name kann gesucht werden, außerdem gibt es mittlerweile Listen im Netz, auf denen viele Fake-Profile dargestellt werden. Besonders „schöne“ Menschen oder solche, die schnell von Geld reden bzw. solches erbitten, sind meist nicht echt. Treffen werden nicht gewünscht, Videotelefonie ebenso nicht.

Was ist ein Catfisher?

Ein Catfisher ist eine Person, die im Netz ein falsches Profil erstellt hat und unter falscher Identität auftritt. Sie gibt sich für jemand anderen aus und versucht, sich das Vertrauen einer ausgewählten Person zu erschleichen.

Oft geht es dabei um Geld, das erbettelt werden soll. Viele Betrüger versuchen, mit Romance Scamming oder Erpressung an das Geld des ausgewählten Opfers zu kommen, nur wenige werden gefasst.

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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