Texas 7: E-Mail zur Jailbreak-Story

Hatten die Texas 7 E-MailKontakt? Sie kennen die doch, oder? Nein? Dann wollen wir Ihnen mal ein wenig auf die Sprünge helfen.

Die Texas Seven: ganz ohne E-Mail, aber mit Mega Medienecho

Die Story der „Texas 7“ spielt im Jahr 2000, genauer: im Dezember. Das Hochsicherheitsgefängnis „John B. Conally Unit“ in der Nähe von San Antonio in Texas war der Schauplatz. Hier begann das, was schließlich in der größten Hetzaktion der Polizei von Texas endete: die Flucht der Texas 7.

Der Ausbruch der Texas 7

Eigentlich war es ja völlig unmöglich, aus dem Hochsicherheitsgefängnis auszubrechen. Der Kopf der Texas 7 – George Rivas – hatte sich jedoch einen Plan zurecht gelegt. Seine sechs Gefängnisgenossen schlossen sich diesem Plan an.

Jeder der Texas 7 hatte einen längeren Aufenthalt in der „John B. Conally Unit“ gebucht. Keiner unter 30 Jahren, George Rivas sogar lebenslang. Da hatte keiner etwas zu verlieren, jeder wollte einfach nur raus. Alle 7 hatten auch kräftig Berufserfahrung vorzuweisen: Mord, Raub- und Sexualdelikte, Entführung und so manch anderes kam da zusammen. Ein explosives Trüppchen machte sich auf, das Gefängnis zu verlassen.

Ausbruch ohne E-Mail und Handy

Wie die Texas 7 das ohne Smartphone und ohne e-Mail koordiniert bekamen, ist ein Rätsel. Ach ja, die Namen sollte man noch ergänzen. Neben George Rivas zählen zu den Texas 7 noch Garcia und Michael Rodriguez, Donald Newbury, Patrick Murphy, Larry Harper und Randy Halprin.

Der 13. Dezember 2000 war der Tag der Tage. An diesem Mittwoch betraten die sieben das Werkstattgebäude des Gefängnisses. Nicht weniger als elf Gefängnismitarbeiter und Wärter brachten sie in ihre Gewalt. Gefesselt wurden die Wärter in den Schaltraum eingeschlossen. Dann verkleideten sich die Texas 7 als Elektriker.

In der Elektriker-Kluft näherten sie sich der nächsten Station ihres Ausbruchtrips, dem Wachhaus. Dort und in einem Wachturm überwältigten sie die Wachmannschaften. Ohne Probleme öffneten sie nun das Gefängnistor. Als wäre das nicht genug, bestiegen sie hier wie im besten Film einen Pickup, nahmen aber rasch noch jede Menge Waffen mit an Bord. So begann ihre Flucht.

E-Mail from Hell: Brutaler Mord in Irving

Die folgenden elf Tage hielten sich die Texas 7 in Motels auf, versteckten sich erfolgreich. Als das Geld knapp wurde, entschlossen sich die Sieben zu einem Überfall. In Wild-West-Manier drangen sie in den Oshman’s Sporting Goods Store in Irving bei Dallas ein. Neben 70.000 Dollar erbeuteten sie weitere Waffen. Hier kam es zum ersten ebenso brutalen wie filmreifen Zwischenfall. Der Polizist Aubrey Hawkins von der lokalen Polizeistation mischte sich ein. Die Texas 7 schossen ihn noch im Polizeiwagen über den Haufen, zerrten ihn aus dem Pkw und überrollten ihn mit ihrem Auto.

Finale im Januar 2001

In Panik lobte die Polizei eine Belohnung von 500.000 Dollar für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen sollten. Dies fruchtete und Hinweise führten die Polizei zum Coachlight Motel and RV Park in Woodland Park bei Colorado Springs. Fünf der Texas 7 residierten dort in einem Wohnmobil, wo sie sich als Missionare ausgaben.

Als George Rivas, Joseph Garcia und Michael Rodriguez das Motel verließen, wurden sie an einer nahegelegenen Tankstelle gefasst. Polizisten umstellten daraufhin das Wohnmobil. Larry Harper beging auf der Stelle Selbstmord und Randy Halprin gab auf. Die beiden letzten der Texas 7 – Donald Newbury und Patrick Murphy – wurden zwei Tage später, am 24. Januar 2001 in einem Hotel verhaftet.

Was geschah mit den sechs der Texas 7?

Für den Mord am Polizisten Aubrey Hawkins bekamen die sechs Verhafteten die Todesstrafe. Die Todesstrafe wurde zwischenzeitlich bei vier der sechs Häftlinge vollstreckt: die Texas 7 execution.

  • Michael Rodriguez: 14. August 2008 durch die Todesspritze
  • George Rivas: am 29. Februar 2012 durch die Todesspritze
  • Donald Newbury: am 4. Februar 2015 durch die Todesspritze
  • Joseph Garcia: am 4. Dezember 2018 durch die Todesspritze

Zwei der Gefangenen warten noch heute auf ihre Hinrichtung: Randy Halprin und Patrick Murphy.

In der Presse

„Gang leader who organised the largest ever Texas jailbreak and gunned down a cop killed by lethal injection“. So schrieb damals Emine Sinmaz von der Daily Mail.

E-Mail bzw.Twitter: E-Mail/Twitter von Emine Sinmaz

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply