Fangfragen im Vorstellungsgespräch: die sollten Sie kennen!

Fangfragen sind fies! Besonders im Vorstellungsgespräch, wenn man ohnehin etwas unsicher ist. Es gibt aber Personaler, die legen es mit ihren Fragen wirklich darauf an. Hatten Sie auch schon mal Fragen im Vorstellungsgespräch zu beantworten, auf die Sie nicht sofort wussten, wie Sie antworten sollen? Wir zeigen die schlimmsten Fangfragen und geben Tipps für ’ne gute Antwort drauf!

Fangfragen im Vorstellungsgespräch

Zunächst mal: wenn der Personaler mal zwischendurch die eine oder andere Fangfrage stellt, möchte er Ihnen auf den Zahn fühlen. Es sind besondere Fragetechniken, die der Interviewer einsetzt, doch man kann da eigentlich mit etwas Geschick ganz gut damit umgehen. Schließlich ist so ein Bewerbungsgespräch ja kein Kreuzverhör mit einer Fangfrage nach der anderen, wie man sie aus „Tatort“ & Co. kennt. Man möchte Sie kennenlernen und mehr Informationen über Ihre Person und Ihre Fachkenntnisse sammeln. Dazu braucht es keine Fangfragen sondern einfache Wissensfragen.

Natürlich interessieren die Softskills auch ein wenig. Dazu gehören soziale Gepflogenheiten, Belastbarkeit, Ihre Schlagfertigkeit Ihre Handlungsmuster. Und der Personaler weiß auch, dass Sie im Bewerbungsgespräch sich von ihrer besten Seite zeigen wollen. Ein wenig will man aber auch mal Ihre Angaben hinterfragen und auf die möglichen Schattenseiten schauen, die jeder Mensch nun mal hat. Dazu lockt der Personaler den Bewerber ein wenig aus der Reserve. Das ist der Zeitpunkt an dem man auch mal zu Fangfragen greift.

Diese Typen von Fangfragen gibt es

Welche Fragen an den Bewerber im Einstellungsgespräch gestellt werden, ist nur schwer vorherzusagen. Einen Fragenkatalog für das Einstellungsgespräch gibt es nicht. Aber…

Die fiesen und gemeinen Fragen im Bewerbungsgespräch lassen sich in drei Gruppen einteilen. Das sind Stressfragen und Alternativfragen. Das sind typische Bewerbungsfragen. Darunter kann man sich ja schon mal was vorstellen, oder? Aber haben Sie schon mal was von „Brainteasern“ gehört? Na, dann fangen wir mal bei denen an und erklären, was daran so schlimm ist und wie man dem Personaler den Trumpf aus der Hand zieht.

Auf jeden Fall sind es stets subtile Verunsicherungstaktiken, welche der Personaler da als Fragetechnik anwendet. Fragen beantworten kann nervig sein. Fragen beantworten kann aber auch eine gute Chance sein, sich im Bewerbungsgespräch zu behaupten. Fragen beantworten sollten Sie schon ein wenig beherrschen. Hier erfahren Sie, wie das geht.

Brainteaser

Die Brainteaser kommen meist zum Ende des Vorstellungsgesprächs. Da hat man schon alles überstanden, dann packt der Personaler nochmal so ein Ding aus und lässt es platzen.

Kleines Beispiel für einen Brainteaser gefällig? Dann nehmen wir mal die Story mit den Mönchen und den Kannibalen.

Hier unser Beispiel für einen Brainteaser:
Stellen Sie sich mal zwei Inseln vor. Auf der einen Insel stehen drei Mönche und auf der anderen Insel stehen drei Kannibalen. Letztere haben ein Boot. In das Boot passen aber nur maximal zwei Leute. Jetzt sollen die Mönche auf die andere Insel schippern, aber natürlich nicht von den Kannibalen aufgefressen werden. Das machen die Kannibalen aber nur, wenn sie auf einer Insel in der Überzahl sind!

Lösung: es ist ebenso einfach wie bescheuert. Man muss zuerst den einen der Kannibalen alleine mit seinem Boot herüber fahren lassen. Dann fahren zwei Mönche hinüber auf die Insel der Kannibalen. Das geht, denn so sind die Kannibalen ja auf keiner der Inseln in der Überzahl. Der Trick: einer der Mönche muss nun gemeinsam mit einem Kannibalen übersetzen, obwohl er schon am Ziel ist. Wenn nicht, würde ja der dritte Mönch gefressen werden. Der sitzt ja auf der Mönchsinsel mit dem anderen Kannibalen. Der Kannibale muss aber auch mit ins Boot. Andernfalls wäre der Mönch auf der anderen Insel in der Unterzahl. Das Finale: die beiden Mönche setzen jetzt auf die andere Insel über. That’s it.

Es sind nicht immer typische Bewerbungsfragen. Und es geht auch kürzer; hier noch ein paar Beispiele für Brainteaser, die fiesesten Fangfragen im Bewerbungsgespräch, quasi ein kleiner Fragenkatalog:

  • Wie viele Smarties passen in einen Smart?
  • Warum sind Kanaldeckel rund?
  • Wie viele Katzen gibt es in Deutschland?
  • Wieviele Hunde leben in Berlin?

Mit Brainteasern oder Denksportaufgaben möchte der Personaler Sie ein wenig überrumpeln und aus dem Konzept bringen. Ihre Fähigkeit, logisch zu denken – auch ein wenig um die Ecke – ist gefragt. Auch und gerade hochqualifizierte Bewerber erleben den Brainteaser gerade wegen seines unkonventionellen Ansatzes dann aber schon mal als Stolperfalle.

Wie geht man mit einem Brainteaser um?
Also eins vorneweg: der Weg ist das Ziel. Niemand erwartet, dass Sie wirklich wissen, wieviele Hunde in Berlin leben. Aber man interessiert sich für Ihren Lösungsansatz, den Lösungsweg, den Sie beschreiten.

Stressfragen

Das kennen Sie doch sicher noch aus der Schule: Sie geben die richtige Antwort und der Lehrer fragt zweifelnd „Bist du sicher?“. Sie korrigieren sofort, während die Klasse in schallendes Gelächter ausbricht. Jetzt kommt auch noch der Lehrer und haut drauf „Das war leider falsch. Deine erste Antwort war korrekt. Aber wie ich sehe, weißt du es gar nicht wirklich, du rätst ja nur. Setzen, Sechs!“.

Eigentlich sind Stressfragen keine Fangfragen. Indem der Personaler falsche Behauptungen aufstellt („Sie schreiben, dass Sie drei Jahre bei XY gearbeitet haben. Laut Arbeitszeugnis waren es aber nur vierzehn Monate! Wie kommt das?„) oder einzelne Elemente aus Ihrem Lebenslauf in Frage stellt („Sie waren doch nie vier Jahre am Stück in Hamburg! Was erzählen Sie mir denn da?„), versucht er, Sie unter Druck zu setzen. Er will wissen, wie Sie darauf reagieren – und vielleicht das eine oder andere aufdecken, was Sie in so einer Stresssituation plötzlich preis- und zugeben.

Wie reagiert man am besten auf Stressfragen?
Am besten reagieren Sie auf eine Stressfrage…. gelassen. Und rechtfertigen Sie sich nicht. Wenn es nötig ist, erklären Sie Sachverhalte. „Ich besuchte von August 2008 bis Juni 2012 die Hamburger Fremdsprachen- und Wirtschaftsschule in der HafenCity. Das sind vier Jahre, 46 Monate exakt.“ Sie sollten dann aber auch die Fächer herunterbeten und ein paar Namen von Lehrern hochwerfen und eventuell eine kleine Anekdote erzählen können.

Alternativfragen

Mit Alternativfragen versucht der Personaler Tendenzen zu erkennen. Sind Sie mehr so ein Typ oder mehr der andere? Nicht immer erkennt man sofort, worauf der Fragesteller hinaus will. Was würden Sie hinter der Frage „Wären Sie lieber Förster oder Lehrer?“ vermuten? Die Lösung: der eine Beruf steht für eine mehr verschlossene Lebenseinstellung, der andere mehr für eine aufgeschlossene Haltung!

Wie reagiert man auf eine Alternativfrage im Bewerbungsgespräch?
Also auf jeden Fall: nicht einfach drauflos plappern, sondern erst mal kurz überlegen. Und wenn man nicht erkennen kann, welche Absicht dahinter steckt, kann man immer noch eine Nebelkerze zünden: „Das ist eine gute Frage. Für mich sind beide Optionen gleich interessant.“. Das kann man nicht immer antworten, aber einmal zieht der Joker auf jeden Fall.

Fragen und Antworten im Vorstellungsgespräch

Der erste: Gehen Sie mal ganz entspannt ins Vorstellungsgespräch hinein. Der Personaler möchte herausfinden, ob Sie in das Unternehmen passen. Ob Sie in das Team passen. Ob Sie zur gewünschten Stelle passen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Fangfragen kommen, dann kann das ein Signal dafür sein, dass der Personaler sich noch nicht sicher ist und er mit Ihren bisherigen Antworten noch etwas unzufrieden ist. In diesem Fall will er einfach noch ein bisschen mehr über Sie erfahren. Das ist doch okay. Bleiben Sie cool. Geben Sie ihm Futter. Wenn Sie alle Fragen einfach ganz sachlich auffassen und dann ganz sachlich beantworten, schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Es ist die beste Waffe gegen Fangfragen und Sie machen den Eindruck, dass man Sie nicht verunsichern kann. Die beiden Pluspunkte nehmen Sie mal locker mit, oder?


Bildnachweis: © morguefile.com – Alvimann

Über Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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