Die Fachtagung zum Thema Schüleraustausch brachte Anfang Januar in Berlin Fachleute verschiedener Austauschorganisationen zusammen. Organisiert von weltweiser, DFH Highschool und AJA wurde ein umfassender Überblick über aktuelle Ausreise- und Einreisetrends gegeben. Neben Diskussionen zum USA-Austausch präsentierte Chris Arnold das Projekt World Storyteller, das eine Million Erfahrungsberichte sammeln will. Weitere Workshops behandelten psychische Gesundheit von Austauschschülern, innovative KI-Anwendungen im Programmmanagement, Herausforderungen für Gastfamilien sowie die Bedeutung politischer Bildung und interkultureller Kompetenz.
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Fachtagung in Berlin vereint Austauschexperten zu Zukunft Schüleraustauschs
Die 17. Fachtagung Schüleraustausch, organisiert von weltweiser, dem Deutschen Fachverband Highschool und dem AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch, vereinte am 21. und 22. Januar etwa 45 Fachkräfte in Berlin. AJA übernahm die organisatorische Federführung und bot eine Plattform für den fachlichen Austausch. Im Fokus standen aktuelle Herausforderungen im internationalen Schüleraustausch, mögliche Lösungsstrategien und Zukunftsperspektiven, die in konstruktiven Diskussionen und Arbeitsgruppen erörtert wurden. Die Veranstaltung ermöglichte wertvolle Netzwerke, praxisnahen Best-Practice-Austausch und Experteninput.
Programmjahr 2024/25: Ausreisen steigen leicht, Einreisen bleiben weiter rückläufig
Im Anschluss stellte Thomas Terbeck von weltweiser die aktuellen Austauschstatistiken für das Programmjahr 2024/25 vor. Die Daten prognostizieren einen leichten Zuwachs der Ausreisewilligen im Vergleich zum Vorjahr, während die Zahl der Einreisenden weiterhin abnimmt. Diese Ergebnisse liefern Organisationen belastbare Informationen, um Kapazitätsplanung und Ressourcenverteilung passgenau zu gestalten. Mithilfe dieser Fakten können Programmstrukturen, Zeitpläne und Betreuungsangebote optimiert werden, um flexible und bedarfsorientierte Austauschformate umzusetzen. ermöglichen die Erkenntnisse strategische Entscheidungen im Austauschmanagement.
Vertreter der US-Botschaft und Organisationen klären Visaprobleme im Schüleraustausch
Vertreter verschiedener Akteure – Scott Weinhold von der US-Botschaft, Constanze Sietz von TravelWorks und Mareike von Raepke von Youth for Understanding – trafen sich zur Erörterung der Fragestellung „USA-Austausch quo vadis?“ und analysierten die jüngsten Entwicklungen. Die im Sommer eingeführten Visabestimmungen hatten bei Austauschwilligen erhebliches Misstrauen ausgelöst. Weinhold erläuterte, dass sich die Genehmigungsverfahren stabilisiert hätten und hob die enorme Bedeutung der Programme für bilaterale Bildungsbeziehungen hervor. Er betonte außerdem optimistische Zukunftsperspektiven.
Made Impact präsentiert World Storyteller: Eine Million Geschichten sammeln
Die Initiative „World Storyteller“ wurde von Chris Arnold, Gründer der NGO Made Impact, ins Leben gerufen. Sie verfolgt das Motto „International exchange is the best long-term strategy for prosperity and peace“ und hat sich die Sammlung von einer Million Schülerberichten zum Ziel gesetzt. Die Geschichten werden weltweit digital erfasst, geprüft und über verschiedene Plattformen zugänglich gemacht. Auf diese Weise will das Projekt interkulturelles Verständnis fördern und Vorurteile zwischen Jugendgruppen abbauen.
Austauschmanagement optimiert: KI Einsatz, politische Bildung und mentale Gesundheit
Im Verlauf der Tagung fanden thematische Workshops zur Förderung der mentalen Gesundheit von Austauschschülern statt, in denen psychische Belastungen und Coping-Strategien behandelt wurden. Parallel wurden konkrete Anwendungsfälle von Künstlicher Intelligenz im Management internationaler Programme vorgestellt, um Automatisierungspotenziale zu nutzen. Ein weiterer Schwerpunkt war die qualifizierte Betreuung von Gastfamilien sowie didaktische Konzepte zur politischen Bildung. Abgerundet wurde das Programm mit intensiven Fachdebatten über Konkurrenz, Fair Play und notwendige Selbstreflexion der Anbieter.
Programm und Location ermöglichten fachliche Impulse, Diskussion und Netzwerkbildung
Im Resümee hob Jan Schütte, Geschäftsführer des AJA, hervor, dass sowohl das Programm als auch der Veranstaltungsort gezielt ausgewählt wurden, um Raum für fundierte fachliche Impulse, offene Diskussionen und intensive Vernetzung zu bieten. Er betonte, dass durch dieses Format Gemeinnützige und kommerzielle Organisationen gemeinsame Schnittmengen entdecken könnten. Gerade in politisch volatilen Zeiten sei der persönliche Austausch zwischen Fachkräften von großer Bedeutung, um nachhaltige Partnerschaften zu etablieren und Vertrauen effizient aufzubauen.
Intensive Diskussionen und Vernetzung stärken Qualität im internationalen Austausch
Auf der siebzehnten Fachkonferenz zum Schüleraustausch wurden fundierte Analysen, wegweisende Projekte und lebhafte Diskussionen präsentiert. Die Teilnehmern erhielten praxisorientierte Strategien zur Ausweitung internationaler Austauschprogramme und zum Aufbau belastbarer Partnerschaften. Zudem wurden Qualitätsstandards diskutiert und Modelle zur Professionalisierung erörtert. Die Veranstaltung legte großen Wert auf Netzwerken, um die Zusammenarbeit unter Anbietern zu stärken und interkulturelle Verständigung zu fördern. Im Fokus standen außerdem Toleranzentwicklung, kulturelle Bildung und nachhaltige Förderung jugendlicher Persönlichkeitsentwicklung gleichzeitig.

