Link vorschlagen: darauf müssen Editoren bei der Prüfung achten

„Hier können Sie einen neuen Link vorschlagen. Unsere Editoren wir werden sich bemühen, Ihren Link so schnell wie möglich zu überprüfen. Ihr Vorschlag wird von uns freigegeben oder abgelehnt. Wird Ihr Link-Vorschlag akzeptiert, richten wir sofort einen neuen Eintrag im Portal ein!

„Link vorschlagen“: über die Krux der Relevanz

Warum Verzeichnisse noch immer wichtig sind

Richtet eine Organisation eine Unterseite „Link vorschlagen“ ein, so darf man dies als Wunsch verstehen, für die eigene thematische Sphäre ein möglichst vollständiges Verzeichnis aller relevante Stakeholder und Protagonisten zu bieten. Für die thematisch interessierten kann solch ein Verzeichnis einen echten Nutzen bieten. Wer hat schon alle Mosaiksteine des eigenen Interessenfeldes im Kopf?

Oftmals übersieht man die eine oder andere Nische, ist dann verwundert, wenn man überraschend auf eine überaus interessante Webseite stößt, die man in den Jahren zuvor nicht wahrgenommen hat. Gerne möchte man dann seinen Fund mit Gleichgesinnten teilen und so anderen ebenfalls zugänglich machen. Und genau für diesen Fall richten Organisationen und Interessenverbände gerne eine Unterseite zum Link vorschlagen ein.

Das Genre der Organsation kann sehr vielfältig sein, Vom Schachbezirk Mittelbaden (www.schachbezirk-mittelbaden.de/link_vorschlag.htm) bis zur Europäischen Kommission (ec.europa.eu/eures/public/de/propose-a-new-link) reicht die Bandbreite.

Vom Kraut-und-Rüben-Risiko

Unter den lieben Gleichgesinnten wird sich so mancher berufen fühlen, seine eigene Seite mit einem Link vorschlagen zu wollen. Das ist zunächst einmal dessen gutes Recht. Allerdings drückt sich damit oftmals mehr die Verbundenheit mit dem Thema aus, als dass ein wesentlicher Beitrag zur Dokumentation des Themenfeldes geleistet wird. Und genau damit neigt ein Verzeichnis von Webseiten dazu, nicht mehr eine Sammlung von Preziosen zu bleiben. Vielmehr mutiert es so zu einer Anhäufung von Treibgut, das all jene verschreckt, die noch den bis vor Kurzem gewohnten Zustand der Schatzkammer kannten. Die Bedeutung des Verzeichnisses sinkt und die Nutzungsfrequenz nimmt ab.

Wie bewertet man einen vorgeschlagenen Link?

Für die Editoren des Verzeichnisses stellt sich oftmals mehrmals täglich die berechtigte Frage, wie eine vorgeschlagene Webseite zu bewerten ist. Oftmals mischen sich zudem noch themenfremde Bewerber darunter und versuchen einen Eintrag im Verzeichnis zu ergattern. Aber wo zieht man hier die Grenze? Ein eingegangener Vorschlag mit Titel, URL, Kategorie und meist auch Beschreibung muss mit nachvollziehbaren Kriterien geprüft werden. Anschließend muss an den mit Name und E-Mail bekannten Einreicher rückgemeldet werden, ob er einen brauchbaren Link vorschlagen konnte.

1. Prüfung: Bezug zur Organisation

Was verbindet die per Link vorgeschlagene Webseite mit der Organsation? Ist es ein thematischer Teilhaber aus der thematischen Hemisphäre? In diesem Fall wäre eine Aufnahme in das Verzeichnis denkbar. In den beiden folgenden Prüfschritten sollte dann noch untersucht werden, ob es zusätzlich zur thematischen Brücke weitere Beweggründe gibt, die für eine Aufnahme in das Verzeichnis sprechen.

Handelt es sich um eine Bruderorgansation aus anderem Themenbereich? Dieser Fall ist sehr interesant. Jetzt muss innerhalb der Organisation geklärt werden, ob eine solche horizontale Vernetzung erwünscht ist. Dies ist zumeist im Leitungsgremium zu entscheiden.

Eine weitere mögliche Konstellation wäre eine übergeordnete regulierende Organsation, in deren Zuständigkeitsbereich die eigenen Organisation fällt. auch hier empfiehlt es sich, die Zustimmung des Leitungsgremiums einzuholen. Gerade mit regulierenden Organisationen wird oft ein reger Austausch gepflegt. Doch nicht immer wird diese vertikale Vernetzung über ein Verzeichnis nach außen kommuniziert.

Ein Dachverband oder überregionaler Verband stellt nochmals eine weitere Kategorie dar. Auch hier kann es der Fall sein, dass über einen Verweis an anderer Stelle die Zugehörigkeit kommuniziert werden soll und eben nicht im Verzeichnis selbst. Es empfiehlt sich auch hier, eine Entscheidung im Leitungsgremium einzuholen.

2. Prüfung: Expertise

Die Qualität eines Verzeichnisses wird nicht zuletzt auch duch die Qualität der einzelnen Einträge bestimmt. Daher ist es wichtig, die Webseite hinter dem vorgeschlagenen Link hinsichtlich der fachlichen Qualifikation zu prüfen. Wie groß ist die fachliche Tiefe und Breite? Haben wir es mehr mit einem oberflächlichen, doch mit uns verbundenen Anhänger zu tun? Oder würde die Webseite eine willkommene Ergänzung des bereits vorhandenen Wissensspeichers darstellen? Mit welchem Nutzen für den Nutzer wäre der Besuch der verlinkten Webseite verbunden?

Einen Link vorschlagen können sicher viele. Doch nicht alle werden tatsächlich eine Bereicherung des Verzeichnisses darstellen. Bei der Frage nach der Richtigkeit des auf der Webseite angebotenen Inhalts wird auch eine eventuelle Reputation der Person des Seitenbetreibers beitragen. Ist die Person in der Organisation bekannt? Eventuell macht es Sinn, eine kurze Erkundigung einzuholen.

3. Prüfung: Notwendigkeit

In jedem Themengebiet gibt es hoch frequentierte Unterbereiche und solche, die eher selten tangiert werden. Wird ein Link vorgeschlagen, der zu einem Thema führt, welches schon ausgiebig im Verzeichnis vertreten ist, sollte man prüfen, ob eine Ausweitung des Themas wirklich erwünscht ist. Wenn so eine qualitative Verbesserung erzielt werden kann, ist der vorgeschlagene Link sicher willkommen.

Fazit: Lassen Sie sich nicht jeden Link vorschlagen

Mit jedem freigeschalteten Neueintrag sollte der Wert des Verzeichnisses wachsen. Überlegen Sie also gut, ob die Webseite wirklich eine Bereicherung darstellt. Oftmals erreicht man durch eine höfliche Ablehnung auch den Status einer Exklusivität für die gelisteten Mitgliedseinträge. Ein allzu leichter Zugang vermittelt dann eher eine gewisse Beliebigkeit.

Sie haben es in der Hand.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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