Laut Berichten eines Drittels der Arbeitsmarktexperten schrumpfen die Beschäftigtenzahlen im Verarbeitenden Gewerbe. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ging bis zum Jahresende 2025 um 177.000 auf 6,5 Millionen zurück. Im Vergleich über alle Wirtschaftszweige verminderte sie sich um 108.000 Stellen, weil Zuwächse in anderen Branchen die Verluste nicht kompensierten. Um gezielte Nachbesetzung und fachliche Umschichtungen zu ermöglichen, betreibt die Bundesagentur für Arbeit regionale Arbeitsmarktdrehscheiben als Vermittlungsplattform.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sinkt: Minus 108000 über alle Wirtschaftszweige deutlich
Per Dezember 2025 waren im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands exakt 6,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gemeldet, was fast 20 Prozent aller Bundesarbeitsverhältnisse dieser Art entspricht. Gegenüber dem Vorjahresende verzeichnete die Branche einen Rückgang um 177.000 Stellen. Im Vergleich mit dem gesamten Wirtschaftssektor wurde insgesamt ein Minus von 108.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen registriert, da Zugewinne in anderen Industriebereichen die Einbußen im Verarbeitenden Gewerbe nicht auffangen konnten. Diese Werte demonstrieren den verstärkenden Anpassungsdruck auf Industrieunternehmen.
Zahl der Beschäftigten im Metallsektor sank um 24.000 Stellen
Den Quartalsdaten zufolge gingen im Segment Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen bis Ende 2025 insgesamt 52.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren. In der Metallindustrie schrumpfte die Belegschaft um 24.000, im Maschinenbau sank die Beschäftigtenzahl um 28.000. Diese Zahlen belegen die zunehmende strukturelle Anpassung im Verarbeitenden Gewerbe. Sie machen deutlich, dass zielgerichtete Förderinstrumente, bedarfsgerechte Weiterbildung und eng vernetzte Arbeitsmarktdrehscheiben notwendig sind, um Beschäftigte zu qualifizieren und Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu halten.
Regionale Vernetzungsstellen der Bundesagentur bieten maßgeschneiderte Lösungen gegen Fachkräftemangel
Arbeitsmarktdrehscheiben in den Regionen sind ein zentrales Instrument der Bundesagentur für Arbeit, um den Wandel im Verarbeitenden Gewerbe aktiv zu begleiten. Unternehmen mit Bedarf an Fachkräften und solche mit freien Arbeitsplätzen werden über lokale Koordinatoren und digitale Portale zusammengebracht. Das System unterstützt einen schnellen Kapazitätsausgleich, indem freie Arbeitskräfte direkt vermittelt und Qualifizierungsmaßnahmen angeboten werden. Dadurch lassen sich Personalengpässe reduzieren, vorhandene Kompetenzen zielgerichtet nutzen und Qualifikationslücken schließen.
Die Arbeitsmarktdrehscheiben der Bundesagentur für Arbeit fungieren als regionale Vermittlungszentren, die Fachkräfteangebot und -nachfrage im Verarbeitenden Gewerbe effizient zusammenbringen. Durch gezielte Analysen und persönlichen Austausch werden Unternehmen mit passenden Bewerbern versorgt und gleichzeitig vorhandene Überkapazitäten abgebaut. Mitarbeiter erhalten individuelle Unterstützung bei Qualifizierungsmaßnahmen und beim Branchenwechsel. Dieses agile Instrument nimmt dem Fachkräftemangel den Druck und stärkt nachhaltig die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie durch passgenaue Personalallokation.

