Immobilien in Kanada: Traumberuf Immobilienmakler?

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Haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, Immobilienmakler zu werden? Ein Beruf mit Ansehen und Erfolg, der die Kassen klingeln lässt? Ist der Beruf Immobilienmakler wirklich so eng verbunden mit leicht verdientem Geld? Schaut man auf den Immobilienmarkt in Kanada, könnte man daran zweifeln. Aber lesen Sie selbst…

Kanadas Immobilienmarkt: Eine Blase platzt

Nachdem erst Anfang 2013 vom Manager Magazin von einem schwächelnden Immobilienmarkt in Kanada berichtet wurde, ist es schon ein wenig verwunderlich, dass sich nun die Bayerische Ärzteversorgung (BÄV) für Immobilien in Kanada interessiert. Diese hatte nämlich erst kürzlich mit Hilfe von LaSalle Investment Management ein Logistikobjekt in Toronto für den stolzen Kaufpreis von 25 Millionen Euro erworben.

Zunächst gab es in Kanada auf Grund eines enormen Preisschubes zu einem starken Einbruch der Nachfrage nach Immobilien. In den USA hingegen erholte sich der Markt für Immobilien langsam. Doch die Immobilien-Makler sind alarmiert, während in Kanada die Angst vor einer Rezession wächst.

Robert Shiller: „Ich mache mir Sorgen“

Robert Shiller hatte damals den Immobilien-Crash in den USA vorausgesehen und meldet sich nun erneut zu Wort. Mit Blick auf Kanada spricht er von einer Zeitlupen-Version des Crashs in den Vereinigten Staaten. Im Dezember 2012 verkündete der Makler-Verband in Toronto tatsächlich, dass die Hausverkäufte im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozent zurückgingen.

Der Makler-Verband in Toronto musste rückblickend feststellen, dass es 2012 eine Zunahme an Transaktionen gab, was sich vor allem auf die erste Jahreshälfte bezog. In der zweiten Jahreshälfte hingegen gab es einen Rückgang der Transaktionen in gleicher Höhe, so dass es im gesamten Jahresverlauf eher einen Rückgang der Immobilienverkäufe zu verzeichnen gab. Es wird auch von einer Rutschpartie des Marktes gesprochen, die noch nicht vorbei zu sein scheint.

Immobilien in Vancouver: Ausverkauf in der Westside

Was den lokalen Immobilienmarkt in Vancouver betrifft, konnte man allein im Zeitraum November bis Dezember einen Rückgang der Verkäufe um ganze 32 Prozent feststellen. Schon im Vorjahr gab es einen Rückgang in ähnlicher Höhe mit immerhin 31,1 Prozent.

An der bekannten Westside von Vancouver, dem Reichenviertel von Vancouver, wurden damals 700 Häuser mit einem Verkaufspreis von über einer Million Dollar angeboten. Leider wurden im Dezember nur 49 der Häuser verkauft, was ein extrem schlechter Schnitt für die beliebte Region ist. Früher war die Westside ein Anziehungspunkt für Holzbarone, chinesische Millionäre und vermögende Immobilienmakler. Warum es plötzlich ein so starkes Überangebot an Immobilien gibt, die zum Verkauf stehen, ist bislang unklar. Auch der Makler-Verband in Toronto konnte hierzu keine Auskunft geben.

Während Einfamilienhäuser seit April 2012 ungefähr ein Prozent an Wert pro Monat verloren, wie Immobilien-Blogger Garth Turner zu wissen will, kommt die Frage auf, ob es sich hierbei um den Zeitlupen-Crash handelt, den Robert Shiller bereits vorhergesehen hatte.

Immobilien in Toronto: Seit neun Monaten Funkstille

Der Immobilienmarkt in Toronto, der Finanzhauptstadt Kanadas, gilt als beispielhaft für das ganze Land. Auch hier in Toronto sind die Verkäufe in den letzten Monaten stark zurückgegangen. Eine beunruhigende Entwicklung, die man hier nicht gewöhnt ist.

Ölsand-Provinz Alberta: 31% Rückgang der Verkäufe in Edmonton

Auch die Stadt Edmonton, Hauptstadt der Ölsand-Provinz Alberta, erlitt einen Rückgang der Immobilienverkäufe um 31 Prozent im Vergleich zum November. Hier war das Vorjahresniveau allerdings schon vorher niedriger. Aber nicht nur die Immobilienwirtschaft bekommt die Folgen des Einbruchs der Immobilienverkäufe zu spüren, auch die Banken verdienen nun weniger. Beide Parteien versuchen, den Markt zu beruhigen.

British Columbia: schwächster Immobilien-Markt in Kanada

Die Region British Columbia gilt als der schwächste Immobilien-Markt in Kanada. Doch hier sank der Preis für Immobilien nur um drei Prozent. Das könnte daran liegen, dass hier offenbar kein Verkaufsdruck unter den Eigentümern herrscht. Doch die Berichterstattung der Canadian Broadcasting Corporation (CBC) enthüllt auch hier die Angst der Immobilieneigentümer.

Kelowna im Okanagan Valley (BC): Ferienwohnung + Ferienhäuser statt Gewerbeimmobilien + Grundstück

Wenden wir uns nun einmal der positiveren Seite der Immobilienbranche in Kanada zu. Es gibt durchaus Immobilien, die sehr gefragt sind. Das gilt vor allem für die Tourismusbranche an der Westside, denn nicht nur wohlhabende Chinesen lassen sich hier nieder, sondern auch viele Urlauber und Ruheständler. Ferienhäuser und Ferienwohungen scheinen hier weitaus beliebter zu sein als Gewerbeimmobilien und Grundstücke als Renditeobjekte.

Urlauber und Ruheständler, die eine Reise nach Kanada unternehmen, sind gerne mobil unterwegs und ziehen vom Osten Kanadas oder Kelowna das berühmte Okanagan Valley in British Columbia durch die weite und unberührte Natur von Kanada. Gerne genutztes Fortbewegungsmittel ist hier das Wohnmobil oder auch „Holiday Home Car“, wie die Kanadier sagen. Eine Wohnmobilreise durch Kanda ist mit Sicherheit ein komfortables Reisen und ein großes Vergnügen. Die Stopps können frei gewählt werden, man ist jederzeit mobil und nicht an Hotels gebunden und das wichtigste: man ist mitten in der Natur.

Traumberuf Immobilienmakler? In Kanada kein leichter Job…

Zurück zu unserer eigentlichen Frage: Ist der Beruf des Immobilienmakler wirklich noch ein so lockerer und gutbezahlter Job, wie man denkt? Der Immobilienmarkt in Kanada jedenfalls macht es den Immobilienmaklern dort sicherlich momentan nicht ganz so leicht. Hierzulande schaut die Situation deutlich besser aus. Dennoch ist das natürlich ein Beruf mit Risiko. Schließlich lebt der Immobilienmakler von seiner Provision, die er bei der Vermittlung von Immobilien erhält. Sein Einkommen hängt also von der Anzahl der vermittelten Immobilien ab. Denken Sie also lieber noch einmal darüber nach, ob Sie das Risiko eines Immobilienmaklers wirklich eingehen wollen.


Bildnachweis: © morguefile.com – b0rderliner

Über den Autor

Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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