Selbstmarketing bei der Bewerbung: Aber richtig!

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Selbstmarketing bedeutet: Die eigene Person so gut zu vermarkten, dass potenzielle Arbeitgeber auf einen aufmerksam werden. Bei der Bewerbung kommt es darauf an, sich von der Masse abzuheben, denn eine gewöhnliche Bewerbung wird von Personalentscheidern kaum beachtet. Mit einer guten Vorbereitung und dem Herausarbeiten der Stärken und Ziele wird die eigene Person sozusagen zur Marke, die mit bestimmten Qualitätsmerkmalen verbunden ist.

Selbstmarketing: Am Anfang steht die Selbstanalyse

Sich selbst gut zu vermarkten bedeutet: Man kennt seine Stärken und Schwächen sowie seine persönlichen beruflichen und privaten Bedürfnisse. Es wird also ein Profil erstellt, für das zunächst analysiert wird, welche Aspekte einem wichtig sind und welche Qualifikationen vorgewiesen werden können.

Für die Selbstanalyse sollten sich folgende Fragen gestellt und bestenfalls notiert werden:

  • Welche beruflichen Qualifikationen sind vorhanden?
  • Wo liegen meine Stärken und wo meine Schwächen?
  • Bei welchen Aufgaben und Arbeiten ist meine Motivation nicht nur hoch, sondern sehr hoch?
  • Welche Aufgabenbereiche liegen mir gar nicht und werden eher motivationslos angegangen?
  • Auf welche Erfahrungswerte kann ich zurückgreifen?
  • Was sind meine persönlichen beruflichen Ziele?
  • Welche privaten Bedürfnisse und Ziele sind mir wichtig?

Diese Selbstanalyse bringt vor allem erst einmal Klarheit für sich selbst und damit gleichzeitig ein großes Stück Selbstbewusstsein sowie Selbstsicherheit. Besonders die letzten beiden Punkte der obigen Fragen sind bedeutend für die Bewerbung: Erfolg kann sich nur dann einstellen, wenn die Persönlichkeit samt der eigenen Bedürfnisse nicht zu kurz kommt und im Beruf zur Geltung gebracht werden kann. Es hat nämlich wenig Sinn, sich auf eine Stelle zu bewerben, bei der wesentliche Persönlichkeitsmerkmale verdrängt werden müssen.

Ebenso wird anhand der Selbstbetrachtung klar, in welchen Branchen und Firmen die wichtigsten Stärken und Fähigkeiten zum Tragen kommen können. Die Aufgabenfelder werden deutlicher, in denen man motiviert arbeiten kann und somit auch leistungsfähiger ist. Zum Beispiel liegt es dem einen mehr, in direktem Kontakt mit Kunden oder Geschäftspartner treten zu können und der andere arbeitet lieber im Hintergrund und eignet sich besser für die schriftliche Korrespondenz mit Kunden oder Geschäftspartnern.

Selbstmarketing bedeutet: Die eigene Person so gut zu vermarkten, dass potenzielle Arbeitgeber auf einen aufmerksam werden. Bei der Bewerbung kommt es darauf an, sich von der Masse abzuheben, denn eine gewöhnliche Bewerbung wird von Personalentscheidern kaum beachtet. (#01)

Selbstmarketing bedeutet: Die eigene Person so gut zu vermarkten, dass potenzielle Arbeitgeber auf einen aufmerksam werden. Bei der Bewerbung kommt es darauf an, sich von der Masse abzuheben, denn eine gewöhnliche Bewerbung wird von Personalentscheidern kaum beachtet. (#01)

Nächster Schritt vor der Bewerbung: Ziele formulieren

Im nächsten Schritt für das Selbstmarketing werden eigene persönliche und berufliche Ziele formuliert, beispielsweise:

  • Möchte ich lieber im Team oder alleine arbeiten?
  • Wie ist meine Gehaltsvorstellung?
  • Arbeite ich lieber in kleinen Firmen oder in großen Unternehmen?
  • Wie sieht das gewünschte Tätigkeitsfeld aus?• Welches Arbeitszeitmodell ist wichtig, um private Ziele ebenso leben zu können?
  • Möchte ich auch oder überwiegend im Homeoffice arbeiten oder nur in den Räumlichkeiten des Unternehmens?
  • Möchte ich mir weitere Qualifikationen aneignen und sind mir Weiterbildungen wichtig?

Ebenso sollte formuliert werden, welche Unternehmenskultur vorgezogen wird, denn auch das wirkt sich auf den Erfolg aus. Also: Sollte innerhalb der Firma ein eher konservativer oder ein legerer Umgang gepflegt werden? Welcher Kleidungsstil passt zur eigenen Persönlichkeit? Welche Werte sollten sich in der Firmenphilosophie wiederspiegeln, damit man sich mit dem Unternehmen identifizieren kann?

Video: Die gelungene Selbstpräsentation

Profil erstellen: Stärken hervorheben – aber keine Hochstapelei

Anhand der Ergebnisse der Selbstanalyse sowie der Zielformulierung kann nun ein Profil erstellt werden, welches die Kompetenzen und Leistungen verdeutlicht.

Einigen Menschen fällt es schwer, die eigene Person gut zu verkaufen. Dabei hat jeder schon einmal in seinem Leben eine Art Selbstmarketing betrieben und seine Person ins Licht gerückt. Eine Bewerbungssituation gleicht einigen privaten Situationen, bei denen auf die eigenen Vorzüge aufmerksam gemacht wurde, beispielsweise bei der Wohnungssuche oder bei der Partnersuche.

Zum Selbstmarketing gehört es selbstverständlich, dass die eigenen Stärken und Fähigkeit hervorgehoben werden. Dies sollte bereits im Bewerbungsschreiben geschehen. Allerdings stehen die Chancen schlechter, wenn hochgestapelt wird, denn scheinbar werden zu perfekte Bewerber von Personalentscheidern eher selten zum Gespräch eingeladen. Dies konnte auch Jeff Scardino feststellen, der eigene Schwächen bereitwillig preisgab und trotzdem zu Bewerbungsgesprächen eingeladen wurde.

Nun muss es nicht so extrem gemacht werden, wie es Jeff Scardino getan hat. Es sollte aber unbedingt ehrlich geblieben werden. Sind beispielsweise beste Englischkenntnisse verlangt und die eigene Schwäche liegt in diesem Bereich, wäre es grundverkehrt hochzustapeln und sich als Englisch-Profi darzustellen. Erstens haben Lügen bekanntlich sehr kurze Beine und zweitens tut man sich selbst keinen Gefallen damit einen Job anzunehmen, bei dem von vorneherein klar ist, dass ein Manko bei den wichtigsten Anforderungen besteht.

Eine Schwäche muss keine bleiben, denn es kann sich auf vielen Gebieten fortgebildet werden. Wenn aber, wie im obigen Beispiel, kein Talent für eine bestimmte Fähigkeit vorhanden ist, wird sich diese Schwäche gar nicht oder nur mit sehr viel Mühe in eine Stärke umwandeln lassen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass zuvor die Selbstanalyse durchgeführt wird und man dabei ehrlich gegenüber sich selbst bleibt. Jeder Mensch hat Schwächen, aber auf der anderen Seite ebenso Stärken und die gilt es hervorzuheben, denn sie sind letztlich entscheidend für Leistungsfähigkeit und Motivation.

Im Profil erscheinen somit Stärken, Erfahrungswerte, Qualifikationen sowie die beruflichen Ziele und persönlichen Werte. Das Profil soll ein authentisches Bild der eigenen Person darstellen und es dient als Vorlage für den öffentlichen Auftritt (eigene Homepage oder Mitgliedschaft bei Xing oder anderen berufsbezogenen Communities) sowie für die Bewerbung.

Video: Welcher Selbstmarketing-Typ bist du?

Bewerbung individuell gestalten

Das eigens erstellte Profil ist ein sehr gutes Hilfsmittel für die Gestaltung der Bewerbung. Selbstmarketing beginnt mit dem Bewerbungsschreiben, denn damit fängt die Vermarktung der eigenen Person an. Deshalb sollte auf Mustervorlagen verzichtet werden, denn diese führen zur gewöhnlichen Einheitsbewerbung, die bei Personalentscheidern wenig bis kein Interesse weckt.

Die Gestaltung der Bewerbung sollte individuell sein, wobei die wesentlichen Merkmale des Profils zur Geltung kommen. Anhand der Bewerbung macht sich der Personaler einen ersten Eindruck des Bewerbers. Stimmt dieser Eindruck mit den Anforderungen der zu besetzenden Stelle sowie mit der Unternehmensphilosophie inklusiv Firmenkultur überein, wird er diesen Bewerber zum Gespräch einladen.

Das heißt: Die Bewerbung muss aussagekräftig und authentisch sein. Zum Selbstmarketing gehört auch, auf leere Wortphrasen zu verzichten und lieber konkret zu informieren. Statt „Ich bin flexibel und teamfähig“ besser kurz und prägnant erklären, in welchen Aufgabenbereichen Flexibilität und Teamfähigkeit bewiesen wurde.

Und noch etwas zum Thema Selbstmarketing und Ehrlichkeit: Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass der Lebenslauf lückenlos sein soll. Wenn aber eine Lücke vorhanden ist, sollte diese nicht mit einer Lüge kaschiert werden. Hat man sich zum Beispiel nach der Ausbildung eine Auszeit genommen, dann darf diese Zeitspanne ruhig mit „Auszeit“ deklariert werden. Wird nämlich diese Lücke mit einer Lügengeschichte gefüllt, könnte das beim Bewerbungsgespräch oder spätestens bei der Anstellung negative Konsequenzen nach sich ziehen – zumal eine gute Arbeitsatmosphäre auf Vertrauen und Ehrlichkeit basiert.

Die eigene Person beim Bewerbungsgespräch gut zu vermarkten hat in diesem direkten und persönlichen Kontakt mit dem Personaler auch mit der eigenen Körpersprache zu tun. (#02)

Die eigene Person beim Bewerbungsgespräch gut zu vermarkten hat in diesem direkten und persönlichen Kontakt mit dem Personaler auch mit der eigenen Körpersprache zu tun. (#02)

Selbstmarketing beim Bewerbungsgespräch

Selbstmarketing spielt selbstverständlich auch beim Bewerbungsgespräch eine bedeutende Rolle. Wird hierbei übrigens auf die Auszeit eingegangen und der Personaler möchte Näheres darüber erfahren, besteht nun die Möglichkeit zu erläutern, warum diese Auszeit genommen wurde und welche Erfahrungen und Erkenntnisse vorteilhaft für die zu besetzende Stelle sind.

Die eigene Person beim Bewerbungsgespräch gut zu vermarkten hat in diesem direkten und persönlichen Kontakt mit dem Personaler auch mit der eigenen Körpersprache zu tun. Die besten Fähigkeiten und Qualifikationen nützen wenig, wenn die Körpersprache nicht besonders überzeugend wirkt. Wer mit gebeugter Körperhaltung und gesenktem Kopf seine Stärken unterstreichen möchte, wird damit keinen Erfolg haben. Selbstbewusstes und selbstsicheres Auftreten sollte vor dem Bewerbungsgespräch geübt werden und das am besten mit einer zweiten Person, denn die Körpersprache sollte authentisch und nicht aufgesetzt wirken.

Selbstmarketing ist somit keine einmalige Angelegenheit und hört auch nicht bei der Bewerbung auf. Für den weiteren beruflichen Weg ist Selbstmarketing genauso wichtig. (#03)

Selbstmarketing ist somit keine einmalige Angelegenheit und hört auch nicht bei der Bewerbung auf. Für den weiteren beruflichen Weg ist Selbstmarketing genauso wichtig. (#03)

Selbstmarketing und Persönlichkeitsentwicklung

Sollte es im ersten Anlauf noch nicht so gut mit dem Selbstmarketing bei der Bewerbung funktioniert haben: Nicht verzagen, denn die eigene Person gut verkaufen zu können hat auch immer etwas mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun.

Die Selbstanalyse sollte somit immer mal wieder durchgeführt werden, denn sie bietet eine Art der Selbstüberprüfung an. Zum Beispiel könnte analysiert werden, welche Schwächen beim letzten Bewerbungsgespräch vorherrschten und wie es beim nächsten Mal besser klappen könnte. Das wird dann wiederum bei der Zielformulierung notiert und als Lernfeld angesehen.

Selbstmarketing ist somit keine einmalige Angelegenheit und hört auch nicht bei der Bewerbung auf. Für den weiteren beruflichen Weg ist Selbstmarketing genauso wichtig. Jeder Mensch verändert sich im Laufe seines Lebens. Zudem kommen mehr Erfahrungen hinzu und ebenso werden neue Fähigkeiten erworben. Auch die Ziele verändern sich und sollten immer mal wieder neu formuliert werden.

Sollten dann berufliche Veränderungen angestrebt werden, sind diese Vorarbeiten optimale Hilfsmittel, um ein neues Profil zu erstellen und sich bei der nächsten Bewerbung bestens verkaufen zu können.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Pressmaster -#01: Adam Gregor-#02:racorn_-#03: Janette Dietl

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