Schülerpraktikum: So funktioniert die perfekte Bewerbung

Die meisten Menschen machen im Laufe ihres Lebens mindesten ein Praktikum. Oft ist es ein Schülerpraktikum, das jungen Menschen einen ersten Einblick in die Berufswelt gibt. Doch wie bewirbt man sich am besten für einen Schülerpraktikum?

Warum ein Schülerpraktikum so sinnvoll ist

Ist das Abitur oder Realschulabschluss in der Tasche, wird man als ehemaliger Schüler mit wichtigen Entscheidungen konfrontiert: Studium oder Ausbildung? Oder lieber erstmal etwas arbeiten? Die wenigsten Schüler wissen zu diesem Zeitpunkt schon mit absoluter Sicherheit, wie ihre Zukunft aussieht.

Oft haben sie aber zumindest eine bestimmte Vorstellung. Während der Schulzeit sieht das in der Regel anders aus: Die Schüler sind mit ihren Hausaufgaben, zwischenmenschlichen Beziehungen und ihren Klausuren beschäftigt. An Ausbildung und Studium denken sie normalerweise noch nicht.

In der Mittelstufe oder auch der gymnasialen Oberstufe muss man dann ein verpflichtendes Praktikum absolvieren. Manchmal ist das Praktikum auf einen sozialen Arbeitsbereich wie zum Beispiel Kindergärten oder Altenheime beschränkt, in der Regel können sich die Schüler ihren Praktikumsbetrieb aber selbst aussuchen.

So ein Schülerpraktikum ist sinnvoll, da man durch das Praktikum dazu gezwungen wird, sich mit Berufswünschen, Erwartungen an das Arbeitsleben und der Berufswelt an sich auseinanderzusetzten. Für Schüler kann solch ein Praktikum der Beginn des beruflichen Werdegangs sein.

Wie funktioniert ein Schülerpraktikum eigentlich?

Ein Schülerpraktikum dauert meist zwei bis drei Wochen und wird von der Schule organisiert. Das Praktikum ist in der Regel verpflichtend und stellt nicht selten einen wichtigen Teil des Unterrichts dar. Im Rahmen des Praktikums widmen sich die Schüler zum Beispiel im Deutschunterricht dem Erstellen eines Anschreibens und eines passenden Lebenslaufes. Die Schule legt den Ablauf und die Länge des Praktikums fest.

Wie findet man die richtigen Unternehmen #1

Wie findet man die richtigen Unternehmen #1

Meist verfassen die Schüler während des Praktikums eine Art Bericht, der dann benotet wird. Bei Problemen und Fragen können sich die Schüler in der Regel an einen betreuenden Lehrer wenden. Bei der Wahl des Unternehmens haben die Schüler meist freie Hand. Um den Praktikumsplatz müssen sie sich also selbst kümmern. Nach einer erfolgreichen Bewerbung stellt die Schule normalerweise sicher, dass sich das Unternehmen für ein Schülerpraktikum eignet.

Wie findet man das richtige Unternehmen für das Schülerpraktikum?

Bevor das Schülerpraktikum beginnt, haben die Schüler in der Regel mehrere Monate Zeit sich zu überlegen, in welcher Art von Unternehmen sie ihr Praktikum absolvieren wollen. Nicht selten werden in den Wochen vor dem Beginn des Praktikums im Unterricht verschiedene Berufe, Branchen und auch persönliche Interessen diskutiert. Manchmal bekommt der Lehrer dabei Unterstützung von der Berufsberatung des Arbeitsamtes.

Im Rahmen von Projekttagen können die Schüler mit Unterstützung herausfinden, wo ihre persönlichen Stärken und Interessen liegen und sich so für einen Praktikumsplatz in einem passenden Unternehmen bewerben. Hat man als Schüler bereits eine Idee, in welcher Art von Unternehmen man sein Schülerpraktikum absolvieren will, sollte man sich vor allem in der Umgebung umsehen. Eine lange Anreise lohnt sich für die kurze Zeit kaum.

Wenn man sich zum Beispiel für ein Praktikum im Kindergarten interessiert, lohnt es sich, persönlich bei dem entsprechenden Betrieb nachzufragen. Die Bewerbungsunterlagen sollte man dann am besten dabeihaben. Durch den persönlichen Kontakt sammelt man bei vielen Unternehmen gleich Pluspunkte.

Die passende Bewerbung für ein Schülerpraktikum

Als Schüler hat man normalerweise wenig bis gar keine Erfahrung mit dem Schreiben von Bewerbungen und Lebensläufen. Für ein Schülerpraktikum macht man das in der Regel also zum ersten Mal. Da kommt schon mal Unsicherheit auf. Das ist aber kein Grund zur Panik. Bei der Zusammenstellung einer Bewerbung für ein Schülerpraktikum tauchen meist die folgenden Fragen auf:

  • Aus welchen Teilen besteht eine gute Bewerbung?
  • Was muss in einen Lebenslauf rein?
  • Wie schreibe ich ein gutes Anschreiben?

Besonders das Anschreiben macht vielen Schülern Angst. Es gibt aber ganz einfache Regeln, die man befolgen kann, um ein gutes Anschreiben anzufertigen. Bei Unklarheiten und Fragen zur Bewerbung kann man sich natürlich auch jederzeit an den zuständigen Lehrer wenden.

Welche Teile gehören zu einer Bewerbung?

Für ein Schülerpraktikum sollte die Praktikumsbewerbung aus den folgenden Teilen bestehen:

  • Bewerbungsschreiben
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Zeugnis (Das letzte Zeugnis vor dem Beginn des Praktikums)

Achtung!

Manche Unternehmen können eventuell ein polizeiliches Führungszeugnis verlangen. Dieses kann man beim Bürgeramt beantragen. Möchte man zum Beispiel in einem Kindergarten ein Schülerpraktikum absolvieren, muss man in der Regel ein ärztliches Attest mit abgeben.

Die Reihenfolge, in der die Unterlagen in die Bewerbungsmappe gelegt werden, ist übrigens keineswegs willkürlich. Ganz hinten in der Mappe wird das Zeugnis eingeheftet. Darauf folgt der Lebenslauf und dann, wenn vorhanden, das Deckblatt mit Foto. Das unterschriebene Anschreiben wird nicht eingeheftet, sondern lose in die Bewerbungsmappe gelegt.

Der tabellarische Lebenslauf

Der Lebenslauf beschreibt den bisherigen Werdegang des Bewerbers. Während man bei einer Bewerbung für einen Job eher seine berufliche Erfahrung auflisten sollte, kann man bei einem Lebenslauf für ein Schülerpraktikum auch auf Hobbys und besondere Interessen eingehen.

Die folgenden Informationen sollte der Lebenslauf enthalten:

  • Schulische Laufbahn
  • Angestrebter Abschluss und eventuell vorhandene Abschlüsse
  • Hobbys, besondere Fähigkeiten und Interessen wie zum Beispiel Fremdsprachenkenntnisse

In einer Bewerbung für ein Schülerpraktikum darf man auch Ferienjobs oder Minijobs erwähnen. Bezüglich des Aufbaus des Lebenslaufes gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten: Einmal kann man die Informationen chronologisch auflisten oder aber in der umgekehrten Reihenfolge, so dass die aktuellsten Daten am Anfang stehen.

Neben der schulischen Laufbahn, dem beruflichen Werdegang und Interessen sollte ein Lebenslauf für ein Schülerpraktikum auch persönliche Angaben wie Geburtstag und -ort, Adresse und Staatsangehörigkeit enthalten. Angaben über Geschwister und Eltern sind uninteressant und sollten daher weggelassen werden.

Das Anschreiben – Der wichtigste Teil der Bewerbung

Vor dem Anschreiben einer Bewerbung haben Schüler und auch Bewerber generell den meisten Respekt, wenn nicht sogar Angst. Schließlich geht es darum, den zukünftigen Arbeitgeber oder auch das Unternehmen, bei dem man seißn Praktikum absolvieren will, von sich zu überzeugen.

Wie findet man die richtigen Unternehmen #2

Wie findet man die richtigen Unternehmen? #2

Da ein Schülerpraktikum für junge Menschen meist die erste Erfahrung mit der Berufswelt ist, gibt bezüglich des Anschreibens oft Unklarheiten. Dabei muss man sich nur an ein paar einfache Regeln halten. Das wichtigste, was man als Bewerber in einem Anschreiben vermitteln sollte, ist die eigene Motivation, sich für gerade dieses Praktikum zu bewerben.

Schüler haben in der Regel keine Berufserfahrung, deshalb ist es gerade bei einem Schülerpraktikum enorm wichtig, die eigenen Beweggründe klar und ausführlich zu beschreiben.
Wichtig ist es außerdem, das Anschreiben nicht einfach hastig runterzuschreiben.

Man sollte sich genügend Zeit für das Formulieren und das Überarbeiten nehmen. Am besten lässt man einen Lehrer, ältere Geschwister oder die eigenen Eltern noch mal über den Text drüber lesen. So werden auch eventuell vorhandene Rechtschreibfehler auf jeden Fall entdeckt.

In einem Anschreiben für ein Schülerpraktikum sollten diese zwei Fragen beantwortet werden:

  • Warum möchte man genau dieses Praktikum absolvieren?
  • Warum kommt nur dieses Unternehmen für ein Praktikum in Frage?

Verwendet man in seinem Anschreiben diese beiden Fragen als eine Art roten Faden, ist das Schreiben gleich etwas leichter. Gibt es eine Anzeige, die den Praktikumsplatz ausschreibt, sollte man sich in seinem Anschreiben direkt mit den gleichen Schlüsselbegriffen auf diese beziehen.

Zusätzlich kann es beim Verfassen helfen, sich auf das Unternehmen, bei dem man sein Schülerpraktikum absolvieren will, zu beziehen. Die folgenden Fragen sollte man nach etwas Recherche auf jeden Fall beantworten können:

  • Wer leitet das Unternehmen und wann wurde es gegründet?
  • Welche Produkte stellt das Unternehmen her beziehungsweise welche Dienstleistungen bietet das Unternehmen an?
  • Welche Aufgaben und Berufe gibt es in dem Unternehmen?

Auch beim formalen Aufbau des Anschreibens sollte man sich an bestimmte Konventionen halten:

  • Absender (komplette Adresse mit Handynummer und seriöser Email-Adresse)
  • Datum (oben rechts)
  • Empfänger des Anschreibens (Name des Betriebs, Name des Adressaten und Adresse)
  • Betreff
  • Anrede (Hier den Namen des Ansprechpartners recherchieren und verwenden)
  • Einleitung
  • Ein Teil zum Unternehmen
  • Absatz zu der eigenen Person, der Motivation, den persönlichen Stärken und Schwächen
  • Ein oder zwei Sätze zu besonderen Kenntnissen (falls vorhanden)
  • Hinweis auf das Schülerpraktikum (Dauer, Beginn und Ende des Praktikums)
  • Abschluss
  • Unterschrift

Generell besteht ein Anschreiben aus vier verschiedenen Teilen. Die Einleitung sollte deutlich machen, warum man sich gerade diesen Praktikumsplatz ausgesucht hat. Zudem sollte klar werden, dass man sich bereits mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat.

Motivation ist das Schlüsselwort. Im zweiten Teil sollte man sich selbst mit seinen Stärken und Erfahrungen vorstellen. Der dritte Teil stellt den Bezug zwischen Unternehmen und Bewerber her. Warum hat man gerade diesen Betrieb gewählt?

Dieser Teil kann auch an die Einleitung gehängt werden. Mit dem letzten Teil schließt man das Anschreiben ab. Man bedankt sich für die Aufmerksamkeit und betont sein Interesse an einem Vorstellungsgespräch.


Bildnachweis:©Fotolia-Titelbild: Daniel Ernst-#01: maho-#02: Daniel Ernst

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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