Das Lernen Lernen: Lernprozesse vereinfachen, um effektiv zu sein

Das Lernen Lernen: Lernprozesse vereinfachen, um effektiv zu sein

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Wenn die Schüler stundenlang an den Schularbeiten und doch nicht vorankommen, läuft etwas schief. Dieser Artikel zeigt, welche Lernmethoden besonders effektiv sind und wie wichtig Pausen sind. Wie kann man „das Lernen Lernen„?

Mit Freude lernen – wie funktioniert das?

Kleine Kinder haben Spaß daran, viele neue Dinge zu entdecken und täglich etwas dazuzulernen. Bei einigen hält diese Lernfreude länger an, bei anderen kommt es schon in frühen Schuljahren zu Frustrationserlebnissen. Die Begeisterung am Neuen und das Gefühl, vom Lernen zu profitieren, gehen mit der Zeit verloren. Doch Kinder und selbst Erwachsene können das wieder neu erlernen. Das ist auch von großer Bedeutung, denn die Lernphase hört nicht mit dem Schulabschluss auf.

Wer als Kind schon gelernt hat, wie man sich etwas antrainiert, ist auf den späteren Karriereweg gut vorbereitet. Beim Lernen werden bestimmte Gehirnregionen angeregt, und wer die Hintergründe kennt, der weiß das zu nutzen. Mit den besten Tipps kann man tatsächlich das Lernen lernen – und auch die dafür nötige Motivation erhalten.

Infografik: Macht lernen Spaß? Welche Art des Lernens bringt den meisten Spaß? All das verrät unsere Infografik zum Titelthema "Das Lernen Lernen."

Infografik: Macht lernen Spaß? Welche Art des Lernens bringt den meisten Spaß? All das verrät unsere Infografik zum Titelthema „Das Lernen Lernen.“

Besonders wichtige Grundlagen zum Lernen

Die Lernmotivation kommt meistens von innen heraus, die Schulkinder müssen sich also selbst aufmuntern. Eltern können lediglich dabei helfen, diese Eigenmotivation zu unterstützen. Eine besondere Gefahr ist die Gewohnheit, alles aufzuschieben: Damit bringen sich die Schüler selbst in die Bredouille, denn sie müssen die Hausaufgaben rechtzeitig abliefern oder den Stoff für die nächste Klassenarbeit gelernt haben.

Wer seinen eigenen Kopf austrickst, der schafft es jedoch, die Lust aufs Lernen zu steigern. Möglicherweise ist ein Kind zunächst davon überzeugt, dass Lernen unsäglich langweilig und anstrengend ist. Durch positive Gedanken und eine angenehme Atmosphäre kann man dieses negative Gefühl jedoch bekämpfen. Dabei helfen die folgenden Maßnahmen:

  • Ein ergonomischer Schreibtischplatz und eine Wohlfühleinrichtung sorgen für ein gutes Grundgefühl,
  • der individuelle Lerntyp wird bestimmt, um einen maßgeschneiderten Lernplan aufzustellen,
  • Abwechslung beim Lernen hilft, konzentriert zu bleiben,
  • durch regelmäßiges Üben findet eine gründliche Vorbereitung auf den Unterricht und auf Klausuren statt.

Welche Gewohnheiten das effektive Lernen stören können

Manche Kinder kommen mit den klassischen Lernmethoden klar, die auch in der Schule zum Einsatz kommen, andere machen bessere Erfahrungen mit dem kreativen Lernen. Auf jeden Fall ist es ungünstig, wenn die Kinder zu wenig Zeit haben, um sehr viel zu lernen.

Doch wie bringt man nun eine "Aufschieberitis-Prinzessin" zum Lernen? Vielleicht ist das kreative Lernen genau ihr Ding? Der Lernstoff wird hierbei von den Eltern geschickt in eine spannende Geschichte verpackt. Das Kind lernt ganz nebenbei. (#1)

Doch wie bringt man nun eine „Aufschieberitis-Prinzessin“ zum Lernen? Vielleicht ist das kreative Lernen genau ihr Ding? Der Lernstoff wird hierbei von den Eltern geschickt in eine spannende Geschichte verpackt. Das Kind lernt ganz nebenbei. (#1)

Die von Eltern oft beklagte „Aufschieberitis“ führt dazu, dass die Schüler manchmal erst am Vorabend der Klassenarbeit in ihre Bücher sehen. Der Stoff lässt sich so kurzfristig nicht im Gehirn speichern. Besser ist es, das Lernen auf einen längeren Zeitraum von mehreren Tagen aufzuteilen, damit das Wissen auch bleibt.

Das Gehirn kann nur eine begrenzte Menge von Informationen aufnehmen und braucht immer wieder Pausen. Spätestens nach 45 Minuten sollte eine mindestens fünf Minuten lange Pause eingelegt werden.

Einseitiges Lernen führt schnell zur Ermüdung und auch eine ungünstige Zeit, beispielsweise spät am Abend, kann die Aufnahmefähigkeit des Gehirns beeinflussen. Manche Kinder – und übrigens auch Erwachsene – sind der Meinung, dass es hilft, wenn sie alle wichtigen Dinge abschreiben. Das ist jedoch weder effizient noch hilfreich.

Wichtiger ist es, richtig zu essen und ausreichend zu schlafen. Auch die digitale Welt – Fernsehen, Computer und Smartphones – beeinträchtigen die Lernfähigkeit und das Konzentrationsvermögen.

Wie das Gehirn lernt

Das menschliche Gehirn besteht aus zwei Hälften, die eng miteinander verknüpft sind. In der linken Gehirnhälfte befindet sich das Sprachzentrum, während die rechte Hälfte für die Verarbeitung von Bildern zuständig ist. Wenn man etwas liest, wird dies von der linken Gehirnhälfte wahrgenommen, die sich von der rechten Hälfte das entsprechende Bild holt. In der anderen Richtung läuft dieser Austausch ebenso ab.

Eine weitere Möglichkeit ist das digitale Lernen. Hierbei wird mit APPs oder Computerspielen der Lerninhalt vermittelt. Das Kind lernt den wichtigen Lernstoff und hat zeitgleich eine Menge Spaß dabei - der digitale Weg, das Lernen zu lernen. (#2)

Eine weitere Möglichkeit ist das digitale Lernen. Hierbei wird mit APPs oder Computerspielen der Lerninhalt vermittelt. Das Kind lernt den wichtigen Lernstoff und hat zeitgleich eine Menge Spaß dabei – der digitale Weg, das Lernen zu lernen. (#2)

Die Lernfähigkeit ist dann am besten, wenn die zwei Gehirnhälften gemeinsam aktiv sind. In diesem Fall wird zu einem bestimmten Wort eine visuelle Vorstellung abgespeichert. Genau diese Tatsache ist die Grundlage dafür, dass in den Schulen immer mehr mit visuell aufbereitetem Lernstoff gearbeitet wird. Auch auf das Lernen zuhause lässt sich dieses Prinzip anwenden.

Praktische Tipps, die die Gehirntätigkeit anregen und das Speichern von Wissen leichter machen:

  • die Aufgaben in kleine Blöcke aufteilen,
  • nach einem Aufgabenblock vom Schreibtisch aufstehen und sich etwas bewegen,
  • Wörter und Bilder miteinander verknüpfen,
  • abhängig vom Lerntyp die innerlich visualisierten Bilder aufmalen oder laut sagen.

Positiv denken – für mehr Motivation

Manche Schüler haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, und reden sich womöglich ein, dass sie es nie schaffen werden, die mathematischen Formeln oder die französische Grammatik zu verstehen. Doch auch sie können mit der richtigen Vorbereitung in den so wichtigen Lernmodus schalten und besser vorwärts kommen, wie dieser Artikel erläutert. Dabei kann schon ein positives Signal der Eltern helfen, beispielsweise ein großer Becher Kakao, der auf dem Schreibtisch bereitgestellt wird.

Ein weiterer erfolgreicher Weg, das Lernen zu lernen ist das sogenannte "spielerische Lernen". Hier werden die Aufgaben durch Lernspiele gelöst. Ganz egal, ob Schreiben, Fremdsprachen oder Rechnen, es gibt mittlerweile für alle Lerninhalte die passenden Lernspiele. (#3)

Ein weiterer erfolgreicher Weg, das Lernen zu lernen ist das sogenannte „spielerische Lernen“. Hier werden die Aufgaben durch Lernspiele gelöst. Ganz egal, ob Schreiben, Fremdsprachen oder Rechnen, es gibt mittlerweile für alle Lerninhalte die passenden Lernspiele. (#3)

Gegen die negative Haltung, die sich in einem „Das verstehe ich NIE“ äußert, lässt sich mit den richtigen Lerntipps etwas tun. Die Eltern können mit ihrem Kind nach besseren Sätzen suchen, beispielsweise: „Das verstehe ich jetzt nicht, aber ich kann es lernen.“ Eine Hausaufgabe ist zwar in gewisser Weise ein Problem, doch es gilt, dieses zu lösen. So gesehen ist die Schwierigkeit kein Hindernis, sondern eine Chance.

Wenn Eltern eine positive Grundhaltung haben, ahmt der Nachwuchs diese Denkweise oft unbewusst nach. Dann ist auch Kritik oder ein Misserfolg besser zu ertragen. Lob ist in diesem Zusammenhang zwar wichtig, doch man sollte es nicht übertreiben. Ansonsten müssen die Kinder befürchten, bei einer schlechten Note streng getadelt zu werden. Grundsätzlich ist es am besten, das Kind für seine Anstrengung zu loben und nicht nur für die guten Noten.

Tipps für den individuellen Lernplan

Das Gehirn muss genügend Zeit haben, um den zu lernenden Stoff zu verinnerlichen. Wenn beispielsweise in einer Woche eine Klausur ansteht, können sich die Schüler gut vorbereiten. Nach der ersten Planung startet die eigentliche Lernphase, anschließend kommt zum Training die Wiederholung und abgeschlossen wird das Lernen mit der Überprüfungsphase.

Für manche Kinder ist das Lernen mit Praxisbeispielen der beste Weg. Ein gutes und bekanntes Beispiel hierfür ist das Rechnen mit dem Bus und seinen Passagieren - wie viele sind insgesamt eingestiegen? Das lässt sich auch prima spielen, wenn man gerade slebst im Bus fährt. (#4)

Für manche Kinder ist das Lernen mit Praxisbeispielen der beste Weg. Ein gutes und bekanntes Beispiel hierfür ist das Rechnen mit dem Bus und seinen Passagieren – wie viele sind insgesamt eingestiegen? Das lässt sich auch prima spielen, wenn man gerade slebst im Bus fährt. (#4)

Die Vorbereitung baut auf dem Paretoprinzip auf, das sich darauf bezieht, dass man nur 20 % des gesamten Arbeitsaufwands benötigt, um 80 % vom Ergebnis zu erzielen. Das Prinzip kommt vorwiegend im Zeitmanagement zum Einsatz und passt damit hervorragend in das individuelle Lernkonzept für die Schule. Die darauf basierenden Lerntipps sehen folgendermaßen aus:

  • Zuerst werden die Schulunterlagen genau gelesen.
  • Die Wiedergabe des Inhalts in der eigenen Sprache erfolgt entweder schriftlich, in gesprochener Form oder als Skizze. Durch Bastelarbeiten oder das Aufmalen des Gelernten werden beide Gehirnhälften angesprochen, was die folgenden Lernschritte erleichtert.
  • Beim Erklären des Inhalts gegenüber der Familie oder Freunden lässt sich feststellen, ob die Schüler alles verstanden haben.

Durch ein gewisses Training und Wiederholungen werden „Trampelpfade“ im kindlichen Gehirn gebildet, die nach Möglichkeit nicht mehr zuwuchern sollten. Auch kreative Wege wie die Visualisierung helfen dabei, die Merkfähigkeit zu verbessern.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: Ilike, -#1 SaMBa, -#2 NadyaEugene, -#3 SaMBa, -#4 Stock_VectorSale
Infografik: schwarzer.de

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Über 

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

Sabrina MüllerDas Lernen Lernen: Lernprozesse vereinfachen, um effektiv zu sein