Casino Dealer: Ausbildung, Gehalt und mehr

Dass es nicht nur glamourös ist, als Dealer zu arbeiten, sondern dass hier auch jede Menge Fachwissen dahintersteckt, ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Dabei handelt es sich um eine sehr anspruchsvolle Aufgabe!

Anstrengende Tätigkeit über Stunden

Auch ein Casino-Dealer kann eine 40-Stunden-Woche haben und muss sich dementsprechend anstrengen. Bei flüchtigem Hinsehen wirkt es nicht so, als wäre dieser Job unheimlich schwierig und würde dem Dealer viel abverlangen. Immerhin muss er meist nur eine dreiviertel Stunde arbeiten, danach hat er wiederum Pause. Allerdings wird ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit gefragt, daher ist es wichtig, dass sich der Dealer immer wieder erholen kann. Ist im Casino nicht viel los, darf er sogar längere Zeit den Tisch verlassen, in großen Casinos hingegen wird ein Abend oft sehr anstrengend. Häufig sind Termine wahrzunehmen, wobei es vielen Dealern schwerfällt, die Konzentration bei lang dauernden Turnieren zu wahren.

Insgesamt ist der Zeitplan des Dealers im Casino zwar regelmäßig, dennoch sind es die Arbeitszeiten nicht. Vor- und Nachbesprechungen zu wichtigen Terminen sind nicht in jedem Fall in der regulären Arbeitszeit enthalten und es wird erwartet, dass die Dealer einen gewissen Arbeitseifer zeigen. So liest sich auch auf casinoerfahrungen.org, wie viel von einem Casino-Dealer abverlangt wird.

Vor Beginn des Arbeitstages wird meist eine Arbeitsbesprechung stattfinden, bei der der Tagesplan abgestimmt wird. An diesen muss sich der Dealer bei seiner weiteren Tätigkeit konsequent halten, denn der Tag im Casino ist komplett durchorganisiert. Störungen im Ablauf sind nicht erwünscht und haben große Auswirkungen auf alle Bereiche des Casinos.

Wer als Casino-Dealer tätig sein möchte, muss unbedingt extrem belastbar sein und auch in Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren. (#01)

Wer als Casino-Dealer tätig sein möchte, muss unbedingt extrem belastbar sein und auch in Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren. (#01)

Voraussetzungen für den Job

Wer als Casino-Dealer tätig sein möchte, muss unbedingt extrem belastbar sein und auch in Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren. Außerdem sind kommunikative Fähigkeiten gefragt, denn der Dealer muss mit den Spielern sprechen können und sollte auch einen Weg finden, mit einem schwierigen „Kandidaten“ zu kommunizieren. Das wiederum bedeutet, dass ein großes Talent im Umgang mit Menschen vorhanden sein sollte. Der Dealer muss sich Tag für Tag auf neue Charaktere einstellen und sollte eine große Menschenkenntnis besitzen.

Weitere wichtige Eigenschaften sind:

  • Mathematisches Verständnis
  • Lässigkeit und Eloquenz
  • Kenntnisse über die Spiele
  • Organisationstalent
  • Disziplin
  • Geschicklichkeit und Fingerfertigkeit im Umgang mit Spielkarten
  • Fachwissen
  • Bereitschaft zur Schicht- und Nachtarbeit
  • Teamfähigkeit

Insgesamt sind die Anforderungen an einen Casino-Dealer sehr hoch und somit erklärt sich auch, warum nicht jeder Anwärter auf den Job diesen tatsächlich einmal ausüben wird.

Wichtig ist, dass ein Casino-Dealer in der Lage ist, eigenverantwortlich zu handeln. Er muss in bestimmten Situationen über die weitere Vorgehensweise entscheiden und muss wissen, wann er auf welche Art und Weise mit den Gästen umgehen muss. Da er es zum Beispiel auch mit spielsüchtigen Spielern zu tun bekommt, muss er deren Treiben einen Riegel vorschieben, sie erkennen und notfalls vom Spiel ausschließen können.

Keine leichte Aufgabe, weshalb viele Casinos gern sehen, wenn der Dealer vor seiner Tätigkeit eine Ausbildung zum Sicherheitsfachmann absolviert hat oder bereits im Wachschutz tätig war. Generell sind Kenntnisse über Sicherheit und Schutz vor Übergriffen empfehlenswert bzw. in diesem Bereich karriereförderlich.

Meist wird der Casino-Dealer als Poker-Dealer im Spielcasino tätig werden und muss den Tisch entsprechend vorbereiten.

Meist wird der Casino-Dealer als Poker-Dealer im Spielcasino tätig werden und muss den Tisch entsprechend vorbereiten.(#02)

Aufgaben des Casino-Dealers

Meist wird der Casino-Dealer als Poker-Dealer im Spielcasino tätig werden und muss den Tisch entsprechend vorbereiten. Dazu zählt, dass die Chips wie vorgegeben platziert werden und dass eine passende Signierung vorgenommen wird. Der Dealer des Casinos öffnet täglich neue Decks der Karten und prüft, ob diese noch vollzählig vorhanden sind. Außerdem ist es seine Aufgabe, die Karten auf eventuell stattgefundene Manipulationen zu überprüfen. Der Dealer mischt die Karten nach Ausrichtung des Casinos vor und während des Spiels. Insgesamt ist er also für den ordnungsgemäßen Ablauf des Spiels verantwortlich.

Der Dealer muss das Spiel und seine Regeln ganz genau kennen, denn er ist dafür verantwortlich, dass die Spielregeln ebenso eingehalten werden wie die Vorgaben des Casinos. Macht ein Spieler einen Fehler, wird er darauf hingewiesen. Der gesamte Spielprozess muss sich an die Verfahrensweise des Casinos halten. Gleichzeitig steht die Sicherheit im Fokus des Dealers: Er muss sich dessen bewusst sein, dass während des Spiels Wetten laufen, die die Spieler natürlich nicht verlieren wollen. Ist das dennoch der Fall, kann es durchaus Probleme geben. Der Casino-Dealer muss daher den Tisch die ganze Zeit über im Auge behalten und darf Spieler, die nicht regelkonform spielen, des Tisches verweisen.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Casino-Dealers zählen daher das Anleiten und das Beobachten. Er muss wissen, wann welcher Spieler an der Reihe ist, wann der Spieleinsatz erhöht wird und um wie viel er erhöht werden kann. Der Dealer muss Mogeleien erkennen und sollte in der Lage sein, den Spielern eine Hilfestellung zu geben. Casino-Dealer sind überwachend und koordinierend tätig, müssen dabei aber den Spagat zwischen Strenge und Lässigkeit meistern. Teilweise müssen auch einmal deutliche Worte fallen, damit die Regeln eingehalten werden!

Casinos bilden in der Regel nicht zum Casino-Dealer aus, sondern lassen ihre Interessenten eine Ausbildung zum Croupier durchlaufen. (#03)

Casinos bilden in der Regel nicht zum Casino-Dealer aus, sondern lassen ihre Interessenten eine Ausbildung zum Croupier durchlaufen. (#03)

Wer ist für den Job geeignet?

Casinos bilden in der Regel nicht zum Casino-Dealer aus, sondern lassen ihre Interessenten eine Ausbildung zum Croupier durchlaufen. Dafür sind vor allem die Bewerber geeignet, die gute Noten in Mathematik und Englisch mitbringen, die sehr genau beobachten können und psychisch belastbar sind. Außerdem wird die Hand-Augen-Koordination unter die Lupe genommen: Vor dem Beginn der Ausbildung stehen daher oft umfassende Eignungstests, die von Casino zu Casino verschieden sein können. Ebenfalls wichtig für die Ausbildung zum Croupier: Verschwiegenheit! Wer im Casino arbeitet, sollte Stillschweigen über seine Tätigkeit, die Verfahrensweisen im Casino und vor allem über die Gäste wahren können.

In der Ausbildung zum Croupier werden alle nötigen Voraussetzungen für die Arbeit im Casino vermittelt, wobei es sich verständlicherweise um die fachlichen Grundlagen handelt. Die persönlichen Voraussetzungen sollten bereits vorhanden sein! Wichtig zu wissen: Eine geregelte Ausbildung zum Croupier gibt es nicht, die Casinos stellen unterschiedliche fachliche Voraussetzungen und regeln die Ausbildung verschieden. Immer sind jedoch Spielregeln und Fingerfertigkeiten beinhaltet, die unbedingt erlernt werden müssen.
Bei der Ausbildung findet ein Wechsel zwischen Theorie und Praxis statt. Wichtig ist, dass die Auszubildenden viel üben, denn der Umgang mit Jetons und Karten ist reine Übungssache!

Eine schulische Vorbildung ist nicht zwingend nötig, allerdings müssen Bewerber mindestens 18 Jahre alt sein und sollen ein tadelloses Führungszeugnis vorweisen können. Außerdem wird erwartet, dass Bewerber schuldenfrei sind und sich mit den Gästen frei auf Englisch unterhalten können.

Die Ausbildung zum Croupier dauert in der Regel zwischen sechs und neun Monate, danach ist eine Weiterbildung zum Casino-Dealer in Form der Einarbeitung beim Arbeitgeber möglich.

Letzten Endes sollte auch die äußere Erscheinung stimmen. Der Dealer sollte schon aufgrund seines Äußeren einen gewissen Respekt einflößen. Das heißt nicht, dass er der Typ „Bodybuilder“ sein muss, aber eine gewisse Körpergröße und Präsenz (auch aufgrund des eigenen Selbstbewusstseins, das sehr gut ausgeprägt sein muss) sollten schon vorhanden sein. Der Dealer soll ernst genommen werden und sich seiner Funktion und Verantwortung bewusst sein.

Für das Gehalt des Casino-Dealers gibt es keine festen Normen, denn hier liegen keine Gewerkschaftstarife zugrunde. (#04)

Für das Gehalt des Casino-Dealers gibt es keine festen Normen, denn hier liegen keine Gewerkschaftstarife zugrunde. (#04)

Eine Frage des Geldes: Was verdient ein Casino-Dealer?

Für das Gehalt des Casino-Dealers gibt es keine festen Normen, denn hier liegen keine Gewerkschaftstarife zugrunde. Generell wird davon ausgegangen, dass es sich um einen mittelmäßig bezahlten Job handelt, wobei viele Dealer angesichts der hohen Belastungen der Meinung sind, dass sie deutlich zu wenig Gehalt bekommen.

Wer eine Ausbildung zum Croupier gemeistert hat und nun als Dealer arbeitet, kann mit einem Grundgehalt von rund 2.000 Euro brutto im Monat rechnen, wenn er eine 40-Stunden-Woche zu meistern hat. Erfahrene Dealer hingegen erreichen bis zu 5.000 Euro brutto im Monat, was durchaus nicht mehr den Titel des „mittleren Gehalts“ verdient.

Viele Casino-Dealer arbeiten anfangs nebenberuflich, allerdings ist der Job aufgrund der Tätigkeit in der Nacht und am Wochenende sehr belastend, weshalb sich die meisten für eine Vollzeittätigkeit entscheiden. Im Nebenjob reduziert sich das Gehalt entsprechend, was angesichts der vielfältigen Aufgaben in keinem Verhältnis zum Aufwand steht.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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